Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 8.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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an da» jüdisch« Religionslehr« stellt, find doch in der Thal nidit geringfügig« Artl , Seldftverstänbltch «nß der jüdisch« Religi»u«lehrrr anch im Vtonde sein", sagt Herr Seminardirecst-r Dr. stronrr, »selbst die hebr. iüwweutare znr heilig» Schrift zu lesen und zu verstehen, besonder« die de« Raschi und Raschbam, nrb um de« möglichen Pre» digerbern^e« willen den Midrasch zu benutz» verstehen, nnd die Mischuajoth ersoffen können.- So erftreb»«w«ch diese« Ziel ist, so halten wir dafür, daß ein fichere«, ivenn auch geringe«, Wiffeu de» oberflächliä»» BirUviffen vorzuzicheu ist, und ein solche« wird mtschirdm erzielt, wenn die didaktische Nezel: non malt» oocl mnlLn» nicht berücksichtigt wird. ^>. Merkt». Die Hoffnung, daß der betrübend« Fall ,Blum»Eichl«- ans die Gegmiätze innerhalb der deutschen Studentenschaft versöhnend wirken werde, hat sich nicht bestätigt, kenn schon wieder hat sich ein höchst unerquickliche« Rencontre zwischen zwei Studenten ereignet. In der königlichen zahnärztlich» Klinik in Berlin war am Freitag der Student der Zahnherlkuude DauiÄ Hoff mit de« Plombiren eme« Zcchnr« beschäftigt, al« ein anderer, dan Beretn deutscher Sind,Uten ougrhöriger junger Manu in unpassender Form und ohne dazu überhaupt berechtigt zu sein. Herrn Hoff eine »rchriisch« Anweisung ntheilte. — Al« dieser sich jede unbefugtt Einmischung vabat, schleuderte erster« Herrn Hoff die Worte zu: »Sir elend« Judenbenarll" Nunmehr versetzte Hoff bnn Beleidig« ein« tüchtige Ohrfeige, worauf von d« anderen Seite die Forderung zu» Duell erfolgte. Diese ob« wie» Hoff »«gisch zurück. Die Sckue spielte sich «m Plomdirsaal de« Herru Professor Mills so rasch ad, daß dn daselbst an»v«sendc Profeffor. sowie zahlreich? Zeugen de« Vorfalles nicht zu intern»«» vermochten. — Wie wir erfahren ist d« Hergang de« peinlichen Vorfall« dem D»r«ctor de« zahnärztlichen Institut«, Herrn Profeffor Busch, zur Untersuchung untsbreitet worden. Mreokau, 18. Febr. (Or.-Lorr.) Ich habe den Lesern dies,« gesch. Blatte« ein recht erfreuliche« Faktum au» d« diesigen Studentenschaft »itzntheilen. Al» vor einigen Wochen d« Baein vom rochen Krmz zur Pflege verwunda« Kroger einen Aufruf, untnzeichna vom Rektor und mehreren Profeffor», darum« einig» schneidig» kkämpm de« Antisemititmu«, an die Eommilttonm d« deidm christl. Eonfession» mit d« Aufforderung zum Beitritt erließ, «- schi» auf d« nicht gnade zahlreich» Versammlung auch der Sohn eines hics. christlich» sehr berühmt» Profeffor«, welch« anfragst, ob denn thatsächlich den jüdisch» Eommilttonm, welche sich doch auch auf dem Lampffeld« al» tüchtige Soldat», al« Aerzst und Pfleg« au»geze,chn« Hab», der Beitritt versagt sei. Rach d« au«w«ich»d» Antwort de« Reftor«, e« handle sich hier nur um den Bestritt zu eine« größer» Verband« mtt ganz fest bestimmt» Statut», gab »« chnstl. Stud»t die Erklärung ab, einem derartigen L«- «in« mst verkappt« auusemstlsch« T»d»z,w«d« « nun und nimmermehr bestrrtm und verließ die Basammlung mit einigm Gleichgesinnten. Wir jüdisch» Studenten begriff» diese« mmhigr Borgeh» de« christl. Eommilttonm, da» in schroffem Gegensatz« zu dem allgemeinen grwiffenloen Strederthnwe steht, mit ftoh« Genngthnnn, al« ein Zeich» d« hochanständig» Gesinnung de« Einzeln», wie d« deinnend» Reaktian de« einst so gesund» deutsch» Studentrnnne« im Allgemein». In» H«rrfchkefie», 16. Februar. (Or.-Lorr.) Wie barst« z. Z. gemelda. tagte am 26. December vor. Jahre« tu Gletwrtz die frei« Bereinigung d« jüdisch» Lehr« Obaschlefi»«. Ein ausführlicha Bericht wir» Ihre» Blatte vom Borstande de« Baein« zugeheu. Für heute genüge die Bemffkuug, daß die Debatte au einzeln» Stellen ein» ungemein lebhaften, wenn nicht gar stürmischen Berlanf nahm. Da« zeigte sich besonder« der Denjenigen, welche nicht in nr« Eigenschaft al« Lehrer an der ««sammluu, Thell h ahmen, «in Lehr« hielt «in» Bortrag üb« dt« religiös« Erziehung uns«« Töchter, und stellte die rhese.anf, e« srf »ünsch»«wertb, unsere Töchter bei d« maugelhast» L»ntniß de« Hebräischen an«schließlich deutsch bet» zu taffem Diese Forderung wurde von deu Rabbinern DDr. Muenz und Baßfreund auf da« Eusgischsti! bekämpft, dagrg» von Rabbiu« Dr. Wiener-Oppeln und Santtöt»- rath Dr. Freund-Gleiwitz mst d« größt» Ktbhastigkett »erfocht». Dst Lehr« trat» hi« fast vollstäuirig in d« Hintffgrnnd. Bet all« Erhitzung auf beiden Seilen verlief die Di«»span ohne jed» greifbar» praktisch» Erfolg, ein Stigma, welche« leider fast alle Erörterung» ans jüdisch» öehrrrvfftin» keunzeichet. *) Ueder dm Rahm» oft sehr gewagt«, akademisch-theoretisch« Redeüdungen gehen dst Besprechung» nur seit» hinan«. Wo die« der Fall ist, pfleg» sie zu leidenschaftlich» Herz»«ergteßung«u deftigster Art zn führen. Ein Wandel zum Beff«» läßt sich erst daun «wart», w»u Gemeind» und Behvrd» derartige Bereinigung» iu ähnlich« Weise förde» und beacht». Nie dir« von Seit» de« Staate« geschieht. Bi« bah« w«d» noch nngezähltt und unzählige Tropf» iu dst Oder und Osts« rinnen. — Da« 100 jährige Stiftungsfest welche«, der Lstrein für Leichmbestattung tu Beutheu O/S. jüngst feierst, hatte fich eine« Znfpmche« von fast 300 Thetluehmer» zu «- freu». Au« d« Nähe und zum Thril auch au« »« Fsne warm Festgäste hsbetgerilt. Wie wir hör», »surdr bei Tische d« namhafte Betrag von 2000 Mark für wohsthättg« Zwecke gespendet. — Die in all» ihr» Theilen, mit eine« Loste« anfwaud« von etwa 24000 Mark rmovirst Synagoge zu Rico lat wurde am letzt» Ehauukahtage durch dm Rabltin« Dr. Eohu-Kattowitz festlich rmgeweiht. Zur Bestreitung d« erheblich» Renovationtkost» vaanstaltest dst Gewetube «st Gmchmiaung de« Ob« - Prästdmt» von Schliff» «ne Lottnie^Lollecle. Die >u«loosuug d« Gewinngügenständ« soll noch im Laufe diese« Monat« «fotgeu. — Die Gemeinde Rosenberg, d«m Gotteöhaui» vor ungefähr 2'/, Jahr» «n Raub der Klamm» wurd«. hat mtt einem Kostenaufwand« von 36 000 Mark eme u»e lkynagogr erricht» lass», dst — wie »an allgemein hört — ebenso gefällig iu ihr« äußer» Erscheinung, wie praktisch in chr« ganz» Anlage sich darsstllt. Möge sie zu jed« Zett in all» chr» Räum» viele ftomme Bet« schau»! Aus de« Misch» Frirdhuft in Rosrndsg wird die Grabstitte eine« Rabbiu«» Loewr gezeigt. E« soll die« d« Bann: de« zu Ram«gast vor Kurzem hmgeschstden» bekannt» Orientalist» Dr. LazaruS Loewe sein, de« einflußreich» Reifedegleitn« und Sekretär« Sst Montefiore'«. llu« war r» bisher unbekannt» daß Loewe'« Bat« Rabbiu« m Rofeuberg grwrfm fei. Wir zweifeln diese Angabe auch jetzt noch an. D« Bon d«Synagoge in Ratroor schreitet sichtbar fort. Man hofft, in «ehrereu Monat» da« Gebäude sau« Vollendung »tgegmgeführt zu sehen. Randor wird alsdann um rin» mouummtalm Prachtbau reich« fein. Wünschen«- wrrth' wäre ,« freilich, daß auch da« religiöse tSrben d« Ratibor« Gemeind« nunmehr reg« pulstr» wollte. Manche Gemeind» «hoff» dst« im Hinblick auf die Opftr, welch« man d« gemeinsam» Grbetstiltst gebracht. W. Zu» de« Aannöüerfcke«,. 13. Febr. (Lst^Sorr.) E« ist naturgemäß» daß die jüdisch» Lehrs-Louf« mz» sich vorwiegmd mtt d« materiell» Befferstelsturg d« Lchr« beschäftigen, und daß diese Frage alle übrig» sozusagen deherrscht. Den» »da« Hemd ist eine» näh« wst der Rock- und nur «in sich«gestellt«, dm Sorg» um dst Existenz »trückstr Lehrrrstand kann mtt «fordslich« Festigten und -) La» kann um» doch »obl in dies« Allgemeinheit »iht gelten lasse»; H ist auch schon viel Praktische« durch dst Lehrewiretue erreicht worden — fretllch wo teliaiBft Differeazpuntte berähtt ,«de» — und dazu zähst» «vir auch da« Bete» tu stör. Sprache — da ptatze» dst Seift« anfeinand«, »,d da ist e» beff«. »aß dstDebaM rrsultatlo« rerldrist, »I« daß d« vrrrtn gefprrugt »«de. Ist».)