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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mi», PngMnnrf, 2. M»i 1889. MtlH für die religiösen und sorinlen Jnterrffen des Jndenthnms. wlyenUtch etfAfinl |c et« thrrarr k»e |JM«4«*r*vTrt“. M JanNlii- 91«»»«-». «* ,Jilt»*ar«t«vbl«»t«-. •üu ftr ib v»al MHl« »et tfra MJattn ». CiuH««M»at<» dr«i Mark »teiteitairl. Mtt »treeter Ameud»»»: Ißtzrttch 14 Märt, «ah »e« ■all«»»,: 16 Wb. iS st., A) 8m., 8 HM.. 4 »8UhV ®t« 4ß»+nr+,\n- Mtt Jaaritl«Kkl«H* (Ohne .81 ttct«lnt»l«ir) Mtt: » *U»b 2» Df«. Mntrt|i»i(t4. Cennrtflfgtbm Bon Rabbiner Dr. M. Htahmer in Magdeburg. Für Pihliil, (»41 Jriilita! I«f»»»1» Nt» die .Ile«» litt I<»e «,che»sck,tft" wie Kr Ml .JEIIsch, Sttttratar-Blatt*, die HdafHM't-.r^ BctUahU M» Ktn Hu» W Pf. ürk nttntktt »mech »U ■kkottml, ttmktttanm «o» O». I^Daub« 3m Oe— BudollMtma, XXmmamxtMtmLa. dB Voila, ».».ikct »Itteltt»«s(cmk<* «*: Bla »- »II, .686 . **’ •*FÜ» ^*dSKÄ*^' ]«b«lt: | Sott»»*» ttniftl: *»M««irt« kt 6tul8anMltf4aft Im Sujn«- j bttip. (ftottleyunp) — Warum fehlt ri de» Berliner» a* Ribbi- | «tu? — Zur jüdischen Lehrtftagi. j Bericht» »>d Or»rrefB»B>cn|(ii t T euljchland: Magdeburg. > Berlin. Hamburg. Liffa. Oesterreich.Ungarn: »u» Ungar». Wien. Belgien: vrüffel. Vrüffel. v»r«ischt» »ad »e«»st« Naehrlchteur Magdeburg. Berli». Karlsrube. Offenbach. Part». Amsierdau. London. Lo»do». Warschau. Jufecate (Nachdruck ohne Onellenangabe u»trrsagt.) Mni 1889. Har. 6649. ] Aalevder. i 9 1 Bosch Chodesch.—0»Mrl6 fnftef . . . 8 2 17 AwuuabeuP 4 8 TIOB <8,14). Perek 2. 18 feimte« . . 6 4 19 P«ni»,. . . 6 5 20 7 6 21 MUturnch . . 8 7 22 (raiMNi«, . 9 8 23 AmNaaerede der Gtaat»««waltschaft i« Luxemburg, derlretr» durch de» Substitute« Herr» Lamtlle Beller, ««halle» i» der Sitz»»« de« z»chtppllz«igerkchts a« »». 9Mti »»»» in E«che» bei -ffentlichen Ministerium» gegen die Redaction bei,^önre«bnraer Wort" wegen veleidtgnng der jüdischen Religion nnd ihrer Betenner. lFortsrtzung von Nr. 16.) Linen Augenblick zugegeden, dir aus die .Gojim* sich beziehende« Stellen finden sich wliklich im Lalmud, so frage ich jed u rnparierischeu, nia.t vor ringet, ommeren Menlchen, reicher nicht zur jüdischen Religion sich bekennt, ob er deshalb sich beunruhigen würde. L« ist doch für jeden, der ein Geietz, rin philosophische» oder Moralihstem oder über- Haupt je»« Ae» Herr ng eine» menschlichen Gedanken» etforfch n will, «ine »»adllsfig« Bedingung, daß er dieselben im Lichte der Zeit, in welchtr jU «schienen, betrachtet. Man «oft die Menschen diese» Zeitabschnitte«, ihr« StNen, den G»ad ihrer BUduug, dl« llmgebuna I» welcher lie «lebt, der Erriguiffe, nuter deren Liupuff« st« gestanden, i» de» Kreis seiner Fors>hung ziehen. Da« ist di« erst« Foideiu», sür jeden Forscher, der er sich niemals entziehen darf. Deshalb gehe» auch in der Schale dt« rlassischen Studie» dem Studium der Pandekten, des üffeutlitden Rechts und der Geschicht« des rbmische» Rechts voran, L» ist uumdg. lichk R« PHUosophir Boltaire's zu verstede», ohne sei»« Zeit, deren Berksrperuug er gewesen, zu erforsche». Da» Gleiche ist bei de« Tal- «ud« auch der Fall. Sei» Ursprung gebt aus da» Jahr 600 vor der christliche» Zeitrechnung zurück. Seme Redaktion wird in den erste» ffinf Jahrhunderte» der christliche» Zeitrechnung fortgesetzt und seine Lommentiruug umfaht ungefähr «tuen Zeitraum von 1000 Jahren. Aus wen bezieht sich demnach die Qualificatton von .Gojim*, welch« Bin de« babylonischen Talmud siadet u»d tu die vorchristlich« Zeit »? Da« sind doch sicher nicht dtejeutge», »elch« di« katholische «der resormirt« Religion bekennen .Gojim* bezeichnet Götzendiener und »Akum ist znsammeugesetzt aus ten vier Aus»»,»tuchstaden von drei Worten*), welch« würtltch übersetzt .Anbeter »er «rer»«* bebe««». Ist es demnach logisch, dies« Bezeichnung aus Katholik« oder Protestanten zu beziehe»? Scho» die Geschicht» brr Ursprün^ der israelitisch» «eligion spricht «egen «in« solch« Anffaffuug. St« wisse», m. H.. dah Mose« ein Restnnator in reltgilser und sorialer Beziehung zugleich gewesen jyfyai craso nats — 01*3*5 c ist. Lr hott» sich dl« Aufgabe gestellt, eine stark« und uuabhllugige Theokratie ,u gründe». Gewiß «ine schwierig« Ausgabel rin im Götzendienst und in ollen Lastern morgenländischer Sittenverderbaih erzogenes Volk >u «in»« sittlichen und einfichtlgen zu machen. Zur Vollendung dieses beilsamen und reaeuerirrnden Werkes muhte er vor Alle« den Götzendienst und di« Siltenverderbnih de» kämpfen, »der dies« hott« bereit« schon zu tiefe Wurzel gefaßt, der L »siuß «ingewurz-lter Sine» war bereits so mächtig, daß es der «»«rgischften Gegenströmung bedurft«, um «in» heilsame Aeuderuug berbeizusühteu. Dieser Umstand erklärt« auch di« barbarisch« Bestrafung der Anbeter de« goldenen Kalbes. Daher wurde auch jede Ueber. «retung der zehn Gebote mst der Todesstrafe belegt. Di« Gefahr für den jüdischen Staat lag in der Berührung «U den Götzendienern. Ist «» deshalb zu verwunderu, «. H, daß der Talmud Schritt für Sdiilt den Gong de« Judeuthuma me Lause der Jahrhuuderte per» folg» und di» Spuren dieser Kämpf« gegen den Götzendienst und gegen di« heslig-n Rücksäll« bewahrt bat: deshalb sind«» wir auch hi« und da «ine Verwünschung gegen dt« Gojim, was ja ganz natürlich ist; aber «I ist dutchaus falsch, diese Stell« heute auf diejenigen zu beziehe», welche die chitftlich« Religio» bekennen. gu dem von Dr. Josep Kopp i» Folge de« Prozesses Rohling. Bloch vetöffeniltchten Werk findet sich in dieser Beziehung folgende de» «erkenswetth« Stell«: »Moses stellt« sich rin« Aufgabe von einer Größe und Sch» Irrigkeit. wie sie in gleiche« Grade die Geschichte kcu« einem andern Manne zugeschrieben hat, und «8 ist de,reiflich, daß die Religionsgeschichte ihn als da» Werkzeug Gotte« barftellt, denn, was er ongeftiedt und zum Thetl vollbrachr hat, geht nach menschlichen Begriffen Über Menschenkraft. Line geknechtete, entwürdig!«, durch menschlichen Frohudienst von jeder geistigen Regung lern gehaltene, durch Sklaverei depravtri« Menge sollt« ihren n-ächtigen Herren entrisse», zu einem Volke gemacht werden, da« im Stand« ist, ein Land zu erobern und einen selbstständige» Glatt zu bilden. Und doch war die» noch der leichtere Theil seiner Ausgabe. Inmitten einer Welt, di« nur einen Mehr oder minder rohe» Fetischdienst kannte, sollt« sein Volk zu der abstrakten Höh« einer reinen Gottesidee gehoben werden, zu dem Glauben an «inen unsichtbaren ewigen Schöpser des Himmel« und der Grd«, der vor Allem di« 8r« obachtung va» Geboten der Sittllchkest verlangt«! Gewiß hat dieGottes« td.-e auch de» Weisen anderer Völker gedämmert, und es ist vielleicht »ehr als wahrscheinlich, daß dt« esoterischen Lehren der ägyptischen Priester, deren Schüler Mose» ja war, ans der Gottesidee fußte». Rirgends ab» wagt« man es, daraus hi» eine Bolksrrligion zu taue», ans. der Aäe» verbannt war, was a» F*tischi»mis «»nette. Moses allein wag:« es, und e» ist ihm trotz aller Cmcesstonen, die er dem dumpfe» Sinne seiner Zeitgenossen machen maßt«, trotz aller Rückfälle, deren periodisch« W ederkehr de» Haupideftandtheil der jüdischen Geschichte bildet, gelungen, «in L:cht z» schaffe», das nt« «ehr ganz erlösche» ist.

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