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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 25. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 25.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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eichere uud bester« Züffe», als die für S ch» k e und Lehrer; Jbam in trefflicher Schule erwächst rin starke» »nd leistnng»- sähtges Geschlecht, venu also die Mittel einer Geiaeinde nicht ansreich«», — denn dadnrch find einige der besprochene» Nachtheile von selbst beseitigt —; soviel muß immer anszndringen sei«, um eia hinreichend große» und Hellen Uuterrichtsranm eveut. von einer aadere» Schulgemeinde de» Orte» zu «iethe». Und warum nicht lieber im Rothfall im Gotteshau« da» Wort Gotte» lehre«, al» in eine» kleiuen Zimmer eine» Privatgebäude»?**) So wird doch Licht uud Luft dem Kiud auch während der hebräische» Unterrichtsstuudeu nicht fehle» I Wenn vorstehende Bemerkungen irgendwo Wiederhall finden sollten, wo jüdische Eltern und Lehrer sorgen, etu Geschlecht heranzubildea, welche» nicht übermüdet und überreizt ist durch allzu frühe uud allm vielseitige Geistesarbeit, aber auch uicht unbekannt mit der Sprache der Bibel, wenn fie irgend einmal zu gesundheitsfärderlichen Verbesserungen in der äußeren und inneren Einrichtung einer israelitischen Religionsschule die Anregung geben würden, so hätten fie ihren Zweck erfüllt. Gerichte tut* Eorresponbeurerr. Deutschland Magdeßurg. Die nachfolgende Entscheidung des Ober« verwalungS-Gerichts dürste viele Gemeinden interffsiren: Der Besteuerung seiten« einer Synagogengemeindr unterliegen diejenigen Juden, welch« i« Synagogeabezirke ihren Wohnsitz haben. Der Wohnsitz wird begründet durch Errichtung eine» zu dauernd«m persönlichen Aufenthalt« de« Crnstten bestimmten Haushalte». Au« dieser Begriffsbestimmung folgt: 1. daß ein Een stk gar wohl in verschiedenen Synagogen« bezirken je einen Wohnsitz haben und daher gleichzeitig Von verschiedenen Synaxogrngemeinden zu deren Abgaben herangezogen werden kann, (otr. Entscheidung de» Ob.-Berw.«Ger. Q. Senat vom 29. Juni 1885), wenn er nämlich mehrere selbstständige Haushaltungen in den verschiedenen Bezirken führt, in benen er abwechselnd sich aufhält; f 2. daß die Errichtung einer Zweigniederlassung seines HavdesgrschästeS seiten» eine» Juden, der anderwärt» seinen Wohnsitz hat, noch nicht ausreicht, um anzunehmen, e» sei dadurch ein zweiter Wohnsitz begründet. Denn ein Filialgrschäst läßt sich begründen und betreiben, ohne daß der Inhaber am Orte desirlben einen zu seinem persönlichen Aufenthalte bestimmten HauShalt einrichtet. Ja, dieser Fall dürste der regelmäßige für die überwiegend« Mehrzahl der Fälle sein. Wo er obwaltet, ist selbstverständlich die Heranziehung de» Inhaber» de» Filialgeschäste» zu den Abgaben derjeaigeu Eynogogengemeiade, in deren Bezirke da» Geschäft belege» ist, unbäingt ausgeschlossen. Merkt«. Die Baruch - Auerbachschen Waisen- Erziehung».Anstalten habe« ihre, 56. Jahresbericht herausgegeben. Da» durch den Heimgang Kaiser Friedrich» erledigte Protektorat über di« Knabeu-Anstalt hat die Kaiserin Friedrich übernommen. Bon der wohlwollenden Theilnafgue weiter Kreis« begleitet, haben die Anstalten sich auch in dem abgelauseneu Jahre gedeihlich weiter entwickelt. In denselben wurden 50 Knaben und 2g Mädchen erzogen, von denen die erster«« größtentheil», di« letztere» fast ausschließlich den Unterricht in höheren Schulen genosien. Besondere Erwähnung verdient au» dem Erziehungsbericht die fest 1885 alljährlich eingerichtete Ferienkolonie, in welcher die meisten Zöglinge die Sonunerferien verleben. Entsprechend der Bestimmung der Anstalten al» eine» Elternhause« für Waisen wird für die entlassenen Zöglinge in reichstem Maße Sorge getragen. Die zu Gunsten der Zögling« vorhandenen Stiitunaekapitalien betragen 239,019.84 M.; unantastbares —) La» geht sch«, tat »tatet taxaufc m>» Hot i» Sommer «och - Mac SchwferigteUea, tat H isa Tempel n de» Schndümßlte» »bricht, mich die Disziplin läßt sich da »icht gnt hoodhadem 0A) Vermöge, besitzen die Anstalten 717,316.38 Mark bezw. 360,284.97 Mark. Der Jahresbericht de« Reicheuhe im'sche» Waise»« Hause» widmet dem am 3. Februar d. I. verschiedene» Mitglied« de» Kuratorium» Carl Simon Meyer an hervorragender Stell« einen warmen Nachruf. Im Rechnungsabschluß für da« Jahr 1888 figurirt die Einnahme uud ««»gab« mit 50,493.39 M.: der Bestand iu Effekten uud Hypotheken betrug am Schluß de» Rechnungsjahre» 544.850 M. Für die Beköstigung wurden inSgesammt 15,562.84 Mark auSaeqebrn. — Das Waisenhaus hat in diesem Jahre durch die Munifizeoz der Gemeindebehörden, welche 6000 Mk. dazu bewilligten, eine Turnhalle erhalten. Biele und reichliche Spenden sind den verschiedenen NrbensondS durch den Wohl« thätigkeitSsinn wohlhabender Berliner Gemeindemitglieder wie alljährlich auch in diesem Iah.« zugefloffen. Die Anstalten stehen unter der bewährten Leitung de» Waisenhau»-Direktors Dr M. JutrosinSki. 8. T. Merlin, 16. Juni. (Or.-Eorr.) II. Meine Sorte» spoadenz in Nr. 24*) ha», wie ich zu meiner Befriedigung vernommen, Schlafende aufgerütirlt, Wachende, die ihrem »vornehmen" Schweigen und absichtlichen Uebersehen Allgewalt zuzuschreiben pflegen, ein wenig in Wallung gebracht. ES vermag eben kein Schlaf, keine Bornehmthuerei, keine Diplomatie die Thatsache» zu verbergm, die ich angeführt: den winzigen Besuch der von der Hauptgemeinde eingerichteten neuen Religionsschule — ungeachtet der Unter richtSbedürstiglest mehret Tausend jüdischer Kinder; die Erfolge der Hyperorthodoxie, die ich übrigen« noch nicht vollständig aufgezählt: ihr Radbinerseminar, ihre Presse, ihr Einfluß auf sogenannte Liberale und deren Frauen und Kinder und dergl. mehr, bedeutet doch auch etwa»; di« Fruchllostgkeit häufigen Predigen» und ähnlicher Beranstaltungen, gegenüber der Hyperorthodoxie. Am meisten soll die Erwähnung ihrer Religionsschule mst acht Doppelklaffen und deren Besuch auch seiten» vieler Kinder librraler Eltern zahlreiche Kreise aufgeregt habe». Weiß man doch» wa» eine solche Schule nicht blo« für die Gegenwart bedeutet: »Wer die Schule hat, der hat die Zukunft." Die trostlosen Zustände in Schul«, Synagoge und Hau», wie ich sie darlegen werde, will der jüdische Borstand ebenso gern beseitigen, wie die 75 er Kommission und deren Anhang. Aus beiden Seite« ist, wenigsten» nach meiuer Ansicht, viel guter Wille bei viel Jrrthu« vorhanden, da» muß zur Steuer der Wahrheit hervorgehoben werden; die Angriffe hinüber und herütwr erscheinen mir sonach nicht Sanz gerechtfertigt. Wohl mögen manche Mitgliüwr der!ommissiou nach einem Amt oder Aemtchen streben: aber „manche" sind doch nicht alle; — und ist e« denn im Grund« so schimpflich, wenn Jemand dem Gemeindewohl öffentlich dienen will? (Wenn er e» offen und ehrlich, reiu sachlich meint, und zu den N21VX2 "TOX "21X2 opoV gehört, allerdings nicht; aber weun es bekannte „Streber" sind, solch«; die sonst zu den Führern der extremen Reform gehören, oder im geheimen Dienst« der treunungtsüchtigr» Orthodoxie stehen, — di« Namen solcher kehren immer «nd immer wieder, jetzt sogar auch in dem sogenanute» „Eeutralverein zur Vorbereitung der Repräsentautenwahlen", der ja nicht» andere« al» der Extract der 75«: Kommission fft — dann kann man da« doch nicht „ehrliche Ueberzeugung" nennen »nd da» von gewiffer Seite auftauchende Mißtraue» fft wohl berechtigt; darum haben wir den Sorrespondenzen, die zur Borsicht mahnten, und a»f da« heuchlerisch« Treiben aufmerksam machte», auch Aufnahme gewährt. Der Heuchelei die Larve vom Antlitz zu reißen, ist Pflicht einer ehrlichen, manneSmuthlgen Presse: DTOm DM ÜDTB2 mCO. Wir gestehen aber gern zu, daß viele von reiner, ehrlicher Absicht geleitet werdeu.) Möchte doch auch hier die Ethik unserer Alte» immer beachtet werdea, wonach jeder Mensch von der •) «tagaag* icntr ikorrespoud«, auch t» .rein (nicht «in«) sachliche Bnawfimgnr heißen. X.

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