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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 15-16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 15-16.
Article
Beilage zu Nᵒ 15-16.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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L. Mt. JtttMMbtfaUnd klkJlHIiMC Mj3^ *5^ 2 Wchttzßde». firfffc »ch |ti|cm verständlichiktt bd Gottes- Ltenstes soweit es di« geböte« Schon«», des Hergebrachten znläßt, rntaege» zu kommen, Lin Mittet dazu wird ohne Z»«if«l bic (»fetuajUc Möbchenconfirmatia» sei». Ich sage,fo#tnmat", mei bei HfeidK* Aehnlichkeite», »eich« mit der christlichen Lonflrmatiousfeier beste den, doch die Verschiedenheit diese Itfyu Ä^tit üdäioiegt. Diese Verschiedenheit gilt zuuLchst gegenüber dem katholisch«» Stanbpnnbe. dessen sacramentoler Begriff i» l^iesem Falle, sowie überhmtpt in der Auffaff»»g dg» Gottesdienste» für uns unbrauchbar ist. Dem Katholiken ist die Lheiluahme am Gottesdienst ein untrügliches Mittel zur Erlangung der Seligkeit, uns soll »er Gottesdienst uur ei» Mittel zur Erhebung und Erbauung »der genauer gefaßt, rin Mittel zur religibseu Erziehung der Ge» mei »de sein, die durch die Lehren, welche fie im Gottesdienste aufuimmt gekräftigt werde» soll, ihr bürgerliches «nd häusliches Lebe» zu einem Gottesdienste zu gestalten. Das ist eine Idee, die man nicht als eine resormatorische bezeichnen «nd oerdächttgen kann, denn fie wurde von de» wahrhaft religiöse» Geistern zu allen Zelte» des Judenthums mit Eifer gepredigt. So wie der Prophet Zacharias (7, 5. f.) auf di« Frage, ob mau «ach »er Wiederherstellung des Tempels zu Jerusalem die alten Fa» tage halten muß, autwortet: »Wenn ihr fastet, fastet ihr ja nicht mich und wenn ihr esset n»d trinket, seid ihr es. die effrn und trinken." ebenso spricht Pch der Talmud aus. indem er sogt: »Ein allzu langes Gebet «nd eine schüfe Mauer bringe» de« Menscheu Sünden i» Gottes Gedächtviß" (Berachoth 58»). was sagen will, daß da« Pochen auf die Quantität oder überhaupt auf di« äußerlichen Wirkungen des religiösen Thun« geradezu die göttliche Strafe heransfordere. vielleicht ist es überflüssig, daß ich die Nbschweifuvg an dieser Stelle brachte, aber ich glaube» daß man nicht oft genug die Wahrheit wiederholeu kann, daß der Talmud uod da« rabbinische Judenthum nicht z» alle» Zeiten in dem kleinlichen Formenwesen «ttrrgegangeu sind, welches wir ja nicht vertuschen »ollen, sonder», daß es -immer Geister gab, die dir religiöse Form als die Schale brttachteteu, welche de» Kern wohl schützt, welche aber ausbrechen muß, wenn der Lern zum Keimen gelange» soll. Unsere Lonfirmation ist aber nicht bloß von der sacramentaleu des Katholizismus, sondern auch von der dogmatischen der protestanti,chen Kirche geschieden. Unsere Lonfirmation soll nicht eine Stärkung im Glauben, sondern im Wisse» sein, fie soll nicht Heilswahrheiteu, welche zur Seligkeit, sondern geschichtliche Wahrheiten, welche zur Erkeuutuiß nvthig sind, vermittrln, fie soll nicht di« Lehr« der Kirche, sondern die Lrhreu Gottes verbreite» helfen. (Schluß folgt.) Aollettivavlwort a» de» $*•$. 8-v. betreff» »er „15 SAtze". Di« 15 Sätze haben nicht überall die erwartete Zustimmung gefunden, und doch ziemt dem immerhin wohlgemeinten Streben eine gewiffe Anerkennung; schon die Höflichkeit erfordert, daß auf das Ersuchen de« D.-J. G.-B. eine Antwort ertheilt «ird; diese Antwort »ird um so wirksamer sein, je mehr i'uterschrifteo fie vereinigt. Daun aber ist Kürze eine unumgilngliche Forderung für den Text derselben. Denn jede Motioirung wird subjektive Momente des religiösen Denknts uod Empfindens des Autors hineinbriugeu, di« nicht in gleicher Weis« oou den Lollegen getheitt werden. 'Darum schlagen wir folgende» lurzeu Wortlaut vor: Die Unter,eichuetep erklären, daß fie bei aller Anerkennung der löblichen Absichten de» D.-J. G.-B. aus religiösen und prattischeu Bedenken nicht i» der Hage find, das Flugblatt .Grundsätze der jüdischen Sittenlehre" zu unterschreiben. DeMschr «ich ' . MitzßstsstntzG. 10. April. Kurz vor Abschluß dies« DpMl-»tz. gingen uns mehrere BÄchte über ffgligians« schule» zu. die i«. ihren Vorhemerkuuge» munch« behÄhgensw^she Winke «ud »athlchläge für Lehr«: und Schulpprsttnde enthalte^ den«« wir nach dem Feste di« verdient« Würdigung zutheil »erde» laste« »olle«. Wir begnüge« «ns heute mü der kurze« Aufführung: I. 46. Jahreoberlcht der Gewe>pdÄkeliglon«-U»terrtchts»A«ft»lt t» vreslan. Mt eiae» Vorwort voa Kabblaer Dr. Iodl betr. y« BotkultüM &ttt flcniünw. 3. Jahresbericht ilvrr di» AeliAoas-Uaterrichts-Austalt der Sh»» aoge»We««i,de vresla» vow Dirtgentei, Dr. Sawaelsoh». Mt eine» Vorwort von Rabbiner Dr. Roseutha l über de» Werth des He britische» aa der Religioasschul«. 3. 38. Bericht über die Religioasschme der rhaagogea-vemeind« KSaigsoerg Mit eiae« Vorwort vo» iiabbmer Dr. Ba«- berger über Schülerbibitothekeu nebst Katalog der Schul» bibliothek. lvaa letztere« find besonder« Abzüge gewach», die der aesch. Herr llolleae, wie er ua» »ittheil t, aus Wunsch den Schuleiter» gern nab gratis zur Verfügung stellt^) 4. Jahresbericht über dir „hebräisch« Schale' in Akaanheitu. Voran geht di« Linweihangsred« des Stadtrabbiaers Dr. Appel. b. verwalta-gsberichi der ioraelitische» velidonsgemeiad« zu Dresden l«. s-nd «. .Dl« «elchio-ssale'.) Magdeönrg, 4. April. Das i« Sachen gegen da» .Luxemburger Wort" ergangene Urtheil lautet dahin: Dir Behauptung der Bertheidiguag, di« bcregten Artikel seien als eine dogmatische Abhandlung über den Semitismus a»z«seh«u. sei nicht zutreffend, da fie vielmehr bäswillige Angriffe gegeu einen im Großherzogthum eiugeführten Kultus enthielte». Die Veröffentlich«» z sei in einem bei der Landbevölkerung verbreiteten Blatte erfolgt und geeignet gewesen, gegeu die Indra aufzuhetzea. Auch »er voa der Bertheidiguag beantragte Wahrheitsbeweis durch Sachverständig« sei nicht zuläsfig, da eiae solch« Bewrisführuag in axsoia unerheblich sei, indem die Berhetzang straffällig sei ia jedem Falle, sowohl wenn die angeführten Thatsachen falsch, als weau dieselben wahr find. Aut Grund dieser Beweisführung und unter Anwendung der in Arttkel 12 des Pr«ßgesetzes-nieder» geschriebenen Strasdestimmuug vernrtheilte da« Gericht den Angeklagte» Wetter unter Zabilligung mildernder Umstände zur höchsten Geldbuße vo» 500 Franke» sowie ia die Koste». Außerdem wurde die vervffeatlichang des ergangenen Urtheils im .Luxemburger Wort" und zwar 3 Tage nach erfolgter Znstelluug angeorduet. ZN» der Arsninz Asse« geht «ns folgender Artikel zu: Der Deutsche-Israelitische Gemeinde-Baud «ud seine Zwecke. Die Leser dieser .Wocheuschnst" haben aus derselben erfahren, daß der Deutsch-Israel. Gemeiudeduud bestrebt ist, durch schriftliche Abstimmung aller Rabbiner Deutschlands die Reinheit der Lehre Israels in 15 Glaubenssätzen f» ^'istellen. Gegenüber den Angriffen auf uuseru Glauben und unsere Sitteutthreu, die wir heute voa allen Seiten zu erdulde» haben, gegenüber der immer stärker und heftiger werdenden Hochflut des Antisemitismus ist eine mannhafte Entgegnung, ausgehend von der Grsarnrnthett der religiösen Lehrer und Leiter der jüdische» Gemeinde« aller Parteien durchaus berrchttgt. Ich bin nicht Rabbiner uud will mich deswegen auf eine veurtheiluag dieser ,15 Sätze" hier nicht eiulasten, zumal in dttsru Blätter» diese Sätze vielseitig nach ihrem theologischen uud praktischen Wrrthe gewürdigt und vor Allem dieses Vorgehen nicht einmal als neu gekennzeichnet worden ist. Denn bekanntlich haben die Rabbiner Deutschland« schon vor mehreren Jahren ans der Rabbiner» versammlung in Berlin, 4. Juni 1884, eine zweckentsprechende „Erklärung" ertasten über die Grundsätze »er jüdischen Stttenlehrr besonders den Andersgläubigen gegenüber. Wenn der Ausschuß des D.-J. G^B. dieselbe Auzelegeaheit nach 5 Jahre» wieder in di« Hand nimmt, 1» soll dieses sein Berdirnst ungeschmälert blechen. Er hält es seinerseits als

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