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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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chm Mitglieder »ehre» sich mit der Zeit selbst §t%r» Eintritt ihrer Glaub« «gm off«, tm durch rät ,Uebewuchert, de« jüdisch« Elemmtt" ihrm Verein nicht z» »mpromittiren. Wir find hier an eine» Bunde ongelangt, der eine eingehmdere Erwägung verdient, und wob« wir und einige bittere Wahthefte» eiugestrhm müssen. Wenn unter den jüdischm Studenten dir einen um die Gunst der Christen buhl«, die andern ibrm eigenen Glaubmsgmoffm abweismd gegenüberstehm, so ist beide« ein Bewe», daß diese Elemente sich ihre« Julxnthum« schämen. Da« ist der Trundschaden, der die Lebm«kraft de« Judenthum« u liiergräbt. E« ist. al» ob mit dem selbstbewußt« Stolze de« Jodm auf seine Abstimmung der belebende Geist au« jenem Organismus gewichen wäre, der dem wüthende» Anprall der Jahrhunderte Stand gehaltm hat. Wer sich de« Judentbum« schäm», der wird e» auch nicht »ertbeidigen. ja er wirb c« verleugnen, sich von ihm lobsagen, und wenn diese G siunungm immer allgemeiner w«d», dann geht da« Judenihu« seiner Auflösung entgegen. Da« ober die obm geschildert« Zustände nur dazu beitrag« künnm, solch« Gesinnung« Vorschub zu leist«, ja sie zu erzeug«, kann keinem Zweifel uvterliegm. Bor ollrm beklag««werth ist ihre Wirkung aus den jung« Student«, der so den vom Gymnastum kommt und auf der llnweisität dir Verwirklichung seiner Ideale sucht. Gerade er bedürfte eine« äußer« Halte«, da sein Geist noch nicht die Erfahrung, sein Charakter noch nicht die Festigkeit bescht, welche rrfmderlich ist, um die zahlreich« Versuchung« und «äwpft erfolgreich zu übersteh«. Schon auf der Universität hat der jüdisch« Studmt reichlich Gelegenheit, die ganze Schwere de« Hoffe« und Hchne« zu erfahr«, die jeder Jude au« dem öffentlich« Leben an unser» Gegnern kennt. Will er dies« Anfeindung« die Spitze bieten, will er d« Kampf anfnrhmm, so muß er ihn mit ungleich« Waffen führ«. Bor sich hat er «in« organistrtm Gegner; eigme Vereine find gebildet, um d« Kampf geg« da« Judenthum wirksam zu führ«; selbst au« Kreis«, die außerhalb der Universität Leg«, erhalt« die Gegner moralffche und materielle Unterstützung. Angesicht« einer solch« rrdrüekmdm Uebermacht muß der jüdische Student uochwmdig sein Selbstvertrauen verlier«, urd es ist nur begreiflich, wmn er kletnmüihig d« Kampf aufgebt. Ja, noch «chr! Die Verwerflichkeit de« Jud«chum« Wird auf jmer Seite mit einer Ueberzrugung und einem Fmereffer gepredigt, daß der Jude an der Gerechtigkeit seiner Sache, an der Berechtigung der Exsteuz de» Judenthums seltst irre wird» zumal eine Kemuniß der Pnucipi« de« Judmchumt, und seiner unbestreitbar« Verdienste um die alte, sowie moderne Eultur de» meiste« leider kehlt. So gewöhnt er sich schließlich au die Auffassung, sein« Zvgrhüiigkrit zum jüdische» Stamme al« ein „tinglM* zu betrachten, da« nicht zu ändern »nd geduldig zu ertrag« ist. Er vergißt völlig, daß er noch dm Pr'veipim der Vernunft und der Humanität berechtigt und verpflichtet ist, eine Gleichstellung zu verlang«, und vertiert mit der Hoffnung auch da« Strebe» noch B ffervug der Zustände. So bilden sich stur schwach« Eharocrrre, di« im später« Leb» nur darauf bedacht sird, «>e sie seltst mit heiler Haut durch« Leb« komm«, und weder d« Gemeinstn» pflege», »och auch für ihre ei-zensten Rechte wannhaft in die Schrarkm tret«. Niedergedrückt durch alle diese Znstäod«, »erbittert durch d« fanatischen Haß der Gegner uu» die Gefiuuuagslofigkeit der Glaub»»g«osft» zieh« sich auch diejenig« unter uu«, die sich noch «tu Gefühl tür Unabhängigkeit und persinlich« Würde beo»ahr1 Hab«, vom allgemeinen Studeutenleb« zurüch indem sie in ihrer Vereinzelung an der Besserung der Verhältnisse larzweifel». wohi» mir als» uuser» Blick richten, überall sch« mir murr misera Glaubeusgeuaff« Zersplittert»»» Abschkeßuug» gegenseitig« verleugn»»« Manaä an Seldstoertran« nnd a» Selbstachtnng. Da« Gefühl der ZusauuumhSri-keit, der Einheit unserer Interesse» ist uu« verlor« grgang«, »ud so kommt es, daß der jüdffch« Studmt ohne lvnflnß und ohne Achtung haftlo« «n» ohnmächtig dastcht. Sann e« nach all de« Gesagt« »och zweifelhaft sei», welche« da« Mfttel ist, um hier Wandel zu schafft»? Wir glandm, nein. Die Thatsachm red« dmtllch »nd laut die Zergliederung der Urschen ^igte« Narre« ist die Gründung eine« .Verein« jüdischer Studenten". »elcher da« Zetch« de« unabhängig« Judmchum« aufpflau^ und alle, die unsrer Gefimmug find, unter sei» Banner versammelt I Dieser Verein wird schon durch sein bloße« Austret« da« fast «rUscheude Bewußtsein wieder beleb«, daß mir Jud« find, daß mir einem groß« Ganze» von mllurgeschichlltcher Bedeutung Und historischer Berechtigung «»gehör«, und daß diese Zugehörigkeit für dt« Gegner kein Gegmstaud der Mißachtung, für uu« kein Grund der Beschämung fein kau«. Der Verein wird vor allem, al« sittliche« Fundament seiner Wirksamkeit, d« Werth de« Judmthum« sein« Mitgliedern in Erinnemng bring«. Wir sind der frstm llrberzeuguug, daß die jüdische Religion, so g»1 wie nur irgmd eine andere, i» Stand« fft, zu sittlichem Handel« zu erzieh«, de» Charakter zu bild« und selbst dem philosophischen Dmker ein« Eultu« vou rein« Form« nutz tieferem Gehalt zu bietm. Die Mitglieder eine« solch« Verein« werdm unse» Gegnern ein« beffere Meinung von Jud« beibring«, indem sie ihre Abstammung off« und «uthig bekenn«. Wer sich selbst nicht achtet, wer sein« Glaub» und seine Herkunft verleugnet, kann sich nicht wundern, wenn er die Achtung selbstbewußter Gegner verliert. Rur ein Verein jüdffcher Studmt«, der al« solcher mit offenem Bistr sein« Feind« gegmübertritt, wird im Stande sein, Männer zu erzieh«, die im später« Leb« ihre ganze Persönlichkeit, chr« gauzea Einfluß für die vrrtheidigung de« Judmchum« und seiner Rechte eivzusetzm gesonn« sind. folgt.) Gerichte «öd Gsrrespsaden^e». Demtschlund. Werft«, 26. Mai. (Or-Eorr.) Wie ich ersah«, hat mau die Eaudtdatur vogelsteiu für eine der hirstae» Rabbiuerstell« wicher fall« aelaffe», und fft nunmehr Dr. D. Kaufmann (z. Z. Profeffor an der Landeüradbtnerschule in Pest) dafür in Ausstwt gmomm«. So soll den» endlich der Fehler, der vor einem Jahmehut begangm Word» ist. wicher gut gemocht werdm. Wir sprechen e« off« au«: Eft, Gelehrter und Redner von der Bedeutung Kaufmann« al« Rabbiner in Berlin wäre ein Segen für dies« groß« Gemeinde; ihm gegmüber wird sich wahrlich da« geltend gemachte Bedenken nicht erheb«, daß sei»« Wieg« »icht tmwrhalb de« deuffchm Reiche« gestand« hat. Rnr bei dem Mittelgute, da« überall sich findet, sollte dieft Rüchicht geg« da« Vaterland nicht allzu oft verletzt werde», da sollte man nicht immer in der Feme suche», wa« «a» in der Rähe in Hülle und Füll« hat; vor Männe« vo« de» Gtlehrtmruft Kaufmann? schwind« die Landesgreuze», sie gehör« Allen. Bei dieser Grlegmhett dürfte folgmd« Remioiözenz am Platz« sein. Kaufmann hatte in d» siebziger Jahr« hier an d« hohm Festtag« gepredigt und hatte sowohl durch die mcistn hafte Form, wie durch d» gedankmrrich« Inhalt ») Daß die tteb. dies. vl. jene» Beteaka »icht ttzetü, nl jedem Htnewzich« der W^ÜeeelMlt tat deemtig« Btagea edheld ist, ■^1 (ctstrte

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