Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 45 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 3)
- Language
- German
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Ach dachte ob Debora, Esthers an unsere« Saite« edle Frauen, Schauend diese Glanbensschwester, Groß an Weisheit, Gottvettrauens Vielleicht kann sie »och rathe». rette». Wie Esther eiu» tu trüber Zeit — Judith ist'«, in Dorf und Städte» Ist gekannt fie — weit und breit — Mauaffe'« Witt»«, schön uud hold.D O. daß Sott zur Lils' dich sende! Daun, Ichior, ihr sehen sollt. Wie Juda siegt durch Gotte« Hände. Ichior. O säh' ich da«, würd' ich der Eu're, De« Feind« draußen schon zum Hohn; Wo »eitt de»» Judith, diese Theu'r«? Sehnsucht faßt «ich nach ihr schon! O s i » « (acht ,«x Lhür). rr' ich »tcht, so ist fie nah, ie gerufen kommt st, da! l««ide»« «ew.) - Dritte Scene. Vorige. Judith. Judith tu Trauer, langsam vor fich hingehend, fingt nach der Lol Ntdre-Melodt«: O Tag de« Herr», du nahst, Du nahst, du nahst, du nahst, Uud e» banget die Seele, Sir gedeutt de« Feinde«, der rast uud jagt. Sie schrickt uud fragt, uud klagt und zagt, Gott meine Kräfte stähle! (setzt fich, stützt de» Kopf aas di« Hand u»d »ieberholt dasselbe.) Ost»«. Du unsere« Volke« lichte Saune, Send' uns Deiner Wärme Strahl, Judith! Du Bethulien« Wonne, Warum so ernst, so bleich und fahl? Judith. wie sollt' ich trageu denn die -ei». Dt« meine Stadt durchwühlet? Sollt' scherzen ich und luftig sei». Wo Keuler für sie fühlet? Ihr »ollt doch öffuen Eure Thorr Dem Feind« — bt fünf Tage» schon? Oslo«, da« kam mir zu Ohr«, Thät' da« ei» rechter Jadasohn? Glaubt ihr an Gott und seid ihr treu, Dan» müßt ihr harre» seiner Hilf', Gedenkt der Väter Süudenscheu, Stützt euch nicht auf schwanke« Schilf! Osia«. O weise«, gottesfürchtig Weseu. Wie fromm sprichst Du von Gotte« Bund! Doch höre, Durst ist r« geweseu, wen» vom Ergehen sprach »ein Mund. Gewiß, wir wolle» in Gebete Suche» unser wahre« Dell. Daß Rege» uu« erquicken thäte. Daß Nahrung wer»' de« Volk zu Theil I Judith. Weber nicht«? — Ist sonst kein Pfad Zu ebnen, wo der Hasser droht? Gebet allei» ist da« dt« Thal, Wodurch gebannt wird Schmach uud Noth? O «ei» — ich sehne »ich »ach Thateu. Geschrh'u muß «was — uud durch «ich, Hab' lauge schon dt« Sach' beratheu; O Herzeusschleier, lüfte dichl — Hört, M« ich unternehme» will: Himu« muß ich faft Fetudesseld De« KksM heut, — weu» alle« still Such' auf ich Holoferue« Zelt. — was das» gesgsteht, erspäht t§ nicht; dfai auder Mal will ich'« euch sage». Ihr aber betet, wie Gott spricht: »Sachet mich i» trübe» Tagen, Ich vernehme euer Klagenk" «*.> Osia«. Zieh' hin tu Frieden, theurr Schwester, Gott steh' Dir bei in Debie« Thun! Siegreich wie einst Mutter Esther Mögst auf Lorbeeren Du ruh'n. (ab.) Ichior (au» de« verstecke hervorkommend). O steht mau Dich. Du reine Seele, Wer glaubt daun noch an Zeu« nrd Bel? Euren Glauben nun ich wähle; Heb Dir, große« Israel! vierte Scene. Holoferue«. Bagoa«. Judith. Osia«. Ichior Holofernes (gefolgt von zn»u Dienern). Die Bedenkzeit bald vorüber, Ich, »to* ich schon in Ruh' daheiur Mich ergreift schon Glorienfirber, Söuigsttäume ich oft träum'. Epiphaue« auf weiche» Liffeu — Ich i« Kampf für ihn und Möcht' mich auch al« König wtffen — Nicht nur groß im Reich der Sage! Bagoa« (to»my. Großer Feldherr, eiaeu Fang Haben wir zu melde» hem'; Via Detb von sicher hohem Rang Zu Dir zu kommm ist bereit — BethUlia scheint ihre Hebuath. Holoferue«. Da« wäre kühn wohl — bl der That! (setzt fich.) Judith bb» ich, eine Seherin, Fromm und gläubig meinem Gott; Laß mich, Herrscher, vor Dir knien. Wie dt« Ehrfurcht mir gebot. (knlet) Holoferue«. Wie? Du ein Hebräerwetb? So erhaben, h-heitsvoll l Wie edel doch an Geist und Leib! Nicht kuteend gieb der Ehrfurcht Zoll, Neb», steh' auf, und fürchte nicht — Was führt Dich heut' her zu mir? Judith. Was Debie Magd vor Dir setzt spricht, Glaub' r«, Holoferue«, ihr; Daß Du rin trefflich braver Manu, Wunderbar als Kriegsherr seist, Ward mir kund — mm höre an: Dich sendet Gott, daß Ihn mau preist! Doch hat Ichior recht gesprochen — Nicht mtt Waffe« kamst Du fiege»; Nur wem Juda wo« verbrochen Gegen Gott, kamst Du'« bekriegen. Nun ist vethulia nah' darau — Zu süud'geu haben sie beschloffe». — Uud web ich da« utcht sehr» kam. Floh' her zu Dir ich, fest «Mschloffeu Hier zu bleibe». Dir zum Fromme«, Stet« b, Treue Dir zu rat heu: Wem der lugeubltck gekommen. Daß Du strafst die Uebelthate», — Weh« euch, ihr schwer«» Sünder! — Einsam laßt heul Nmht »ich bete». Dam seMet Gatt mir de» Berkkuder: »Jetzt ist Zett, fie zu zertreten!"