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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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B die Wittweu) eine Unterstützung vvn>3168 SO Marl oder 32 Persou 3,5t: Mark. Mit Ri ckficht auf die Nothlage de» vereio» erhöhte die Gemeinde Dortmund ihren Beitrag von 500 auf 600 Mk., Ruhro rt von 150 auf 200 Mk. uud die Gemeinden Essen und Witten fingen ihre frühereu um 100 Mk. ermäßigten Beitrüge wieder auf die frühere Höhe, dagegen wird der Beitrag der Seineinde Dui-burg von 250 auf 200 Mk. ermäßigt. Bon den 736 männlichen Personen haben fich bezeichnet: 277 al» Handwerker» 240 als Händler, 49 al» Lommi», 43 als Lehrer, 34 als verschiedeneu Berufsarten augehörig.*) 23 als Tagelöhner uud Knechte, 20 als Laufleute, 10 al« Rabbiner, 40 ohue bestimmte» Gewerbe. Bon den 277 Handwerkern waren nach ihre» 8egitimatiooSpapierca: 45 Metzger» 23 Schneider, 18 Schuster. 17 Bäcker und Londitoren, 17 Buchbinder, 13 Lürschuer, 10 Cigarrenarbeiter, 10 Buchdrucker und Schriftsetzer, 8 Klempner, 8 Soldarbeiter, 7 Sattler, 7 Hutmacher, 6 Weber, 6 Drechsler, 6 Maler und Lustreicher, 6 Schlaffer, 5 Schirmmacher, 5 Uhrmacher, 4 Glaser, 4 Posamentirer, 4 Gerber. 4 Tischler, 3 Haararbeiter, 3 Seifensieder, 3 Färber. 3 Destillateure, 4 Tapezierer. 2 Gummiarbeiter, 2 Mützenmacher, 2 Barbiere, 2 Kupferschmiede, 2 Stepper, je 1 Zuckerarbeiter, Lorlschneider, Soldsticker, Kammmacher, Schornsteinfeger, Steindrucker, Polsterer, Nadelarbetter. Zuckerfieder. Dachdecker, Bergmann, Diamantschleifer, Bürstenmacher» Manr.r. Friseur, Mechaniker, Stellmacher, Handschuhmacher. Messerschmied, Küfer. Bo« den 889 Personen waren au» Westfalen 63, Rheinland 69, Rorddmtschland 176, Süddeutschlaud 64, Nichtdeutsche Staaten, vorzüglich Rußland, 515, Nichteuropäische Staaten 2.- Hiernach war die Zahl der au» dem LuSlande kommenden um 145 stärker, al» die der Deutschen. Während fich die deutschen UuterstützuugSuehmer gegen da» Borjahr »m 81 P:rsonen verminderten, war diese» bei den AuS» lävdern nur um 7 der Fall. — Als Schwindler wurden nachträglich erkannt, je 1 aus Pleschen, Schweidn'tz, Lubre- »itz, Hannover, Hofgeismar, Falkeuau, Brakel und Metz. Jhcesäeu, 20. Januar. (Or.-Eorr.) Wie in so manchen anderen deutschen Städten, so wurden auch hier in der Zeit vor Weihnachten antisemitische, aufhetzerische Flugblätter maffenhast in d,m Sttaßen vertrieben. Infolgedessen sah fich Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann, als einer der Vorsteher unserer Gemeinde, veranlaßt, geeigneten OttcS im Einverftändniß mit dem Gemeinderath Schritte gegen die Urheber und Be, breiter der Flugblätter zu thu». Aideß hatten bedauerlicher Weise dieselben nicht dm gewünschten Erfolg. Die Königliche Polizei-Direktion wie dir Staatsanwaltschaft wollten in dem verderblichen Tr iben, dem Aufhetzen gegen erneu Theil steuerzahlrnder Mitglieder keinen „groben Uufngerblicken. — Vielleicht daß die Angelegenheit doch nicht ruhen bleibt und weiter verfolgt wird. — Erfreulicher ist die Thatsache, daß in d«S Komitee für da» im Mai d. I. statthabende 800jährige Wettiner-Jubiläu« vier Israeliten k «rufen wurde» und zwar: der Vorsteher Banqnier Joseph Bondi, Rabbiner Di. Winter» Redakteur L. Badt (Dresdener Zeitung) uud Hofjuwelier Chrambach. Miekefekd, 18. Januar. Der am 1. Jan. c. durch den BorstauL der Unterstützungskasse de» Bereiu» iSr. Elemeutarlehrer für Westfalen und die Rheiuproviuz »orgenommene Rechnungsabschluß für 1888 hat ein sehr erfreuliches Resultat ergeben. Mehr und »ehr bewirken die Lehrer ihren Beitritt, uud da» Juterrffe der Gemeinden, sowie einzelner Wohtthäter für unser segeubrirv-ende» Institut ist in stetem Wachsen begriffeu. DaS Vermöge» der Unterstützung-kaffe beziffert fich am 1. Jan. 1 7 Lhora'chreider, 4 »«llner. S ZahntechnUer, 2 Shmnastiker » Catfdpr, j. 1 Ö4«gtt, Ctote«, «cho»sp,eler, «onsol. «gnt Red«, ■eitet Lm„chea«l«r, gtnfUtt, Rdfmdr, Apotheker SugtairaT, «nsackivw, Slginag, 0ssizi«r (Urte). 10 S-j' auf Wlt. 63,094,30, und der eiuzelue Unter stützungSantheil, der t» vorigen Jahre 52 Mark betrug, konnte für 188K auf 62 Mark bemessen werden. Da» Nähere wird der demnächst zur Bercheiluug kommende gedruckte Jahresbericht bringen. Bluoena«. Frankretch. Zfari». von deu.Antwotten, welche auf die im „Figaroaufgeworfene Frage (s. v. Nr. unter „Berlin-) über die Rückkehr der Juden nach Palästina von jüdischen G>:lehrten gegeben wurde, theilen wir zwei hier auSzüglich mit. Advlphe Frauck» der bekannte Humanist uud ehemalige Professor für Völkerrecht am College de France, erklärte seinerseits. er halte de« Plan, da» Reich Juda wieder auizubauen, für chimärisch und unausführbar, den Jntereffeu der Israeliten wie aller im Fortschritte begriffenen Nationen zuwiderloufend. Htnder« niffe vom rriu praktischen Standpunkte wäre« die Rechte der Türkei, wie der in Jerusalem um die heilig m Stätten aagefiedelte» Christen. UebrigeuS geht der Gedanke einer Heimkehr der Inden nach Palästina nicht von den Juden selbst au». Sie find einerseits zu praktisch und auderersrit» allzu sehr in den Nationen aufgegangeu, bei denen fie seit Jahrhunderten wohnen. Die Juden find überall, wa» auch dagegen gesagt werden mag, ebenso gute Patrioten, wie ihre christlichen Mttbürger, und nur die Verfolgten unter ihnen, die rusfischeu und die rumänischen, mögen fich iu ihrer Uu» kenntniß der Dinge nach der Heimach ihrer Race sehne». Für die Anderen ist Jerusalem ein Symbol, die Stätte, von wo da» Gesetz Gotte» auSging, wohin fie fich aber nicht wenden möchten. Die Juden zu einer MaffenauSwauderung zwingen, hieße aller Brüderlichkeit, aller Menschlichkeit spotten. DerGraud-RadbiuZadokKahu schreibtu. A.: „ES war wohl die Rede davon, tu Palästina Eolouien auzulegeu für solche Juden, die iu ihrer Heimath schwer bedrückt uud numeuschltch behandelt werden, aber dazu braucht man mehr Kapttal, als für diesen Zweck zur Verfügung steht. — Wo die Juden aber dieselben Rechte habe», wie di; andern Bürger, find fie eben solche Patrioten, wie die übrigen." Herr Drumout endlich meint: „Ich wüusche wohl alle Jude» nach Kanaan zurück, aber diese werden kaum dazpt geneigt sein, Europa zu verlassen. UebrigeuS find ja di« Juden, im Siuue der christlichen Lehre, dazu verdammt, zerstreut zu leben.- Ta« ganze unliebsame „Frageuud Aulwortspielwar — wie mau jetzt erfährt — durch da» Gebühren der P’IC '221N (.Zion-freunde'), welche bestäudig Sauuulungen für die Colouisatton Palästina'« veranstalte», augeregt worden. Vermischte «rd neueste gtaJpridjtat. Magdeburg. 22. Jan. Ja ihrem heutige» Leitartikel: .Zur lutere»»» fesfiouellea Statistikmacht di« .Magd. Ztg.- zwei iuiereffam« Bemerkungen: 1. Daß in der Sera Stöcker die Zahl der JSraelite» iu Berlin — trotz der vielen Laufen — sich voa 4,4 Prozent mtf 4,9 Proz. gehoben habe, während sie gleichzeitig iu Hamburg von 4,1 Proz. auf 3ji Proz. zurückging. 2. Saß d:e geadelten jüdischen «elo» oriftokraten mehr zum KatholicilmuS al« zum Proteftar.tiSmuS überzutreten pflegen, wie di« Statistik ergebe. Beult«. Mittheilenöwerth ist e», daß die ministerielle.Norddeutsch« Zeitung» unter ihren politischen Nochiichte« au hervorragend« Stelle Folgend«» berichtet: »Bon kulturhistorischem lsntereffe möchte gerade unter heutigen Verhältnissen auch für weiter« ftrcifc der Jahresbericht der israelitischen ««werbeschule zu Straßbura i« Elsaß sei». Diese fest 62 Jahren bestehend« Anstalt verfolgt de» Zweck, unter de» bedürftigen Israeliten d«S Unterelsaß die Berbrrltung der Handarbeit zu fördern und di« jungen Leut« zu tüchtigen Handwerker» heranzubtlden. Sie wir der dortige» LaudeS-Zettniigentnehme», betrug dl« Zahl der Schüler i« abgelauftnea Geschäftsjahr Sil gm Lauf« de« Jahre» wurden 22 Schüler neu liusgeuommen, von denen » da» Lchueiter-, 4 da» Tapezier», 8 da» Lithographen-, 2 da« MV schmiede- «ad je 1 da» Buchdrucker-, Spengler-, Bildhauer-, BÜtW »sicher-. Photographen» nnd «alergaoerbe erwählte». Die gehTTSnützgaben der Anstalt belief«» fich a»s r»«d 17 S75P«. Dm» vllmSge»

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