Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 24.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5369809-5935066-5956589--7159-5373206- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
dringend zu Wünsche«, daß diese Art. sich ,it scknem^gut« ivetruutni^ a,«zo bieten, kein« Nachahmung finde." Auch wir müssen na Jntrrrffe unserer Würde »Laschen, daß »ir nicht bald so weit kommen, unsere Fähigkeiten und unser Bekenntuiß Ssfmtlich anlbhtm und zu Markte trage» zu müssen!*) Wa» aber vollend» da» Ansehen de» Rabbinerstand«» untergräbt und eia erfolgreiche» Wirken seiner Mitglieder »»»-glich «acht, da» ist da» Damokle»schwert der Kündigung. Wie kann von einer gedeihlichen Wirksamkeit eine» Rabbiner» die Red« sein, wenn er weiß, daß sobald so und so viel Stimmen in der Gemeinde au» irgend einem unwesentlich« Grund« sich gegen ihn erheben, nicht langer seine» Bleiben» in der Gemeinde ist? Wie soll, selbst der begeistertste Seelsorger seine ganze Kraft und all' sein Können für sei» Amt rinsetz«, wenn er eine Kündigung befürcht« muß, die da erfolg« kann, wmn er nach einer Reih« von Jahr« nicht wehr im Stande ist, seine» Amte» wie ehedem zu walten? Wie ganz ander» kann der Rabbiner dort wirken, wo er weiß, daß ihn die Gemeind« al» Fleisch von ihrem Fleische betrachtet! Dort wird er gewiß Bater, Fr«nd und Bruder eine» jeben Einzeln« in der Gemeind« sein »oll«! Dort wird ihm Nicht» heiliger sein, al» seine Pflicht, die in der Gemeinde besteh«dm Institution« zu hüten und zu pfleg« und da» Ansehen der Gemeind« nach allen Selten HI» zu heb«! Allein glaubt man durch da» ewige Provisorium im Besitze einer Handhab« gegen solche Rabbiner zu sein, die sich al» Unfähige, al» Zeloten re. «tpuppt — in welchen Fäll« »ir der Gemeinde vollkommen Recht geben, wenn sie sich eine» solch« Rabbiner» zu entledig« sucht — so müssen wir daraus Hinweis«, daß ja 2—3 Probejahre vollkommen au»> reich«, um den Charakter oder die Befähigung de» Rabbiner» kenn« zu lemm. Ja einem mehrjährig« Zeitrauni treten unstreitig Vorzüge und Schwächen de» Rabbiner» so weit hervor, da» die Gemeinde hinreichend über seine Beschaffenheit «nterrichtet sein kann. — Wa» die beiden >ulrtztg«anntm Punkte betrifft, kann un» Niemand helfm al» — wir selbst. Wir «üff« dahin streb«, daß die Gemeind« ohne Zag« »ach einem Zeitraum von 2—3 Jahr« un» da» Drsinirivum einhändig«; mästen eia ewige» Provisorium einhellig znrückweiseu. — Zu» Schlüsse müssen wir noch frag«, warum dmn Aerzte und Recht-anwälte chre Aerztebeziehung-weise ihr« Aowalt-kammrru Hab«, während die Rabbiner eine» solch« Institute» bislang noch entbehre»? Wäre e» dmn so schwierig, da wir doch einmal den Rabbinerverband haben, auch ei« Forum unter irgend einem Namen in'» Leben ") vir eriemeru «n» bei dieser Gelegmdett der «itzigen An»- legimg. »ir »ra unserem hochverehrte» vielster. f. der feint» Unwille» < über die Sri und v«ts», wir jetzt die Rabbiner angepellt «erde», idrhert», folge» de» Schrtstversen gegeben war de: Dreimal» de»rerktr er, heißt «» in der öchrtst yöIPJl und zwar: SDOTI mm 121 TWK *72 (2 «. ferner fi W. 98,36) «mpn TM 1X122 17p 20V31 "blich (Esther 1^0) cunv 5VV7I 77V.1 — Dies» sagte er, brate» dir verschied«»« viobt an, wie die »tewetnde» ihre Rabbiner wähle». Gemeind«, dl« nicht »ach de« Seaßer» »«heile», «ehr «ns ei»r» ante» Eharatter al» »ns eine sch»»« Pmdtgt geben, di« fache» ,n erfahren, i» welchem Geist» »er »u wählende tztabbtner sei» Amt verwalt«; ihr Grundsatz ist: 12119K *92 71‘j v'\ ben, der im Ertst« Gotte» wirkt, wolle» wi» wähle», dem woäe» wir gehorche»! venia« skrnpuläs« Gemet»»«» sag«: 2VV31 •pn TM «22 17p erst «Lffe» wir ihn io etier «astpredi,t hdre», wer am schiaste, spricht, de» wähle» wir! «och «»der« Aemeinde» halbtae» die tzdchch»: SINK SCflWl erst müsse» die Bete»»er andrrer Umrsesstoma de» AabdMer lobe», »an» gllt er euch in der »e«rt»d« l — Slä PeadaM »» obiger Empsehstmg der Rrchtgläubigkett sei hier «mrsäbrt, »aß t» «im» jtd^anhotoren Blatte vor estriger Z-tt gelGNNltch »er vecant gewoednien tziabat»« stelle in «»« z» lese» mar, »aß man daseldst «rr rtur» »rthodore» »abbiner -»stell» Mc, wer» um» Hab» wole, »aß oethchige Israeltre» diesen Badeort Daä ist doch »emltch ttrtn zu lassen, dem die Mitglieder de» BereineßIsich freiwillig unterstelle» würd«? Wie einst auf die Frage: Warum die Würde der Früher« so groß gewesen, während die der Späte« so tief gesunken war? geantwortet wurde: VTOtt DOS WK .Sie die Altvordem, Hab« für ihre Ehre Alle» eingesetzt", so müsirn auch wir sagen: di» Stellung der Rabbiner kann nur dann wieder eine gesicherte und würdigere werd«, wmn wir selbst eintreten werd« für die Ehre unsere» Berufe«. Derselbe soll nicht eine Hierarchie, eine synagogale Despotie werd«, sondern soll Lehr- und Wehr stand sein, mit Liebe zu lehren und mit ManneSmuth zu wehren den zersetzenden Bestrebung« unserer Zeit! Gerichte tut* Gorrefpanbrnzeu. Deutschland. 8. T. Ztzerkl«, 9. Juni. (Or.-Corr.) Gestatten Sie mir, sehr verehrter Herr Redacteur, zu dm drei Eorrespondrnzeu au» Berlin in Nr. 23 S. 179 einige reine sachliche Bemerkungen; ich glaub« zu dieser Bitte um so berechtigter zu sein» da ich in die hiesig« jüdisch« Zustände etwa» tiefer geblickt, al» mancher Andere. — Ad 1. Daß die Gemeinde B'ae B'rith nach der Berufung de» Dr. Krön er gedeihen und wachsen würde, war All« zweifello«, welche die vielseitige Befähigung und die lautere Gesinnung desielben kannten. Alt und Jung verehrt diesen Mann; seine Borträge im Gotte-Hause werden sehr gern gehört; die Zögling« hängen mit einer rührend« Liebe an ihm; wie ich dieser Tage vernomm«, haben sich schon jetzt Zöglinge zur Aufnahme i« September resp. Ocurber angemrldet, um später bei etwaiger Ueberfüllung der Klassm nicht zurückgewiesen zu werd«. Ab 2. Wenn dagegen die von der Hauptgemeinde eingerichtete neue Religionsschule sehr schwach besucht «ied, so ist wohl am wmigstm Dr. Apo l a n t dafür verantwortlich; die Sache hat in der That, wie der Correspondent richtig angegeben, einen ganz and««, viel trauriger» Grund. Ad 8. Dies« Grund, wie so manche Mißitände, wird die Anstellung einer größer« Zahl Rabbiner, die eben nur Rabbiner sind, nicht blo» nicht beseitigen, sondern noch festigen. Wie in Ihrer geschützten Wochenschrift vor Kurzem sehr wahr bemerkl wurde, sollte hier viel weniger, aber desto besser gepredigt werde». Doch auch die» würde unsere Mißstände nicht bannen. Wa» haben der Hauptgemeinde alle Predigten bisher der Hyperorthodoxie gegenüber genützt? Ungeachtet der Predigten hat die Hyperorthodoxie eine große Gemeinde gebildet, Koq»oration«rechte erlangt, eine Religion»schule mit acht Doppelklassm geschaffen, die sogar von viel« Kinde« .freisinniger" Elte« — welche sie au» d« Religionsschulen der Hauptgemeinde wieder ortgmommm — besucht wird! Giebt da» nicht zu denken. — Al» ich vor Jahr« hier eia«, Grmeindrvertreter diese» Ueberhandnehmen der Hhperorthodoxie vorautsagte, wie wurde ich da verlacht! Und wmn ich heute behaupte, daß von viele,« »freisinnig«" Seit« inclus. Vorstand und 7v er Kommission, freilich ohne daß sie e» wollm, der Hyperorthodoxie Vorschub geleistet wird, daß diese sich am allerwenigsten »wegpredigmläßt, so werde ich wieder verlacht werd«. Btelleicht auch nicht; vielleicht lernt «an etwa» au» der Vergangenheit. — Nein, weder häufigere Predigten, noch Jugmdgotträdienst, noch Confirmandm-kiasegaung und bergt, können die wahrhaft kläglich« Zustände bester»; hier thut etwa» ganz Andere» noch. Soviel für h«te, w«» Sie erlauben» komm« ich auf dm hochwichtig« Gegenstand zurück. (Wir bitten sehr darum. Red.) cfliMil, 3. Juni. Ja der »Ztttauer Morgen-Zeitung" vom 21. Oaober ». I. befand sich unter der Rubrik »Mittheilnng« an» de« Publikum" et» Artikel, welcher auf die Verhaftung Gesfi«'» Bezug nahm und in sehr heftig« Lu«, drücken gegen die sogenannt« Laitrllparteien ankäwpftr.