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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Sdlk data Lesfing'schen .Rathauin feinet Gebnrtsstadt em eheende» Monnment zu errichte», bekannt gegeben worden ist. Sollte tiefe Voraussetzung. woran wir zu zweifeln ja gar Recht taten, zutreffen. so ständen wir, offen aesaat — da dem Eonitee nur eine oerldttnißmäßig geringfügige Summe, dir alle hochfliegenden Pläne von selbst niedriger lenkt, blSb-r zur Beifügung stehen soll — vor einem Rättsel, heffen Lösung uu» wahrlich nicht m t besonderem Stolz zu erfüllen brauchte. . . . Ständen dem Eomitee bedeutende Summen zur Verfügung. mit denen man die Kunst an Bildwerken von Meisterhand zu honoriren pflegt: wir find nicht einen Auaenbllck im Zweifel darüber, daß sich auch Meister ersten Range» zu einem Wettbewerb um ein Mose» Mentelesohn-Denkmal lecht hätten bereit finden loffen. .Am Golde hängt, nach (Suite drängt doch Alles.. so profan auch diese Erwägung ktingen mag, wo e» sich um Kunst und Kunstwerke handelt: Künstler und Kunstprodukte Vollen nun einmal heutigen Tage» mit gut gemünztem Golde ausgewogen werten. Da» ist da» verhängniß der idealen Naturen in unserer materiellen, da» Leben gar nicht so .leichtnetmenten Zeit. . . . In» H^prentzen, 8. Februar. (Or.-Eorr.) Beim Dnrchleseu de« in Folge der Artikel-Serie ,Wa« kann der Lehrer zur Bekämpfung de» Antisemitismus thuu?- hervor» Kifenen kurzen Artikel» unter Pr.>tzolland in Nr. 8 der chenschrift fielen mir jene Worte Raschi'» ein im Gleich» niffe de» Rabbi Eliesar den Aiorjah (zum Wochenabschnitt rnv Anfang: fiwnn lv ITT ini m) — De» Letz, fern Warnung ist namentlich in Liezng auf die (wenn mau so sagen darf) .jüdischen Antisemitennoch größer und be» herzigeuöwerther, al» die de» gewiß der guten Sache wegen von gerechter (tzutrüstnug entbrannt«« erster» Beriaffer», dem »au auch nur Recht geben kann. «Hat Herr H. B. in S. seiner edlen Cesinuung begeisterten und lebendigen Ausdruck gegeben durch seine wichtigen und rationellen Rathschläge, die deiuhten und zur Wahrheit zu machen stet» unsere heilige sgate sein wird, so find die Worte de» Herrn R. in Pr^Holland, wie auch die Lrfahnmg Anderer lehrt, gewiß wahr und drachten»werth. — Die Aufgabe de» Lehrer», besonder» de» jüdischen, ist eine schöne, edle, ater auch dornen» reithe und vielseitige al» Lehrer und Erzieher, und de»halb mit Kampf verbunden wie kein anderer Beruf. Der Lehrer hat einen heiligen Bei»f, ater auch mit iuuern und äußern sfeinden zu kämpfen. Soll seine auf den Boden de» Herzen» der ihm zm: Erziehung anvertranten Schüler «n»gestreme Saat die von den Eltern und dem Staate erhoffte« Früchte tragen, so hat er nicht allein zu arbeiten, schwmc zu arbeiten, sondern auch zu kämpfen; er strebt, seiner Aufgabe gerecht zu werden, aber wofür soll er zuerst seine lkraft rinsetzen und wa» kann er allein überall und immer ««»richten? — Wa« kann, um du Beispiel «izaführen, der gewissenhaft erziehende Lehrer, nam»«I.ich Religionslehrer, dagegm thuu. wenn er seinen Schülern die von Gottesfurcht durchdrungenen und gestärkten Gla iteuSheiden de» Ehawakkafeste», die unerschrocken ihre Manne»lr«lft mit Marmeswitth auf dem Allare de» Glauben» geo,»f«1, vorführt und deren begeisterte« Eintreten für ihre Religiin in «armen, den Schülern verständlichen Watt« schildert, welche dieselben mit sichtlicher -Freute vernehmen, die schöne Bedeutung de» Lichtfeste» zn erNären fich große Mühe giebt und für ihre« Glauben getreulich und unerschrocken «Äizutreten, jenen uochzuahmen auffordert und estw Grundlage für'» ganze Leben zu geben bestrebt ist, wa» kann — frage ich — der Lehrer dagegen thnn, wenn iur Hanse da» girade Gegeuthril geschieht, inte« keine a>r die wunderbare Errettung der Religion durch jene Gla«ben»helden erinnernden Ehanukalichter, sondern der die Geburt Christi symlwlifirende Weich nacht», banm angezündet wird — wa» die jüngere Generation, die Inden mw Jutenthum, Lehre und Glauben zu achten wnd zu verthestigen lernen solleri, moralisch schädigt, den Eltern, die^nicht allein nicht ansbanen Helsen, sondern niederreißen, zur Schmach wird, dem Indenthmne znv Nachtheil, ja zur Schaute und dem Lehrer znm Leidwesen, dem sein schwere» Amt noch «ehr erschwert wird, ihn als» zum Kampfe gewiffermassen heransfordert?! — Ist da nicht der Ausdruck .jüdische Antisemttenan der Stelle? Wofür — bedenkt die» ihr Eltern, die ihr für da» Wohl eurer euch von Gott anvertrauten Güter, für da» leibliche nicht allein sondern auch für da» geistige zu sorgen die Aufgabe habt — wofür soll der Lehrer erst kämpfen, für seine Existenz, seine Religion, die zu lehren seine heiligste Pflicht ist, oder für sein Iudenthnm, da« er gern mit ganzem Herzen vrrtheidigt? Deshalb mögen e» Alle die es angeht beachten, nicht der religiösen Erziehung de« Lehrer», für die er fich aufzuopfern nicht scheut, entgegen zu arbeiten, sondern ihre Kinder zn erziehen zur Gottesfurcht, Tugend. Sittlichkett und Frömmigkeit, wodurch allein fie vaterlandstreue Bürger und standhaft ihre Religion vertheidigeu werden. Dem Jutenthume ist dadurch zu feiner Ehre verholfen. da eine solche Erziehung im Geiste desselben geschieht, der Antisemitismu« muß dorob von selbst verstummen und dem Lehrer ist sein Kampf erleichtert. — Dem Lehrer bleibt dennoch ein weite» Feld zu seiner Thätigkeit. um die Ehre de« Iudenthnm» auf der diesem gehührenden Höhe zn erhalten. Alle für Einen und Einer für Alle und .Alle» zu seiner Zeitheißt e» auch hier. K. <£*IU« (Wfftpr.). (Or.-Eor.) Am Geburtstage de» Kaiser» wurde auch in unserer kleinen Gemeinde in Folge eigener Initiative te» Lehrer» in der Synagoge eine Feier veranstaltet; da« hier erscheinende amtliche conseroative Kreis« blatt konnte nicht umhin, diese Feier und die Rede de» Lehrer» bei derselben neben der des Pfarrer» anerkennend hervorzuheben. ES heißt da in dem Referat über die Geburt»« tagtfeiet de» König» in unserer Stadt n. A.: .In unserer Kirche und in der Synagoge ist besonder» feierlicher Gottesdienst abgehalten worden; Herr Pfarrer Dr. Leh «ann nutz Herr Religion»lehrer Kroll verstauten e», in besonder» schwungvollen Reden die Berdienfte unsere» Kaffer» hervorznheben. In solcher und ähnlicher Weise kann und muß der Lehrer den AntffemitiSmu» zum Stillschweigen zu bringen wissen. — Um einen Beitrag zur Angelegenheit .Befreiung der CuttuSbeamten von Eommunal - Abgatenzu liefern, theUe ich Ihn«, mit, daß hier fett Jahren der jüdische Lehrer von städtischen Abgaben befreit ist. — Der erste Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde und Kreistagsabgeordnete. Herr Loni» Llkan, der al» Kaufmann allgemein beliebt und geachtet ist, fungirt seit mehreren Jahren al» Stadt» verordneten-Borstrher» sowie HerrLoni»Lepehne (ebenfalls Vorsteher der jüd. Gemeinde) ebenfalls al» Krei»- tagsabgeordnetK und Mitglied te» Stadtverordneten-Lol» legium«. Diese« Umstante allein dürfte e» zuzuschreiten fern, daß die noch in sehr vielen (den meisten) andern Städten nur den christlichen Ährern gewährte Befreiung von Eommunal-Abgaben hier auch drm Cultu»beamten der Mischen Gemeinte zu Theil wird, da die genannten Herren ein warme» Herz und stet« Wohlwollen für den Beamten der Gemeinde haben. Rögen Alle, die solche Ehrenämter be» kleiden, für diese gute und gerechte Sache eintreten; da» Bewußtsein, einige Erleichterung der Ausgaben dem ohnehin manchmal kärglich besoldeten jüdischen Beamten verschafft zu haben, Befrttdigung gewähren. j0e-erretch-M»s»M«. InUstrnL. Die am 15. Januar hi« abgehaltmc Jahresversammlung de» Turn-Berein» war, wie vorauszusehen, stark besucht und verlief sehr lebhaft. Der Verein«» Vorstand, Herr W. Dannhauser, begrüßte die Versammlung, besprach die Thätigkeit de» Berein» und kam schließlich mtt der Erklärang, eine Wiederwahl unter keinen Umständen

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