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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 11. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 11.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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- 83 zusühren! Mögen unsere Gönna und Frmade da« An. bcntcn lieh» Heimgegaagrutr durch an ta> Ramm dieser £ knüpfte, der Anstalt überwach«« Geschäft weihen und der» re», s» daß die fromme Pietät gegen Verstorbene zugleich ein Segen für di« »othleidendea Mitmenschen «erde! Durch die Erweiterung der Wirksamkeit unserer Anstalt sind bedeutende Mehrkosten, sowohl für die Erhaltung wie für da« bedienende Personal enistanden, die un« veranlassen, on den woblthätigeu Sinn der Gönner und Freunde unsere« Institut» mit der Litte ua» zu wende», in weiteren Kreisen für materielle Unterstützung unserer im Dienste der Menschheit stehenden Bestrebungen zu wirken." I» Asyl befanden sich Altersschwache und Sieche 1886: 22, 1886: 27. Von den am 1 Januar 1888 verpflegten 24 (10 mävnl. und 14 wribl.) Altereschwacben baden ein Alter von über SO Jrhren: 2. von 80 bi» 90 Jahren: 5, von 70—80 Jahren: 11, van 60—70 Jabren: 4, von 50 - 60 Jahren: 2. Da« Durchschnittsalter der Männer ist 79'/,, da« der Frauen 75 Jahre. — Die Summe der verpflegten Armen betrug in dm letzten 3 Jahren 58, 61, 66 (darunter christliche 4, 15, 21). Die Bilanz pro 1887 schließt mit 401303 M. — Unter bat jährlichen Bel» träden finden sich 5 k 600 M. (sämmtlich Mitglieder der Familie E!tzbach>r in Köln, Bonu und Amsterdam) einer von 300 M. (L. Rochsch.ld-Lölv) einer von 100 M. (1». Ben-Esse»), einer von 90 M., 2 k 75. 2 k 50, 10 4 30 Mark. — Da» ist praktische» Judenttzum. e» sei gesegnet! Kaneönrg ». d. K. Herr Louis Lehmann hier, der Voofitzende de« ,i«r. Arwen-Holz-Berrin«" und de« Verein« «zur Ausstattung i«r. Mädchen" leitet den von ihm erstattete» Rechenschaftsbericht für da« Jahr 1888 mit folgcodm trefflich« Dorten eia: «Mit erhebendem Gefühle blick« wir auf da« abgelaufme verein«jahr zurück. Immer mehr wächst am hiesig« Platze die Erkenntuiß, daß es heilige Pflicht ist. an ernst« Erinnerung«»-« und bei freudigen Familien-Ereigniffeo nicht allei» in herkömmlicher Weise der Nathleidend« direkt zu gcdeokeo, sondern auch da für dieselb« sorgenden Justitute. Diese Erkenntuiß tu Thal« umgesetzt, vnbürgt »« immer mehr erblühenden Bestand unsaer WohlthätigkettSvrreine. . . Werke da Barmherzigkeit »erd« nur gefördat von frriwilltg« Gab« solcher Person«, »eueu da« herrliche Wart „Zdokoh" — die wrt Liebe gepaarte au«- gleicheude Gerechtigkeit gegm seine Mit»«schm — <ei» lata Schall ist. — So »nr ist e« möglich geword«, daß tu »usaer »ahältoißmößig klein« Gemeinde 7 WohlthätigkeilSvcrerue vorhanden fiu» und daß außerdem für läale und auswärtige HUferufe, komm« sie vou Juden oder Kichtjnden, die Hände daeit find, zu gebm. Wahrlich da« große Herz Israel« zeigt sich im Lleiom wie im Groß«, j in Befouderm wie im Allgemein«! — Wa» nun «n Holzveraa betrifft, so hat derselbe im abgelanseu« Jahre 8 Doppelwaggan« Sohlen d. t. 600 Etr. Stetakohl« und 6 Raummeta Buch«holz zur Bertheiluug gebracht. Diese Uuterstützung beauspmcht« 10 Kamllim «ud 7 alleinstehende Person«. Die Zahl hat sich erfreu« licha Weise um 2 vrrmiudert. Da« Bereinsvamögeu erreichte in diesem Jahre die Summe vou M. 8616.52 (gegen M. 6214.29 im vorhageh«d« Jahre). Auch da jüngae Baeir», dcffeu Thätigkeit vorerst «ur in da Ansammlung eine« Fond« besteht zur Au«stattuug i«r»el. Mädch« gcwimu an Ausdehnung und Sympathie. I» da kurz« Zeit seine« Bestand« — seit Mai 1886 — hat derselbe eine recht stattliche llstitgliederzahl aufzn weisen. Da Grundstock seine« vermög«« betragt M. 3296.19 (grg« M. 1766.68 in Vorjahre). Diesa Bann verfolgt «mch d« löblich« Zweck, mittellas« Mädchen bet Ansbildung für einen Lebeusbrruf, bet Begritndnug eine« Geschäft« oder eiua Häuslichkeit helfend «r Veite zn steh«. Da«m maß a »or alle» Ding« destrebt sein, einen größer« eisern« Fond« anzusammelu. Hochnfeeulich ist e«. daß unter Mitglieder-Beiträg« und Geschenk«, sich auch beträchtliche von ehemaligen Hombürgern, die jetzt auswärt« wohn«, befinden, die dadurch daß d« Judm vielfach abgesproch«e Hetmathsgrfühl glänzmd bethätig«. Da Herausgeber de« Bericht«, da iu Mußestunden auch da Muse da Dichtkunst einige liebliche Verse zu «tlockcn oastehk, eröffnet und schließt den Bericht mit Gedichtchen. Möge da« aaregenoe „Schlußwort" hier eia Plätzchen finden: .Wem früh da» Blink schon an der Wiege stand. Wem frohe Jugendzeit hier war gegebe», Wem Ba'.le» Bitte Reichthum gab im Leben, Wer edle Daakbaikeit dafür empfand, — Wer fremdem Leid sich liebreich zugewandt Ser Wohtthun will mit sriaem Glück verweben: Der unterstütz« freundlich unser Streben, Und öffne unserer Bitte Heiz und Hand." vesterretch-Uwgtrrn. d. Zfrehßnrg, 7. März. (Or.-Corr.) Die Wehrgesetz. Vorlage im 'ungarischen Parlamente, die jetzt zu heftigen Debatten und lärmenden Demonstrationen Anlaß giebt, hat auch bereit« ein wenig auf da» jüdische Jntereffe hinübergespielt. Ein Abgeoidneter lenkte nämlich die Aufmerksamkeit da Minister auf den Umstand, daß bei den Eaoallerie- Regimente« die Angehörigen einzelner Confesfioncn kaum Osficiere wadeu können, wogegen der «riegSminister die Thatsache ansührte. daß 2'/, Procent der Offiziere der ungarischen Lavallerte-Regimenler der jüdischen Loofessio» aniehören. Da» religiöse Bekeuotniß bilde k e i u H i u d eruiß bei Erlangung de« Osficier-Range«, wenn der Betreffende sonst den Anforderungen entspricht, und er wade stet« nur »af die Tüchtigkeit, aber nie darauf acht«, ob der zu eraeonende Osfizia Jude oder Ehrift ist. Ein anderer antisemitischer Abgeordneter, ein Geistlicher, sprach wieder bei dieser Gelegenheit »on der Judenpreffe und al« er darüba vom Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde, rief er au», der Minister solle au« jüdisch« Freiwillig« Unteroffiziere machen, den» Jude» werde» lieber wanipulirende Feldwebel al» Offiziere; eia Aa»sp«ch, da allerdings mehr Heiterkeit als Beifall hervoaief. — Hiazulaudr erregt e« jetzt Aufsehen und Sergeraiß, daß sich orthodoxe Rabbiner untereinander in den Haaren liegen. Da Segenstand de« Streite« ist — die Prßach -Eichorie» da sog«annte Frank T-ffee, da iu Ltuz (Oeftareich) und iu Lischau (Ungar») sabricirl wird. Der orthodoxe Rabbiner iu Wien, S. Spitzer, ein Schwiegersohn de» Lhatam Sofer, läßt iu dem 30 Meilen weil vou Wien «lfernt« Lasch»», unter seiner Aussicht rituell« Frauk-Laffee bereit«, deu da orthodoxe Ort«raddiner zu Laschau, M. Juugrriß, zum Gebrauche für Peßach öffentlich verbietet. Darüba nuu große Fehde und Polemik zwischen d« orthodox« Rabbinern, die sich dem Einen oda dem Ludau anschließ«. Die orthodoxen Blätter gesteh« ftlba, daß solche Vorgänge nicht geeignet find, die Autorität der orthodox« Rabbiua uud da« Ausehu der orthodoxen Judcnheit zu heb« und zu festig«, und daß diesa Streit em wahra Ehillnl Haschen ist. Da gauzen Angelegenheit Hegt aber die Geldfrage zu Grunde. Den Laschaua Rabbiner ärgert und vadrießt e«, daß Har Dpitza au« Wien iu seinem L«mpet«zkreis eingreift uud ihm ein« vadienst wegschnappt, der doch chm al« Ortsrabdiua zufall« sollte. C» icheint au« dem Ganz« so etwa« wie die Ironie de« bekaantea talmudisch« Satze« hervorzuschimmeru: ,E» giebt Fromme, den« ihr Geld mehr am Herzen liegt als chr« eigene Paso« «ud chr eigena Eharacta." Da« geht au« da weitläufig« Entgegnung hervor, die Spitzer al« außerordentliche Beilage da „Allgemein« jüdischen Zeitung" diesa Lage veröffentlicht hat. Riflaab. VeterrdntL, 25. Februar. Trotz da Haabsetzung da Zahl jüdischer Stndeuteu au da hiesig« Uuioafität ans «ne drei Proant, ist da« Eoutigueut da «ulLugst für

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