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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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9M Um* der Mdtsche Lehrer -«r 9t» kL«pf««g de» A>Äse«ttt»«»» thim? 9tm *. ». U 6. (Schluß.) Noch tin kurze« Schlußwort; c« betrifft die f>trreu Rabbiner, die jüdischen Religion«- rhrer an höheren Lehranstalten, »nd die wenigen staatlich an,«stellten Laade«radbiner. Gerade bei diese» Herren ist leider di« gewöhnte „Schueidigkeit" der christlichen Herren vorgeschtm »der Beruf»gen«ffen die veraalaffnug zur beklageuswerthm Schwache manch' Eise« unter ihnen. Wa« haben z. B. die Heriea Rabbiner und Lehrer bei de« Behörden und bei der christlichen Bevölkerung inH.'ssru-Nassau getyan, um den Herren Böckel und Genossen da« Handwerk zu legen? Wa« haben die Herren Rabbiner und Lehrer tu Serliu gechaa, um Herrn Stöcker und Geuoffeu zu ducken? Sollte»»« sich wirklich gar nicht rnuSglichen lassen, durch eine persönliche Bitte bei hochgestellten Herren eine Aenßeruug dieser Personen über die Schmach de« >utisemiti«mn« herbeizuführen? Geht r« den Herren wirklich an stopf und stragcn, wenn fie einen solchen Bersuch wachen? Und haben unsere hrldenmüthigea Borfahren, deren Grdächtniß wir an den Ehaankatagro feiern, »o« denen dir Herren Rabbiner so viel und so rührend al« Muster zur Nacheiferung zu erzählen wisse», nicht Größere« und Schwerere» vollbracht um ihre« Glanbeu« willen? Soll ein schlichter jüdischer Lehrer diese Herren Rabbiuer ru die Märtyrer erinnern, welche Gut und Blut für ihren Glanbeu geopfert haben? Ja leider! giedt es heutzutage meist nurPrediger und Doktoren, also Redner und Gelehrte (dootaa). unter unseren Herren Rabbinern, aber nur wenige Männer der Thal, die „Mäunerstslz selbst vor stönig«throueo' bewahre» und die höchsten Mitglieder de« kaiserlichen Herrscherhause« selbst, sowie die hohen Beamten de« Reiche« bittend zum Einschreiten gegen die Herren Antisemiten veranlaßt hätten, oder wollen und veranlassen würden. — Doch ich will hier abbrecheu um nicht bitter zu werden.*) Ich wende mich zu denjenigen Herren, welch« nach einer verunglückten Lehrer-Laufbahn fich „Prediger' neunen kaffen, welche — al« Ausländer — von irgend einer Universität. ohne den Nachweis de« Maturität«- Examen«, ihr Doktor-Dtplom erhalten, oder auf dunkle Weise fich dasselbe er-worben haben und nun im Berttauen aus die Wahrhaftigkeit ihres geistlichen Amte«, von leichtgläubige» Gemeinden zu« Serlenhirten gewählt werdeu. E« stehe» mir Namen zur Berfüguug von solchen dunklen Existenzen, Namen von Männern, die ich selbst in ihrer verunglückte» Lehrerlaufbahn und schon bei der Borbereituug z« dieser Laufbahn kennen gelernt habe mid di« heute au der Spitze bedeutender Gemeinden stehen und bereu Rede» — die eigentlich nnr Reden »ou Sach«, Jellinek, Geiger und Rahwer find — tu jüd. Blättern van gute» Bekannte» al« Musterreden gerühmt werdeu. — Ich kraue ferner Lehrer, welche i» Bittschriften, uuterzeichnet von Kraue» und Mädchen im Name» ihrer Männer und Brüder, natürlich ahne btrea Geuehmtgnug, bet den vmgeseyteu Behörden demüchtg und wehmüthig um verlechung einer erledigte» Stelle bitte», um einen tüchtigen, aber auftrcht stehenden College», der keine» Buckel machen kan», au« dem Sattel zu heben. Solche Dunkelmänner könnm freilich nicht *1 vir haben den anö edler Begeisterung und tiefer Lntrüfmeg schreibenden Vers, dieser Artikelserie ungehindert ausreden lassen; in diesem Vchlaßanikel scheint ihn jedoch dir Bitterkeit zu üdermannen, wir vermiffen hier die an ihm vis ,etzt gewohnte Gründlichkeit »nd Vorsicht. Er scheint kein« Ahnung davon zu haben, was von Rabbinern und jüdische» Gelehrte» in de, gröho-e» Gemeinden z»r Bekämpfung de« Aatisemitisinu» Alle» gethan Worten. Dag aber eine Larleguag aller in dieser Beziehung gethaaen Schritt« fich der Oeffrntlichkrit entzieht, ist leicht et^usehen. Red) i» stumpfe mtt dem Antisemitismus firD nn« in Krage komme». Diese feige» Seele», welch« um Grob uud Lol;» «beite», schädige» .unser Jadeutbn« mehr al« Stöcker, Böckel uud Genossen. Ans diese ch«akterl»sen Memmen fiudtt da« Wort de* Propheten Anwendung: »Au« Deiner eigeue» Mitte verdea Deine Zerstörer erstehen.' — Dar«m lautet «eine sechgte und letzte Korderunq an olle Lehrer, die im Verkehre mit christlichen Behörden und Vorgesetzten steh«»': „Bewahret Euren lauteren Charakter, bewahret Eure Unabhängigkeit, setze» Schneidigfeit gegen Schueidigkeit. nähert Euch i» Wort uud Schrift Eure» christlichen Soll egenl Die Erinnerung an unsere Märtyrer setEuchTrost uud Ermnthignug im stampfe gegen den Antise mitt«mu«s „Alle Mann aus Deck', da« sei unser Wahlspruch. „Uud Gott wird für Euch kämpfenl' In diesen Zeichen werden und müffea wir firgen.- G G An« H?r-K«ra»d (Provinz Wrstpreußen) wirb mit Bezug auf die Artikelserie: „Wa« kann dec Lehrer zar Bekämpfung de« Autisemittswus thun?' Folgende« geschrieben und un« zur Beiöffentlichuug witgethcilt: Dieser Auffatz verdient vor Allem in einer Broschüre zu erschttaen und in tausenden von Exemplaren nicht nur an Lehrer und Rabbiner, soudera an alle gebildeten JSraeliten versandt zu werden, denn au« meiner Prari« kann;d> Ihnen mittheilen, daß der Antisemitismus gerade von den und durch die Juden selbst erzeugt wnd. und daßlüe Juden selbst r* sind, welche den Antisemitismus hrrvorgeruftn Hab n. Weder di« Lehrer noch die Rabbiner allein stad in der Lage, den Antisemitismus ganz zu bekämpft», alle Israeliten» desoader« die gebildeten, müssen thätig Mitarbeiten, wenn wir eiam Erfolg erzielen wollen. Wenn wir eine Parallele ziehen zwischen christlichen und jüdischm Antisemiten, so »üffen wir etagestchea, daß die letzteren am gefährlichste» sind — und da», wa« wir in der Schule uud im Leben gutzumachen suchen, von dm jüd. Antisemiten wieder verdarb:» wird. Die gebild.'tra Jaden, die Juristen, Aerzte, Philologen «c sagen sich in der Regel aus irgend emem Grunde, und zumeist au» Hochmath, von dem Judenthvm los, entsagen» um nicht „Jude' geschimpft zu werdeu, allen jüdisch-rrligiösm Pflichten, verachten die religiösen Gebräuche und stellt man dies« .Grbildetm' unter vier Augm üier ihr Verhalten und vffmtlichr« Auftreten zur Red«, so wird v»an unzweifelhaft gewahren, daß man es mit gefährlich rar .Antisemiten zu tyua habe. Die Ungebildeten kbanea wir wmiqer zur Brrantwortnng hrraaziehm, well wir i» dm meisten Fällen die bereit« mundgerechte Antwott erhalten: „Warum solftn wir da« al« Unrecht bezeichnen, was die Grbildetm für Recht finden?" — und so sicht e« leider im „Lager Israels" au«. E« wäre gegm alle Logik, wenn wir bchaupten wollt«, die Schule oder die stanzet seit» die richtigen Stätten zur Bekämpfung des Antisemitismus — „Alle auf Deck' muß e» in jedem jüdischm Hause heißen, erst dann kann wirklich Erfolgreiches geschaffm und erzielt «erdm._ B. Gerichte ttufc C*rrefpo»den)en. Deutschland. IstagdeÜAru, 22. Jan. Zur Bermeidnog unnöthiger Th erqnälerei bei der lüdisch-ritnellm Methode de« Bichschlacht'nS nt dm Regiemngea durch gemeinschaftlichm Erlaß »S Ministerium« der geistlichen rc. Augelrgmheitm und IrrS Ministerium« de« Jauern die allgemeine Durchfühmng «achstehmder Maßregeln, so weit e« dft öttlichm Berhältnifle grstatttm, al» wünschenswert!) bezeichnet wordm: 1. da«

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