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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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diesem toftnbcn RaL^urst, welcher nur durch Blut gelöscht werde» kann, eine» Zaum anrulegru. Zweier bemrrkenSwertber Friedensfreunde, des jüngst vklsiorbrnm Rabbiners Isidor uud de- Herrn Henry Richard, wird im Almanach in einem Nekrologe oedochl. Elfterer gründete 1867 die ,Jnt«rnoti«»aIe und beständige F>i«densl aa*. w lche deute in die „Looiöts Fravyais« eis» ^eoiu cts Ja Paix“ (Französischer Verein der Friedrnefrit-' d') unig wandc l :st und man sagt von ihm, daß er nie Len Glauben ousgegebrn hot. daß der Tag einst dämmern werde, an welchem alle Menschen aus Erden einen Bruderburddildenwürden. — liSsind birrilsVo Ehrungen a>uoss"', daß bei Gelegrohe t dcr Parisic Ausstrllunq di.sr I e du ch die lOüjährige Gedäcklnißsiicr der französischen R>rolutiou, auf deren Oriflamme .Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit* geschrieben standen, be,ondnS zum Ausdruck kommen soll. Gr»ßstrtt»«nie« Lpnds». Da» englische Judenthum hat «inen schweren Berluft erlitten. Lady Anna Maria Goldsmid starb am 8. Februar zu Cambridge Square, Hyde Park. Geboren 1805, hat die Berstorben« da» hohe Alter von 84 Jahren errercht. Ihr Barer war der verstorbene Sir 1.8. Goldsmid Bart. Sie huldigte der streng religiösen Richtung, obschon sie Mitglied der Berkeletz-Street-Synagoge war nod hat nie ein mosaische» Gebot wissentlich übertreten. Sie war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, innig »ertraut mit der Litteratur nicht nur unsere» Lande», sondern auch mit der de» europäischen Contiuent», mit deffen Sprachen fie hinlänglich vertrant war uud die sie nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich mit Leichtigkeit uud Eleganz zu verwenden wußte. Die beide, großen Ziele, denen sie ihr Leben gewidmet hat, waren die Auftechterhallung de» jüdischen Glauben» durch Berbretung der Religionskenntuiß und die Förderung de» allgemeinen Wissen» in chrcr Ge- «rinde. Ihrer Fürsprache und chreu Bemühungen verdanken hie Md. Kteinkiuderschulen und die Taubstummenanstalt in Nottiug Hill ihr Entstehen und ebeus» war fie für die Errichtung einer Lehrerbildungsanstalt thätig, zu «elchem Zwecke fie de deutende Summe» zusammrngedracht hat, welche al» Stawmcapital für die eiuftige Realifirung ausdewahrt »erde». Ihre Feder stellte fie fortdauernd in den Dienst der Sache de» Judenthum»; fie übersetzte Solomon'» Predigten, Cahen'» .Die GotleSmörder* u. s. w. und schrieb selbst uwhrert! Broschüren von bleibendem Werthe. Mit fast alle» bedentenden Schriftstellern der Gegenwart stand fie in Berbiodung, war innig befreundet uud correspoadirle mit Harrtet Martinen« und Miß Mitford, welche deid« fie in ihre» Schriften ehrenvoll rrwähueu. Sie war ein« leidenschaftliche Berehrerin de» Professor» Mark» und hat sogar an»drücklich besohle», daß ihr Grabstein al» Inschrift nicht» al« die Bemerkung enthalten sollte, daß fie ein Mitglied seiner Gemeinde war. Eia auderer ihrer geistlichen Lieblinge war der verstorbene Dr. Arlom, Vorgänger de« E«rru Dr. G after, Chacham der poriugrefischen Gemeinde, vbschon sie zu demseldeu mehr im BerhäUniß einer Parrouiu stand; denn ihrem Eiufluffe aus ihre» Schwager war e» zu verdanke», daß der ralentoolle Ausländer au» Neapel herübergeholt wurde, um da» Amt eine» geistlichen Ooerhaupre» bei den Pottugresea zu übernehmen. Jede Predigt, welcher dieser hielt, legte er erst der Berstarbeuee zur Beurcheilung uud Revision in Bezug auf di« Sprachrichligkeit de» ihm fremden Idiom» vor uud da» Unheil der gelehrten Frau galt in der litterarischen Welt al» maßgebend. Manchester. Am 10. Februar fand Hierselbst die Keier de» sogenannten .Hospital-Sonntag»* statt, bei »elcher Gelegenheit in der spanischen und porlngiefischeu Syuagoge diöch Re». J.H. Valentin« uud i» der Süd-Mauchester- Shnagoge durch Reo. I. Simon ei» besonderer Gottesdienst «dgehaltrn wurde. Elfterer wie» in seiner Ansprache auf die Lehre de» Judenthum» hin, nach »elcher bei der AuStheilung »o« Wohlthateu keine Rückficht auf da» Glau» ben«bekeavt»iß und die Nationalität de« Euipfänger» genommen «erden dürfe; die« bestätige schon die Thalsache, daß Juden und RichtMden derselben Mutter — Erde — ihren Ursprung verdanken und daß beide für ihre Handlungen ein und demselben himmlisch«, Richter vrrautivortlich seien. Erhaben stehen daher die Kranken» und Siechrnhäuser dieser Stadt da. Mit Recht «erden fie von unfern franzöfischeu Nachbarn „ölaiaona äs Vien* — Gotteshäuser — ge» nennt. E» find Häuser, rn welchen der arme, leidende -ranke rin willkommene» Heim find«, Häuser, in welchen er! mit Allem, wa» sein trauriger Zustand erfordert, ausreichend l versorgt wird und au» welchen er durch die Kunst der Aerzte ' und die zarte Pflege d« Wärter und Wärterinnen unter J Gotte» Beistand bald wieder in den Schooß der Familie zurückgeführt wird, um liebevoll und mit erneut« Kraft für j Weib und Kind sorgen zu können. Rev. I. Simon hob hervor, daß Wohlthätigkrit, die! goldne Frucht der menschlichen Barmherzigkeit, sich nirgend i m«hr manifestire. al» in der Errichtung von Kraukenyäujern. i Die« sind d,e heiligsten aller von Menschenhänden erbauten j Tempel. In diesen himmlischen Räumen findet der arme,! bekümmerte Kranke diejenige Bequemlichkeit, Pflege uud Nahrung» welche ihm sein bescheidene» und dürftige» Wohn» , hau« unmöglich bieten kann Der Redner fügte noch hinzu,; daß da« Judenthum sich zwar nicht rühmen könne, einen | rechtmäßigen Anspruch auf den Titel .Schöpfer de« ' Hospital»* zu gaben, jedoch hinreichende Beweise au» der Bibel erbringen könne, daß da« Gotteövolk seit undenklichen Zeiten durn kein Beispiel die Welt belehrt habe, daß die 8ind«ung de« Nummer» uud Elend« eine Pflicht sei, die e« nicht bloß gegen seine Glauben«genofien. sonder« auch gegen die Bckenner anderer Religionen, ja sogar gegni Heiden uud Feinde, au«zuüben habe. Ver«isch1r «»st «e«este A«chrichte«. Magdegarg. Aus »ehre« au »n« gerichtete Anfragen von llollegen beiüglich ihre» Berhaltens zu der jüngsten Zusendung de« D. I. 9. B. (Mtr. die Unterschrift zu den „Id SS Yen") theilen wir mir, daß wir in nächster Nr. Nähere» darüber bringe, werden. El sind nn» bereit« mehrere Rabbiner bekannt, di« ihre Unter schulst dazu nicht geben; so z. v. da» Berliner Rabbinat. In jedem Falle sollte,« die Mitglieder de» .Rabbinerverbandel* mit ihren Unterschriften noch zurückhaltea, bi» dies« Angelegenheit eingehend besprachen ist. Werkt». Wie der »Germania* an» Posen bericht,!« wird, wurden wieder SS6 in Warschau wohnhafte ausländische Inten au» Rußland, ausgewiesen. Ehristbnrg, 2b. Februar. In bestem Wohlsein und umgeben von seiner zahlreichen Nachkommenschaft (6 Söhnen und 2 Töchtera uebst deren Familien) beging da» Jakob vehrendt'sche Ehepaar Hierselbst da« Fest der goldenen Hochzeit. Am Borwittag erschienen zur Gratulation in cotpor« die Mitglieder des Magistrats nud des Stadtrerordneten - Collegium», sowie der Synagoaen-Vorstaud I» weiteren Berlanfe de» Tage« überbrachten de« Jubelpaare noch zahlreich« verwandt«, Bekannte »ad Mitbürg« ihre Glütttrünsche. Gran. 20 Februar. (Or^Corr.) Samstag den IS. Februar hielt Herr Rabbiner Dr. S. Horovitz au« Blelitz hier «inen Probe» Vortrag. Der Gedankenreichthum, dir formvollendete Darstellung und die geistvolle Anwendung »nd Deutung von biblischen »nd widvnschischea Stelle», durch «elche die Rede sich anHeichnet«, rechtfertigten de» bedenteuden Ruf, der dem Dr. Herovitz als Kunzelredner vorausging. . llvle». Baron Hirsch hat «cherwals eine Riefe»spende, diesmal für hiesig« verschämt« Arme gestist«; die jährlichen Zinsen dieftr Spende betragen l20,000 Gulden. Wie«. Im hiesigen isreel. Taubstnmmeu-Jnststut befanden sich nach de« 3ü. Jahresbericht im abgelanseaen Jahie 93 Zöglinge <66 Knaben nnd 96 Mädchen, darunter 6 »lchtöprreeichisch»), von welchen 46 ganz uueatgeltlithr Aufnahme fanden, 11 gegen «rwWigt«» Berpstegungsbettrag. Die «innalnue» beliefen sich a>ts 38,006, di« «uögadeu auf »7,066 »ulden. An Stelle de» bisherige, Dirrctor» der Anstatt, Sosl Deutsch, der nach «sjähri^r Thitthest die Lest»»» uiederlegte, ist Herr Br. Moritz > runner als würdiger Rachfolgir GarlS. Rach de» jüngst erschienenen Buche voir LSou Kahn (L* Jnif» s Paris dapoia l» VI. 8 itete) wahat», i, Paris i. I. 180»; 27« Jude», 1W2 war ihre Zahl ans rund KfiOO gfiHMn, 1M0 «f 60,000 uud 16« auf ca. bSM. > --

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