Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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stille» Friedhof, der »ohl mrr gelegentlich der Beisetz uni der Abgeordneten Dr. Laster «ad Ludwig Löwe cül ,ssetch große« und glänzendes Trauergefolge gesehen hat. Valentin Mauhetmers Leben war ei» Segen, er har dafür Sorge getragen, daß sein Audeukeu auch nach dem Tode zu« dauernder» Segen bleibel Gerichte imd Corresponden^eu. D«rtf«bla»d. Magdeburg, Januar. Die in vor. Nr. (unter .Pari-") gebrachte Mittheilung über die Aeußerunq deS Herrn Baron von Hirsch über den Zweck seiner 50 Millionen-Spende für dir russischen Juden, sind nach einem Privat-Telegramm des .Jewisb Ehronlcle" ungenau berichtet worden. Dieser hervorragende Philanthrop hat zu viele Beweise seine« für da« Judenthrm und die Juden warm empfundenen Jntereffe« an de» Tag gelegt, «l» daß man ihn in Verdacht haben könnt«, der 'wache, für die er mit so viel Muth eintritr und die er mit so außergewöhnlicher Munifizenz unterstützt, feind, lüh «egrnüberzustehen. Tief betrübt» so viele seiner Glaubeusgenosien dem grölen Elend« prriSgegeben zu seheu und zwar in Felge de« Religion«- und Racenhaffe«, wollte er den Lnttsemiten einfach und cffen sagen, daß sie durch ihre Juden- Verfolgung ihre« Ziele, eine mehr oder minder vollständige Lsfimilotion herbeizuführrn. doch schnurstrack« zuwiderhaodrlten, daß diese« Ziel nicht durch oewaltthStige Ausschreitungen zu erreichen sei» sondern daß im Gegeutheil Verfolgungen die Verfolgten nur noch fester aneinandertetteten. Der Baron sagte: .Reißer alle Schranke« nieder, gestattet euren jüdischen Mitbürgern de» freie» und uneingeschränkten Genuß allerRechte und Bor» thrile de« socialen Leben«! Dann werdet ihr »ehr Ausstclst haben, eine Verschmelzung, wie ihr sie herbeiführe» zu «ollm scheint, zu Staude z» bringen. So wär «» i» Frankreich und England gemacht und überall, wo di« Juden in voll« Gleichberechtigung mit ihrem nticht jüdischen Mitbürgern lebe». Dt« gegenseitigen freundlichen Beziehungen erfahr«» dadmch eine Steigerung — ja sogar Mischehen unter den lerschielreneu Gesellschaftsklaffe« sind vorgrkommen — uud »ach dem »arürliche» Lauf d« Dinge wird die Asst- «ilattim nach uud nach zu Stande kommen." Das find, so dürfen Sie c« mit all« Zuverlässigkeit erväreu, die Idee», welch« Baron «o» Hirsch im L«la»f d« vom ,New- Kork Herold" gebracht« Unterredung zum Ausdruck brachte. Stcrfis, 8. Februar. (Or. Cor.) K*?l pam *35 72N I rrOTUPB — Ach, siew«den immer seltm« diese Zierd« des Judeuthum«, die ein gottgeweihtes Leben führen, mit gleiche« Eifer und gleich« Gewandheü sich versenke« in deu Zeitgeist wie in den Tiefen des jüdischen Schristthoms und mit dessen Lsstbarea Säjätzeu sich selbst und ihre Mitmenschen «laben. So klagten cm der Bahre eiurS th eueren Tobten, des edeln und in deu weitesten Kresse» des jüdischen Gelehrten Welt wohlbekannte Berchard Wolf Klausner, d« hochbetagt am 5. d. M. hi« bestattet ward, dessen Freund» Rabbin« Dr. Ungerleider, und d« Schwiegersohn des Bei klärten, Rabbiner Dr. K r o n e r. Die «greifende Todtenklage brachte es der ansehnlichen Trauerversammluug noch einmal zum voll« Bewußtsein, welch hoher Charakt«, welch tiefes, umfassendes Wissen, welch eine edle, sympathische Erscheinung in dem Bnblicheneu zur ewigen Ruhe gcbtttet wurde. Die Bedrängten von «ah uud fern, einheimische und fremde, kanuren das Haus dä edlen Menschenfreunde» und suchten ihn nie angeblich auf in ihren Rüthen. Bis d« müde Leib d,m Dimst versagte, ging d« Entschlafene selbst iu deu Wohnungen der Mühselig' und Beladener», sie zu «» quicken mit seinen LiebeSspendeu. Roch au der Schwelle des Greisen alt«» hat d« liebenswürdige Patriarch wie in jungen Jahren Freund« gewonnen, die chm in begeistert« B«» ehrung zugeichau waren. DaS Walten und Wirke», das ganzen Lrdw allen des Verewigten in sein« Schlichtheit und stillen Größe, gemahnt an die Wessen des blterthums, »e»^ mahnt au seine» i« Gott ruhende» Bat«, tun zu den bedeuteudsten altrabbinischeu Eelebritäten zählende» Oberrabbta« Jakob Wolf Klausn«. An seinem Glrabe trauert nicht nur -' die treue Lebmsgefährtin und mit ihr seine Kiud« uud. Enkel, e» trauern Alle, die ihn je gekannt, e» trauert die große Zahl der«, die in ihm einen tvrssen Lehr«, einen Freund und Berather. einen Wohlthäter besessen uud v«loren. E» würde zu weit führen, wollten wir hi« ein um» fassende» Lebensbild des Eitschl'imen geben. Allen, welch« die Segnungen seine» reichen Geiste»- und <8emüth»lebeus erfahren haben, wird sein Andenken theun und unauslöschlich bleiben.! rnsom- Pessa«. Da» hi« erscheinende .Anhalti'chr Tageblatt" . schreibt unterm 6. Februar: Zum Projett des Mendelssohn- Denkmals erfahre« wir, daß Bildhau« von Ruf. wie z. B. die Herren Schap«, Encke iu B«ltn u. a. es ülwrhaupt nuttr ihrer Würde halten, bei d«artigen Gelegenheit,», wo es sich nicht »m Bildwerke ersten Ranges handelt, in einen Wettbew«b einzutretea. .Stolz lieb' ich de» Spc>»i«" and — »Rur Lumpe find bescheiden"; andererseits ab« heißt es doch «ohl auch: Bescheideuhett ist das Merkmal wahr« Größe, vielleicht machen ab« unsere Kuustgrößeu deu eat« schnldigeudeu Grund für ihre Zurückhaltung gettend, daß e» dem künstler,scheu Nachwuchs üb«haupt mmsglich wäre, mit Erfolg tbätig za sei», wen» sie mit ihre» gedirgeune» Arbeite» diesem stet» deu Borraug ablaufen «olle». Es will uu« scheine», daß auf dieser .beste« all« Selten" auch hierbei dafür gesorgt sei. daß die Bäume uicht,» de» Himmel wachsen. Auch die .Unsterblichen» find sterblich uud die Erbschaft ihrer küvftlerischeu Aufgaben hat dann d« Nachwuchs sowieso anz»trcteu; et ist dauu g«eist uud nimmt v«m»thlich dieselbe Stelle eiu, wie dt« »Unsterbliche»' vv» heute; mit Erfolg wird also dies« Nachwvchs, sofern et nur Tüchtiges zu leiste» vermag, unbedingt thätig sei» kdu»eu. Das Erstrebeuswerthe ist uud bleilrt ab« stets, um Arbeite» gereifter Sünstl« tu d« große» Oeffeutlichkeit d« Nachwett üb«ltefrrt zu wtffeu; jede Art va» Seutimeutalität kann um hi»derad dieser Forderuug entgegeuwirkeu. E« ftägt sich ab«, ob es sich bei Enichtuug eines Denkmal« für Moses Mendelssohn iu sein« Vaterstadt überhaupt um eiu .Bildwerk erste« Ranges" handelt, »b et» solche« vou de« Somit« von voruh«ei» ins Auge gcfaßt war. Es soltte «ns leid thun, wen» das letzte« »t ch t d« Fall gewesen wäre; noch bedau«lich« ab« wäre es, wen« di« besten Absichten des Eomitees um deshalb uicht realistr» bar wäre», weil — für eia bedeutende» Meutwlssoha-Deukmal ausreichend« Mittel dem Eomite« uicht zugefloffm toäre». Ganz abgeseheu davon, daß febcc Frnmd d« Humanität, jed« vermögende Gebildete das E«i»ig« dazu beittoben müßte, so sollte sich doch iu allerer fttr Linie das gebildete und vermögende Judenthum unseres llrrachttus uicht uachsogeu lasse», daß die Mittel für ei» Moses Mendelssohn-Denkmal nicht reichlich geuug etngeoangen stad, und das z»dem in ein« Zett. wo es au fauatischea Rufern zu» kämpfe gegen da« Judeuthum wahrlich nicht fedlt l Für ede» Gegu« der antssemitischen Besttebun;>ea sowie für «den gebildeten Juden, glaubten wir, hätte es eine Ehre»- iflicht sein müssen, sein Scherstein für ein Mouumeat zu pendeu, das gnade jetzt so recht geeigutt wän, die Schmach wenigsten» einigermaßen zu paralyfirm, welch: die modern« Judenverfolgung üb« ganze Völkerschaften gebracht hat. Ein monumentale» Mose» Mendelssohn-Denkmal wäre d« .? aus Stein gemeißelte Protest gegen ein« Gesinnung gewese», die keinem Volke, am allerwenigsten dem »Bolle der Dichter. und Denk«" zur Zierde gaeichea kann. Lg Wir setzt« bn alledem voran«, daß vr« Seite» de»^8 Eomitees überall da, wo tolerante und aebildete Mensche» wohne», die Absicht, dem tolerante» damche» Denker, d«»W