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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Kapitalien fit fern bereit» bei Lebzeiten errichtete» Bath b*midrM0.a, aus das er in sei«» Testa»« »tr de» 8er» 'S2V rpOTl Ht a»wo»dte, hiuterlassm Hab«, doch »ar da» keivesuiegs der Fall. Vielmehr hau« sich sei» Bermögm (er war Banquier gewesen) durch Lerluste fedr vermindert und auch der Umstand, daß da» Testament sich noch i» eigene» Gewahrsam befand, trug dazu bei, dasselbe zu schmälern, denn er veranlatztr die Erbe» zu eene« Prozesse, welcher im Jahr« 1791 durch einen Vergleich erledigt worden ist. Die Folge war, daß die daselbst amtirenden Klau»ner viele Jahre kaum eine« zum Lebensunterhalt ausreichenden Gehalt bezogen und dennoch waren dre Steven immer vou würdigen, größteatheil» tüchtigen Männer-, besetzt. Für den beabsichtigten Neubau war der Verwaltung von der Behörde gestattet worden Ml 80,000 Kapital anzuleihen, auch wmden dem Institute nach vollzogenem Umbau von einem täglich« Besucher Mk. 18000 nad von einem Be, wandten de» Stifters zur Einrichtung der Synagoge Ml. 6000 geschenkt. Säwrrtliche hiesige Klauerobbiner. mehrere Prioatgelehrte, sowie Vorsteher und Besucher der Anstalt waren geladen, und nahm die Feur einen sehr schönen Verlauf. Eiae Fest» «ahlzrit beschloß dieselbe. — i — A n 19. d. M. fand auch in der Aula der Israelitischen Töchterschule der Deutsch-Israelitischen Gemeind« ein Fest zu Ehren einer der Oberlehrerianen, welch« seit 2V Jahren an der Schule g«wi>kt Hot stati. Der Vorstand der Schule, sowie die Eollrgrn und Eollegiunen der Jubilarin hauen olle« Möglich« oufgeboten, der Frstlichkeit, zu der etwa 160 Personen geladen waren, »ine höhere We>he zu geben. — Reden, sowie Lieder and Festgedichte von den Zöglingen »orgetragrv. wechselten mit einander ab und war der Saal auf« reichste geschmückt. Gleichzeitig erfolgte die Uederreichung der Ehrengeschenke. Abends fand rire eigen» für diese Gkleginh-^t von der eisten Oberlehrer« verfaßte Theateravfführuog im enger» Kreise statt und ein Festmahl, bei dem e» an schönen Reden und Toaste« nicht fehlte, vereinigte die Theilmhmrr noch bi» zwei Uhr nach Mitternacht. —g— Auawrazsa», 22. Mai. (Or..Eorr.) Die Verwaltung der hiesigen Lynagogeugemeinde ist jetzt an die Lösung einer Aufgabe getreten, die auch für wettere Kreise von kullur-istor,scher Bedeutung ist. E» soll nämlich der seit drei Jahren geschlossene Friedhof, der ein hohe« Alter aufzuweislri hat, und der von vornherein jeder planmäßigen Anlage enibehrtr, auf» Reue planirt worden. Die vielfach versunkenen Leichensteiae. die zumeist au» rohem, unbehauenem Material testeheir, sollen gehoben und die mtt Moos bewachsenen Zuschrift« gereinigt und da, wo sie durch die Wetter der Zett verwischt worden sind, aufgefrischt, resp. erneuert weiden. Der Vorstand erläßt zur Zett an alle diejenigen im Inland« wie AuSlande einen Aufruf, welche irgend rin Band an düse geweihte Friedensftätle knüpft, daß sie olle ch» bei der Lösung der gewiß nicht leichten Aufgabe »nterstützäl. Die hiesige Gemeinde, bereu Geschichte viele Jahrhund.'rte zurückdatirt, war stets der S'tz großer tolmudrscher Gelehrsamkett und lebten in ihr zat lrerq« Koiyphäen jüdischer Religionswissenschaft. Davon zeugt so mancher Giabhügel auf jenem Gottesacker und unter so manchem verwitterten Denksteine ruhen die sterblichen Reste von .G-ößm in Israel-. Es wäre zu wünschen, daß der Vorstand tu feinem gen,einuützigeu Strebe» die ausgedehnteste Unterstützung finde. — Reben diesem Friedhofe befindet sich in hiesiger Stadt ein noch älteres der vor diesem im Gebrauch« war. Derselbe Hot jedoch keinerlei Denksteine aufzuweisrn und nur au der östlichen Mauer, welche zugleich einen Thetl der uratte» Stadtmauer bildet, finden w«r hebräische Namen ein,graben. E» ist gar nicht ausgeschlossen, daß man beim Bau der genannten Mauer die voihandeuen Grabsteine verweudet Hot. Auch dieser uralte Friedhof ist neuerdiug» «,ng>sriedi,t word,n und sott de,selb« demnächst eiae» Deick« siel» erhalte», »er vo» feiner dereinstigea ernste» vesUmumog Kunde gilbt. — Hülflchtlich de» J»ae»dgotte«diruste» ist neuerdiug» die Eiurichtuug in hiesiger Gemeinde getroffen worden, dasp derselbe mtt dem allgemeine» Minchah-Gottesdieaste verbuude» wurde. Diese Einrichtuug bewährt sich vorzüglich »ad die jugendlichen Beter fühle» sich »ehr eins mtt de« erwach»««» Thelle der Gemetade, der gern auf die ch« sonst zustehmdm Ehrenrechte zu Gunst» der Jug»d verzichtet. Oesteerei ch-Nugup». ZU» Mugur», 22. Mai. (Or.-Corr.) Obschoa die Religionsfrrihett und Eivileh« Errungenschaften eine» frei« Staate» stad, auf welche wir hier noch werd» warten müssen^ trotzdem man sich in dm leitenden Kreff» unsere« Staate» dessen wohl bewußt ,st. daß di« Freiheit de» Gerste» »ad- Gewiffm» die Bedingung polttischer Freihett.ist; dmnoch hat die liberale Partei die Errichtung eine« speciell katholisch» Etaats-Erziehuugs-Jastrtut» für Jünglinge (da» Rudolsta»«> nicht zugrbm wollm und dem Eultus-Minister, Graf» Estky die Cooeession abgerungm, bei Wahrung de» katholisch» Ehoraktrr» der Anstalt» dies« allen Eonfessioue» zugänglich zn machen. Anzuerkmam isl -», daß der neue EultuS-Minister im Wesentlich» da» liberale Programm seior» Amtsvorgänger« Träfort sich zum Borbilde »ah« »ad im Parlammt betonte: Er wolle kein katholischer, soade» eia Unterrichts- und Eultus-Minister der Ungar» aller Eonfesfioom stin bei voller Achtung für die Ueberzeuguug jedes einzeln» Bewohner» diese» Laude«. — Au» llugar», 2V. Mai. (Or.-Loir.) Der grsch. .Wocheuschristweiß mau e« hier zu Laude Dauk dafür, daß sie sich so aagelegmUich mit der social» Stellung de» Jude»» thum» iuÖesterr.-llngarn beschäftigt. Die liberale Fortentwickelung de» Zacharias Fraukel'schen Schule und Geifte«nchtu»g» dieBerriaigung de» historischen «rwußtsriu» mtt dem uatioaellm Fortschrttt de« Judmlhum» hat nicht nur in der ungarisch» Eoagreß-Partti ihre über dem ganz» Laude verbrett«« AahLugerschast, souderu ist auch im West-Staate der Monarchie fast vorwiegmd zur Herrschaft gelangt. Jasbesoudere hat Mähre» da» große .Berdtmst, dem Magyaren-Lande, welch«» sonst zwischm nligiöjm Gegensätze« sich bewegt hätte, die größt« Rabbiaer gegeben zu Hab», welch« einer vermittelnden Richtung Bahn gebrochm haben. Ist ja doch Oesterrrich auch di« Heimath Z. Frankel» gewesm. larlsbad. Der kstrzüch von de» vereinigte» Staate» Nordamerika'» um Geaadten für M» Türkei ernannte Herr Satomou Hirsch beündet sich gegeuwäriig zwu üurgebrauche hier. Herr Hirsch, der Sohn armer Eltern. kam als UUshriger Knabe au« «ürtiemoeig »ach Nordamerika, »» er nun seit 3b gavrea lebt«. Er arbeitet« sich hier allmlhlrg unter graben r^ühen und Entbehrungen tau»er »etter «mpor, erwa-d sich et» bedeutendes Bermdg-n, und wurde t» gab« 136« Exhes des Sk»hhandlimgshaus»« Kleischner, «eher & La. in V„»land-0ng-u, welche« er heute noch angehbrt. Während dieser Zelt verstand es Herr Hirsch, sich da» vertraue» und dt« Lied« seiner Mtibürger in hohe« «an« zu gewinne», f« bah er, nt hohen Stellungen t» Staate berute», miedrrholt in den Senat gewählt wurde, besten stcästdeat er auch einmal war. Herr Harsch, der beul tm 31. Jahre steht, »ied nach Seeadigmg seiner Lur seine» P >stea „treten. Atolle». E Bon dm zahlreichen Miaqtenalerlassra, welche die Mttttärzeituag in der jüngst« Zett veröffmtlicht hat, hat ein solcher für die Judm eia besonderes Interesse. Er bettisst die Beförderung de« «rigade-Eommaadeur« Ottolenghi zum Rang« eines Seneral-Majors. Der tapfere Offizier ist der erstt In»«, weicher « m Jtali» zu eine« so hohen Range in der Arme« gebracht hat »adseüe Erhebung ist uicht deshalb allen« bemerkmswerth. weil GMNSl Ottolmghi von Stufe zu Stufe zu diesem Rouge rmporstieg — er hat nämlich von der Pike auf gedient — soaoeru besonder» deshalb, weil er vtrhäUoißmähig noch sehr juug ist. Unser General ist erst 47 Jahre alt uav es kommt tu der italimischea Armee uur ausnahmsweist vor, daß er» Osstzür in so früh« Jahre» schon zu« Gmeral erhob« wrrv. Der neu« General-Major ist >iue hervorragmde Per»

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