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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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(Die biblische Begründung: »Heilige Mäuuer sollt ihr mir sei», Aerriffeae« sollt ihr uicht effen- (2. B. M. 22,30 und ähnlich 3. B. M. 11.44 im Epilog ,ur Speisen gesetzgebung: »Verunreinigt eure Seelen nicht durch allerhand Sriechthiere ... ihr sollt euch heilig halte», den» heilig diu ich-, sowie 8. B. M. 14,2 u. 21: »Ihr sollt kein Aa« effeu ... denn rin heiliges Volk soll» du dem Ewige» deinem Gotte sein-) «spricht allerdings mehr für die letztere Auffaffuug; die Unreinheit deS Körper« führt zur Uoheiligkeit der Seele. — Da« Verbot des intimen Umgangs mit den gdtzeudienenden. fittlich-uureiaen Bdlkern zieht sich übrigen» durch die ganze mos. Gesetzgebung, und wird die Theilnahme au ihren Opfermahleu und Weingelageu ausdrücklich deshalb streng verboteu, damit durch voraussichtlich hirrourch herbeige, führte Verschwägerungen da« iSr. Volk nicht zum Abfall von Gott verführt werde. Red.) Merk«, 26. April. (Or.-Lorr.) Gestern Abend fand tu der Kommandantenstraße 20 — im Herzen de« »Süd- West- — eine Versammlung statt, rinberufen von den Füaf- «ndfiebruztgern für die Bewohner au« »Süd- und »Süd« Ost-. Die Versammlung war zahlreich besucht, die Lommisfiou hatte dafür gesorgt, daß die Mannschaften, welche bei allen Versammlungen find, auch hier zur Stelle wareu. Neue« wurde nicht vorgebracht, man verla« die Lirrrspondeaz, welche die 78 er mit dem Vorstände der jüdischen Gemeinde gehabt uud die schon vor Wochen in Ihrer Zeitung »er. öffeutlicht worden ist und knüpfte einige Seitenhiebe auf den Gemeinde-Vorstand und die Repräsentanten dara». Hauptzweck der Versammlung war der uorva, rarum — Geldsammlungrn. E« wurden Listen heruwgereicht zum Einzeichneu für de» Wahlfond: angenommen wurde von einer Mark unfwärt«. — Die Commission hat schon zwei Vereine in« Leben gerufen, eine» »Wahlvereiuzur Vorbereitung der Repräsentantm-Wahlen uud einen »Centralverein für jüdische Gemeinde-Interessen-. Der Vorstand uud di« Repräsentanten bewahren ihre voruehwe Ruhe; diese Herren kennen den Trubel schon von frühere» Jahren her uud wiflen, daß di« eigentliche Wühlerpartrt, die hinter den Coulifsen steht, sich nicht au« Tage«- licht wagt, weil sie in Berlin keiueu Boden findet. Mau spricht in gebildeten Kreisen vielfach seine Verwunderung darüber au«, daß unter den Führern und in den Reiht» dieser wahlagitatorischeu Versammlungen sich Männer de» finden, die einer Bereinigung augehöre», welcher Frieden und Eintracht zur Hauptpflicht gemacht ist. A««S»rß, den 26. April. (Or.-Cor.) Die Direction de« hiesigen Temprl-Berband« bringt zur öffentlichen Kenn» niß, daß Hr. Dr. Seligmann au« Bre«lau am Sabbath den 27. die erste und am Sonntag, d:n 28. d. Mt«. ei»e zweite Piobepied gt halten wird. Ein anderer C-nvidat ist, wie ich höre, au-ersehen, am 4. und 8. Mai stine zw« Probepredl^lcii zu halten. Außerdem sollen, wie erzählt wird, noch zwei Candedaten i» Aussicht genommen sein, für den Fall, daß di« beiden Vorgenannten keinen Beifall finden -sollten. Dieser Rücksicht auf dir Mitgl-eder de« Tempel- Perband.'« gegenüber erscheint da» Verfahre > des VorstrndeS de« Synagogen «Verband« seinen Mckgliedcrn ge^raübtr um so unverantwortlicher, da diese nicht nur den nrugewählten Radd ner vor der Wahl ni-lt zu hö en Gelegeny tt hatten, sondern (trotz BeschluffeS her 21er-Co nmisston) selbst die zur Reise nach Prag destgnirl gewesene» fünf Beitranentmänner ihn nicht einmal gehört haben, w.il der erwähnte Beschluß (mit Recht oder Unrecht will ich hier nicht untersuche») einfach wieder umgestoßrn wurde. Wir wollen im Interesse brr Gemeinde hoffen, daß trotzdem die Wahl eine glückliche gewesen sei» uud stlbst da« Rednerraleot de» Erwählten den Ansprüchen der Jetztzeit genügen wird; aber -entschuldigen könnte da« da« Verfahren de« Vorstände« de« Syaagoarnoerband« nicht und die Berantwonlichkeit ist eine sehr große, welch« er damit übernomaren hat. Der Vorstand . hätte umsomehr Veranlassung zur Borst hr bei der Wahl gehabt, al» e« ibm bekannt fein muß daß seitdem der verstorbeue D. I. Jsaacsohn nicht mehr ist, eine große Zahl religiö« lebender Grmeind«Mitglieder den Tempel aufs acht um Herrn Dr. Lrimdö fer zu hören, nachdem sie zuvor die Synagoge besucht bab.'n. Di» Ansicht, welch: man hie und da wohl noch zu hören bekommt: die Predigt sei Nebensache, ist selbst für H imbukg eine nur vereinzelt hervortretende und wird den Verfall de« Synatoqen-Berband« nicht aufhalten, wenn dir Wahl nicht den Erwartungen entsprechen sollte. Leider nimmt die Zahl der Mitglieder immer mehr ab, denn e« g<schuht eben nicht« in deren Jntereffe. Während Hamburg früher vier Gemeinde-Synagogen besaß, von denen 1842 zwei abbraant.-n, ist für diese zwei in der Altstadt (jetzt Reustal») belegen gewesenen kein Ersatz geschaffen worden und ein großer Theil der Wohlhabenden, welche vor den Thorm wohnen, wäre gezwungen, stundenweite Wege zu machen, wenn er eine der überfüllten Gemeinden besuchen wollte. Sie sehen sich daher von dem Genuffe, welchen eine geistvolle Predigt bietet, vollständig autarschloffen uud sind gezwungen, Winkelsynogozen aufzusuchen. Aus diese Weise schädigt der Synazozrnverband sich und di« Institutionen, welche zu fördern seine Hauptaufgabe wäre. «List» (Posen), 24. April. Heute Mittag 12 Uhr fand die Einweihung de« neuerbauten israelitischen Schulhause« statt. An derselben bethriligten sich außer zahlreichen Mitgl'edern der Gemeinde und der Schuljugend die Bertuter der städtischen Behörden, die Herren KcriSschulinspektoren Supn ntenbent Prtzold und Fehlberg, der Heue Landrach von Hellmann; al» Vertreter der Königlichen Regierung zu Posen wohnte Herr Regierung»- und Schulrath S n o y der Feier bii. Dieselbe fand in der Aula de« Schulgebäude« statt. Die Feierlichkeit wurde eröffnet durch einen zweistimmigen Besing, vorg>tragen von den Schülern unter Leitung de» Herrn Lehrer und Kantor Katz. Hierauf ergriff der Herr R gierung«- und Schulrath Snoy da« Wort zu einer Ansprache. Der Herr Redner führte etwa folgende« au«: .So ist er nun «rschleaeu der festliche Lag. der Lag der Freud«, an «ellve« da» neu« Schulgebäude sttner Bestimmung übergede» wird. Dieser Lag mahnt »»« aber zu» Dank und zwar zunächst gegen Sott, der da« herrlich« Werk ha» gedeihen lasten; zu» Dank gegen den Hirrscher aus dem preußischen Thron, der dafür unermüdlich gesorgt Hat, daß un« d«r Krrede gemahn dlted, »nter beste» Schutz da« Werk seiner Vollendung eatgegengesühtt «erden konnte; zu« Dint grae» vte städtischen vehtrdi», welch« da» Werk stet« «tt Interest« verfolgt«»; »um Dank ,ez«u d>« Vorsteher der Bemetud«, welche» dt« Errichtung de« neue» Gebäude« viel Kühe und Arbeit »ernrsacht hat; zu» Dank «ege» dt« Gemeinde, welch« dt« Mittel zu» Bau eewLhrt und ,«m Dank gegen den Baumeister, wel her de, Bau aulg'führt. Ein salch' schäue« Werk käuueu Menschenhände wohl errichte»; ob» <» liegt nicht tu ihrer Macht, "affelbe auch za erha.te». Dazu bedarf e« der Hilf« de« Herrn; .aus sei» Werk «aßt d» schaue», wen» dein Serk soll besteh».- Und wie Jakob, al» er bei« lleberschreitea de« Jabok mit Bott rang, zatetze, al« all« seine Kraft nicht andreichte, seine gastachr zum Bebet nahm, so auch «üsten mit deu Segen Borte« aus diese« Hau« heradßehen. Mdg« dasteld« rech» lauge sei»«« Zwecke die»««, Bildung uad Bottessurchl zunächst i» die Gemeinde m d da»» weiter tu die große Bemetuschajt ort Staate» hiaau»zmragea. Mögen di« Lehrer nach dem BorbUde de» Altmeister« Pestalozzi stet« bemüht sei», Berrraue» ans Bott uud Lied« zum Kaiser i» dt« Herze» der Jugeud zu pslraze», daun w.rd da« Hau» sestgegründet sein. Da» walte Botti- Herr Laodrath ooa Hellman« richtete hierauf eiuige Wonr au Sie Auwesenoen. Er wie« darauf hin, wie uusere Staat«regieruag stet» für da« BolkSschulwesen Sorge getragen hat, uud wie darum die Jugend aazuhalteu sei zu treuer Liebe zu« Vaterland und zu tauiger Bereyruag seine» Herrscher« Kaffer Wilhelm IL Der Herr Redner schloß mit emem Hoch auf Sr. Majestät, in welches ore Aawffeaveu dreimal begeistert einstimmten. Die Säuger saugen nuamchr die Nationalhymne. Al» stgeeadet, betrat Herr Raddiaer Dr. B ä ck die Rrdaerbühar, um deu Versammelten in längerer Rede die Bedeutung der Feier darzulegen. Nachdem der Herr Redner darauf hingewiesea, daß da» neue Schulgebäude nunmehr m seine« Aeußera und Inner» vollendet lst, daß e« ein herrlicher Bau geworden, der seinem Erbauer zum

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