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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Daß di, SIAowa allmählß; auch in weiterm Kreff» di« erstrebt» und wohlverdiente Amrkmuuua grfundm hat. »««eist der i« Laufe diese« Jahre» i, de« Städten «anudeim, Müochen und Wiesbaden,solvie imvor»«»Jahrei«Mainz erfolgte zahlreiche Beitrittt von Ehrenmitglieder«. Möge diese« edle Beispiel auch in den übrigen wohlhabenden israelitischen Religionsgemeinden unsere« deutschen Vater» lande« vielfache Nachahmung finden! Bei Beginn de« Jahre« 1888 betrug die Zahl der acttdeu Mitglieder 272. von diesen starben 8. Durch den Eintritt von neuen Mitgliedern hob sich die Zahl der activen Mitglieder am Anfang d. I. auf 278. — Die Zahl der Ehrenmitglieder beläuft fich auf 813. Iu welch' progressiver Weise die Unterstützungen von Jahr zu Jahr z igletch mit den verwehrten Einnahmen wuchsen, zeigt folgende Zusammenstellung au« den letzten fünf Jahren: Im Jahre 1884 kamen zur Berthrilaug Mk. 8 520.— „ . 1885 „ . . 8 910.— . „ 1886 . . . 10186.— m m 1887 „ „ '» „ 10 769.— . - 1888 . . . . 11460.— 49 845 — Während der 24 Jahre ihre« Bestehen« hat die Achawa die Summe von 14 0,608 Mk. zur Bertheilnug gebracht. Da« Bereiusoermögen beträgt am Anfänge d. I. im Nenuwerthe Mk. 157 124.66. Da« ist ein großartige« Rrsaltot, da» aber noch viel gläozevder hätte sein kännrn, wenn Rabbiner. Lehrer und vor ollem die Gemeinden ihre Pflicht g'than hätten, Ma» braucht ilo« da« verzeichuiß der Gewänden, welche Ehre»mt1glteder (mit dem so geringen Jahresbeiträge von 6 Mark) stellen, zu durchblätter«, um sich zu überzeugen, wie viel« Gemeinden »och zurückstehen. E« find bi« jetzt im Glmzeu 88 Gemeinden, darunter mehrere au«, ländische (Pari,», London, Italien, Amerika), so daß uur 75 Gemeinden au» ganz Deut sch laud fich im Berzeichniß befinden! Und wie viele Ehrenmitglieder stellte die Haupt» stobt de« deutseheu Reiche«? Ma» schämt fich, die Zahl zu nennen. Während unter Frankfurt über 400 aufgezählt find, stellt Berlin ein Tontiugent vou 11 — 10 Herren «ud «ine Fr«> —I also ein Mtujaa Leut', da« ist die Stadt, in der der Deutsch-isr.-Gemeiudebund seinen Sitz hat, der in erster Reih« die Pflicht hat, für di« iuvaliden Lehrer einzutreteu; denn vom Einkauf i« der LebenSverstchmuugsgeselllchaft der „Victoria" hat der d«rch Krankheit oder Alter dienstunfähig gewordene Lehrer nicht«. — (Wir »olle» dt« andern großen Gemeinde«, die durch ihre Abwesenheit tu dem.Bericht" glänzen, hier nicht aufführe», fie würden ein;» zu große» Raum eiunehmen. Wir haben ohnehin die Abficht, auf die «anze Angelegenheit «tngeheud zurückzukommrr, bet Besprechung der jüugft angeregten wichtig« Frage, betreff« einer Rabbtnrr-Peufiou». nebst Wtttweu» «ud Waisenkaffe. Red.) H. B. 1. März. (Or..Eorr.) Ls ist unleugbar von großem Werth« und dient al« Sporn der Nacheiferung, wenn in jüdischen Blättern öfter über die in den Gemeinde« vorhandenen wohlthittgm Vereine und deren Wirke« berichtet wird. So la« Schreiber diese«, Vorsitzender de« hiesigen Wohl» thätigkeitg-Bereins.i« dies. Bl.jüngst ernen Bericht über den Po» sener Wohlthätiaketts-Bereiu, in welche« von der Erweiterung der vereiusttzäligkeit d«rch Förderung de« Handwerk« unter de« Juden durch de» domgen Vorsitzenden angeregt und auch zu» Beschluß erhoben wurde, Knaben, welche Lust und Lieb« zum Haedwerk haben, iu jeder «eise zu unterstützen. Diese Anregung «achte fich nu« der hiesige Vorsitzende H» rige» und brachte ein» gleichen Antrag in der General» Versammlung de« israel. Woisithätigkrits» Verein» awf die Tugrsorduuug; der Antrag wurde im Priueip richtig aag^ nommm u«d zur Vorberathung der einschlägige« Bestimmung«« ei« Lommtffio« von 7 Mitglied«« gewählt. Unser verein, i« Jahre 1846 gegründet, ist wohl der älteste der Provinz Pose»; zähst gegenwärti« 46 Mitglieder und besitzt ein Baar-Bermöqen von 6300 Mark, e« «erden gegen Bürgschaft zinsfrei Darlehn bi» 150 Mk. verliehen und erhalte« au» den bereiten Mitteln nur verschämte Arme Unterstützung. Außerdem find die Mitglieder zu gegenseitiger Ausübung vou Freundschafts-Pflichten in Krankheit»» und sonstigen Unglücksfällen verpflichtet; bringen auch alle, wo» lodend anzuerkenncn ist, dem verein ein warme» Interesse enteeoeo. — In vormrr Woche veranstaltete der au» 108 Mitgliedern besteheiid« hiesige israelitische Fraue«»Bereia zum Besten deffelben eine musikalisch-theatralische Abendunter» Haltung, wäche für die Taffe einen Retto-Ertrag von 103 M. ergab. Es hatten sich dazu einige Dairen und Herren vereinigt, welche in Theaterspielen. GesangS-Borträgen un'» Musik- Aufführungen ganz Vorzügliche» leisteten, namentlich erregte »ine junge Dame, Tochter de» hiesigen Eantor» Goldberg, Aussehen durch ihr« »xrkten und stimmungsvollen Vortrag auf dem Pianiuo. — .eine vollendete Klavier-Birtuofin >' Reichrr Beifall lohnte allen Mitwirkenden. — Zum Schluß bemerke ich roch, daß auch dieser B»rein einen Baarb'stand al» eisernen Fond im Betrage von ca. 4500 Mark hat und sehr viel Gute» wirst. LwHemstwrg. <£«tt«Ht», 1. März. (Or-.Lorr.) Dir .Archive« israel.' kommrn anläßlich eine« Arttkel» im ,Gil 8la8* auf die von der Luxemburger Kammer verweigerte Naturalisation an sechs Israeliten zurück. „Gil Bla»' und vor ihr da» Amsterdamer Handelsblatt und die „Köln. Z»g.' halten die absichtliche Lüge verbrestet, diese sechs Israeliten wollten durch ihre Nnturalisatton sich dem deutschen Militärdienste entziehen. Rniürlich ist diese» «ine freche Lüge, die von den antisemitischen Blättern zu Lasten der deutschen Juden au», gebeutet wird. Die sechs Israeliten sind sämmllich geborene Luxemburger, von denen zwei iu tat Hauptstadt und vier in Esch an der Alzette geboren sind: Da deren Eltern schon vor 80 Jahren in da» Grobherzogthum eingewandert sind, so hätten deren Söhne vor Ablauf de« 21. Jahre» die Erklärung abgebrn müffen, daß sie die Eigenschaft al» Luxemburger aonchmen wollen. Da dieselben» wie dir» öfter« vor» kommt, au« Uakenntniß die gesetzlichen Bestimmungen verabsäumt haben, so kämm fie bei der Kammer um die Statu« balisation ein. Die Gemeindebehörden, di« sich gutachtlich zu äußem ha Um, sprachm sich einstimmig für di« Gewäh. rung der Naturalisation au». Wie mir von verschiedmen ehrenwerche« Deputirten der Hauptstadt und de» Lande» vnsichrrt wird, herrsche bei einem Theile der Abgeorduetm, angefacht durch oie Hetzartikel der klerikal« Preffe, eine Abneigung gegm die Juden, andere Abgeordnete aber versichern mir, daß lediglich sachliche Motive die Kammer geleitet hätten, und wenn dir Betreffenden hmte wieder ihr Gesuch änreichtrn, so würden sie angmommm werdm, wa« zu bezweifeln ich jedoch gutm Grund habe. Boa einem Erfolge kann der Antisemitismus hier um so wmiger sprechm. «l» noch vor kurzer Zeit Herr Jule« Godchaux, Fabrikbesitzer auf Schleifmühle, zu« Bürgermeister emaont wurde. — Die Anklage wegen Beleidigung der jüdischm 8te« ligion, welch« die Staatsanwaltschaft gram die Redastio» dm „Luxemburger Post' angestrmat hatte, sollte am 26. d. M. zur Verhandlung gelaogea, ist aber auf einige Wochen vertagt wordm. Da der frühere Staatsanwalt, Herr Thora, zum Mitglied« der Regierung bernsen wurde, so wird di« Anklage durch dm Substitute« Herrn Bester »ertretm werdm. — Die Augelegeuhrit de» projesttrtea Rmbane« der Synagoge wird demnächst de« Sradtrach beschäftigen. Die Fmauz» und Baukommffsto» schlägt -die uumtgestliche Ab» tretuug eine» der schöustsu öffmtvehe» Plätze zum Bauplatz Mt; uur über dte Höhe der Geldsubveuttoa schwmm »och Brr-

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