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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1889-01-01 · 20. Jahrgang Nᵒ 2. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
20 (1889)
Issue
20. Jahrgang Nᵒ 2.
Date
1889-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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*cm tfttarcn, deutsche» Vaterland« »eint. der gelobe u»d stimm«. »tt «Ir eia: .Mit Gott, |üt König u»d Vaterlands' — — Ctckab Kunde dieser Ruf dreimal, voa sömmilich« Auwestudeu feierttchü ' Wiederholt und aus die Aufforderung de* Kreisscsmlwspektors seng die Versammlung i« unmittelbar» Lufchlirsse hieran: »Die Wicht am Rhein." — Bor «loi Anderen trat aber «ein grimmiger Gegner, der Bortrageade vo« Vormittage, ans «ich zu und bat mn Berzeihuug «egeu seiner einseitigen christlichen Seußernag» in seine» Bortrage.- Da l ist ein wahrheitsgemäße» Bild an» der Wirklichkeit, statt vieler lebhaft« Borschriften, »ie ich die fruchtbringende Theilnahme eine» jüdischen Lehrer» an amtlichen Versa«« langen zu verwnkltch» und dadurch den Antisemitismus zu bekämpfen such«. E» »erben oft uns amtlichen Bezirk»- und Kreislehrer-Konferenz» Probelektionen au» der biblb chen Geschichte gehalten und von strebsamen christlich» Lehrern wird dabei etwa» Lntise«iti»«n» oder weatgftea» doch uusschlttßeuk B-kenntnißtrrue getrieben, sollt« da nicht jeder jüdisch« Teilnehmer, fall» sein Glaube äugetastet und herabgesetzt wird, etwa» »Schneidigleit" zeigen Gnu»? — Ich glaube sicher, daß durch ein solche« Auftreten — natürlich in bescheidenen, aber nachdrücklichen Wort», nicht in hohl» Reden»««» — die christlich» Lehrer und wohl auch die Borgesetzt« eher Zuuetgnng, als Abneigung grg» bi« jüdisch» Lehrer und »amtt auch eine geimsie Duldung gegeu^ unser» Glaub» zeig» »ürd». — Weine erste Forderung au die jüdisch» Berussge- »off» lautet alio: Betheiliget Euch rege an den amtlichen Beitels- und Kretslehrer-Kouso renzeu und lasset keinen Angriff aus unseren Glanben nugerügt vorüdergeheu, kläret unsere Gegner nach bestenSrüften überdteSchmachde« Antise»ttt»mu» auf! — Kerichle «ch GOrrefP«ch»»^m. Demtfchleued. MugdeGnrg, 8. Jana«. Wir erhalt» nnter hentigr» Data« m nachfolgend« Zuschrift von schätzenswerther Säte, di« wir würtllch zu» Abdruck bring», oh» dieümal — noch aafera sonstigen Gepflogenheit — die überrn» frenndllchen Acnßeran»» über uns« Blatt in streich«,^ weil Mo selben per vü^tgun, de» zn« Schluß gemacht» Varschlage» nothwendtg fts>. Die Zuschrift: ,Kn dt« vereheliche Redottio» der Jsr. Sachenschrstt' lanttt wie folgt: «Die F»ge resp. der Artikel: ,Stl kann der jüdische Lehrer thuu zur Bekämpfung de» Antisemit ts« ns?" in der fingst» Rr. Ihre» geschätzt» Blatte» veranlaßt mich, in Bezug ans dt« Bekämpfung de» Antisemitismus und «cs die Berdetttung Ihre» Blatte» etntge Zet» an Sie zu richten. Der versaffer obig» Artikel» gtebt d» jüdisch» Lehre» Üblich« Lehren, wo and wi« sie be» Antisemttiümn» entgegenznlret» Hab» Rnn ist aber »tt Anzahl der an öffeutüch« Anstatt» unterrichtenb» jüd. Lehrer du so geringe, — in unserer Gegend gtebt i» z. B. kein» einzig» — baß der» Wtrksamketi de« stetig gm sich greifend» Anttsemitibmn» gegenüber gleich Rnll erschein» muß, znmal »ch nicht einmal Mle Lehrer so rhetorisch begabt sein dürft» n» in öffentliche» ober amtlich» Bcrsauunlungm die Ehre de» Inknthnms zu wahr» und kn Antisemitümn» durch die Gewatt der Spruche in bekämpfe», wie e» iu Üblicher weise der versaffer qn. Artikel» ja thnu tu der Log« w«. wenn man bedenkt, welch« Anöbrritnug der Antisemtttomn» genomm» hat, wie stzsto «otifch, lmie behanlich die Antisemit» vorgegangm find, um b» Ard» in b« klug» eine» jeb» Chrstt» pnabzusetzcu, zm brandschatzeu,wi«noch dem Sprüchmor»: «Ein immerwährender ldops» bohrt endlich doch einmal ein Lmh in de» Stein' — ihr« Lehr« Eingang in Kreise gefnnb» Hab«, die sich anfänglich bageg» gemehrt, da sie btolaug gewohnt war», dir Jeck» auch für M»sch» ga halt», so kann wen fich nicht genug darüber wunde» baß Setten» der Juden selbst herzlich w»ig gethau ward« ist und auch heute noch gethan wttd, diese »Schmach Deutschland»" »öznratt». Eg ist nach meiner Ansicht die uuabweiobare Pflicht nicht nur eine» jüd. Lehrer», svude» eine» jeden gebildeten Inden, wo e» auch sei und wo er e» auch immer Inn, den Antisemitismus .furchtlos und beharrlich', nicht nur durch sein Perhalt» i» Verkehr mit christlich« Mitbürge», soude» au-b in wart und Schrift zn bekämpf» Rnn find aber dt« Wenigst» tu der Lage, dir fast schon landläufig gewvrd»» schmählich» Angriffe auf da» Iudeuthum gebührend zurückzuwets» S» fühlt ihn» dazu jede Suleitnug, jede» Material, die Rüstkammer, an» der »an fich die Waffen herhvl» kann. Ich selbst muß bekennen, daß ich schr oft in der peinlich» Lage war, dergleich» Angriffe nicht wirksam abwehr» in können, und daß ich erst an» der .Israelitisch» Wochenschrift' s« Manche« gelernt habe, wa» zur vertheidiguug de» Ind»chum« wir recht werthvoll erscht» Dieser letztere Umstand hat «ich nun zu der lieberzeuauug gebräche, daß r» d,ch sehr »üuschenswerth, ja sogar dringend nvthig wäre, daß ein so vorzüglich redigtttes jüd. Blatt wie die ^fsr. Wochenschrift' tu keiner jüdischen Familie fthl» sollte. Es dürste fich daher der verehrt. Redaktion wohl empfehl» für Ihr Blatt in weiter» Kreis» Propaganda zn «ach». Sicher wttd fich in jeder Stzuagogeugeoeiuk ge» eine geeignete Kraft find», die bereit wäre, Abonn»tm für dasselbe zu sammeln u. s. ».*) Mit vorzüglicher Hochachtung L. D." (Wir dank» kn gesch. E,ns»der — deff» Namen ' mttzutheil» wtt uns die Erlaubntß nicht «ehr eiubal» könnt» und deshalb nur dnrch die Jutttattu aukMeu — für sein« ,tm Interesse der wirksamenverthetdtgung de» Indenthnm»" gemacht» Vorschlag, der allerdings kn Nagel ans kn Kopf trifft, wenn uns von anderer Sette oft der Wunsch «nsgesproch» wurk: dieser oder jener Artikel der Abwehr müßte tu dm polttischm Tagesblütte» steh» (kr D. I. v. B. hatte unter de« fel. Nachad gar «st dafür Sorge getragen), so muß man fich jetzt damtt begnüg», daß die Inden selbst Kmntntß v» ihr» VertheibtgungsMitteln erhalt» um sie bei Angriff» zur Hand zu haben. Darum ist btt weiteste Verbreitung jüdischer Journale zur Bekämpfung de» Autisemitismn» eukUngt nothwendtg: jo e» ist an» diesem Grunde eine Pflicht der Rabbiner, Lehrer K. rc., tu lvtese« Siane in ihr» Gemeind» thätig zu sein; au unsrem Sut,^g»ko«m» soll'» nicht fehl». R.) Werkln, (Rabbiuer-Verband-Angelegenheit. — Schluß). Ein» für dtt Entwickelung de» Rabbinerverbande» sehr wichtig» Beschluß hat der Cmtralanöschuß in seiner Sitzung am 2. Januar nach langer Debatte gefaßt, indem er dtt Gelbstbeschränknug. dtt kr verband bei seiner Konstituirnng sich dadurch auferlegte, daß er alle religiösen Differ»zp«iktt van seiner Dagerordnung ansschlaß. nunmehr zu« Theil anfhob, und da» Gebiet seiner Verhandlungen tu Zukunft «ch über selch« Augettgenheitm ursdehuen will, welche religiöse Streit- und Parteiftag« beiÄhr». Mau sagtt fich, daß es ein Nonsens sei, wenn Rabbiner religiöse Frag», dtt da» Leb« «nfwtrst, nicht diskutireu — selbstverständlich vom reltgionsgesetzlichm Standpunkte aus — und Stellung zu d«nftlben uehm» sollt»; dieDiffeutirend» braucht» au die fich etwa daran knüpfend» Beschlüffe turchaus nicht ged und» sein. Dtt Disknsstou (aliaa: kiivul) »oar stets bä» klebenk Ettment ans de» halachifch» Gebiete, da» zur Llä»ug der Anfichten kttrng, dorn» kmw auch der Radbin er» erband derselb» ans *) G» folgt« h er a*d) tinigi w«hlg»»«t»te pncktlsche BoeschMge und Mutt, dtt aber «ehr de» Verleger uvs. Al. avgehea u»d beshew »an na» fertgelasseu Waid«. (sied )

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