Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 9.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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-- 69 — Dame, bmn Vater s. Z. in England «ine Mischehe eingegangen war, wahrend ihre Mutter später durch den jüngstverstorbenen Dr. Jona« in da« Iudentbum ausgenommen worden ist, soll unrichtig« Angaben in Bezug auf ihre Eitern gemocht haben und nur dadurch die Zulassung zur Trauuag ermöglicht worden sein. Sr. Hße», 21. Fetruar. (Orig..Cor.) vor einigen Wochen wurde ron hesfischcn Lehrern in d. Bl. mit Recht darüber geklagt, Haß von jüdischen Schulvorständen, obgleich thuru nunmehr vom Staate eine Beihülfe zur Lehrerdesolbuug zugekommeri. dennoch unter allerhand vorwiinden die Gesuche der Lehrer um Erhöhung ihre« Einkommen« zurück» gewiesen «ordeu find. Wir find jetzt in der Lage, den hessischen College» mitzuthrilru, dass der Uuterricht«minifter dir KSuigl. Regierungen angewiesen hat. baldigst eine An» zeige darüber zunrsiatteu, ob und in welchem Umfange aut Anlaß der ansrhilltchra Erleichterung, welche den zur Unter- Haltung der volt«schuleu verpflichteten bei Ausbringung de« de« Dtenfteiutommea« der Lehrer an den Volksschulen in Folge de« Gesetze« vom 14. Juni v. I., »am 1. October ». I«. zu Theii geworden ist. seit jenem Zeitpunkte da« Dienstrinkommeu der Lehrer, sei e« auf de«fallstge Anregung der Köuigl. Regierung oder au« eigener Bewegung der Gemeinde, erhöht worden ist. viellttcht berufen sich die Lehrer auf diese» Ministerialerlaß l OesterretchUwgar». Au« Anger». Dir Sehnsucht nach dem heiligen Lande hat Herrn Herrmaun Schwarz in Erlau veraalaßt, die Abführung eine« Pioj 1t» >u dir Hand zu nebmen» da« frommen Jude« die Reise nach Palästina ermöglichen soll. Herr Schwarz hat, wie wir ou» seinem Rundschreiben entnehmen, mir soliden. Bei trauen genießenden Unternehmern, welche berat tiae Reisen schon wiederholt av»gesührt haben» dw »öihigen Berrinborungen getreffen. Di« Reise soll sammt Aufenthalt 30 Tage in Anspruch nehmen, wird gegen Mitte Mai CT"M) von Bub apest ausgehend, b« Salonich« per Bahn, von dort weiter mit Berührung Gricchenland« di« noch Jaffa per Schiff grmacht w.-rdea. Bon Jaffa di« Jerusalem iverdeu den Theilaebmern bei der Hin» und Rückreise Fohrgelegeaheiten zur Verfügung gestellt sein. — Ja Jerusalem selbst »st ein 1 «tägiger Aufenthalt vorgesehen, um auch dre Außerhalb Jerusalem« befindlichen Sehea«- würdigkettiu besichtigen zu können. Ein detaillirteS Reisep'ogromm ist bereü« in Au«i,teitung. Da« Schabuothfest toll in Jrrusalem gefeiert wrrden. von wo die Rückreise via Konstanunopel bi« Budapest erfolgt. — Eme der Haupttchwierigkeitru war die Beschaffung von streng rituell zuderritrt.r Schiffe kost. Dieser Punkt ist in einer Weise erledigt, daß auch der gewlffenhaftrste Beobachter unserer Sperjegesetze ohae Bedenken thrilnehmrn kann, indem die Eoatrole über dies« Seite dr« Unternehmen« dem Ober« radbiner Herr» Simon Schreiber von Erlau übernommrn wurde, der sich auch drm Zuge auschlirßen wird. ,Dr«pUlchen hoben die Hern» Rabbiner I. Ettingen« Lemberg. Sal. Spitzer-Wen und B. Schrei der-Preß» bürg ih,e Berheiligung berett« zugrsag». Einem in hebräischer und deutscher Sprache drm Cirkulor b.igesügte» Begleitschreiben de« Herrn Oberradbiver« in Erlau cnlnrhmeu wir unter aadrrem auch, daß die B«- seüsqast eine Tdora-Rolle mitführe» wird. Bedenkt man nun den groß n Apparat, de» nur di« Beschaffung streng ritueller Lost erfordert, so kann man die Billigkeit der Preise nicht anerkennend gn>*a hervorheben. Di« grsammte Hin- und Rückreise kostet ad Budapest: T Klaffe 360 Gulden, H. Llasse 280 Gulden und III. Llasse 180 «ulden. — Für riese Summe rese» die Thetnrhmer während der ganzen Reise ta de» entsprechenden Klaffen. Auf dem Schiffe wird ein« au« mehreren Speisen bestehende Lost verabreicht, ebenso wird für Wohnung während der ganzen Dana da Reist, also für 30 Lage iucl. de« Aufenthalt« « Jerusalem den Fahrklaffea entsprechend gesorgt fern. — E« ist heute schon zu erwarten, daß die Betheil'guag einen imposant n Charakter annchmen lvird. — Wer die Absicht hat. sich dem Zuge anzoschließen. hat d«e« im Laufe de« Februar (Adar I) an Herrn ermann Schwarz oder Oberrabbiner Simon chreiber in Erlau (Ungarn) vermittelst einfacher Postkarte mit Angabe der Fahrklasse aazuzrioen. ohne noch damit eine Berpslichtuna einzugehen. L« handelt sich darum znnächst, wenigsten« annähernd die Zahl der Theilnehmer festzustelle», eine große Betheiligung hat eventuell eme Reduciruag de« Fahrpreise« zur Folge. — Sobald die Anmeldungsfrist abgelaufen ist erscheint mu.-rdiag« ein Ausritt zur definitiven Thellnahme, nebst grnaurm, dktaillirtrn Reis-plan. Ja diesem Aufruf wird auch da» Bureau in Pest bezeichnet, von welchem die Reljrkrrten ou«g geben und die emzusendruden G ldrr in Empfang genommen werden. Frankreich. Fart«. Da« Erscheinen de« illustrirten ^^Imanaoü de lu Pair" (FrtedenS-Almanach) für 1889 erinnert un» darun, daß trotz der umlaufende Gerüchte über einen Lrieg. auf welchen sich die halbe Welt schon vo bereitetet, e» unter un« noch L'Ute girbt, welche-nimmer müde werden» kür die erhobeueren Interesse» de« Frieden« in dir Schranken zu trtten, und welche «tt Jule« Simon in den Ruf riustimmen: „Krieg de« Kriege!" Diese Worte stehen auf dem Titeldlatte de« kleinen Buche«, welche« den ,Fliedeoßfrrunden beider Welten" und der Erinnuog derer gewidmet ist, welche vor 10k» Jahrren für Recht und Freiheit -kämpften und litien, ohne welche kein rechtmäßiger und Hauer Hafter Fried« «»glich ist. Daß die große Revolution von 1789 den Grundsatz verkündrte. Recht und Freiheit seien da« Fundament jeder gerechten Regierung, da« ist wahr, obschon sie es unterließ, dieselbe« auch eiuzuführeu. Dean wo waren diese goldenen Sittenlehreu unter der Herrschaft de« corficauischen Cäsaren? — Doch müssen wir nicht nicht vergeffen, daß Frankreich zur vrrtheidiguug dessen, wa« Juden als da« Erhabenste der mosaischen Gesetze gllt — Recht und Freiheit — zweimal im Laufe der verflossenen 100 Jahre mächtige Anstrengungen gemacht ha», daß e« zweimal aus den Trümmern de« Adsoluti«mu» eine Republik errichtet hat und unter der letzter» von deidrn heute die Borbereitunxeu zur 100 jährigen Gedächtnisfeier de« Jahre« 1789 trifft. Rach den Worten rint« Mitarbeiter« am „AJmanaoh de in Paix“, Frederic Passy, verurthnlre die Revolution von 1789, indem sie die Unabhängigkeit de« Individuum» mit der der Rationen anerkannte, gleichzeitig jeden geistigen und käiperlichen Druck, die Destruktion der Rattonaliiätea. »nd verirvte der Politik de« Angriff«, der Eroberung, der Herrschsucht und der Bolk«au»beutung einen wuchtigen Hieb. Jedem sein Recht zu sichern, die Rationen der beglückenden Verbrüderung«»»!«'! entgegenzuführen, eia Central» schi'dgqrricht („1-0» Etat« Gönäraox de l’homanit«“) zu gründen, vor welchem Tribunal alle onnnn delli (Kriegsfälle) untersucht werden sollten, ehe da» Schwert nu« der Scheide gezogen wird, da« «st da« Ideal der Fneden«frruade, da« ist dao »m „Almanaoh de la Paix“ aufgestellte Programm, zu dessen Berttnern Jule« Simon, Adolph Franck» Emile de Laveleye und andere distinguirte Staatsmänner und Philanthropen mit Einschluß de« bereü« verstorbenen Oderrebbiner« Isidor und BietorHugo gehören. va«W.rk ist nicht auf eine Rallonaiität beschränkt; der Bund ist international und hat m England ebenso wie im ganzen übrigen Europa viele Anhänger. Herr Hodgsou Pratt wendet sich in rinem Betrage au »e ,Frirdeu«stifter Europa'«" »ad ruft chnen in« Gewiffendaß wir Alle «ehr «der weniger dazu beitragen könarii.