Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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M jnr Vollendung bei 18. Lebensjahres gewährt." Herr Loble«, ist Nicht Mit, lieb der Acha» a. (Darum? SH.) Sr scheint aber auch »«der die Statute« noch die Rechenschaftsberichte derselbe« zu tarnen, saust müßte er wiffeü, daß es i« tz 9 dieser Statuten heißt: Anspruch auf Unter» stütz»«, habe«: .. (c) Waise« in der Regel bis zur Vollendung des 16. Nbensjahres, i« de sonderen Fälle« auch auf läugereZeit. wenn dieselbe« erwerbs» «ufähtsind. Unv weiß den« Herr Lobleuz nicht, daß wir auch noch eine« Reservefond bereit halte«, aus dem wir z. B. i« vorigen Jahre 1810 Mark in besonders dringlichen Fällen verausgabt habe«, i« Fällen, deren Beurtheilung ganz in der Diskretion des Vorstandes liegt? Dir dürfen behaupten, daß gerade dieser Thetl unserer Wirk» samteit »fl von so überaus segensreiche« Folge« begleitet ist, daß wir nus in unseren Herren schon um deswillen reich belohnt fühlen. Dir stellen keine vergleiche an. Sott sei davor, daß wir den Rh-W. Verein schädigen wollte«. Wozu also die spitzfindigen Lnrempelnngen? Wir (d h. die Achawa) haben «selb, wir habe« eine durchschnittlich« Jahreseinnahme von 18 bis 20 Tausend Mark; wir haben wohlwollende Freunde und Sympathie überall — Herr Loblenz trete ein und suche tu der nächsten Äeneralver ammlung deffere Statuten zu machen, als wir es vermögen. Bon der Lonfereuz war es — nicht collegialisch. diese Punkte stillschweigend hingenomme« zu haben. Lber stärker noch war sie i« Unrecht in Bezug auf die »Jsr. Wochenschrift". War gar Niemand da. der Zengniß oblegen konnte gegen diese Verunglimpfung?!*) — Und »«»gehört verdammen, das ist doch unverantwortlich J" Ich kan« nicht eintteteu — und selbst ei« Redakteur vermag dies nichts— für jedes Wort, das i« einer Zeitung Jahr ei« Jahr 'aus gesprochen und geschrieben wird. Lber mit vollster Entschiedenheit trete ich ei« für die Lehrerfreunblichkeit der .Jsr. Wochenschrift", für die ganze R'chtuug in Bezug auf die Stellung des Lehrer - Kandes, auf de« Religionsunterricht. Ich Hab« seit Jahren so manche« Wort in dieser Beziehung in diesen Blättern geschrieben. Wi: ich für diese meine Worte eintrete und fie gegen jede Verunglimpfung stets zu vertheidige« bereit bin, wenn ich »ich auch «ie für unfehlbar erklärt habe, so auch für die aufrichtig« Gesinnung und de« gute« Willen der Redaktion der »I W". in Bezug auf Lehrer und Religionsunterricht. Und da« ist ja so natürlich! H rr Lobleuz wagt es, zu behaupten daß .die Lehrer freundlichkeit der Wochenschrift überhaupt zweifelhafter Natur ist." Woher weiß er da«? Wie kann er daS behaupte«? Womit will er es belegen, beweisen? >uf Seite 40 hebt er einige jüdisch« Blätter als desonder« lehrerfreuudlich hervor. Ich frage wieder: wowtt beweist er das? Ich will nicht sagen, dag ia; vielleicht das Segentheil eben so gut behaupte« köuutr, aber — beweise« kvunte ich es vielleicht nicht, und dakum schweige ich. Es ist sehr leicht, schöne Worte vo« stolzer Höhe herab in di« Welt zu senden. Aber — nur Thatsache« spreche«! Ss find Hnnderltansende s«U vielen Jahre« gesammelt worbe« iu der deutschen Jude«» heit für allerlei Zwecke. Aber für Lehrer, d. h. nicht für Einzelne — denn das ist, wenn es fich zu oft wiederholt, nicht zur Ehre, und nicht zum Veste« der Lehrer, eher das Segentheil — für Institutionen» die aus de« Lehrer» pande hervorgegangcn und dazu beitrage« konnten, die Misbre ans de« Lebe« derselbe« hinanszubriue«? Wo find da die Thalen geblieben? E» find allerhand Justitutimien geschaffen worden und wieder verschwunden, als sie den Unter- «ehmern keinen Nutzen »ehr brachten. Was ist damit gewirkt für die Zukunft? Sine Zeitung oder auch ein Redakteur gletcht — man wird mir da« Bild verzeihe«! — dem Mimen, *1 Oie wir hören, steht dieser Vortrag erst in diesem Jahrezur Verhandlung; di« Loafereaz wird also erst Stellung zu demselben nehmen. Sonach trifft die Verantwortlichkeit für den Vortrag nicht alt Mitglieder der Lonfereuz. (Re»1 de» die Nachwelt keine Sb äuze flicht! Spricht er von unnahbarer Höhe in selbftvergötternder Weise. — es verschwindet mit dem Tag-, an dem es geboren. Lber — Lebenbringeude« schaffen, dauernde Institutionen Hervorrufen, die Tagesfragen nicht allein beleuchten, sondern auch durch fruchtbringende Lhaten bleibend auf dieselben einwirken; das bleibt. Dari« erkennen wir die Aufgabe der jüb. Zeitschriften, daß fie dahin wirken, daß der Religionsunterricht gedeihe und daß es de« Lehrern bester geh«. Auf derselben Gelte 40 seiner Broschüre wirst Herr Loblenz, brr wohl die .Wochenschrift" nicht lieft, diese unter die lehrerfeindlichc Preste. Ich kann da«, daß er fie nicht liest, behaupten, weil er meiner erwähnt in einer Stelle au« einem Artikel, den ich im Jahre 1860 geschrieben haben soll der mir jedoch nicht wehr erinnerlich ist und den ich nicht wehr habe. Ader in die Zeit von 1860 bis heute fällt .der Jsr. Lehrer", fallen meine Artikel in dieser Zeitschrift, die fich säwnitlich auf demselben Boden bewegen. Die Stellung de« isr. Lehrers und der Religionsunterricht ist, ich darf es kühn behaupten, der Inhalt meines Leben«, soweit er nicht im praktischen Berufe aufgeht. Hätte Herr Loblenz nicht in den etwa vier bi« fünf Artikelserien in dieser Zeitschrift über diesen Segenftand es doch näher und besser, mindesten« .schöner" haben «nd mich citiren können? Lber auch da« darf ich ja zu behaaplen wagen: Ich gehöre nicht zu denen, die in diesen Jahren nicht: gelernt und nichts oergeffen hoben. Ich habe vielleicht m nche« ver» geffen. aber ich habe doch auch mindestcns — ein bischen besser schreiben gelernt. Br>»ncht« er also 30 Jahre zniückgreifen? Wenn also Herr Loblenz die .Wochenschrift" gelesen hätte, wie e» seine Pflicht war, wenn er in der Lonferenz ein Urtheil geben wollte, so dürste er doch aus meinen Artikeln über deren Lehrerfrenndlichkeit eines Besteren belehrt worden sein. Erwirb mich doch nicht auch zu den Lehrer - fetnden werfen wollen? Also — nngrhört verdammen? Das ist doch gar nicht — schön.") Aber — Herr Dr. Rothschild und sein böses Wort k Nun denn, ich habe mich über jene Worte schon früher ausgesprochen. — Herrn Dr. R. aber wegen desselben als Lehrerfeind verdammen — dazu gehört doch eine Unverfrorenheit, vo« der wir wirklich nicht wiffen, was wir sagen sollen. Darum, weil Dr. R. meinte, viele Lehrer wüßten zu wenig, und insbesondere zn wenig hebräisch, ihn als Lehrerfeind zeichnen, ist doch unerhört. Spricht daraus ein guter oder böser Wille, d. h. Feindschaft gegen die Lehrer? Dill er dadurch, daß er viele Lehrer und Seminarien z« afrigerem Streben antreidt. drücken oder — heben? Ein jü». Lehrer, wenn er fich selbst zu den Strebenden rechnet, sollte doch auch Herrn Dr. R. kennen. Nicht allein ans seinen Schriften, ans seiner Mitarbeiterschaft an vielen Blättern, sonder« auch ans seiner Wirksamkeit für di« Achawa, deren Verfitzender im erste« ^fahrzehent er war, an deren Gründung er sei« redlich Thait hatte und deren Veroaltnngsnutglied er nun bald 25 Jahre ist. Hat es denn überhaupt einen Sinn, wenn man heutzutage von Lrhrerfeindlichkeit bei denkenden «nd ihrem Berufe ergebenen Rabbinern spricht? Es gab eine Zeit, wo fie fich mit hierarchischen Gelüsten trugen «nd ihre Stellung der der christlichen Geistlich» nachbilden wollte«. Diese Hoffnung ist. wie so manche andere jüdische Hoffnung längst zu Grade getrogen! — Und jüdische Zeitschriften mit de« Makel der Lehrerfetndschaft belegen, das ist gerndez« — mit Verlaub — eine Dummheit! Wer soll denn die jüdische« Zeitungen lesen, wen« nicht die Lehrer? Und «er soll fie verbreiten? Wer für fie schreiben? Nochmals: Thate« beweisen! Wir haben schon gesagt: Bon abstrakter Höhe über die jüdische« Lehrerverhältniffe schreibe« nnd sprechen kann Jeder. Di« Hand anlege«, tapfer arbeiten für die Jnftituttonen, die fich der *) Dennoch glauben wir Srnud zu der Annahme zu baden, daß Herr L. und «mr viel« andere Lehrer in Rheinland und Oejtfalen die »Wochenschrift" gar pechig lesen. (Red.)