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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 22. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 22.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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108 — riprarn 6et(< fhtat. Die Nefigiefität dieser Fromme» HÄ hOt ' Rieft? Mvd die ptttt 9*r«cfltca stud die triumphftofte Mav der Philister. De» vergleich t» E»de führe». darf um» selbstverständlich s»bjektive Slemenft. Di« Anhüuga der .rrisni Lehre' vermöge» es leicht, nrit kalt« Logik, al* gelte es molhemattsehe» Studie». Widersprüche u»d »uflehuungeu gegen die Bekeiutuißschriftru aufzudeckeu. Qfl Diese Friimmen inner Held der christliche» Gemeinschaft »olle» kein« kirchlich« Macht, fie gebe« gern de« Kaiser »a« > de» Kaiser« if), fie fi»d die .Stille» i« Laude", zufrieden,! »am die Harm da Kirche fie iu Friede» laste», fie kümmrr» sich nicht viel «n da» Do»«», da fie ja a»ch oh»e jede« Dogma ihre« Slaoben» »e»iß find, fie find Freigeist« au«! inniger Religofität; »am sie sich oo, ihrem religiSseu Prinzip et»a» weiter führe» laste», s» rütteln sie «ohl euch an de» Srnndsotz, daß r« anßahalb der Kirche keine Seligkeit giebt, da ihani ja »tcht so sehr die Kirche al» da» Herz die »ahre Hrilsaiistalt ist. Di« Kirche iu ihre» AnfSugeu »ar anch nicht so «ndnldsa»; fie lehrt z. B.: »Ru de» Lichte Gotte« (Logo«) habe da» ganze Menscheugeschlecht A-thetl ni die »ach diese» Lichte gelebt habe», find Christen, anch »enn fie für Gottlose gehalten wurden." Ei, Froinma dtesa Art nuu ahebt i» de« achte» Hefte da Mmatsschrist .eine Wächterstimme für di« Gemeinde de» »ahre» Ehriftäthums von I- Pestalozzi' Protest ge^n die Aurisewfte». Der Artikel, da »ahez» zwei statt, liche Drnckbogeo lau» ist, führt de» Tftrl: .Da Autisewitis- »ns beleuchtet durch die heftige Schrift." Stöcka gftt dem Berf. diese» Artikels als da Man», da de» Antisemit«» »oranschreitet. Stöcka, dtesa Man» da Wahrheit »ad da Liebe, sogt: .Wenn ein falsch« Sauerteig gährord durch eine» ganze» Volksst«»» hindurch geht, so kau» «iu Volk daran stabe»; da «uß heraus; allzulaug hat »nsa Volk in Acht und Bau» gestaodeu; es ist mir, als schüttle da attr deutsche Si»so» seine Ketten, a ist «übe sie z» trage»." Mau wird de» Berf. nicht Unrecht gebe», wen» a das Unheil fällt: .Soweit ist diese Verschärfung des Kampfes gegen das Judenthu» schon eingetreteu, daß fie auf Sette» des antisemitische» Lagers, »ameutlich t« Gebiet« der Prefir Blüthe» »«triebe» hat, dar» je da anstäadige Mensch sich schäme« muß, und daß es vermittelst allalei Versammlungen z» Hetzereien kommt, die de« deutsche» Volke znr Schaube gereiche».' Kräftig« kau» fich auch die .Jude», prefir" «tcht äußer». Frefttch kd»»eo wir Jude» anch diesem Aukläga da Anttseurite» nicht iu olle« zustimmen. Gr sagt, .die Thal« sache des vcrhavdenen weilvabreitrft» Widerwillens beweist genügend, d«ß «a» die Baühruug wft de« Juden jedenfalls nicht für einen Srgr« aachttt", a vagißt jedoch, daß dies »esrutlich die Wirkung der christliche» Predigt ist. die uns als die .Mörder Jesu" Jahrtausend« hindurch dem Haffe preisgegeben hat. Da Berf. find« de» Wider»illen i» Uebaeiuftinunnug »it de« Worte da Schrift: .Du wirst ei» Sche»sal, ei» Sprüch»oa und Spott sei» uuta alle» Bölker»' (5. Buch M. 28,37), a übersieht jedoch, daß dieses Vibelwort »U|M wenig« als ei» Freibrief für die Judenfeind« ist; weun ich den Mord ei»es Menschen Voraussage, s» ist dies kei» Freibrief für de» Mörda; die Niedertracht da Jadeufeiud« wird daturch nicht gemindat, daß fie vor Jahrtausende» ia da Schrift voraus verkündet Warden ist. Aba iu de» Worten der Schrift liegt auch nicht, daß Israel in da Zerstreu«»» ein« .häßlich« Verzerrung" darstrllr» wird, wir Hr. Pestalozzi wein': nur er» Schicksal, ada keine Schuld wird hi« gemeldet. Dev» iu Wahrheit ist, wie es tu da .Sachtrrsti»»«' heißt, ktiua berechtigt, dem ander» groß Vorwürfe zu mach», sofern »ämlich jeder dessen gedenkt, »ms a ist nud was « sei» sollte. Sehr sei» ist di« Bemerk»»», daß «an das derttsch« Volk nicht schwer« bänke» kau», als »ft da.Phrase Stiekers .»ft ist, als schüttle da alte dentsch« Sims«» schon dft Kette»", also das deutsch« Volk ist ft» blind« gefeffelta scho» gar nicht, den» »ach dem Bericht da Schrift tödftt Simsan fich selbst »ft de» Philister«. Jedoch ums stör» dies Herr, Stöck«, da ganz genau weiß, was a sein« Horde bieten darf. Hr. Pestalozzi weift »»» a»s ba Schrift nach, wie mild und »enschenfremldlich dft Gebote Gottes find, dft de» Verkehr Israels mn den Nichtisraelite» betreffe», und a detmft, daß a schriftgemäß dir Stell»»» da Inden zu den Lhrifte» ähnlich auffaH. wft einstmals die Stellung da zu« Glaub«, au Gatt bekehrte» Heide» tuuerhalb des jüdische» Staates war. Für die Zukuust Israel« ad« legt a darauf Gewicht, daß Gott wft »ns eine» .ewigen Bund' gftchlaffe» HÄ und daß Abraham für alle zu« Segen wadeu soll. Und »ft Israel, so hofft anch^di: Lhrifteuhett auf eine Neben» »indullg da gegenwärtige» Weltzuftände. auf dft Wiederkunft «hristi. So ist «ach da Anficht P.'s Jude «nd «Heist geedft in dieser Sehnsucht »ach dem Heil. .I» da Wirklichkeit jedoch steht das offizielle Kftcheuthum in den Jndeu meist nur dft Nachkommen da«, dft Jesus gekreuzigt u»d verworfeu habe»; ein groß« Lhftl da vafteia da Kirche sieht mit wahre« Wohlgftalle» auf dft moderne Judeuhetz« und die Kirche »tmmt kftueu Anstoß dara», daß ihre vervrdueten Dien« uuta Berufuog auf bas Lhriftenthum a» solch« Hetzerei theilaehmeu, ja, daß fie solch« recht etgottltch »rgauifirrn. Wft haben »och niemals gehört daß ei» evangelisch« Geistlich« um seiner Theilaahm« will«» au da «ttisemtttsche» Agitation vou sein« kftchlichen Oderbehörde gemaßrrgelt «nd auf dasjeutge Verhalten a»f»erksam gemacht »orde« wäre, das de« wahrhaftige» Lhriste» de» Juden gegenüber fich ziemt". Weil Israel auf das Heft hofft, dar»« habe auch dft Judenmisfiou so wenig Erfolg. Uns« Autor erwartet, wft a dft Schrift deutet, dft Bekehrung da Juden erst iia Schluß der weltgeschichtlichen Gutwimuug, »mm die Heide» zu eia« Fülle da Erkenutniß vorgediuugeu sein wadeu. Dies« Gedanke; weltlich ausgedrückt, bedeutet, daß. da doch dft Jude» auf dem Bode» des alte» Testamentes stehen, dft Bekehrung da Heide» «tue wett driuglichae Aufgabe da Kirche ist und fie «ft »u« bis zuletzt warte« kau». Dies« Bekehrung will da Auta »ft folgt -orbereilen: .Weun statt Haß und vasolguug vou Seite» da Lhriste»- Heft zu erfahre», Israel »eruehme» wft». daß dies« sich fteul üda dft bevorstehende vftdaeinsetz»»» tu seine Sftllu»» als geliedfts «ad bevorzugtes Volk, wen» es wahrniwmt, daß dft Kirche, weit eutfaut ia Israel de» Mörda ihres Har, u»d Lhtstus zu verfolgen, iu heftiger Freud« darüber emdrruut, daß st« i« Vuude «ft Israel üb« dt« F«t»be Gottes wft triumphireu dürfe», wird da Israel »icht anfhorcheu müffruk' Gewiß, «eiuru wft, »ftd Israel aufhorche», wen« es diese Löue vernimmt, den» es ist uns .dft Stimm« des Herolds, da uns da« Gute meldet, da das Heft oakünbrt» da pt Zion redet: dein Gott regiert l" — San diese Stimme nicht vaetuzrlt ist, souder» das vewußtsri» da Lhrtsteuhett austvut, daun ist da Sieg der Wahrheft nahe, und wft »olle» mtt de« fromme» glaube»«, und gemüthswarme» Autor jetzt »tcht weittr streiten, i» welche» Forme» da Sieg fich vollziehe» »ft». Herr Pestalozzi schließt seine» lauge» gedankrnvallen Aufsatz, da trotz einzelner anfechtbar« Stellen dft Füll« da Liebe und adaulicheu Betrachttoig ansftrvmt, «ft de» Worte da Schrift: .Gesegnet, wa Dich Israel seguet, »ad vaslacht, va Dft flucht." Was heißt dies Schristwort, weun wft es in dft Sprache da Weltttche» übertragen, «»das, als daß beim Einzelne» wft bet gauze» Bölkau dft Steüuug zur Judenftag, da »uttügltch« Maßstab ist, »oft wett fi« Anibeil habe» an da Kultur, da itoiltsalftu, da Moral, da Wahrheit» dem Segeu da Morschheit. Freue» wft u»s,

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