Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 44 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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liaii Du, Gott, Dv »hf» «ich stärk»' IBit Abrah'«, 3M IBoti!Dti«t steh? m>d frmma« Werk» Ivetch' oiaoatr «eise frosnac Seel'I O Gott, «et» (Katt, erhör' die Bitte. Horch! — Er kommt — ich höre Schritte. Die Aeu»Me«fefte bei de» i»vische« A«ve«. c«chbch.) rnnorgr au» wrirer ger« vrr^wrrrvrn, liöuum dagegm zu erhallen; der Spruch »der ei» indischer Mantta sein; ist er n, so wird er dem Kinde in einer um« I« vierzehnte» Lebensjahr« fühlt sich die jung« Fra» «eist Mutter. Zur Entbindung wird eine Hebamme beigezogen; de« Neugeborene« wird der Kopf in die Länge gedrückt, di« Nase geradegezogen, die Ohre» bei« Mädchen d»rchstoä>ev Groß ist die Furcht der Elter« vor Beschädigungen dmch böse» Blick. Keine Kosten »erden gescheut und berichwte Geisterkundige au« weiter Ferne verschriebe«, u« den richtige» Tali«mao mag hebMch lauten ,' als kästig an gepriesen hüllsva ttfflijfMnflt. Man nvwrfchetdet trockenen und nassen bösen Bück, jedem gilt <« mit ander«» Mitteln entgegenznarbeiteu. Gegen den ttocstmeu Bück wird da« Lind gebadet, dann auf einen niedriae» Stuhl gesetzt, und eine erfahrene alt« Jüdin läht au« de» Hand fünf "i bi* zwaozigmal Salz und Asch« vo« Kopf zu dm Füßen fallen, Sprüche murmelnd. Dann werdm Salz snud Asche zusammmgrkhrt und mit einem Theil« der Asche de« Kinde« recht« Stirn nnd link Fußsohle geriebm; der Rest wird in dm Ofen geschüttet, und zischt Da« Salz auf der Gluch, so gilt diese« oU Zähne« wirscher de» um sei» Opfer Lchrachtm bös« Geiste». Ge« sührüchcr ist Oli, der nasse Blick; Asche ist gegm ihn unwirksam, digegen wird Salz mit Rer« und Gelbwurz ge- «rngt rmd dem Kind ein Stück in dm Mund gezwungen. Juzwisäjm stellt «au einen Topf mtt glühmden Kohlen, einen aaderm mtt Wasser, eine Pfanne, eium Schuh und ei« Messer um da» Liud her»»; diese« muß den Biffm in da« Feaer spuck», die Matrone schüttet die Kohl» rasch io dm Wttfsectopf und bewegt diesen langsam von de« Kinde« Haupt z» sei«» Füßm. A» uchtm Tage uach der Geburt erfolgt die Beschnei» duua, und zwar tu der Synagoge. Eigen thümlich dabei ist die Brnrttftelluug eine« leorm Stuhle« für dm Prophetm Elia«; mau «wählt, der Prophet habe gewünscht zu sterben, wett die ZWraelite» auf dies« Gebrauch nicht« mehr halt« wollte», «ad gab sich schließlich «stht eher zufriedm, al» bi« Gott befolil« Hab«, daß Beschueiduug jmerzett beobachtet werdm müsse. Ster xnd« wird keiue Ruhe gegönnt. Erachtm Kundige Tod baorstehmd, so wird bei Männern rasch ein Barbier geholt, uo, dm Kopf zu scheerm; die Verwandt« rasieren daun eiligst dm ganzm Körper, und e» aitt al« böse» Zeichen, wenn der Krank au» haucht, ohne dies, Peinigung vollständig ertragen zu haben. Im Augenblicke de« Lode« uöthigt »au dem Sterbende« noch Zackersirup und Traubmsoft et», dafür chm di« Verwandt« laut schreiend d» Trost, für feine r und sein venuögm sorg« zu wollen. Stirbt der Hausherr, so zerreißt der älteste Sohn oder bei dessen Mangel derjenige B>rmandte, der um seine Vertretung angegangen wurde die Kleider; di« Wtttw« zerbricht chr Geschmeide und «acht au» hreu Feiertag«kleidmn ein Bündel, da« sie unter da« Bett de« Todtm wttst. Der Leichnam wird daun von den Berrr ndtm gewaschen, und einer besorgt dm Einkauf oer Eug nstüude zur Todtmawöstattnug. E« sind uöthig für beide Geich! echter sieden irden« Töpfe, Seift. Sabdscha (Law» •onia alb«), Blumm und bei Männern zweiundzwanzig, bei Frauen zweiuuddwtßig Meter weißen Stosft«; alle« kost« sünftehn bi« dreißig Mark. Die Berwandtm mach« de« »m «den ii Kiuder Tobt« Hemd i Hemd und Hose», bau» call« sie dm Leichnam in weiße Tücher ein und biudru die Hülle fest; nur der sichtbar, in ' ------ lange Kop? bleibt sichtbar, in die rechte Hand drückt mau Sabdscha. Dtt Todtmlade dient nur al« Tragbahre, sie ist in der Syuogoge ansbewahrt »nd wird »«dort geholt. Da«Grab schauftla Taglöhner au« unter.'Zeitung rme« Berwandtm; r» muß Sache Böschung» habe». Unter Bortrttt de« Bor» betrr« wirb der Sarg von den?ierwaudten in lange« Zuge zur vegräbnißstättr getragen. Am Grab« wird die Leiche der Lade entnommen, zwei verwcwdte steig« in da« Grab hinunter, andere reich« dm Leichnam hinab. Gebettet wird der Tobte auf die bloße Erde mit eine« Kiff« unter de» Kobs; in diese« Kissen steckt jeder Verwandte ein« Haadvoll Erde, thunlichst wird zuuächsi dein Köpft etwa« Staub au« Jerusalem gelegt, dm jüdische Hür dler au« Jerusalon kommen lass« und zu dem Breis« von stiaf bi« zehn Mark di« Unze von zwrimrddretßtg Gramm verkaufen. Erd« >. Mohammedaaer», Hindu» wie Christ« al« krä schrecker; de«halb füll« hier dre zwei Todtmi Oeffnuug, dtt sich unter dem Körper bildet, sorgfältig »tt Erd« au«. Die Trauerversawmlung wirst noch eia« Handvoll Erd« in da« Grab, da» von Arbeitern danu zugeschauftlt »ich. Dir Familimangchörigen de« Todtm werdm in» Trauerhau« geleitet und dort ihrem Schmerze überlast«; vor dem Ausaaandergehra wich Braantweia zur Herzstärkuug gereicht. Die Familie trauert sieb« Tage, dtt Weiber efsm dabei auf der Stelle, wo da« Sterbebett stand. Am siebent« Tag hol« Borbeter und Verwandte dft Hinterbliebene» zu« erste« Grabbesuch ab; der Hauptleidtragende fttzt zu Häuptm des Todtm einen Stein, zu dcfsea Füßm ein« kleineren, recht» der« sechs, link« fünf: sämmtliche Steine werdm fest eiugestampst. Dan» nimmt derselbe Kläger eia« Krug «tt Wasser, schüttet davon um da« ganze Grab, wirst dm Krug daun zu Scherben, brsttmt da» Grab «tt Koko-nußkeru» und pflanzt eium Sabdschazweig zu Häuptm de» Todtm. Httrcwf geht mau uach Haus«, läßt Dscharat lesm und dtt Dschikhir geuauntm Gebete verricht« «nd utuuut ei» leichte« Mahl »tt Brauutwei» und Tabak. Diese Eriuummgsttttr wttd noch am Schluffe de« erst«, i« sechste» und »wvlstm Monat verrichtet; ei» Grabstein muß biuue» Jahresfrist geetzt sei», ist aber nicht Regel. G«bb«H.Vl«»der«t » Sacheuabschnt -schntu .vdaj« 8«»". , Ehret dtt Frau«, sie stecht« und webm htamlisch« Rosen iu» irdische Leben ' — diese« Motto m«chtr »an nusere« Wochm-Abschuttte an dtt Stirne setze». .Hier wird gestett uud dort wird begrab«", sagt Stüsfi der Flur» schütz, und Tell antwortet chm: .Oft kommt gar da« ei« zu de« andern". I» nufere» Vochm-Abschuttt .kwutt da« ei« zu dem andern" r im Aufange desselbm wttd .begrab«"» bau» wttd .gestett", bau» wttd wieder .gefreit" «id da«» »Kd wieder .begradm". Zuerst wttd .begrab«' dtt Sarah, da«» wird .gefreit" dtt Rebekka, dann .steil" Abraham die Setura, uud eudlich «ttd Abraham .begrab«". Da« «acht, bt« auf dm kleinen Stammbau« der Jsmaelttffch« Fürst« am Schlaffe, uuseru WochewAbschuttt au«. Eine Frau wttd begrabe» — Sarah; eine Frau wird gestett — Rebekka, (lut Mau» freit, ei» Manu wird begrab«. Aber »Ächer Uuterfchied zwtschv» der Umständlich kett. «tt »elcher dtt heiüg« Schrift da« Begräbuiß der Fra», der Sarah, darfttllt uud der knapp« Kürz«, »tt welcher da« Begräbuiß de« Mauue«, de« Abraham, geschildert wird! — Uud «tt kurz und nüchtern dtt Frrttrei da, wo der Mau» iu de« Vordergründe steht — .Abraham uah« abermals ei« Frau, uud sie hieß Ketura", da« ist da« gauzr Referat — uud »tt tief «tugeheud auf jede Etuzrlhett, mrf jrdm etufach« Dialog i» der Eutwicllung da, wo dtt Fra» dtt H«ptt»ltt spielt: i» der Werbung «« Rebekka Bekauut ist Mt Argumentation de« 8öw» tu der Fabel von de»