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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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außerdem vor Beendigung der Lehrzeit aus der Pflegschaft auSgeschiedeu, 25 sind neu ausgenommen. 11 von den Pfleglingen erlernen die Buchbinderei» 6 werden Tapezierer, 5 Schriftsetzer, 9 ergreifen ein« der Bekleidungsgewerbe, fe 3 werden Uhrmacher, Mechanker, Gürtler, Drechsler oder Goldarbeiter, je zwei werde» Bildhauer, Bäcker bezw. Eonditor, Glaser. Gelbgießer, lklcmpner, Lederarbeiter, Metalldreher, Schlofler oder Tischler, außerdem finden wir einen Maler, einen Maschinentechuiker, einen Zahntechniker, einen Eiseleur, einen Barbier, einen Buchdrucker, einen Färber, einen Müller, einen Steindrucker, einen Lunstgießer, einen Steinmetz, einen Töpfer und einen Zinkograph. Verausgabt würben für dir Pfleglinge iusgesämmt 7172 Mk. Vereinnahmt wurden u. A. an Zinsen 3297 Mk., an Beiträgen 4296 Mk-, an Geschenken 11 030 Mk. Berlin, den 2. Juni (Or.-Eor.) Die Gemeinde 12 n"“0 ist bereit« auf tausrno angewachsen und nimmt ncch immer zu. Die Zahl der Zöglinge ihrer Religionsschule hat sich seit dem Amtsantritt ihn« Rabbiners und Religionsschuldirigrnten Dr. PH. ftion e r nahezu verdoppelt; die erste Klasse — mit zwei Abtheilungcn — zählt allein gegen sechzig Zöglinge; die zu Ostern abgehaltene Schul- («rüfung, dir, wir allgemein anerkannt wurde, jede .Scbantellnog" fernhielt und freudig, offen und ehrlich den Stand der Anstalt dazuletzen versuchte, gewährte einen wohlthueotea Einblick in die Mrffamkett derselben. — Dagegen nimmt die von der Hauptgemeiade eingerichtete RrligionSschule unter dem Dinctorut des Dr.Apolant nicht so an WachSthum zu, wie man bei dem Agttatiov«- rufe: «Mehr Religionsschulen!" erwarten sollte; H sch,int doch, als ob das Borhaudenfein von mehreren Tausend Sckülern, di« keine Religionsschule besuchen, einen ganz andern, viel traurigern Grund habe, als dm Mangel au RrltgiouSschalm. — Wegen Uebernahme einrr der vakanten hiefigen Rabbinerstellm war der Borstand auch mit dem Stadt- und BrzirkSrabbiner Harn Dr. Schwarz in Karlsruhe iu Unterhandlungen getretm, doch haben sich diese—wegen gewisser nicht rrfüllbawr Bedingung« — zerschlagen; es wurde in gestriger Sitzung Herr Rabbiner Dr. Bo gelstein iu Stettin gewählt; doch soll außerdem noch ei» Rabbiner gewählt werden. In» Htzer-Kchtesis». Ende Mai. (Or.-Eorr.) Di« sett länger als 6 Monat« beschlagnahmt gewesme Broschüre »Saul und Jonathan" (im Berlage von G. F o ck in Leipzig) ist endlich vor einig« Tag« dem öffentlich« Beikehr freigrged« worden. So ist dmn, wie so viele andere in den jüngsten Monat«, auch dies« EonfiScation in« Waffer gefall«. Da auf d« Antrag ta» Oppelner Staatsanwalt« (früher in Liffa) dir Oeffmtlichkeit des Verfahr«« am Oppelner Gaichtshoft auSgeschloffrn war, s, wird e« interessir«, einiges zu hören, was der Angeklagte zu feiner Bertheidigung angeführt hat. Er sagt« unter Andere«, bei ruhigerer Gemüthstimmung hätte er dem inkriminirten Satze (siehe ,J»ra«lttisch« Wochenschrift" Mr. 17 S. 180) «ine andere Fassung gegeben, die gewiß ganz unbeanstandet geblieben wäre; aber wenn er an Prof. Trritschke dachte, seiner erwähnte, hatte er di« ruhige Fassung verlor«. Ihm «rschim Treuschke gefährlicher und verderblich« noch, als selbst Stöcker, dmn wer die Jugevd hinter sich hat, sagt Prstalozzi, der hat di« Zukunft. Zu sein«, de« Augeklagt«, Swdi«zett, vor mehr al« 80 Jahren, kannte man an der Berliner Universität solche Gehässigkeit« nicht, selbst in dm von dem strevg orthodox« Obrr-Hofprediger und ordmtlich« Prof, der Theologie Gerh. Strauß gelerteten homiletischen Hebung« war e« d« jüdisch« Theolog«, war r« chm, dem Angeklagten, gestauet, sich thätig zu bethrilig«. Wer hat da« giftige Saatkorn iu dir Herz« der studirenden Jugend in Berlin gestreut? Ganz vorzüglich der iutelligmte Bat« de« Antisemitismus, d« dies« auch in dem Aufsatz .Zwei Kaiser' wieder in Fluß gebracht hat,Herr Prof. Treitschke. .Auch Sie, meine Herren Nicht«. Hab« Söhne an d« Universität, müssen Sie unt« solchen Umständm nicht in schwer« Be» sorgniß und Bangigkeit um d'rselben sein? Hi« ist d« Israelit Blum, dort d« Antisemit Oehlke im brudennörderischen Zweikampfe gefallen.' .Wie könne er, fuhr der Angcklogte fort, wohl auch nur im Entfemtestm an eine Beleidigung Sr. Majestät gedacht Hab«, wie hätte « eda wohl gewagt, die Reden au die vi« höchsten fürstlich« Person« (weiblichen Geschlecht»), dnmr in d« Reden Erwähnung geschieht, einzuschick«, wenn er nicht ein reine« Gewiss« gehabt hätte?! Dazu habe « noch von dm angedeutet« fürstlichen P«sonen Danksagung« «halten, der« eine hier folg« mag: .Ea« Wohlgebor« habe ich die Ehre i« Allerhöchsten Aufträge den best« Dank für die Vorlage d« zwei Red« zum Gedächtnisse Ihrer Majestät« der beid« hochseligm Kaiser zu übermitteln. Allerhöchstdiesrlb« sind durch dies« Beweis freundlich« Aufmerksamkeit sehr erfreut ward«. Mtt vorzüglich« Hochachtung 17. 17." Trritsckke's keineswegs schmeichelhafte Kritik bezüglich de« unvrrgrßlichm, aODncbrtm, hochseligm Kaiser Friedrich« datirt vom 18. Juni 1888; möge zum 18. Juni 1889 die Lectüre der pietätvoll« Red« .Soul und Jonathan" dm Lesern Ihre« geschätzten Blatte« besten« empfohlm sein. —g. An» der Hkofm. (Or.-Lorr.) Die Frage betreff« der Commuualsteuabefreiung jüdisch« Gemeindebeamten harrt noch iunn« ihr« Lösung. E« kan« daher für tat jüdisch« Beamtenthum nur von Nutz« sein, wmn alle« Vorhand«« Material zur Lösung jm« Frage gesammelt wird. Air Klärung d« Sache wird folgend« Regierung«- bescheid gewiß viel beitragen. Namentlich fft d« lchtere Therl desselben von immenser Bedeutung, da « möglich«- weise d« Sach« von größtem Nutz« sein könnte, denn «• kann nicht behauptet werb«, daß die dort beregte Ober« tribnnalsmtscheidung vom 17. Sept. 1887 nur in de« in diese« Bescheide augegeb«« Sinne aufzufaff« fft. D« Bescheid selbst lautet: Bromberg, de« 21. Septemb« 1887. . . . Nachdem in de« Bescheide hervorgchobm fft, daß es nicht Sache de» Vorstand«« sei. d« Beschwerdeweg gegen die Eommuualsteuervrravlagung zu beschretten, sondern der iu Betracht kommend« Lmsit« selbst, wird de« Wetter« ousgeführt: Ist di« Bffchwerdeschrift »nn schon iu formeller Beziehung unbegründet, so erscheint dieselbe aber auch au« materiell« Gründen nicht gerechtfertigt. Denn «S strh» weder der Rabbiner, noch der Kontor, noch die beid« Lehrer der jüdisch« Religionsschul« im unmittelbar« StaatSdimste, <• ist darnach auch da« Verlang« de« Bolstandes, .sie tu Bezug auf die Kommunalbestrneruug als un- .mittelbare Staatsbeamte zu behaudck»," durchaus nngerlchi fertigt. Di« genannten Eenstt« gehör« nicht einmal z» de» mittelbaren Stoatebeamt«, da sie von der vollziehmden Gewalt i« Staate als ein Organ zur Ausführung eine« der numttt.lbar« Zwecke de« Staat« überhaupt nicht bestellt Word« find. (Oft. Gruchot, Beiträge zur Erläntemug de« Preußisch« Rechts, »and XU, Sette 114 — | 62 Gesetz vom 23. Juli 1847 G. S. S. 263, Rffcript vom 11. Januar 1848. M. Bl. f. d. i. B. pro 1848 Sette 41, Reskript vom 13. November 1860. M. Bl. f. d. i. B. pro 1861 Sette 17 und Grotesmd, dir Grundsätze de« LommunalbrsteuerongDeoesm« S. 70.) Die Verordnung vom 1. Jun> 1833 — über das Judmwff« im Großherzogthum Posen (G. S. S. 66), sowie da» Gesetz vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Judm (G. S. S. 263) was« dm Shnagogengrmeiuv« allerdings eine von dm geduldet« Rrlrgim«- - . vj "-i / ' .:*• 'iA

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