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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 43 (1888) · p. Seite 167

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
43 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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Hauptfamüinisrste da Inte» in Jndi« sind: Hochzeit, eine» Eiohne». Beschneid«»- und Tod. Li« H«tt»chte>«m»»i» sind Sicherst umfangreich und K. wnMMt teoch di« Baschmrlzuna ftdisch« mit Hindu- A geteidtcheu. Die »teantwahl ist Vach, der Elter« de« za dertzeinsthendea Soipte», da die indische Unsitte da Kiuter- ^»heirach a»ch unter len Beni-J»rael herrscht; mit zehn Jahren techt «an für die Kind« LhegoUrn. selten erreicht ein ...Mädchen da« z»Slsie Lebensjahr »nangeheirathet. Die Bor- ' verhandiuuge» drehen sich am längsten um die Häh« de« etnznbringenden Vermögen». Ist htaüba unter den Ettern lleoekeinsümmwtg erzielt, dann geht da Data de» Bräutt- , a«n» z«a stulAtvorstaud und bittet um Anberaumung de» ^Vetavnu oda!re» Tage» da Berküadignvg da valobung ' nach Prüfung da Abstammung durch die Mankari oda Lelteftru. Dteje Mäuua nehmen e« mit den Stammbäumen < sehr genau; find sic in Ordnung befunden, so wird ein Im« bigereicht, Tab«! geraucht, Betel gegessen und in den Ehnaaogenfond ein Beschenk nou siebzig bi» achtzig Mark tzom 8oitrr de» Brikutigam», dir Hälfte davon von dea Eltern da Braut gezahlt. Acht Tage späta wird Vakarpuda an» baaumt. da« heißt: Zackaeffw. Da Knabe wird festlich ge» Bettet von seinen ebenfall» im Sabbachstaat« autretenten jugendliche» Freuntieu vom Haus« abgehott und auf ein mit mancherlei Gelchiv: und Decken aufgeputzte« Pfad gesetzt. : Die Begleiter trag« Lichter, und unter dem Absingen vou ‘ Hymnen auf bebväisch wird da Bräutigam in Prozession - zum Hause da Braut geführt. Diese sitzt hia umgebe« von Kindern und dem Borteta auf einem nhöhtrn Stuhl. Dran wird «ine Platte mit aufgchiufta Zuckermelafle dem Bor» jsr" teta gaeicht; in diese ist ein Ring au» Bold oda Güter Versenk:, da Borteta greift ihn Haan« and giebt ihn de« Mädchen, da« ihn an de» Kaaben rechten Zeigrfinga steckt. Da Bräutigam zncht ten Ring ganz an und spricht dabei breimal hebräisch: Du bist gesegnet unta mir durch diesen Ring nach den: Besetze de« Mose» und de« Bolle» Israel. Dann nimmt a «st de« Fingern Zucka uad träufelt chn in de» Mädchen» Mund, diese thut dasselbe beim Kuabea y eine rein indische Sitte, die aber beim Hindu al« wrsentlich zn» Ehepe kte gilt, während sie hia nur Einlestung dazu ist. Mette« vorbereitend« Handlung» sind da» Reiswaschen durch di« fünf KaravaU oder Brautjungfer» am Dorfbach« «sta allerlei «Schemen, wa» zwei Tage vor da Hochzeit ge« schieht, und tii Etmeibea de» Bräutigam« mst geltem Ingw«. Dieti besorgen Mädchen »nd Franen unta vielerlei Posten am Loge twr da Hochzett: da Bräutigam gilt dann al» Lhubni-nuc, da» ist von da Gottheit Sltutz beschienen, und »trd — nach astjüdischa Vorschrift — von Mädchen mit da Schern oda Krone geschmäckt. (Diese Aasdrücke stammen sänmttltch au» dem Arabischen.) Die Krone besteht von Palen üm» Sandelholzstaud oda m» Papi»; zuwÄen stifte» die Verwanbten mehrere Kronen und baruuta find daun einige auch kostbar. Bon nun an sicht da Knabe u»ta Aufsicht von zwei Mäuua» und darf da» Hau» nicht «ehr vertasieu. klm Hochzeitsmora» findet beim Bräutigam Rech statt oder da» Festessen zu Ehren da Borfahre«. Alle Verwandten mit dea Kuuuävorstcheru, de« Borteta uud -seine» Tschau«,ulai» oda Beistände« werten eiugeladen und » ans onem ausgebrritetru weißen Linnen Platz. Da , —,—a atzet« sich zu eine« längeren Betet. »HM dem» ~")*te* ein Stick von de» Batchtm zu und mau setzt sich nun z» chm» laugen Mahl. Bon hia hinweg folgt «an «in« Binladmig de» Brautvata» in sei« Hau». Rachmittag» werde» Bräutga» »nd seine Wächter ari Kopte glatt ge» scharen, wobei die Verwandte« mst Werfen vou Kupfastücken Rmkaeie» veritbe»; die Braut wird geputzt, bei den Scherzen da Umstehende» vatwten Btadarmbäada di« Münze». Begeu stms llhr nachwittag» sammeln sich tee Bästt tii» Vrüntig««; früh« würde regelmäßig rin« eigene Hoch« ' abäet, jetzt biete» »mst die Hänser Raun», n» die chtr» «wggemäß nntazuterng». Di» «igentliche Trauung «folgt tu da Synagoge. Vocha tausche» die Verwandte« da Srantlentt Beschenke an», dir sich in feierliche« Zuge zngesandt waten. Findet sich «in Theü ütervorchrilt, so kommt r» zn argem Gezänk, »nd «» wird nicht ch« zur Trauung anägezoge», als bi» da» Fehlende z»g»lrg» ist. Da Vräuttaa« rettet, die Brant wirb ge» trage» oda gefahren; znr vanuung bvfa Beist« wirst «an — ganz indisch — rohe (Ein «ntn die Hufe uad Räter, wirst Koko»nüsse nieda, daß f* berste» «. tergl. In da Synagoge scht man die Brautleute ans zwei Stühle, «tt dem Besicht gegenemand«, «nd bindet »ach Hindusttte die Ente« ihrer Kleid« anetnantet; dasselbe thun die im Kreise um da» Paar stehenden Verwandten. Hat jrdamau» seinen Pich eingenommen, so samt da Tempädiener die Gäste, ob sie da Verehelichung de» Paare» zuftimme», und haben diese «tt .jageantwortet, so scht da Bräutigam da strant seine Schaa-Krone aus, legt üba ihr» Oberkärpa sein« vlumm» kette, nimmt eine Schale mit Traubeasaft oda Wein in die Hand, darin ei« Ria» liegt, und hält nun. zur Becsammlaag stch wendend, während da Priest« hebräische Texte wieder» holt, eine Ansprache, auf deren einzeln« Säht diese antworten. Die ganze Wechselred« zwischen Bräutigam (A) uad Gäste« (8) hat folgenden Inhalt: A. : Mit eura Erlaubutß vollziehe ich die hriligeHaadlung. B. : Und mit Botte» Zustimmung. A: Bott sei hierfür gepriesen. B : Uad für seine uaeudlich« Gnade. A: Möge Freute sich agießea Üba di« Kind« von Israel. B.; Und möge sie üba Jerusalem hannbrechen. Run wetttet sich da Bräutigam zur Braut mtt dea Worten: Möge da hettig« Tempel wieda «baut waten, mögen die Propheten klia» uad Mose» komme" «nd die Herze« de» «olle» Israel erfreuen. Gepriesen seist du. Lüaig de» Weltall«, da du die Frucht de» Weine« rrzeugtest; ge. priesen sM Du. o Har, der da uu« durch deine Gebote aehnliget hast, da du uarrlaubtra Umgaug mtt Weitern und Bräuten vabuteu. ater freie» Verkehr gestattet hast «tt dajeuigen Frau, dt« un» durch Bedeckung mit unserer Krone und Blum« ehelich augetraut »ird. Gepriesen seist Du. » Lar, da du J»ra«l mit solch« Bunte heiligest. Uad d» Rebekka, Tochta vou Awu (»» Abraham) Samuel seiest nun mir. Joseph Dand (— David), dem Sohne von Daud Benjamin. augetraut durch diesen Becher uud diesen Güter ring, der tu diese« Blas« voll «ein liegt, wie durch alle Macht, die «Ir »ach dem Besetze von Mose» uad de» Volke» Israel vor diese» Zeugen und Meister» zusteht. Gepriesen sei da Herr, da die Frucht de« Seine» «schuf und gestattete daß Manu und Fra» in Ehe fich vereinigen. Mittel» de» Weine», de« ich dir zu trinken reiche, mittel« de» Ringe», de» ich an deinen Fing« zieh«, üdahaupt mit alle», was ich besitz«, ehelich« ich dich vor diese» Zeugen »ad dem Priest« nach de» Besetze Mose« uud da Israeliten. Nun triust da Bräutigam dt« Hälfte de» Weine», steckt deu Ria» au de» Zeigest»»« da Braut und giebt ihr de» Rest de» Weine» gaateza ein. Damt hängt a »« ihr» Rack» vaschteteue» Geschmeide, läßt deu Becher nochmal» Me», leert ihn mtt da Braut uud wirst ihn dann kräftig zu Boten, daß da» Bla» zcrbricht. Man giebt diese« Bo> bkawtz« jetzt die Ausleguna. «r solle die Vergänglichkeit de» 8rten» «zeig»; ursprünglich hatte a ab« d» Zmeck, za verhindern, daß da» Bla« in di« Hände «ine» Zanbaa» komme. — De» Schluß de» Banz» »acht eia» Art Rot«» ltatsast, »oSzog» dnrch te» vorbei«. Derselbe liest «in lange« Schriftstück ab, da» olle gegenseitig» Beschenke ans» zähst; nach Abstsnug da Stelle, »elch« »o> den Recht» nnb Pflicht« ter Ehegatten heuchelt, tümmt da Prlefter die vier Enten de» Schleier» te» Knal» in die Hand nütz spricht die Worte: Bott befiehlt, das, ter Monn jebt Meid mü nähre, kleide und all« Pflichten al» Ehemann nach» komme. Dann wicht a di« Aste te» Ehegatt» da ihn

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