Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 20 (1889)
- Issue
- 20. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Religio« für bk Pflege der Vaterlandsliebe bcfrabcr« her»«, beben. Wohl ift es »chr, bog bk Vaterlandsliebe von be» Bekenne,« einer jeben Religion gepflegt werben kann nnb ich bin gewiß, wenn Herr B. (ich) diese Krage zu bebaabeln bitte, so würbe er es von seine« religiösen Standpunkte ans in ähnlicher Weise bearbeitet Hab«; allein hier find ja in der Mebrzabl christliche Lehrer, darum ist der Standpunkt des Vortragenden wohl erklärlich. — Im klebrigen aber, vergessen Sie niemals, mein« Herren, baß das neue Testament auf dem alten beruht und aus ihm hervorgegangen ist und bann Hab« Sie ja stets einen Etuigungspunkt." — Diese ganze Darstellung ift kein dichterisches Gebilde, sondern ich theile hier die pure Wirklichkeit mit. insbejondere sind die Watte des Kreisinspektor« — eines weltlichen, nicht geistlichen Herrn — getreu nach dem Gedächtnisse wieder» gegeben. — Daß ich durch meine Worte keinen Anstoß erregt habe, beweist der Umstand, daß die Leitsätze des Vortragenden nach meinen Vorschlägen zum größten Theile ihres ausgesprochenen christlichen Charakters von der Versammlung enthe bet und in der non mir vorgeschlagenen Form — natürlich unter Zustimmung be<! Kretsschuliuspettors — einstimmig angenommen wurden. Nach den gesetzlichen Bestimmuu eil weiden die Sitzungsberichte solcher Versammlungen der Behörde, d. h. in diesem Falle der königlichen Regierung eingcreicht und baden also urkundliche Eigenschaft. — Die Folge, ungen >us solchem Eintreten jüdischer Lehrer ergeben sich hieraus von selbst. In derselben Versammlung wurde ich auch noch trotz meiner Berlheidigung — oder vielleicht grade deswegen — zum Rendanten der unter der königlichen Regierung stehenden Kreislehrerbibliotyek gewählt, wie ich schpn früher, als einztger jüdi,ch»r Lehrer meines Kreises zum Lretsvorstande der königlichen Lehrer-Wittwen-Kasse gewählt ward,« bin. (Fortsetzung folgt.) Kerichle »»> tzorrespondruxea. Deutschland. Merlin, 2. Januar. (Or.-Eorr.) Gestern und heute tagte hierseldft der »Leutralcusschoß des Rabbinerverbandes in Dent,chland». dir Herren Rabbiner DDr. JoSl - Breslau, Ungerleiber nnb Mayb»um-Berlin, Bamberqer- Königsbrrg. G u tt mauu > Hildesheimer, R ah m er > Magdeburg. B»gelstein• Stettin. Werner-Danzig. Die reichhaltige Tagesordnung wnrde in drei mehrstündigen Sitzungen von denen dk l,tzte ununterbrochen von 10 Uhr vormfttag bi« 4 Uhr Nachmittag währte, in anhaltender Arbeit erledigt. Wir theilen im Nachfolgenden nur einige der wichtigeren Gegenständ« der Berathnng den Lesern dieses Blattes mit» n» de« anssührlichen Bericht, der den Mitgliedern des Verbandes zugeh« wirb, nicht vorzugretfen. Zunächst stattete der geschäftsführend« Vorstand Bericht über dk Bottommuiss« im Verbind« seit der Breslauer Generalversammlung (im Juli 1887) ab. sodann trat man in die Berathnng der überaus wichtigen Frage «in: Was kann und soll geschehen, um bk Stellung der Rabbiner zu einer gesicherteren und stanbeswürdigeren zu nestallen. Es wurde in der eingehendsten Weise die m,ßltche Lage des bei weitem größten Theils der Rabbiner Deutschland« (besonders in kleineren Gemeinden) besprochen, bet Nnsteüuvgsmobus, die LündigungsVerhältnisse, bk Peuflouslofigkeit, dk mangelnde Fürsorge für deren Wittwu und Waisen; es wurde in dieser Beziehung an der Hand von zahlreichen Beispielen ans manchen Provinzen geradezu ein Nothstaub konstatiert, der bk dringendste Abhilfe erheische. Die zur Beffergestaltung dieser traurigen Verhältnisse einzuschlagenden Mittel und Weg« — u. A. die Gründung einer Peustonskasse für dienstuuf ähtae Rabbiner, sawk «inerRab bi nerwittwen-u. Waisen» Unterstützung«- Lasse — werben der Generalversanrmlnng ans de» diesjährigen verbandstage nrügetheift und bk Barschläge zur Annahme vorgelegt werben. Es gelangte alsdann bk Angelegenheit betr. die Heranziehung der jüd. 2 ul tu« beamten zur Lommuualsteuer znr Besprechung. In eingehendster Debatte wurde bk verschiebenheit der Praxi« in den Stadtgemeiuden, der Widerspruch zwischeu diesbezügliche» Ministerialreskrtpteu mit einer Kabinetsotdre, dk rechttiche nnb praktische Sette der Frage beleuchtet. Da» Material soll noch »ervollftäubigt und statistisch vermehrt werben, dann will ein tüchtiger Jurist, der damit berett« befaßt ift, bk Sache wetter führen. (Mau vgl. das folgende .Loblenz'. Red.) Es wurde nnnmehr darüber referirt» was zur Ausführung der auf der Breslauer Versammlung gefaßten Beschlüsse betr. Talmud-Eueyklipädie, Juqrndzeünng. Jagendschrifteu, Kindcrgottesdienst «. bereit» geschehen sei and geschehen solle. Eine grvße Anzahl von Rabbinern hat sich zur Mitarbeit au dem erstgenannten We,k berett erklärt, eine Kommission wird zur Sammlung, Redtqtrnni nnb Drucklegung der betr. Materialien eingesetzt; der Plan zur Herausgabe einer Jugeudzritnug wird noch vor Zusam wentriU der diesjährigen Generalversammlung realistrt »erden; dk Einrichtung von Kt»'»« gottesdiensteu ift in erfteuliä,er Zunahme begriffen, demnächst wild auch die Berliner Gemeinde damit vorgehen. Einem Antrag« bezüglich Ausstellung und Geltuagskrast von Qualificattonsattesten für Schächter nnb der von letzteren zu «rfülleudeu kdiuguugeu gelangte zur einstimmigen Annahme. Ein diesbezüglicher Schema — in deutscher Sprache — wird den Mitgliedern zngesandt werben. (Schluß -olgt.) Werttn, 28. Deeember. (Or.-Lorr.) Wie berett« in vor. Nr. berichtet, ist von der Gemeindeverwaltung len Mit» glttdern ein Ltrculair, tu de« dk Vornahme der lsteschuetdung nur durch Aerzte empfohlen «i,b. zugegangen. Es wttd auf mehr«'« Fäll«, bk bet nichtärzttichen Moheli« unglücklich «btt«, htugewiesen und diese neue Maßnahme des Vorstandes und der Repräsentanten mtt btestn Bor» lommniffen begründet. In jüdischen Kreisen herrscht nicht die Neigung vor, den religiösen Aft znr bloßen ärztlichen Operation zu machen, wenn auch Bemittelt« sch«» lang« dieselbe in Auwesenhett eines Arzte» vornehmen ließen. E» ift obzuwarten, ob bk Neuerung sich des Beifalls der Gemeinde zu erfreuen habe» wttd, da ja das Lirculiilr selbst uur auf »einig«'' Fälle mit unglückliche« Ansgange rxcempllstritt und noch nicht bewiesen ist, baß Aerzteu gar kei» Malheur hierbei pasfireu wirb. Die geschicktesten Operateur« haben unumwunden den Moheltm ihre Anerkenrung für deren Geschickltchkett ausgesprochen und mit der Ansicht nicht hinter de» Berge gehalten, daß ärztliche Hände lau« mit größerer Sorgfalt und Schnelligkeit den Akt »bwickelu könnten. Es wäre sehr zu empfehlen, wenn es flch ermöglich« lttße, «in« Statistik der Unglücksfälle durch bk Bes chueiduug einzuführen. Wenn derselben daun bk Angabe bei,«fügt wttd, ob bk unglücklich verlaufene Beschneidung vom Mohel oder Arzte vorgenommeu, so würde fich in eine« Otte »k Bettin immerhin ein objektives Urthetl auf solch«: Grundlag« bilden taffen. L. Werttu. 1. Januar. (Or.-Lorr.) Dk Erfind«, eine« ebenso ingeniösen wie überraschend einfachen Meßapparats für Electricität von Dr. Aron» deffen Ernennung zu» Profeffor an der Krttgsarttllerieschnte ich Ihnen;u melben in der Lage war, macht in den betheiligteu Fachlrttsrn der Physik« bedeutendes Aufsehen. Es haben fich also Juden jetzt auch der Naturwissenschaften, bk fl« sonst sch: vernachlässigten, bemächtigt und haben nicht geringe Erfolge auf« znw-tsm. Bekanntlich ist der Kaiserliche Regierungsrach Löwenberg, Dtvestor des Kgl. Aichamts, zu» zweit« Dirrttovv, der ««eingerichtet« Phystkalisch-techuqch« Reichsaustalt «