Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 13. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 13.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/5369809-5935066-5956574--7064-5373123
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

102 10. Mär». (Or.-Lorr.) Der der Kammer »er Abgeordnete» vorliegende «tot pr» 1889 und 90 betrifft i» Kap. 00 de» Staatsbeitrag zur israel. Eeutralkircheukasse. Da firmiert ei» Pauschalsumme zufolg« früherer Berabreb«»g mtt 18515 M., ei» Beitrag z» G«. haltsoufbefferungeu für bie Rabbiner, Vorsänger »nd israel. Konfesfious-Schullehrer «it 445st M. und ei» Beitrag zu Penfioneu der Rabbiner n»d Vorsänger und ihrer Hiuierbliebeue» in der Höhe von 4528 M. — olle« wie bisher, zusammen 27500 M. Der vebarf der i«r. Lentralkirchenkaffe ist für jedes der beide» Matsjahre »o» der israel. Oberkirchrnbehvrd« zu 57164 Mk. 15 Pf. augeuommeu. Während hiernach der Beitrag »er Staatskaffe znr israel. Ceutralkircheukaffe »uveräubert wieder io dem pro 1887/89 ' verabschiedete» Betrag eingestellt ist, ist die Landesnwlage der israel. Gemeinden auf Gruud des Gesetze« ». 23. Dez. 8873, und zwar vom 1. April 1888 ab, vou bisherigru 10917 M. pro Jahr um 3207,45 M. auf 14124,25 M. erhöht worden. Die dermalige» aus der Lrutralkirchrnkaffe fließenden Stellengehalte die Rabbiner (je neben freier Wohnung undEmolumenten) betrage«bei demRabbiuat Stuttgart 2600 SR., der dcm neu rrricbtttru Rabbiuate Ul« 2500 M.. bei 5 Rabbinate» 1800—1948 M., bei den übrigen Rabbinate» 1700 St. Doch kamen dazu für die schon vor 1878 aogestrllten Rabbiuen 50 M. für Wegfall von Emolumenten durch das neue Civilstandges etz und Alter«, zulagen. Bom 1. April sollen nun die Gehalte sämmtlicher Rabbiuate für Rechnung der israel. Leuiralkirchenkaffe um je 200 M. erhöht werdru, wogegen die Entschädigungen für Stolgebühreu wegfalle». Gleichzeitig soll da« System der Alterszulagrn so geordnet werde», daß jeder Rabbiner aus der israel. Eeruralkircheokaffe nach 5 Jahren 100 M., nach 15 Jahren 200 M., nach 25 Jahren 300 M. und »ach 35 Dienstjahreu 400 M. Afterszulage erhält, jedoch mit der Maßgabe, daß Stellengehalte und Llrersznlage bet einem Stellrugehaltr vou 2000 M. und darüber dir Summe von 2500 ft?, nicht übersteigen darf. Die Etatserläuterungeu bemerken hierzu, daß die Absicht der k. Regiernug ist, diesen Anträgen der israel. Oberkircheubehörde die nach § 20 der k. Verordnung vom 27. Oct. 1831 erforderliche Genehmigung zu rrtheileu. Die Rabbiner Württembergs erhalten damit eine wesentliche Aufbefferung. Oesterreich-Ungarn. Aus Augar», 15. März. (Or.-Corr.) Die Sutrolehre des Judeoihums m 15 Pnnkien wird mit Recht von der gesch. „Wochenschrift" beanstandet. Nicht nur sind weite Gebiete der jüdischen Sittenwewhelt nicht beiühit, sondern e« ist da« ganze System der aprioristischen Behandlung sowohl theoretisch als praktisch lückenhaft. In ersterer Richtung, weil die Grundbedingung der Sütenlehre: die Befteiung von Leidenschaften, wclche da« Leben an sich uud für Andere trüben, fehlt, m letzterer Beziehung, weil di« moral.sche Gerechtlgleit im Einzel- und Grsamwtleben ganz uube'ühr; ist. Da wäre denn doch eine Erinnerung a» den Weisen des Talmud (Slakoth 24) angebracht gewesen, welcher den König David die ganze „Ethik de« HeidenlhumS" in e l f, den Propheten Jesoja in sechs, den Propheten Micha in drei Punkte zusammeofaffen läßt uud den Seher Habrkuk in einen einzigen Puuft: „Der Gerechte lebt seine« Glauben gewiß.'*) Gottgefällig und «enscheuwürdig leben »ad leben lassen erscheint mir in der Thal als die Wurzel und Krone jüdischer Sitteaweishrit und Sittenwahrhett. »ns Augar», 21. März. (Or^Eorr.) „Keine Maske sah mau tragen, keine Sitze fiud erklungen, nichts gesagt und urchts gesungeu ward i» diesen Pnrim tagen. Ehmpto» malisch für die im Laube herrschend« Stimmuug ist der Schuß, welcher gestern im ungarischen Parlament abgrfeuert »md«. wo bie Geister »der. bester gesagt, di« Leidenschaften aufeinander platzten. Solch' grwaltigeu Begebenheiten gegenüber. deaeu »er Ministerpräsident v. Tisza sich recht gewachsen zeigt, fiud Gemeindewahl-Ereiguiff« in der Landes« hvrptftadt (der Pesterjüd. Gemeinde) uud Laudrs-Sttpeudic»- Lerthriluuge» für jüd. Hochschüler und Rabblvats-Semiuaristeu von nicht ausreichend gewürdigte« Interesse. Der nem Repräseotanteu-Wahl-Modus i, der von M. Wahrmauu i« Seifte der Gerechtigkeit geleiteten Bester Gemeinde ist durch Verlängerung »er Mandate (ein Fortschritt, safer» die Thetlnahme uud LheUaahmsäußeruag der Gesammtheit der Gemciud« nicht «ft genng — zur Belebung des religiöseu Sinnes uud hnmauitären Inter effes au der Gemeinschaft — zum Ausdrucke gelangen ka»u. Doch schweigt G. f. D. in unserem Lande der Antisemitismus, der tu de» städtische» Gemeiudrwahlen zu W i« u sich leider de» größte» TheU der Refideuz erobert hat. Uud die Kaiserftadt an der Dona« war noch vor wenigen Jahren, Dank de» edle« Impulsen des Hofes, musterhakt tolerant. Die Hamaus sterbe» nicht au«, uns fehleu aber die Mordchai's. — Hinc illae Ucrimae. Schweiz. Aaset Die hier erscheinenden „Basler Nachrichten" veröffentliche« de« nachfolgenden Bericht über die am 15. d. M. zu Aarau staltgehadte Delegirten-Bersammlnng der Schweizer Thierschutzoereiue, deren Haupt»Verhandlungs- Gegenstand die jüd. Schächtfrage bildete. E« wird — heißt es darin — Ihre Leser zweifelsohne iuteresfirr». Näheres über dir brzüglicdro Verhandlungen zu erfahren, au welche» u. X. auch Hr. Rabbiner Dr. Engelbert in St. Gallen hervorragenden Xatheil genommen hat. Die Debatte» wurden eiogeleitet durch «in auskläreudes Referat des Hr». Bezirksverwalters Keller. Bicepräfidrut des Eentralcomitees. über deu Stand der Schächtfrage. Die heutige Bewegung ist entstanden durch di« eigeothümlicheu Verhältnisse im Aargau, wo die Israeliten in Eudiugeu und Leugern schächteu dürfen, in Baden aber nicht. Dies hat bekanntlich de« Großeu Rath veranlaßt, eioeu Beschluß zu fasse», nach welchem das Schächtoerbot für deu ganze» Lautou gesetzlich aufgestellt werden soll. Zum Gesetz ist es aber noch nicht gekommen, »eil der Großradbiuer (?) Wertheimer in Senf Namens der Israeliten beim Bundesrath vorstellig geworden ist, uud dieser noch keinen Entscheid gefällt hat, sondern vorerst Erkundigungen über die verhältnlfie tu anderen Staaten einzieheu will. Dies hatte deu Eeutralvorstau» des schweiz. Thierschutzvereias veranlaßt, der Delegirteuversammluug de» Antrag zu stellen: Es solle di« Versammlung de» Borftaur ermächtigen, sich beim Buudesrath für eine einheitliche Reguliruag der Schlachtmethode» mit obligatorischer Betäubung zu verwenden, eventuell die Juitiative zur Sammlung der 40,000 Umerschriftea zu ergreifen. Gegen diesen Antrag «achte Hr. Dr. Engelbert gelteud, daß er zwar nicht glaube, bet Thierschutzorrein agitire nur aus Starrköpfigkeit gegen das Schächten, aber lebhaft bestreite« müsse er» daß das Schächten eine Thierquäleret sei Mehr als 58 Gutachten vou wtffeuschaftlicheu Autoritäten sprächen zu Gunsten des Schächten«. Das Schlachten durch Christen auf de« Lande sei eher eine Thierquäleret. Man solle zuerst deu Entscheid des Bandesrathes adwarte» und daun Beschlüsse fassen. Hr. de Buds aus Genf erläutert uud empfahl die Vermilllungsmethode in Genf, wo das Thier unmittelbar »ach de« Schächtstich durch den Gruickftich betäubt wird. Hr. Eantonsftatistiker Naef trat für bie Anträge des Borstaudes rin. Irgend welche autt. semitische Agitation würde de» buwaneu Prinzipien des Thierschutzvereius widerspreche», aber di« gleiche» Grundsätze mache» es de« Vereine zur Pflicht, p» einem Ute entschiede» Stellung zu nehnieu, durch de» täglich mqählig« Thier e vom Lebe» zum Tod gebracht werde». Der Thierschutzverei» muß ein« möglichst scho».-rzlose Methode »erlauge»; wie sie erfolg«; km» ihm gleichgültig sei». Dbr "Ir-- . < rif'MVW •) Litat« unterließen die Vers, der .Grundsätze" grundsätzlich. (Sied)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.