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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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e» Hai sich finit mm 1092.23 ML vermehrt Keruer besitzt die Gesellschost «och ei» Legat der Aerdiuaud Ariebeberg-, Bella, gib. Llrudt-Stistuug so» 600 Mk, «»d eia Legat der 2alias Werrchal-Siistuug vaa 3000 ML Borfitzruder der esellschast rü Herr Adolf Roseathal und Reudaut Herr Adolf Jacoby, beide snt einer Reihe voa Jahre». Marti«. Ueber Stöcker al« Hofprediger füllt uua auch da« wuservvtive Organ de« Herr» Lnckhardt folgende« Urtheil. Herr Stöcker »weiß selber geaaa, daß drei Bieriel seine« Ausehea« bei der Maffe dem .Hofpredigergelten, daß er sich in dieser seiuer Eigeuschast manche« gewagte and schwer zu beweisende Wort erlauben darf, weil die »Schranken seine« Amte«" ihn schützend und schirmend umgeben, «ad daß seine in!xr Volksversammlung vorgetragenen Meianageu gerade darum ei» solche« Gewicht au«üben, weil er dazu berufen ist, au heiliger Stätte deu Höchsten im Staate ebenfall« seine Meinung zu sogen. Fällt der »Hofprediger-, fällt der »Agitatornach. Zweifellos würde der »von deu Schraakeu seine« Amte«- befreite Mann in der ersten Zeit den versuch unternehmen, sich noch »gefürchteterzu mache», al« er schon wäre. Aber wie lange würde da« dauern? Und wie bald würden fich die Eonflicte mit deu Behörde» eiustelleu, die Agitatoren gewöhnlicheu Schlage« so leicht erblühen? Darauf läßt e« Herr Stöcker nicht „»kommen, abgesehen davon, daß e« in seiner Natur gauz und gar nicht liegt, de» Qualm der BolkSversammlungeu dem Parfüm der Hoslu^t vorzv ziehen.... In deu SS Tage» »er Regierung Friedlich IIL hat der Hofprediger Stöcker deu Agitator in oorfichlige« Schweigen gehüllt. Da« würde er io deu Tagen Wilhelm'« II. wiederum lhun, wenn e« nöthi, wäre — und abwarteu. Denn Agitator kau» mau jede» Tag wieder sei», ivenn die Dinge fich ändern, aber iu Bezug auf deu Hofprediger — da bleibt man schon lieber hinter deu schützenden »Schranken seine« Amte«-. Merki«, 28. Februar. (Or.-Eorr.) Seit 11 Jahren exiftiit hier die etwa 100 Mitglieder zählende »Adath- Jeschurun--Gemeinde, dir von der Haoplgemeiode stet« in wohlwollender Weise subveutiouirt worden ist Durch deu Umzug uach »unserem neuen Heim in der Jerusalemerstratze 66 mid Erhöhung der Miethe waren der kleiueu Gemeinde mehr Lasten aufgrbürdet. Wiederum trat die Hauptgemeiude nach eiugeholter Information und gewonnener Ueberzeuguug de« Bedürfnisses mit einer Erhöhung unserer Subvention helseud rin. (Auf der Stell« unsere« frühereu Gebethaufe«, Liudeustraße 80, wird eine Syuagoge seiten« der Hauptgeuieiude errichtet.) Wir find hiernach überzeugt, daß auch ohwi die vor eiuigeu Monate» eiugrleitrte Agitation uud ohne Bildung der sogeuaunten 78 er Eammfffiou der Lorstaud uud die Herren Repräseotauteu den fich gelteud machenden Bedürsuisseu iu deu entlegeueu Stadttheileu Abhilfe schaffen werdeu. Au« diesem Gruude hat unsere Geueral-Berfauuuluag, welche am Souutag de» 24. d. M. staugesuudeu, beschloffe», nur auf dem Wege der Petition, ui« aber durch Agitation mit der Hauptgemeiude zu verkrhreu. Ja der Geueral-Bersammluug ist der bisherige Vorstand, wie seit ca. 10 Jahren, »iedergewählt; er besteht au« deu Herr«»: L. Jacob, I. S. Loh», I. Gumpert, I. Peglau, H. Senator, D. Auerbach, D. Lichtenpei», Julia« Keuchel uud Ph. Arndt. Au unserer Synagoge fuugireu zur größten Zufriedenheit di« HHr. Dr. I. Landsberger al« Prediger und H. Türck al« Lautor. — Der Kassenbericht schließt mit 8039 ML iu Liuuahme und Ausgabe. Au« Merki» wird un« au« Studenten kreisen geschrieben: »Be» Lectüre von Nr. 8 der ,J«r. Wocheuschr.- fand ich uuter Ihren Berliner Eorrrspoadenze» ein« Notiz über eia Rencontre zwischen rtuem jüdische» uud einem antisemitischen Studenten iu dem »zahnärztlich«, Institutder Universität. Die ganze An zelegeuhert entbehrt jedoch jede« aetuellm Hintergrund»«. In de» ersten Tage» de» Jaauar« erschien im »Verl. Tagedl.- dieselbe Notiz, «eiche bald i» andere Tageszeitungen gleicher Richtung übergiug. Ich habe sofort über de» Borfall die sorgfältigsten Erkundigungen eiugezogeu uud erfuhr zu meiner arößüm llrberraschung, daß weder ei» Student »Daniel Hoffam zahnärztliche» Institut nnmatrikulirt sei, noch irgend ein diesbezüglicher Vorfall sich ereignet hätte. Hierbei will ich Jhuen bemerken, daß nicht Herr Geh. Roch Prof. Busch, der wiffruschaftlrche Dirigent jene« Instituts, sondern Rector uud Senat der Universität die Bchörde ist. von der im Falle der Wahrhett ein« di«- ciplinarisch« Untersuchung hätte au«gehen könne». — Die Berichtigung jener Notiz erschien z. Z. sowohl im »B. T.- al« in andern Zeitungen wenige Tage später. — ‘Da die Auffrischung diese« au» der Lust gegriffenen Borgange« wohl geeignet ist, von Neuem böse« Blut in antisemitischen Kreisen zu erregen, ersuche ich Sie höflichst, von dieser Berichtiguug Notiz zu nehme»." (Wir kommen diesem sehr berechtigten Wunsche mit dem Bemerken noch, daß wir die betr. Notiz einem un« zum Zwecke de« Abdrucke« übersandten »zahn» ärztlichen Fachblattentnommen, also keinen Gtuad sie zu bezweffrln hatten. Red.) Au» Mtzeiuheffe«, 27. Febr. (Or.-Lr.) Der »verein zur Unterstützung i«rarl. Seminaristen im Großherzogthum Hessenversendet ebe» eine Aufforderung zur Anmeldung von Zöglingen, die mit den privaten Mitteln auskömmlich unterstützt werdeu sollen, wenn fie in einer hesfischeu Lehrrr» bUduugSanstalt Aufnahme finden, hier auSgedildet «erde« uud ihre Prüfungen bestehe« und fich verpflichten, später i» einer hesfischeu ReligiouSgemeinde ei» Amt cmzunrhmea. Da bisher stet« Mangel an jüdischen Lehrern iu unserem Laude ist. so würde der Verein uuter Umständen auch Ausländer uuterstützeu, wenn fie die obengeuaante Berbiudlichkeit zu erfüllen die Gewähr bieten. Araullfurt ».ML Der 24. Rtchenschast,bericht der »Achawa-, de« segen«rrichsten Berrin« zur Unterstützung hilfsbedürftiger i«r. Lehrer und Rabbiner m Deutschland, sowie deren Wittwen und Waisen, ist dies'» Tag erschienen und legt Zeugniß ab von den herrlichen Früchte», die diese au« kleinen Anfängen auf Anregung und durch die uuermüdliche Thäthigkeit dr« Herrn K l i n g e u st e i u hervorgegangene UnlerstützungSkafle in stetigem WachSthu« zeitigt. E« muß jeden Menschen» und Leb rer freund mtt wahrer Freude erfüllen, wenn er iu dem voa Herrn >. Teblä im Namen der Berwaltuug abgestatteten Bericht liest: »In fortglsetzter uud erfreulicher Arbett ist da« Jahr 1888 zu Ende gegangen, und mit freudiger Genugthuuug könne» wir da« Wirken der Achawa wieder al« ei» segenevolle« bezeichnen. Wir vermochten s ä m m t l i ch e an un« gerichtete Gesuch« i» genügender Weise zu berücksichtigen und in viele» Fäll« augenblicklicher Noch oder plötzlicher Erstattung helfend uud rettend eiuzuwirken. Ls kamen im Gauzev im abgelaufene» Jahre ML 11460 zur Berthrilung, Jahresunterstützungen 9650 M. und au« dem Resrrvesoiid 1810 M. E« erhielten an JahreSuuttrstützungen: IS alleinstehende dienstunfähig« Lehrer. Mk. 1768.— 21 alleinstehende Wittwen. „ 2166.— 6 Wittwen mit je 1 unmündigen Kind« » l'WO.— 8 Wittwen mit je 2 unmündige» Kindern „ 612.— 1 Wittwe mit 8 unmündigen Kindern „ 288.— 1 Wittwe mit 4 unmündige» Kinder» „ 272— 1 Wittwe mit 7 »»mündigen Kindern ,. 874— 4 Ehepaar« ohne unmündige Kinder . », 816.— 1 Ehepaar mit 1 unmündige» Kind«. „ 288.— 4 Ehepaar« mit jeünnmündigeuKinder» „ lt88.— 1 verwaiste« Geschwisterpaar .... „ 204— 1 Waisr.. 17(1— Ans. 67 Personen (71 Lheil« zu 18« Kt) — Kt »160.— Mit volle» Recht uud mtt befriedigeudem Bewußtsein darf sich die Achawa sagen, daß «« ihr auch st» abgelaust»«» Jahre gelungen ist. mauch« dekÄumene Herze» getröstet u»d da» harte Loo« trauernder Wittwen uud Waise« einigermaßen grüudert zu haben. .

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