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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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frtacr ftctoi oDtemfai gcfaHrn aab bk Höra hiagaiffea, «Irr rr warb» bemalt nicht gewählt, «eil — riram tonaatia I — er fich am Jom kppur beim Sünden bekenntniß au bk Brpst geschlagen harte und ein Witzbold in brr Gemeindevertretung ihn mit den Worten ablehnte: Unser Rabbiner soll kein »Sckiulklopfer* sein. Inzwischen hat man hier in Berlin Zeit gehabt, stch ob jener Unterlassungtsünde selbst ans die Brust zu klopfe». Aas dem 20. Mai. (Or.-Eorr.) Ueber jüdische Lehrer-Tonferrnzen. «eichen Zweck verfolgen sie, und wie wird thatsächlich dieser Zweck erstrebt? Antwort: Hebung der Schule and des Gottesdieastet, sonne geistige, sittliche und materielle Besserstellung de» Lehrerstandet. Dnt der Zweck. Ji letzter Zeit ist in den Lehrer-Tonferenzeu vielfach bat Thema von brr materiellen Stellung det Lehrerstandet vrntilirt worden. Es ist die Unzulänglichkeit dieser Stellung sowohl in Beziehung auf di« materielle Seite, als auch tn B-ziehung auf die Ehrenfrage, die der Lehrrrstanb Hochhalten soll und muß, dargelegt worden. Diese Darle» /gunarn waren mehr oder weniger zutriffend, aber selbst da, wo ste nicht ganz zutrrffra, haben sie doch zur Eoidenz ergeben, daß in irgend eii rm Puntte die Stellung der Lehrer nicht so ist, wie ste der Wichtigkeit dieset Standet gemäß wohl sein müßte. Zum Schluffe wird dann gewöhnlich die Frage aufgeworfen: Wat ist nun zu thun? Und die Antwort lautet dann gewöhnlich: Diet und jenet muß geschehen, diet und jenet muß anders werden I Dat dergl-icheo Darlegungen einet gewiffrn Eindruckes nicht verfehlen, kann ja nicht geleugnet werden. Dennoch machen diese Borträge auf mich den Eindruck, alt wrnn ein Schüler eine Rechnung erklären soll und er würde sagen: »Erst muß ich bat und bann dat, und zuletzt muß ich bat thunl* Da pflege ich bann wohl zu sagen: »Dat »muß ich* behalte für Dich, vielmehr statt mir zu sagen, was Du mußt, t h u e, was Du mußt. — Mir erzählte ein christlicher Lehrer: Einstmals hat ich ein Anliegen au den Seminar» director. Ich ging zu ihm uvb sagte: Ich wollt« Sie bitten u. s. v. — „Sol* —> Ja, ich wollte Sie bitten! — »So so! Run dann bitten Sie mal, wenn Sk et doch vollen!* — — Man verstehe mich recht. Et handett sich um den Gegensatz zwischen Wo»t und Thar. Ron ist dir Thätigkeit det Lehrers vornehmlich dat Wort, dafür wird er besoldet, also auch dat Wort ist eine That und unter Umständen sogar eine werthvolle. Der gediegene Unterricht ist «ine That, eine wirkungsvolle Rede, ein« Bredigt ist eine That, überhaupt jede Sprachthätigkeit, die ein erstrebeut« vetthet Ziel verfolgt und diesem Ziel« näher bring». Aber eine Rede, die darin gipfelt, daß ste darlegt, das and dat ist jut thun, ohne daß irgend«» Aussicht vor Händen, daß das zu Tharnde geschieht, das sind eitel Worte, das ist keine That. staun dir Eouferenz aus dir Gemeinden einwirke«? O ja. wenn sie Fühlung mit den Gemeinden hat. Run schwebt aber den Mitgliedern vor. daß manche Gemeinden oder manche Vorstände sich unberechtigter Eingriffe in bk Berufslhäligkril det Lehrrrt gestatten, und man sucht deswegen diese Elemente von der Eouferenz ferazuhatten. Ebenso handelt man zuweilen den Rabbinern gegenüber. Man denkt: Wir «ollen entn nooa sein!*) — Ist die Konferenz eine Beschwerdeinstanz? In bescheidenem Maße, ja! Aber die Brschwerderrdea dürfen nicht zu große Ausdehnung gewinnen. Die Eonfereuz Hai wichtigeres zu thun. g *) Soweit Btt Lehrerroiserenze» besncht habe», hat »o» »i« Ammseadeit Ma Aadbi-er» stets freudig begrüß! «w gern gesehen. Freilich »erde, diese st«, de» Last »» bedachte» hm»«, sich »ich, t» bi» taicnta Angele-r» eit«, der Lehrer «inzmWische», »ad an bea Leb« e» am «m tUem d, reitznid und münlchen» — »»» nn« das »nr i» sehr riegeschrLekie» «aße — stch zu betheilige»; di» Lei rer »iss«, da bar Mm „beetnpnßt z» 8m knames. (Heb.) Leraeu wir doch von den christlichen Leürer-Eoasernnen! So lang« et eanfessionelle Schulen akbt (»ad dat Jntereffe det jüdischen Lchrrrt erheischt et. an dieiem Zustande nicht zu rütteln, da er sonst sich selbst die Existenz unteruräbt) so lange kann et nicht genügen, wenn wir bin »»d wieder einwik an christlichen Eonsrrenze» tbeilnchmrn. Wir müffen selbst zeigen, was wir können. Wir dürfen nicht vergessen, daß, wenn nur immer über Borbeterdienst. über Predigen und — hombile diotn — Schächten sprechen, wäb-ead für dat eigentlich« Leb ramt nur eintqe spärliche Brosamen abfalle», daß dann thatsächtich die Gemeinden jenen Armtern bk höhere Wichtigkeit zuakennrn müssen. Et muß umgekehrt dat Lehramt tn den Bordergrund treten, die Pidaqogck mit ihren »Mimttiea.* — Es ist nicht aut Rechthaberei der Anspruch erhöbe» worden, daß dir jüdische Elementarschule zu ihrem Rechte kommen müffe. Ja dieser baden wir eine unangefochtene Stellung, hier kann bei befferrn Zeiten einmal wieder eine Eorriäre rintreten, während der Lehra als Borbrtrr den Barbeiera von Fach gegenübersteht, d e nur dieset eine Feld brarbettea und bi« ganze Woche ihre Stimme schonen können; alt Prediger in rabbinerlosen Gemeinden kaan er stch den eigeatlichrn Predigern doch nicht gleichstellen. Eigenthümlich ist dir Bezeichnung »Elementarschule* für die jüdische Schule. Bei den Christen heißt et bckannttich .Volksschule*. Aber die Juden wollen nicht nur nicht »ei« Volk*, ste wellen auch überhaupt nicht »Volk* sein, sie »olle» »höher hinaus*. Die Bezeichnung Elementarschule fft nicht ganz zatrrffend, weil wir einerseits ja nicht bei den »Elementen* stehen bleiben und dann die Elemente tn ihrer remen abgezogenen Form unr beim wiffraschaftlichen Unterricht Vorkommen. Man vergleiche eine Elemealargeomettie des Gymnasiums mtt der Raumlehre der Volksschule. Jene enthält Bemente, diese nicht, denn jene lehrt begrifflich, dkse anschaulich und erhebt stch bis zu Denk-Börstellungea, nicht zu Begriffen. — Man kaan sage», daß die Jude» im Durchschallt eine höhere Bildung als die Volksschulbikdung für ihre stinder beansp'Uchen. Das ist ein Fingerzeig für die Lehrer, in den Lehrfächern wetterz rstreben. Aber rr darf darüber dk unerläßlichen Rrgrlll da Bolltzschuldidaktik nicht aus den Augen valierru und die Eoasaeazen sollte» hierin ein. gewiffe Organisation schaffe». Sie sollten den fähiger« Lehrern Gelegenheit qrde«. sich über Fragen des Uaierrichts auszusprechen, es sollen und müffe» Zweig vereine iu's Leben treten, dk mtt dem Hauptvaein in einträchtigem Zusammenhänge stehen. Man kann es ja wohl sehen, wie wohtthättg es ans die Lrhra da christliche« Schule wirkt, daß sie ihre Zweig. Eonsaenzen haben, dk ste fleißig besuchen, und wie selbst in den Augen da Bevölkerung dadurch der Unterricht ca Ansehen gewinnt. Lernen wir von ihnen. Pflegen wir in ersta Reih« «ns« Lehramt und hüten unr uns vor Allem, in andae, besonders rabbiuische Aemtrr übazagreifr», damit solche stlagru, wie sie dk Eorrespondenz »Bom Rhein* (in vor. Rr. dreses Bl.), wk es scheint, mtt vielem Recht, üba manche Lehrer führt, da Boden entzöge« wird. — jtaatacf, den 28. Mai. (Or.-Lorr.) Was ein« tüchtige Bawattuug durch Sparsamkett «ud gewiffrahaste Führung zu leiste» vermag, davon hatten wir Gelegenheit am vorigen Sonntag uns zu überzeugen. An diesem Tage (Lag boaamer) fand dk Einweihung da neuer bau! en Synagoge nebst dem Lernzimma da D. S. Wall ich 'schencfim ‘5KTT '3"l) stlauk statt. Dieselbe ist höchst geschmackvoll gedauet und eingerichtet, enthält srchszig Mänaa- und zehn Frau-nsküea und macht einen überaus freundlichen Eindruck. Wer das vom St'sta für dk Llause bestimmt gewesene, srtt hundert Zähren dafür vawevdek dürftige Grundstück uud di« im gleichen Zustand« befindlich gewesenen Lern- «ad Bazimma tarnte and tun an deren Stille getretenen Rrubau damit vaglich, mußte dk Bermuthuug hegen, daß da Stifter große

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