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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Kfibe totrfe, »ns bra .jüdischen Handwerker" «bestreiten: 8 Dachdecker. 2 Seifensieder, 9 Schneider, 2 Glaser. 4 Ti. garrenmacher. 9 Bäcker, 4 Maler. 4 Gerber, 2V Metzger, 9 Bvchbivder. 3 Bnchdrucker, 4 Tapezierer, 4 Weißgerber, 8 Elbahmacher, 2 Londiior, 4 Goldarbeiter, 6 Schriftsetzer; 2 Bürstenmacher. 4 Kürschner. 2 Mechaniker. 2 vtriadrncker, 2 Tabakspinnrr, 8 Kellner. 4 Sattler, 2 Färber, je 1 Former, Brauer, Gelbgießer. Vergverker. Gürtler, Uhrmacher, Friseur, Kammacher, Maschinist, Töpfer. Maurer, Handschuhmacher, Posamentier, Spengler, Hutmacher. Die Einnohmen pro 1888/89 betrugen Mt. 3363 83, dir Ausgaben Ml 3314,80. Der eiserne Fond» beziffert sich aus Mk. 12 70V. Sn eingegangenen Beschenken sind Mk. 982 zu verzeichnen. Der Bericht betrauert den herben Verlust, den der Unterstützuugsverein durch den Tod de» Herr» Salomon Scheuer, der 27 Jahre lang al» Borstaudsmitglied desselben gewirkt, erlitten hat. Mögen dem Bereia zahlreiche neue Mitglieder beittetrn, auf daß er auch weirerhin in ebenso wackerer Weise den Bedürftigen uud Bedräuatm hülfreiche Hand bieten kan». Htaßfurt, 19. Mai. (Or.»Eorr.) Am 17. Mai wurde «» rin Jahr, daß die hiesige Thewra .Israel. Kranken» und Veerdigungsvrrrin" gegründet worden. Mit seltener Einmütbigkett und Opferwilligkeit bethnligten sich fast sämmtliche hiesige Israel. Einwohner an demselben. Die Erfolge find denn auch nicht ausgeblieben; wir können »tt Stolz auf da» erste Jahr, da« der Berein zurückgelegt Hot, zurückblicken. Bald nach der Toastttuirung ver hiesigen Tultusgemeinde, deren Eorporatwn leider noch immer nicht erlangt ist, gingen wir an die Schaffung der Eh.wra und nahmen gleichzeitig «uch dir Unterstützung armer Durchreisenden ol» Zweck mit auf. Bei einer Mitgliederzabl von 18—20 erzielten wir an Eintrittsgeldern Mk. 220, an Monatebeiträam Ml. 282. Hierzu kommen außergewöhnliche Einnahmen, Zu» Wendungen au» grspendettn Briträgku Mk. 310,16 sowie die Zahlung eine» Pauschquantum« von 100 Mk. für die Beerdigung eine» Hiesigen, der sich der khewra nicht angrschloffen, durch de» Berein, sodaß wir eine Einnahme von Mk. 862,16 & verzeichnen hoben. AuSgabm warm al» einmalige: der « einer Brücke zu« Gottesacker mit 212,98. diverse Ebrwra-Uteusilim Mk. 67,26; fcmer wurdm au 116 Durchreismde Uuterstützungm in Höhe von Mk. 182,80 gewährt; die laufmdm Susgabm warm nur sehr unbedmtmd, so da» der Verein ein Baarvermögm von ea. 418 Mk. hat, wovon Mk. 280 bei der Sparkaffe belegt sind. Die Gmeralve» sammlung beschloß, da» Stiftungsfest durch eium Morgen» pottrsdienst uud einm sich daran schließmdm Gang nach dem Friedhof zu begehe», ferner fiudet ein grmrinschrftliche» rituilk» Abendessen im Kremmlivgsche« Lokale, sowie Toocert uud Borttäge statt. Die Feier ist auf Mittwoch dm 29. Mai festgesetzt. Möge der Verein seinem Zwecke getrm ferner wachs« und aedeihm und segensreich wirken. A. S. Jbu J8ftftta»l(ff. Der Stuttgarter .Beobachter" schreibt Folgmde» über einm ,g-maßregelter Toast": Au einem «ltberühurtm hohmlohe'schm Siädtchm (Oehr<ugm) wurde kürzlich eiue »me Stzuagoge rtngewetht, zu welcher Festlich» kett mich der höchste Würdeuttäger der israelttifchm Ge» weiub« au» Stuttgart erschimm war. Bei dem der religitsm Frier folgeudm Bankett bracht« der Herr Kttcheurath D. her» gebrachlermaßm dm Toast auf dm 8aub«»herrn au», unter defsm Regtmmt alle Kauftlsioum friedlich beisammen wohn», uud «bmf» hergedrachtermaßm schloff« stch hieran «och eiue stnzahl Triuksprüch« verschiedmm Verth» und Inhalt». Ein christlich germaulscher Professor, wett uud breit al» wüthmder Festredner «td Toasttrer berühmt und gesürchtet, welcher de» Baukrtt auvohute, faud Mer, daß dem Tag dir wahre Weth« fehle, w»u nicht auch ein Katsrrtoast ««»gebracht »erd«. Glühend von patrottchr» Eifer begau» er sein» Spruch h»Ü, daß er fei» Veftrwbe» und B«d«»rm tnßrne, daß nicht einer der «»wesmdm I»r«elttm fich der Pflicht »»Irrzog» Hab«, d» Trinkspruch «f Kaiser Wilhelm auszubriug». Iha, dm Professor, dräuge e». diese» versäumuiß »achzuholm, sie, die Israeliten, wäg« dedmkm, grollt« er, daß fie nicht' mehr in Palästina, soudem im Dmtsche». Reich« wohnen, und deffm Oberhaupt die gebührend« Huldigung nicht versagen dürft«. Trotz dieser nicht übermäßig zartm Apostroph« stimmte die Versammlung begeistert i» da» Hoch auf dm Kaiser ein. und auch der Herr Kirchmrath war Diplomat genug, die .Sentiments", welche ihu über dm profefloralm Rüffel beschleichm mochtm, zu unterdrücke«. Und so geschah e», daß ttotz dieser pyramidalen Taktlostgkett de» lohalm Professor» da» Fest ohne weitere Störung verlief. Dasselbe Blatt brachte nach einigm Tagm folgmde Erwidemng zur Aufklärung über diese unliebsame Nffaire: .Ein gemaßregelter Toast". Unter dieser Aufschrift züchtigte Jemand im „Beod." vom 27. d. die Aufdringlichkeit eine» Professor» in Oehringen, der fich dort bei de» mtt der Einweihung einer Synagoge verbundenm Bankett herau»«ahm, die offizielle» Red«, wie fie bei einem solchen. Anlaß gehalten zu verdm pflegen und auch dort in der hergebrachten Weise in einem Lebehoch auf Se. Mas. dm König grgipfelt hatten, mit einem feieilichm Rüffel zu unterbrechen. Diesen hat er der Festversammlung dafür ertheilt, daß au» ihrer Mitte nicht auch bei diesem Anlaß ei« Toast auf den Kaiser »«»gebracht worden war. Mau kann darüber streiten, ob bei einem solhm harmlose« und nicht» weniger al» politischm Anlaß ein Kaisertoast überhaupt au-zubringen war.*) E» ftagt fich doch noch sehr, auf welcher Seite die wahren und aufrichtig« Katseroerehrer zu suche» find, ob bei dmm, welche sich mit einem Toast auf den Lande«vater begaügm, wo verständiger Weise nur von deffm und nicht auch vou de« Reichsoberhcupte» Tbäiig» keit die Rede sei» kann, oder bet deuen, welche ohne Grund uud Anlaß dm Namen dessen, der bei un» in Württemberg nicht der Landeövater ist, sondem al» Reichsoberhaupt i» Betracht kommt, bei jeder pafsrudeu und unpaffendm Gelegenheit in die Festlichkeiten hereinzerre». Letztere stehm beim Publikum tu de« Verdacht, daß fie da« nur thuu, um fich selbst wichtig und ihre Umgebung wie ihre vorgesetzt» auf fich ausmerksam zu machen. Da Deutschland jetzt seit 18 Jahrm ei« Kaiserthnm ist, grgm da« stch vou kein r Sette weder bet seiner Gründuug, noch seither ein Widerspmch erhobm hat, so ist in der Tdat picht abzusehm, we»halb diese Berfaffuugsbestimmoug immer auf» Reue feierlich zu preism sein soll, auch wo bei dm betreffenden Festlichketten kein äußerer Anlaß za irgend welche« Zweifel au ihrer Geltung gegebm wird. Boa dem Professor in Oehrtagm war e» jedmfall» eine Anmaßung, den bei der Einweihung ihrer Synagoge versammeltm Iudm uud ihre« Redner eine Vorlesung zu haltm und iu Erinnerung z, bringe», daß fie nicht »ehr tu Palästina, soudem in Deutschland wohum uud dem Kaiser ihre Huldigung uicht versag» dürfen. Sie find gerade so gnt deutsche Vollbürger, al» dieser Herr» der fich ihnm ol» Sittearichtrr aufdrängte und iham au» der Unterlassung eine» Akre», der iham weder durch die allgemeine Schicklichkeit noch durch eine besondere Verpflichtung de» Tage» auferlegt war, einm verletze»»« Vorwurf machte. Sie au de« Tag, da sie fich iu festliche« veret» mit thrm christlich« Mttbürgeru de» vollenretm Werke»! ihrer Synagoge freute», au ihre hebräisch« Abstammung zu erinnern, war wett taktloser, al» daß sie mit ihre« Lebehoch und Dank bet ihn« LaudeSvater tunegehaltm und sich uicht üb-r die Greuzm uud Form« ihrer württembergischm Verfassung hinaus verstiegm hatte». Eia wtrvtch gebildeter Mann, was fteilich uicht jeder Angehörige de« gelehrt« Bemfe» ist, hätte die Sttr» zu einer solch« gröblich« Störnag der festlich« *) vir hätte» oewänschr, baß i» >» schloß «a de» K»»ig»t»«p »der (ci t» veibi dang «tt de»seid«, m« jüdischer Seite »ach et» Hoch «vf t» Schntzherr» de» dem,che» Reiche« a»»gev>«chr ward» wäre. Var da«ädeisehenworden, sochrnd e»j, je»«« der anweieade» Säst» frei, dir» lofott nachgahale», «der in eetno» stal» w solcher rerlrtzendea vrise, wir es > schrtzen. <Rr»^

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