Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Niederlagen drr größeren Thier« soll baapisächlich durch Winden oder ähnlich« Bcrrichtnng« bewerkstelligt werde». Diese Winden, so wie dre dabei gebrauchten Seile rc. solle» haltbar sein »ad stet» geschmeidig gehalten werden, so daß die Ausfübrun; ohne Verzug erfolgen kann; 2. während de« NiederlegenS soll der Kopf dr» Thierrs gehörig unterstützt und geführt werden, damit ein Aufschläge» desselben ans den Fußboden und ei» Bruch der Hörner vermiede» wird; 3. bei dem Rirderlegeo de» Thirre» soll der Schächter berert» zugegen sein, uw unmittelbar darauf die Schlichtung vorzunehmen. Letztere soll sicher und schnell anSgeführt werde»; 4. nicht nur »nährend de» SchächiuigSactes, sondern auch für die ganze Dauer der nach dem Hallschnitte eintretendea Mu«kelk>ämps« soll der Stopf de» Thier»» frstgelegt «erde«, da andernfalls der bewegliche Kopf de» iu Muskellräaipfen liegenden Tviece» nicht selten in der heftigsten Weise am Bode» aufgeschlageu und namentlich an den Hürnen» verletzt wird; 5. endlich soll die Sehächtung nur durch erprobte Schächter au»gesührt werden. (Wir fiat« diese Verordnungen durchweg im Einklang mit den Vorschrift« de» rituellen Schlachte»» und der auch vom Zudenlhum auf» strengste untersagte» Thierquälerei. Rögen Rabbiner und Schächter auf die geaaueste Beobachtung dieser Maßregeln acht haben, damit da» antisemitische Geschrei von der .Thierquälerei der jüdischen Schlachtmethode" endlich verstumme. Red.) Aerli». Ein Ausspruch de» Kaisers Wilhelm H., den derselbe dieser Tage mit Bezug aus das Duell Eichler-Blum gethau habe» soll, verdient die weiteste Berbreituug. Der »üidige Soh» des edle» Kaisers Friedrich äußerte sich wie folgt über die Verwerflichkeit des Duells: .Weil der Geist der Religiosität unserer Jugend abhanden gekommen, find solche traurige Diuge wie dieses Duell möglich geworden. Wer auf Religivu etwas hält, wird sich »ach dem religiöse» Gebote richten» welches di« Nächstenliebe befiehlt.» Wahrhaft königlich« Worte! Km 25. d. Mts. fand die Berhandluug über dieseu »uglückseligeu Zweikampf statt. Der Aogeftagt« war geständig, dt« Zeuge» bezeugte» seine Versöhnlichkeit »ach dem erste» und zwetrr» Kugelwechsel, Blum »ollte aber nicht revocil«. Der Vertheidiger hob noch hervor, daß der Angeklagte stark kurzsichtig und i» der Handhabung der Schn^ »affe» nicht geübt sei, auch die Absicht nicht gehabt Hab«, de» Gegner zu tödteu. Nach kurzer Berathuug gab«» die Geschworeue» ihr Verbiet auf Schuldig des Zweikampfes mit tödUichem Erfolg«, »der unter Ausschluß aller erschwere», de» Nebeuumsttmd« ab. Der Staatsauwalt führte sodaun aus, »aß im oorliegeude» Falle keiu Aulaß vorliege, über das niedrigste Strafmaaß hiuauszngeheu uud beantragte demgemäß, gege, de, Angeklagteu auf zwei Jahr« Festnngshast zu erkennen Das Urchrll des Gerichtshofes entsprach diesem Aulrag e Wresta», de» 27. Januar. «.Oc^Eorr.) Da» jüdischcheotogisch« Lieminar beging heute zum füniunddreißigste» Male die Gedäehraißfrier seine« Stifter», des verewigten Eom«e,zi«nrath» Jonas Fraeuckel. Der festliche Lharnktrr dieser Feier ward noch erhöht dadurch, daß mit ihr sich die Feier de» Geburtstage» Sr. Majestät de« Kaiser» und König» Wilhelms» II. verband. Dr. Zuckermana, der zeitige Vorsitzende des Lehrerkollegium«, gab in Üefempfuadea« Worten den Gefühlen der Verehrung und Treue Ausdruck, die am heutigen Tage jede» Deutsche» Herz bewegen, und giug dann au« die besondere Bedeutung des Tage« für da« Seminar über, d« — wie alljährlich — Kuratoren, Lehrer, Hörer und Freunde der Anstalt vermute. Er zei^e, wie im Judeuthmn jederzeit das Streben nach seift-gem Wisse» ein« edle Pflege gefuvdeu, uud wirs unter Bezug auf mehrere werthvolle erste Drucke (ackitiouaa xriuoixaa) der Seminarbibliothck nach, daß di« Juden frühzeitig und mit dem regsten Eifer dir Mittel P»r Verbreitung de» Wissen» — in vorliegendem F'll« die Buchdruckerkunst — sich zu Nutz? gemacht habe». Mit eindringlichen Werten verabschiedete hierauf Seminarrabbiuer Dr. Lewy die Kandidaten DDr. Grüufeid.Poznaasky, Schönberger undZimmel», die, nachdem sie die theologisch-wissenschaftliche und talmudischrabb'nische Prüfung vorschrift»«äßiq bestanden hiben am hentigrn Tage die Anstalt verlassen. In Rimea seiner Kollegen und in seinem eigenen R >mcn stattete Dr. Grünftld dem Lehrerkollegium den innigsten Dank für die wiffenschaftlichr Ausbildung ab. die sie während ihrer Studienzeit am Seminare in reichem Maß« erfahren dursten. Gesang de» Seminariftenchors — Hauoßen teschnah und Michtom le- David — eröffnete und schloß die Feier. Dem Seminarprogramm ist iu diesem Jahr beigegebeu eine wissenschaftliche Arbeft des Semiuarrabbiaer« Dr. I. Lewy. betitelt: .Ein Wort über die Mechiltn de» R. Simon". Der Jahresbericht selbst enthält die übliche Ehrouik der Anstalt. Den Lrhmana'schea Preis — über die Preisaufgabe : »Darstellung des jüdischen Kalenders »ach dem 2. Abschnitt des Sefer Ha-Jdbur des Abraham bar Ehtja" — erhielt der Stud. David Rau aus Pr^Friedland. — Die Trauertage des deutscheu Vaterlandes wurden durch ein« entsprechend« Feier in der Semiuarsyuagoge begangen. — Di« Zahl der Hörer beläuft sich auf eiuuudsüafzig, die sämmtlich Stuoireude der hiesige» Universität find, zum TheU ihre akademischen Studien bereits volleudet haben. KL Höer-Auge^seim, 22. Jmvar. (Or.-Corr.) Rach den Beschlüssen de» Vorstandes der A ch a w a wurden für da» Jahr 188« in 72'/. Thetlen Mark 9850 (gegen 9114 Mark im vorige» Jahre) an 52 Unterstützunasberechligte zur Bertheilung gebracht. Ein Theil b.-trägt 136 Mark (gegen 124 im vorigen Jihre) Hierzu kommen noch 18 lv ans dem Reservefonds, die im Laufe de» Jahres in außerordentlich dringlichen Fällen gegebeü wurden. Da» giebt 11,660 Mart. Da« Vermögen hat sich um ei. 7999 Mk. vermehrt, uud beträgt jetzt etwa 166,900 Mart. Da« sind Resultate, mit welchen wir für jetzt wohl zufrieden sei» dürfe». Am 1. März 1871 verkündete der damalige »Israelitisch« Lehrer" mit großer und gerechter Befriedigung »die erste» Zehntausend" (Gulden) de» Stammkapitals. E» wurden t» jenem Jahre 1254 Gulden vertheilt. Di« Schlüffe hieraus möge» die verehrt»» Leier selbst zieh«. Wir haben jetzt 281 activ« Mitglieder und 769 Ehrenmitglieder — gegen 675 im vorig« Jahre. Insbesondere ist dt« erfreulich« Vermehrung der Ehrenmitglieder durch de» im vorig« Jahre erfolgten Hiuzutrüt an« München, Mauuheim und Wiesbaden (und i« vorhergehenden Jrchre au» Mainz) eine Quelle de« Seg«» geworve«. Wir dürsm hoff«, daß bald keiu« größere Gemeinde Deutschland» dem »Bruderbund«" fern stehen wird. Das ist das einzige Mittel, die Jahresuntrrstütznagen mehr «ad mehr in die Höh« zu bring«, uud sie so zu stell«, daß d« Bedürftig« ei» beschetdmes Auskommen siche«. Da» streb« wir an mit aller Kraft, da» dürfen wir auch zu erreiche» hoff«, wenn alle Beruf«« ihr« Schuldigkett tgun. Wir werden in Laufe dwjes Jnhres. das für »« Achawa «in Jubeljahr ist — am 23. uud 24. Angust 1864 — fand in Mawz die koustitnirrnd« G«eralversammlung statt — noch östtks Gelegenheit find», hierauf zurückznkomm«. Der glücklich: Erfolg hat uns längst die schweren Kämpfe und die bitter« Erfahrungen der erst« Jahre vmgrfsea lass«. Haben wir auch jetzt noch geheime und offene Gegner der gesegnet« Anstalt jübft im Lehrer stände? Ich habe Veranlassung, es zu glaub«. Doch lass« Sie auch vier eia« G«d«ü» ausspmchea. der in den letzt« Jahr« fast zum Axiom für mich geworden ist »ad für den rch um das — Rachdenkm der gechrtt» Leser diese» Blatte» bitte: Ich stelle die Behauptung auf, daß jeder Jude, dem sei»