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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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so daß ta« Christel» hn» daran feine Fackel «nizünden konnte. Daz» bedurfte e< aber der unirbuUiche» Streng« M rücksichtslose» StaatImannes. Mosel »ar den» auch der Man«, der Blut n,d Eise» nicht sparte. Zu Lausende« wurde» die >btriin»ige» hingeschlachtet, und für di« Uebenretung fast jede« Gebote« gab e« kein, andere Strase, al« den Lod. Dieser grausame Zug geht durch fast alle Bücher de» alten leftamevte». Jeder Rückfall zu« Götzendienst wird vom Herrn auf ta» döueste geft-ast. Er selbst brsahl den Jude», die heidnischen Eiuwohuer de» gelobten Laude« aukzuronen, damit e« gereinigt werde von den Gleaeln der Abgötterei. Sein» Gnade sür Heiden, keine Verbindung und kein Fried« mit ihnen. Und in der That, n ir so konnte inmitten götzendirnerischer Böller der Monotheiöwul erhalle» werde», Humanitär wäre bier verderblick« Schwäche gewesen. Die Propheten übrrboten sich >» it»reu Straspredigte» in Aeußerungen de« Abscheus gegen die Götzendiener. Die Heiden, welch« den jüdischen Staat umgaben, waren aber auch dainach, daß iare relig ösen Einrichtungen ind ihre sittlichen &», schauungen einem Bolle, selche» und so lang« e« am Glauter an «men uufichtdorev Gott sesthielt, drffe» Gebote schcn den ganz,» Inhalt u»ser<r Mora'p incipie» mindesten« i« lkeime enthalte», nur Wderwillen ein flöhen konnten. Bel und Mhl tia, Baal und Lschera, Dago» und Baalii» — verschieden« Ramen sür wesentlich gleich« Götzen, — waren die Repräsentanten von Grausamkiit und Unzucht, da« Gottelsh«bol selbst zeugt von einer Eibamiosigleit, daß ick e« hier auch nicht «ndeuien kan», und selbst in Sriechentempel» der Aphrodite wurde di« unverdüllte P,oftit»1iou al« wicktigfter Lheil de« Gottesdienst'» von de» Pliefteiinnen geübt. So vn lockend dieser Sinuenkult sür dt« Masse de» sinnliche» Orientalen war, so abftoßead mußte er auf di« Weise» und Erzieher de« Bolle« und aus alle Inden wirken, in deren der Got esgedankc und di« ethische« Grundsätze schon tiefer« Wurzeln geschlagen hatte», und ei» talmr bischer Kundamentalsatz, der al« die drei schwerste» Sünden Götzendieuft, Unzucht »nd Blutvergießen erllärt, findet in jene» Greueln de« Heidentbum« sei»« einfach- Erklärung. Um da» Gutachten, da« die Berthe,d'gung beansprucht, zu einem erscköpsenden zu mache», müßte auch der Bewert erbracht werbrn, daß der Lalmud verbindevd« Kraft eine« Sittencodexe» bar. Aber der Charakter de» Worte« selbst spiicht gegen ein« solche Aussaffuug. Lausende von Gelehrte» haben daselbst uncontrolirt ihr« Ansichten über »Alle« und Seiet* »»«gesprochen. E» finde» sich in diesem Werke neben wnnderschönen Ausiprüch«» der Phlojcphie und Moral auch Legenden, Parabel», Sprichwörter, med-ciaische und juristische Adhandlunge», erläuternd« Bemeriungt» irgen» «ine» obscure» Rabbiner« de« Mittelalter«. In diese« ungeheuren, literarischen Sprechsaal find auch verrostet« Waffe», di« heute nur «ehr aickäologische. Send habe». E «e Meng« derartiger Stelle» werde» von de» Israeliten selber mißbilligt und verworsen. da fie nicht mehr in Uebere nftimmvng «st unseren Sine» und de« Geiste unserer Zeit sind. S!« wissen, m. H., daß e« sehr leicht ist, wst etwa« böse« Willen diesen veralieteu, von den Israeliten selbst verworsenr» Stelle» eine falsche und irrthümliche Deutung zu geben. Senn «an blindliua« au» diese» Werke von 2000 Jahren ungenaue Stellen herautsucht, so «acht man sich einer Unehrllchleir schuld!,, indem man die Ereignisse, die besonderen Umstände, welch« diese staglichr» Stellen erzeugt, zu vertuschen sucht. Sie find«, in die'er Beziehung di« autführlichstenBelege in dem Gutachten .Joel'»* »nd tu der Monographie über de» Lalmud von .Deutsch*, «eich« beide Arbeite» ich den Akten beilege. Indes, darf «an nicht glaubt» daß der Lalmud «in todter Buchstabe sür di« Jsreeliieu sei. Nicht» s-rn-r al« di«»I Alle«, wa« aus den Rituo rnd die Leremonieu de» jüdische» Eultu» Bezug hat, ist durch den Lalmud geregeü. I« dieser Beziehung bildet er da« geistige Band zwischeii alle» Jsraeli'en, welche oos drmweie» Erdenrunde zerstreut find. Der Lalmud bizweckt die Einheit de» Rita« und in dieser Beziehung Hai er bindend« wraft. Di« Beriheidigung hat ,iren Moment zur Gestung gebrach», bei welche« ich noch verweile» muß und welcher Ihre Aufmerksamkeit verdient. Die aus di« »Gojim* sich beziehenden Stelle», sogt pe, finden sich im Schulcha, Arnch, welcher «ine Eodipeatioa de» Lalmud» au» dem 16. Jahrhundert ist. Darau» kann man schließe», daß diese Stellen sich aus di« Christen beziehe». Zunächst demerke ich, daß die angetlagrc» Artikel »ar von de« Lalmnd und nicht von dem Schulcha» Arnch sprechen, llebrigen», m. H., ist diese» Arg»» «nt nicht neu und schon in anderen Prozessen zur Geltung gebracht worden, aber «» wurde pegreich durch Dr Hoffman» i» seinem Buch: »Der Schulcha» Urach und dir Rabbiner über da» Verhältnis, der Jude» zu Ander »gläubige»* zurückgemieseu. E» he.ßt darin (S. U6 u. 117): »Der zweit« Bewei» Gildemeifter», de» er vielleicht (ich bezweifle «» sehr!) noch jetzt gelleud mache» würde, lautet: Offerte« lebt« i« 16. Jahrhundert in Krakau; wo waren da di« Steruanbeter, daß er so viel Rücksicht ans fie nchruen sollte?' Dieser Bewet» muß natürlich jetzt, nachdem die wahr« Sachlage bekauut geworden, «in wenig eorrtgirt werde»; anstatt »Sierneubeier* ist »Götzendiener* und «statt »so viel* ist »eintgermaße»* zu setzen. Also: »Wo war«, i» 16. Jahrhundert die Götzeudiener, daß der Sch.»A. einigermaßen Rücksicht ans fie nehmen sollte?* Run außer de» Gesetzen »über de» Sei»*, dt« auldrücklich, sowest Götzendienst dabei in Betracht kommt, al» bei de» Christen ungiltig erklärt wurden, wird zumeist nur »och i» de» Gesme» »über de» Götzendienst* der Götzendiener Erwähnung getha» Da' wird nun unter anderem gehandelt über den Ascher»-Cultu» (I D 168, 6—9 11; 145, 10; 146, 6; 166), über göttlich verehrt« Berge, Häuf« Steine, Lchiere. Bilder von Vögel», Sonne, Mond und Staats lJD^ 141, 1—6; 145, 1—5: 8—9), über Peor und «erkuli» (I. D. 16», 5^ O. Eh. 224, 1) «nd andme altheidnisch« Lulle (I. D. 169, 6—4; 6—7; 146. 12; 166, 8), über Liiere, die der Götzendiener den Götze» schlachtet und deren Blut er de» Götze» sprengt <J. D. 4. 1—6), über Lodtenbeschwörer, Magier und SElangentändiger sJ. D. 179, 5; 7; 16; 19), über Wolle von einem a'« Götze ver-hrten THIere »nd Schausäde» von Flach», der al» Abodi srra verehrt wurde (O. CH 11. 8), über den Feststrouß von einer Aschera oder von einer götzendienerisch«» Stadt <O. LH. 649, 8) und »och wehr dgl. Alle diel« Gesetz« »über Götzendienst* hat der Sch.-A. au« dem Lalmud ausgenommen, ohne zu frogeu, ob »nd wo dieser Götzendienst noch getrieben wurde. Wenn al'o in den Gesetzen »über den Götzendienst* «ater andere« alten launaitische» Borschriste» über »Götzendiener »nd Götzendienst* auch die Borschrift vorkommt: »Götzeudierer darf man nicht vom Lod« errette» l* ist da »och daran zu zweifeln, daß der Sch.-A. an dieselbe» Götzendiener gedacht hat, die auch der alte Lanna gemeint hat?! Kan» da auch nur im Entfernteste» au Christen gedacht «erden? Daraus hat, glaub« ich, R. Mose Ribke» durch sein Schweigen dir beredtest« HttStunft ettyttlt! Bo»h«>t und Verl umdnngssucht Ist e« dcher von Justu», wen» er talmudiiche Gesetze über «ötzendienir und Götzendienst, dt« der Sch.-A. wörtlich ausgenommen, aus Christen und ch iftliche Kirche bezieht, woran de» Ver asser de« Sch.-A. gar nicht gedacht hat. der vielmehr die Gefttz« au» de« Lalmud in «b»n demselb«» Worila lt ausgeaomm« Hab« würde, wen» e» überhaupt aar keine Christen gegeben hätte; ebenso «!e er die Borschristrn über Aschera-Peor-Hirmeö- und Lhierdienst ausgenommen, obwohl er von deren Existenz zu seiner Zeit ketue Kenmniß hatte, und diefelde« thatsächlich nicht mehr existirte». Dir Gesetz« di» Sä,-A., bei denen tn den »ncenfir.en Ausgeb,n von Götzendienern und Götzendienst und nicht von »stlojim* übe,Haupt gesprochen wiid, dürsten aunmebr von Keinem, der die Wahrheit liebt, aus Christen bezogen werde». Wir betone» entschieden, nicht nur wir, in der »eueftea Zeit, könne» dies, Gesetze »ich, auf di« Christen an- «ende», sondern auch der od«: di« Bersaffer de« Sch.-A haben bei solchen Gesetzen der Lieblosigkeit nicht im Entsernieftrn au di« Christ«» gedacht.* — Zur Zeit der Abfassung de» Schulcha» Aruch war ganz Asien und ein gi oßer Lheil Europa« noch de« Sützendirnst« verfalle», lleberdie» setzt der Schulcha» Aruch die Bedeut»», der wort« »Got «ud Akum* av«eivander und gtebt wörtlich die Stelle» de« Lalmud« wieder, in denen von Götzendienern, Sterranbeter» re. gehandelt wird. E» ist demnach »»zweifelhaft, daß der Sch.-A. den Ausdrücken »äioi und Akam* denselben Sinn wie der Lalmud beilegt, llebrigen« Hobe» di«; J»»aeliten gegen eine derartige Auffassung Verwahrung etugelegt. An -der Spitze aller >u»gaben, welche seit der christlichen Zettrechmmg erschienen find, ko», «an ein« .Verwahrung* lese», da« ist «tue Art ~ aaedtückUcher Erklärung, welche gegen dir Anwendung der aus »Gotm und «kam* bezügliche» Stelle» auf dt« Christen protestirt. Dies« »rooarvatio* hat folgende» Wortlaut; »lleberall, wo tu diesem werke di« Au»«rücke »Goi«, Akum* (Odüo ^.vockust Mm, Diener srember Götzen) enthalte» find, bezieh o sich dieftlben auf die Sterreu» und Plaueteuanbete» früherer Zeiten, dt« nicht an den Schöpfer und an die göttlich« Vorsehung glauben, wie solche« «a'moutde« ta seine« Wer», Jod Lhasaka i« Abschnstt über di« Götzendiener und in seinem riltgiM«. philosophischen Werke More Rebmchi» III. Lheil S°p. 29 und 80 „ch. weist und die er die Sekt« an Za hier ne aut; aber keine» fall» beziehe» sich dies« Ausdrücke auf di« Völker unserer Zeit, unter deren Mitte wir wohne» und für bereu Wohlergeh«» wir »ach de» Anordnungen unserer Weise» berr», «tu« Au» orduung. die wir bi» heut« »och befolgen*. (Amsterdamer Angabe 1862.) (Schluß folgt.) 1 Warum fehlt e» de« Vertt>ern «tt «abbiueru? D«r Vorstand der Berliner Gemeind« hat in der vorletzten Stummer*) dies. vl. heftige Angriffe erfahren, weil er | «ach seinen Erfahrungen die Meinung auögispwchen hat, e» fehl« an Rabbinern; in den letzten Jahrzehnten habe sich nur "3 eine geringe Anzahl talrntvo'ler junger Männer dem geiftlichen Stand« gewidmet. Der Vorstand selbst habe, so oft 4 eä sich in der Berliner Gemeinde um Besetzung einer Rabbiner- 3 stelle handelte, diese Verlegenheit am schwerste» empfunden. fA Dieser letzte Satz ist gerade kein Eompliment für die Herren, ' ^j die geglnwLUig amtirev. -o Wir möchten kein große» Gewicht daraus legen, daß bet J jeder befferen Bacanz so viel« Meldungen entlaufen. WeüÄ ») Rr. 14. — Obige« Artikel war uu» schon vor dem FestnM zugegange». , /

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