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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Stimmung nicht gehabt. Freilich ist dieser Oehringer Profeffor vielleicht auch nicht einmal ein »irMcher belehrter. Sr führt zwar den Titel Professor, ist aber seine» Zeichen» nur Präceptor an der unteren Rbtheilnng de» Lyceam» und sb er da» Professorsexamen erstanden hat, bleibe dahin gestellt. Seinem bloten Titel ist da» nicht anznsehen. Wenn er examinirler Professor ist, mag er'» sagen. Da» Urtheil über seine Handlungsweise aber bei dieser Festfeier bleibt darum dasselbe und zu ollen anderen unschönen Eigenschaften hin, die Freund und Feind seither an ihm im politischen Kampf kennen lernten, hat er sich mm auch den eine» Antisemiten verdient. Habeat sibit — J Oesterreich-Ungar«. U Nie». (Or.-Corr.) Die Phönicier de» Alterthum» hotten die Fmwlosi, keit de» niedergegongenen Cemitismu» und die Sittrnlosigkeit de» korrumpirten Hcllenenthnm». Diese herumschmorotzendeu Krämer hatten mit .der Waage der Lügedie ganze alt« West moralisch verpestet, dem Moloch de» Materialismus alle» geopfert, wo« schön, gut und wahr war. und sind die größten Feinde der Juden und de» JudenthurnS gewesen, welchen fie die eigenen Fehler aufgedrängt Hoven, Nicht ander» erscheinen die vsterr. Antisemiten, welche den deutschen Nomen nur schädegen und ihrem Oesterreichttmm durch eine völlig undeutsch« .Deuischthnmelei" da» Brandmal der Baterlandlostgkeit aufprögen. Sie sind Feinde der Juden und. die unchristlichsten Glieder de» Cbristenthum», mdrm sie die .Religion der Siete* in die „fiultui de» Hasse«* umwanoeln. Man lese doch die Prrßorgan« der Antisemiten Wien», und man wird dem Abgeordneten Meng er zu Danke verpflichtet sein, daß er rät Namen der Gerechtigkeit im österr. gesetzgebenden Körper den Justizminister gegen diese Schmach der Civilisation um Hilfe anarrufen hatte. Run endlich erkennt man in den offiziellen Kreisen Deutschlandden Antisemitismus seiner trüben Quelle nach. Im ungarischen 8olk«charakter hat dies« Beweanng glücklicher Weise keinen Stützpunkt. Haß trennt, Liebe vereinigt. Iöndapeß, 15. Mai. (Or. -Corr.) Während in der österreichischen Reich»hälfte der bedauerlichste Nocenkampf Alle» umtost, dürfen wir hier und im Land« mit Befriedigung und Genugthuung die Thatsache verzeichnen, daß dir betrübende Krankheit unserer Zeit, dir auch bei un» ihre Opfer forderte, hier vollständig geschwunden ist. Der AntisemitiSmu» hat in Ungarn zu bestehen aufgehört. Man muß «» zur Steuer der Wahrheit sagen, daß sich die Negierung auch hierin bewährt hat. Sie hat sich nicht bloß dem Namen noch, sondern auch in der That al» literal gezeigt, Sir chut da» Möglichste, um selbst den innerhalb de» ungarischen Judrnthum» herrschenden Zwiespalt nach Thunlichkeit auszugleichrn; dafür zeugt eine Reihe von Erlässen, die eben dahin fielen. Nicht gering ist chr Verdienst, da» sie sich um die allgemein wissenschaftliche, theologische und navonale Bildung der jüdischen Seelsorger durch die vor 12 Jahren erfolgte Errichtung der LandeS-Rabbräerschule in Budapest rrworten hat. E» gehört diese That nicht zu den geringsten Ruhme»- tsteln de» verstorbenen CulluSmmister» August v. Tr «fort. Wie die» — hm« schon an und für sich verzeichnet zu »erden verdient — in der vom 5. d. M. stattarfunbrnen feierlichen Jahresversammlung der ungarischen Akademie der Wissenschaften Herr Krleti in Gegenwart der ersten Würdenträger de» Lande» und vor einer sehr gewählten Zuhörerschaft in keiner großangrlegten Gedankenrede auf Tresor t ganz besonder» hrrvorgehabrn hat. E» darf wohl erwähnt werten, daß Trrfort, wie Keleti bemerk, de» Plane sewe» mittelbaren AmtSvorgänger», I. v. LStvö», bergestimmt hat. an der Budapester Universität für sänuntliche Eonfrfsiouen de» Laute» (also auch für dt« jüdische) je eine thrologqch« Facnlttt S errichten; da jedoch der leichten und raschen Berwirkhung diese» Gedanken» zu viele Schwierigkeiten hemmend m den?Weg traten. schritt Trefort>an die Errichtung der LandeS-Rabbinerschnle. Auch der Nachfolger Tr «fort'», der Graf Al bi» EsLky. wandelt in den gleichen Spuren; auch er hegt für die Schöpfung seine» Vorgänger» da» wärmste Interesse. Sein ist da» Verdienst, daß eine neue L-Hrkanzel an der Laude»-Rabbinerschule errichtet wird. (I. Inserat.) Durch den vor zwei Jabren erfolgten Rücktritt de» Herrn RabbinatSpräse» S. L. Brill von seiner Stelle am Seminar ist nunmehr, da rin Provisorium, wie e» bisher bestanden hat. für die Dauer nicht zulässig erschien, die Errichtung einer neuen ordentlichen Professur nothwendig geworden. Hoffentlich werten Fachmänner, welch« die Lehr» thätigkeit der Wirlsamkeit al« Rabbiner vorziehen, auf diesen Posten reflkrtiren, und so wird denn ohne Zweifel eine glücklich« Wahl getroffen werten können. E» wäre die» i» Interesse der Anstalt lehr zu wünschen. In» Ilngarn, 13. Mai. (Or.-Eorr.) „Sagt mir der Feind wa» ich kann, lehrt mich der Freund, wa» ich soll* könnte man in umgekehrter Anwendung de» bekannten Dichterspruche«. von der Budgetdebatte de» 11. d. M. sagen. Da trat der Abgeordnete K. auf. ein Antisemit im katholischen Vriestergewande. und bemerke hinsichtlich de» subventionirte» Opernhaus«» der Hauptstadt, daß man nur die Synagogen in der Tabakgosse und Rombachgasse besuchen müsse, um in Bezug auf musikalische Leistungen die Oper ersetzt zu finteu p. da denn doch überall Inden seien, und der Abgeordnete Moritz Wahr mann (Vorsteher der Pester Gemeinte) .der heilige Geist* de» Minister« sei. Der antisemitisch« Abaeordnere, welcher im Tone de» Spotte» von jüdischen und katholischen Heiligchümern sprach, hat sich natürlich bei Negierung und Parlament unsterblich — lächerlich gemacht. E» ist die« ein erfreulicher Beweis, daß der «ntisrwttrtmu« in Ungarn keinen Boden hat. Im Gegensatz zu jener »christ. sichen* Partei der Antisemiten Wien», welche den Niedergang dieser Herr sich :n Stadt verschuldet, sprach der Oberbürgermeister Rath in festlicher Versammlung der Lande»hanptstadt — bei einem ihm zu Ehren veranstalieten Banket: Wir haben Alle, ohne Unterschied der Eonfession und Nationalttät einen Gott, einBaterland und eine Hauptstadt, und der neue Jusiizministrr von Grilagyi: ter ungarische Staat darf stolz darauf sein, daß alle Bürger diese» Lande» gleich seien. An» Angarn, 19. Mai. (Or.-Torr.) Der gesch. .Wochenschrift* habe ich jüngst schon mitgrtheilt, daß e» tu. Bezug auf den Antisemitismus im Weftjtaate der Sperr.« ungar. Monarchie sich bessert. Nicht nur wurde die Antisemiten- Versammlung in der BolkShalle de» Wiener Nathhause« polizeilich untersagt, sondern hat auch Graf Ta affe die im Abgeordnetenhause de» vsterr. Reich«rath« au ihn ergangene bekannte, den Schutz der Slauben»ge«einschast betreffende Interpellation dahin beantwortet, daß die österr. Negierung an der staatsgrundsätzlich gewährleisteten Gleichberechtigung aller Staatsbürger fefthält und entschloffeu ist, allen Verhetzungen gegen eine bestimmte Klasse von Staatsbürgern entgegenzulreten. Au» unserem Lande kann ich Ihnen in Bezug auf Duldung und gegenseitige Achtung der Angehörigen ter verschiedenen Religionsbekenntnisse nur Erfreuliche» mittheilen. So hat di« Frau Mintster-Präfidentin v. Ti»za da» Wecksenhauövermögen de» Pester J«r. Frauen» eretu« mit dem Betrage von 12 490 fl. al» Stiftung de» Pä»zio-(Gut- Herz>Brrem» vergrößert. Au der Spitz« de» überaus wohlthättgen J«r. Frauenvereiu» steht Fr. Johanna Lisch ttz. Eine Gönner«, de» Berein», Fr. Baronin Karoline Hirsch, Mutter de» Philanthropen Baron Hirsch, t» vergangenen Jahre gestorben. Awrentk«. Hmaßa. Bor ungefähr » Jahren kamen einige zwanzig, jüdische Familien, welch« an» Rußland anögewresen wurden, narhj

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