Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 43 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
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— 1«s — zeichnet; ebenso sch« die Rea%a ihr» Na«» darunter, schließlich unterschreibt der 8»rb-1er. Mo» singt noch einige $9om», und dani» ordn« sich die Gäste zu« Slückumnsch «i da» n»e Paar, wobei jeder der Reihe »ach ei» Geschenk darrricht; dabei lünst mancher indische Gebrauch unter. Au« Schluß gebe» die Elte» de« jung» Paare» den nächst» Verwandten eia kleine» Gesdgrscdenk uud ltien diese dafür di« -not«, «it welch« die «leider de« Paare» aneinander geknüpft vurden. Inzwischen ist e» dunkel grwordea; an den Lichten» der Synagoge wrrd« Fackrln entzündet, und unter ihre» Scherne zicht uw» zu» Eiteruhause der Braut. Matrone« vollzieh« au der Krau mancherlei indisch» Gebrauch; schließlich wird da» Ehepaar gebettet, aber entsprechend ihrem kindlich» Alter tu gesondert» Räum». Roch während drei Tagen sammeln sich die Gäste bei d» Schw eaereltern »nd verwandt« zu mancherlei Kurzweil; schließlich kehrt io «> Etzetheil zu den Elte» zurück, bi» die Frau znr Junpsrau herangeblüht ist. Diese» Ereiguiß wird in einer unser Gefühl verletzend» Weise der Lerwaodtschast im weitest« Sinne bekannt gemacht uud die Ehegattm zueinander geführt, die von nun an zusai»m»wohn». _ lkchlub folgt.) Gatb«ttz»Pl«mderei znm Sochenodfchniu JWtjtn?1. Ovid hat „Mttaworphosmgeschrieb» — «u«r de» »iel» uud gewaltig» Metauwrphos». die die Welt durchgemacht hat, möchte ich uur, i» Rusch laß an d« Wochm» abschuitt, auf eine aufmerksam machen: auf die Metamorphose der Gastfreundschaft i» die moderne .... Hotel- Rechnung. I» der alt« Zeit war da» Reisen viel unbequemer, selbst gefährlicher, aber die Gastfreundschaft war die grmüthltchr Kehrseite dieser Unbequemlichkeit und Gefährlichkeit. Gastfreundschaft war der Tempel, dess« Schwelle alle Wildheit und Roheit oc» Llterthua» «ich betrat, in welchem die Humanitäts-Idee iu der pnmttivst» Kor« fich mächtig erwir». Der Sastfreund war unverletzlich. Wie rührend tritt uns di« Heiligkeit der Gastsreuudschaft, die Unverletzlichkeit de» „Haspe»- io d» ho«eriscti» Held» Glauku» uud Dtomede» mtgrg», die mittm t« Gefechte, fich al» Lbk»«mling« in Gastfreundschaft zu etnaoder stehender Geschlechter erkeuneud, plStzltch die Saffm stak« lass«, oon dem Wag» stürzen, etnaud» die Hände drücke« und fich Fr»»dschalt gelob«. Die Gastfreundschaft ist da noch stärker und heiliger, al» der Patriotismus. Nicht» straft« die olympisch« Götter strenger, al» d» verrath ve» -H»fp«s-. Doch diese Gastfreundschaft der Griech» bezog fich uur auf ein» zatsch» zwei Geschlecht«« verschiedener Städte und Linder gestiftet» vm». «t war eine fei Versicherung auf Ge^osettigkeit. Der Fremde, der kein« Gastsreuud hatte, war »»gelfrei. Biel schöner uud humaner wurde di« Gastfreundschaft bei d» Oriental», d» dös«, dös» Semiten, gdiM. Da gehörte sie «it zu d» edelst« Tugend« »elch« jeden Häuptling, jedm „Scheichzier« mußte, wenn der Preis de« «delumths ihm zurrkanut werdm sollt«. Und zwar bezog sich diese orientalisch«, semitisch« Gastfreundschaft ausnahmslo» auf jeden Fremden. Im Mofatsmn« ist diese Humauitüt geg« Fremd« sogar pm Gesetz der Gleichberechtiguug de» Fremde» mit de« Eftcheimtfche» erhob« ward«: „Einerlei Lehre uud Gesetz sei für euch und für die Fremden-. Di« «oder«Ueberspannung der Natioualttäts-Jdee gegenüber der Humanitäts-Idee hat selbst wohlgesinnt« Männer», wie Dr. Strack, d» »nbefangen» Sin» f» sehr getrübt, daß sie da» pr nicht mehr glaub» können. Der „Stwbach - Plauderermöchte der UefcncngBsg dieser Herr» zu Hilfe kommen. »brahmn steht vor de« Eingänge seines Zeltes »nd fleht drei wildfremde Männer iwrübuzfthm. Er trtft zu ihn« hi« »nd bettelt demütht, «« dir Gnate, fie in seine» Hanse be»trth« zu dürft». Unb »ft r»ft«d bescheib«. wie zartfinnig klingt sei« Einlad«,: et» Stück«rot »er. spricht er bloß; Erquickt», des Herzen» — 1222'? HW — bietet er bloß an, unb nachher brtnG er >!aP» uud Milch uud Luch» und Lvlbsbrat» iu geschästtger Eile ... uud das war« doch Frembe, um die a fich so hnman bemühte, ganz Fremde: uud es wäre unglaublich, daß der spätere, weiter fort^schrittme M°sats«us rin vollständig hmnoues Frewdeu-Gesetz hatte? «er noch «ehr: Lot'» Tugrvd verhttt fich der Abraham'-, »ft der Mond zur Soun«, oder sag» »ft, «oft Strack's Misfious-«iftr zu Stöcker'» «uttsoRtisnms. »der auch Lot ^izt eine, wen» auch nicht so zmtfiaui^, so doch ebenso praktische Humanität geG» »ft Fremden. Und noch «ehr: et beschützt dft Fremde» sogar geg« dft Mordgftr seiner Mitbürger, ja er will seine bei»» Töchter lieber preisgeb«, che er seine Gäste verletz» läßt, sei«! Gäste, dft ch« ganz fremd »ar«. Wer will es da »och für »»glanblich halten, daß das spätere Gesch den Fremde» dft allgemein« Mmschm-Recht« sicherte? Das war dft orientalisch« Gastfreundschaft geg» Fremd«, »der wie hat fie fich veräudert! «ns dc» *ho«pa«“ — dem NTMTM des «ohar — und der .s)»spit»lita«- ist sprachlich ans dem Wege des philologisch» itrnggle «i Ut» unser .Hotel" geword» — uur für d« Kraul» gftbt'» noch et» ,H»fPit>-l-, der Gesunde muß ins .Hatel" — n» iu dem durch Ueber-Eaucurreuz auf dft Spitze ^trftden» strnggle ok liki» des modern« Leben« ist aus de» an de« „Eingänge seine» Helft»" ftenudlich etuladeiw» «trttze et» Hausknecht au der Bahn «der ei» Hoftl-Oamtbus erster Güft geword«. «der auch der gemitttzltche «bschte» vou de« gastlich« Hause hat fich tu ein» ... Oberstllner mit langer «echuun, und Trinkgeld - süchtige Unter4irllner.Lt««er. Mädchen- und Johaaus-Häude verwaudÄt. lja. da« ist eine Deseendmz, dft in Darwin'» Theorft nur das rftu wunderbar erschein« läßt: wenn fich das biblische?sremd«ges«tz in die chrtstlich-soztalm Hoftlftr «nschannng» vermandelt hab^ «ft kommt es. daß au« de» «ff« sich der M«sch, und nicht ««gekehrt au» de« Mensch« sich d« «ffr entmicstlt. hat? Indefieu könnte et» Danoiutst dies« istinwurf so «tstäfftn: „Wenn auch dir Hotel-Rechmmg »ft ohne dm «trch gemacht wird, so scheint doch.... Stöcker ohne unfern erhabeueu Kaiser Wilhelm H, dm Gott erhalt« möge, seine Rechuuug gemacht zu habm.- Der Labbath-Plauderer. x. patfgjk» cfjawM* Mt a Mm Rand ge sich ernähre». Mit r gehl ma, auch »ft sie weinen; Mit Ü fie Speise an» gewähre», «« o wir selbst dar» erscheinen; «tt n «an, ihn die »'M lehrm. Doch kennt a«d sie,ur diese» Einen. ■;* U. Aotslches G»«tt«cktts»srStßftL von I. in N. E» ist mm gftaw Söhne» «fter (Jedöch gemach, ftng ftsth ihn Kriaer) Mit «ine« Priest« u »erdtnde», Daß fiftch die Meftdft »ft find«. AaßSftm, der ULthf-t i» »rn-, Pe.,'^''' l. «nrich — ach — Sri (Sawr de» «t»ckch.'rd U. Xtft l«»» 0» Mack). Rfip («tem,tjT m rry M-»d). rrta (««*).