Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 25.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Ixfoatea der Schnle mit einer Erleichtern»« der Schüler zu vereinig«. West, Beachtung «der fanden ««her die Bezieh»«^« dieser Frage z« de» Unterricht in der Religion «ad der hebräischen Spruche. Wie ge-altra fich hier die Rücksichten, die selbstverständlich anf die körperlich« Gesnndheit der Sinder £ nehmen find? Man könnte sagen, daß die 3—5 Standen der Woche doch nicht« ausmach« »brr einmal beklag« sich in Wirklichkeit «e jüdischen Schüler «nd Schülerinnen nicht nnr, soade« sogar der« Eltern sehr oft, daß zum Schab« der Gesaudh« die ohmhtn so karg bemeffme freie Zeit noch mehr eingeschränkt werde. Nnn find zwar, die also jamme«, zumeist selber schuld, daß ihr« Sind«« keine Stande bleibt, fich zn tummeln in Wald und Feld; den» gerade viele jüdische Elte« huldigen der Mode, Saab« und Mädchen oft ohne Spnr musikalisch« Anfsassung«vermögru«, »damit fie fich in Gesellschaft einführm*, Klavier klimpern »nd Geige kratz« zu taff«; jedoch «e Sache kann auch ander« lieg« und t§ kau» wirklich tu 4—5 Stunden durch Unvernunft alle« wieder verdorben »erd«, wa« für da« körperliche Gedeih« de« Kinde» durch vernüuftige Rücksichtnahme die Woche hindurch erreicht worden war. wann zunächst soll der Uuterricht in der hebräisch« Sprach« beginn«? Gar viele Elte« und Lehrer glaub« ja, eingedenk der Worte „wäiddarto dom oto." nicht früh genug den Klein« «e elementar« G«udlageu der späteren Beschäftigung mit der Religioussprach« eüiprägen zu können, wenn die Kinder mit Abschluß ihre» 5. Leben«, jahre« etwa eine halb« Stunde täglich, ohne gleichzeitig die Schule zu besuchen, so sich mit den hübsch« Figur« de« 2'K beschäftig«, so läßt sich dagegen von hygienische» Standpunkte nicht gerade viel etuwrud«. wenn aber zu gleicher Zeit der Unte«tcht in der Elementarschule beginnt, so ist da« eia Zuviel für da« kindlich: Geht«, wodurch man deffm erst im 7. Lebensjahr abschließend« Entwicklung schwer schädigt. Und da ich nun dir Erfahrung gemacht habe, daß unter dm 9 jährig« Schüle« diejenigen, welche 1'/, Jahre da« Hebräische übt«, doch rdmsoweit gekommm find, wie diejenigm, welch« vor S Jahr« damit augefangm hatten, so halt« ich an« pädagogisch« »nd hygienisch« Rücksichten e« für empfehlm«wer1h, den hebräisch« Leseunterricht erst ein Jahr »ach der Aufnahme in die Elementarschule beginn« zu Uff«.*) E« wird weiterhin allgemein zugrgebm, daß da« geringste Maß der für d« hebräische» Unterricht uothweudigm Zeit mit 3—4 Stund« erreicht ist.**) Dennoch würde e« rin« Verstoß gegen die Gesundheitspflege bedeut«, so sehr die« im Interesse der Sache selbst wüuschm«w«rth scheint, die Stuudmzahl etwa anf 6—8 zu erhöh« E« ist nicht gletchgtlttg, ob zu d« 5—6 anftrrogrndm Tagesstunden noch eine «ft ganz neue» Eiudrück«, unter ander« Lehre« hinznkommt; zudem »ürd« die älter« Schüler besonder« der höher« Lchranstalte» mtweder in der Aafertignug ihrer häuslich« »nsgab« »der in der gerade ihn« so »othwmdigm Erholung wesentlich geschüoigt werd« — Die gleiche Aufmerksamkeit, wie die Stuudmzahl, erfordert die Wahl der Zeit de« hebräisch« Unterrichte«. Die Rothwmdigkeit, dt« Schüler vieler Anstalt« zu gleicher Zeit zu versammeln, «acht «eist da« unmöglich, wa« am natürlich st« »nd zweckmäßig ft« wäre, di« dnrch dm anderwetligm Religion«- unterricht für die jüdisch« Kinder frei» Stund» zu benutzen, während als» da« Bestreb« vieler Schul» in letzter Zeft bäht» ging, d« althergebrachten 2 frei« Nachmittag« ein« dritt« htaznzufügen, fleht sich di« jüdische «eltgtousschnle *) Aach nfem »Schalmdnnna^ wird lei» Kind in Me hiesige Aetigwosschnle enfgenvmmen, da« Mcht sch«, Oetäufig »entsch »nd lawtnNch leien ak scher id.a mn». (Im.) •^3» UB »»er» KlaGe, genö^ diese Zahl, sedald «Set pm hedr. Lese» nn» d«. Schchichwunterrkhe «nchda, Uede.se»» der «edete and »es GeMMmch, flecke sypematchhw Retigteasamerckcht HyMnlflL &mi M m G AimIm BlAntfiA aML Ml) »»»«tl« in die «othwmbt^rit versetzt, dieselbm vielmehr anf eine» kürz« zu müssen. Dflsrr Rothwmdigkeit an« de« Wege zu geh«, muß da« Ziel der organisatorisch« Thätigkett de« Lehrer« sein. Bor und nach dem Sonntag Morg« Hab« die Kinder Gelegenheit fich zu erhol«; de« Uuterricht au frei« Nachmittagen aber geht der Uuterricht deffelb« Morgen« vorher und folg« vermehrte häusliche Anfgab«. Selbst in einer mehrÜasfigea Religiousschnle wird e« einer doppelt« Lehrkraft möglich sein, wmn im Sommer etwa von 7—12, im Winter vou 8—1 Uhr mit kurz« Paus« unterrichtet wird, jeder ven 3 Klaff« etwa 3—4 Stund« zukomm« zu laffen. Sehr leicht wir» fich dann noch eine »der die ander« Stunde von 11—12 Uhr find« lass«*); so ist denn auch den israelitisch« Kindern die wohlthat der frei« Nachmittage nicht verkümmert. Die Elte« aber ihrerseit« Hab« dann dafür zu sorg«, daß diese Stund« nun auch mit der gleichen Regelmäßigkeit, wie Gymnasium und Töchterschule, besucht werden; d«u ntcht« schadet der geistig« Entwickelung mehr, al« lückenhafte«, unfertige« wiff«, wie e« anßer anderem die unvermeidliche Folge eine« ungeregelt« Besuche« ist. wärm als» Maß und Zeit de« Religionsunterrichte« In einer mit der Gesundheitspflege vereiubareu weise bestimmt, so find Z t e l und M i t t r l deffelb« nach dieser Seite hin zu prüf«, welch« Methodik die für die geistige Ge» snudheit ersprießlichste sei, da« in einer nicht rein pädagogisch« Zeitschrift z« erörtern kann nicht meine Absicht sein; nur einige Puntte, di« auch dm Elte« zu denk« und zu handeln geben, mvgm he«orgehob« sein. — Das edelste und schonungsbedürftigste« Sinnesorgan, da« A« ge, wie freventlich «irv es oft im hebrSischm Unterricht behandelt! Bei einer Schrift von 8 □mm soll da« kindliche Auge schnell unterscheiden, ob der rechte untere Strich ein Anhängsel hat oder nicht, 2 u. 2. ob lang 7 oder ** zu lesen sei. Alle Herausgeber und Verleger von Gebetbücher», Lese- und Schreibst»«!», mög« sorg«, daß die Schrift, die durch ihre viel« Nein« Zeichen da» Auge ohnehiu schon aostreugt, durch großen, ftltm D«ck überall recht deuüich gemacht »erde; kein Boter sollte sein«« Kinde ein hebräische« Lnch in di« Hand ged«, deffm lleine Schrift unvermeidlich die Augen schädigt.**) Da «un da« Sehm in die Nähe Müskelwirftmg i« Auge erfordert, so find auch aus diesem Grund« die Wandtafel« mit d« groß« verschiebbar« Lette« der ganzen Klaff« sichtbar, für dm Anfangsunterricht sehr empfehleuswerth. — Herrscheu epidemische Kinderkrankheit«, so muß gerade in der bunt znsawmengewürftlt« jüdischen Religionsabtheilung aufs strmgste darüber gewacht »erd«, daß Geschwister, unter dmen »ine« krank, der Schule fe« bleib«; gar zu ge« send« die Elte«, wenn von ihr« viel« Kinde« eine« eine ansteckende Krankheit hat, dt« ander« nun doch znr ReligiouSstuude, wo di« gesetzlich« Kontrolle fehlt, in de« GUnden, diese, so lange fie gesuud, könnt« doch die Krankheit «übt Übertrag«: dt« Erfah««g der Aerzte hat gelehrt, daß diese Auficht irrig ist. Und nun zum Schluß ein Wort au die verwaltnugeu der Gemeind« und Religionsschule». Staat und Kommun« wetteife« in Deutschland, groß« lustige Volksschul« zu erricht«; aber in d» hebräisch« Unterrichtsstunde« sitzen nur gar z« »st »och die Kinder in «gm dumpf« Stab« zasammmgepreßt. Kein« Ausgabe eines verbände« trägt sich — taeul in atttrtea •) Diese Stunde von 11-12 lsßr . Stätte» — barchen» nicht finden, da die Kinder dis 12. j, HE 1 Uhr an de» bäheren Schal.» Unterricht Heden- Die «eli^oaaschnle. Me die sä». Schäl« ans »»schiebene» Anstalten in »ehre«» Klasse» z» vereine» hat, »nd die alle» Schäler» gleichzeitig freie ZeU benähe» nn» kn mf Me Mittwochan» Lonnadend-Unchwitleg, barchen» nicht verachte», wie jeder Eechtaabizi einfieh». (*«»•) **) »» schlimmste» tfi in dieser Sewehnng die »ene enf ar»»»« “ - ■ - - (M'i lätek ItfKt Wärter» ra j» gmnstw «LI Me •«»!« Bede jfe el» er» W,«nn»» qr re aeem wqm »epier nn» asm eng mdmckte Mainzer SS« (HOÜrm U kn uvische» fit ßfssrJisF *l*r“*“