Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 45 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Autiochu» (fidt rin Zeichen w der Thür, ri treten Mi Dirn» mit Stricken ein). Ihr Diener, kommt und fesselt den, Schafft ihn auf den Scheiterhanfen; Nicht nützt sein Weinen mehr und Aleh'n, Mag sein Gott doch lo» ihn kaufen! (p, seffel» ihn.) Hanna. Mein Lind laß mir. Du Satan, gleich, Noch einmal »ill ich e« umarmen J \ > nti« chn ». Laßt fies (Die ist da« Weib so bleich y Doch wckter giebt es kein Erbarmen. | (Sie küßt Benjamin.) i Benjamin. Für Go-tt will ich da« Leben laffen. Wir meine Brüder e« geihan. Du, theqr« Mutter, sollst Dich faffen. Ich geh' de« Himmel« lichte Bahn. Haft Du mich immer doch gelehrt: »Sollst lieben Gott von ganzer Seel'!* Und nun, da Gott die Lieb' begehrt. Möchtest Du, daß ich jetzt fehl'? Hanna. So geh' mein Engel, Benjamin, Dir wird gewiß der reichste Lohn. Rein und heilig ziehst Dn hin, Empfang' von Gott der Frommen Kron'l Noch einmal drück' ich Dich an'« Herz; Leb' wohl! — O namenloser Schmerz! Benjamin. Dort. Mutter, sehen wir tut« wieder. Dort ist der Bater, dort auch die Brüder! (ab.) Hanna (ihm nachrufend). Sprecht »or Gott in heiliger Schön«. Abraham wollt' opfern einen. Ich opferte ihm fieben Söhne. Auf Dirdersrh'n — bei allen Seinen! (Zu Autiochu«) Dir aber, starre« Felsenherz, Wri«sage ich ein schmählich End«: Dein Leib verwes' im Panzrrerz, Wurmfraß Dir Dein Leben schände! Weh« Dir. Du Lästermaul, Dein Körper bei Bewußtsein faul'! Ich aber ruf': Schma Jisrotfl, Wie im Leben also auch im Tod'. Ich lieb', bekennr Dich an« voller Seel', Dn, Bater, Gott! Adonai eohod! (eilt ab.) »ntiochn«. Laßt fie rasen,' laßt fit fluchen. Nun kommt erst recht der wahre Sieg; Holofern' wird heim euch suchen — Inf nach Modin daun, auf zum Krieg! (ab.) IL «kt. 1. Scene. (Zimmerverändernng.) Holoferne«, Achtor und zwei bewaffnete Diener. (Holofernes trögt ei» Tigerfell, sipt wild und stolz vor Achtor.) «chior. Groß seid Holoferne«, Ihr. Gefürchtet wohl in aller Welt; Aber — ob Ihr sieget hier? — Diese« Volk so leicht nicht fällt. Holoferne«. Wie, Ihr kennt die bösen Inden? Stammt Ihr doch von Ammon her? Bethnlt»'« Bürger, wisset'«, Inden Medien Haß ans sich gar schwer. chior. viele Völler nicht vermochten Fromme Inden zn bekriegen, Denn mit Waffen nie fie fochten, Nnr dmch ihren Gott sie siegen. So ist'« «inst Egypten« Heer, So einst Kanaan ergangen; Nicht mst Lanze noch mit Speer, Nnr durch Gott fie Macht erlangen. Arellich find fie oft gefallen. Wenn fie ihren Gott verhöhnt,- Sobald vom Glauben fie adfavrn Werden sie gebeugt, verpönt. Darm» rath' ich: Keinen Krieg! Nur ans ihre Sünde lauern! So Gotte« Grimm empor dann stieg.« Gezüchtigt müffen sie dann trauern, vor dem Feind am Boden kauern. Holoferne«. Wer bist Du. «chior, feiger Knecht, Daß Du mir einen Rath ertheilst? Al« Prophet mir gar zu schlecht, Schau, daß Tu meine« Grimm enteilst. Bethnlien muß vertilget werden, Bon Israel bleib' keine Spur. Die Stadt, ich mach' fie gleich der Erden, Waffersnoth — sei ihre Kur. verschmachttn laß ich Weiber, Kinder, Die Anderen fallen durch da« Schwert. Du seift dazu der Botschaftkünder; Fon, nun, fort. Du hast'« gehört! (Achi-r -b.) Nun gebe ich sofort Befehl. Daß man durch Hunger, Durst fie quäk, Dann werden fie fich schon ergeben. Fünf Tage noch — mein ist ihr Leben. Wie einen Gott soll Alle« mich verehren: Wartet — Holoferne« wird Euch lehren! (ab.) Zweite Scene. (Man hört ein Murren uad Lärmen draußen.) Osia« und Achter. Achtor. Dn Aeltester in dieser Frtedensftadt, Der so freundlich «ich empfangen, Weißt, wa» man beschloffen hat? Wa« Holoferne« will erlangen? — ghr sollt euch All« frei ergeben, Ünf Tag« sei Bedenkzeit euch, Do nicht — ist'« au« mit eurem Leben, Oder ihr seid Heiden gleich! — Schon da« Wasser will versiegen, Nahrnngsmtttel giebt e« keine — Wollt ihr laffen euch bekriegen? O Bethnlia, jammere, »rin«! Oslo«. Herr, Gott de« Himmel«, schau herab, E« drängt da« Volk fich zn ergeben; Schon sch' ich anfthun fich da« Grab, Dn allein kannst uu« erhden! — Al« da« Volk «ich so bestürmte, vertröstet' ich e« nnr ans Gott, Doch sein Unwill' hoch sich thürmte. Droht mir «ft der Faust den Tod. Plötzlich taucht vor meine« Blicke Eine« Weib'« Gestalt empor; Hold, voll Anmnth, zum Entzücken, Gottergeben — Achtor. Mir «■*«, al« ob ein Engel schwebt' Ueber ihrem reinen Seist — Nennt Holoferne« man, dann bebt Sie, nnb ihr Kleid fie dann zerreißt.