Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 43 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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0* W »Die wnea Mod«, lda» sich Heranspntze» jder faxte* Araar» habe» de» Zorn Gotte» erregt, so» die Unschuldigen, die Fromme», trifft die schmere Rache', so stimmte» die alte», abgelebte» Weiber in die Lage ei». m die Synagoge, laßt nu» dort Gott beftünnen daß er mh seinem Ort«» »schlaff«", riefe» »muche der jungen Fra»e». Andere »«der: „ftraat, laßt »u< ft» de» Gräber» unserer gewiß selige» Ahnen, »ir »olle» sie an« ihrem ewigen Schlaf erwecke», daß sie vor Gott steige» a»d ihn dahin vermöge», seine» verhL»g»t8»»lle» Rathschluß (G*mt Din) )» ändern." .So laßt un« Nicht» unversucht taffen", meinten die Beherzteste» in der Gemeinde, .Alle »olle» wir vor den strengeu Richter trete» und ihn zu erweich«» »der mnznstiunuen suchen." Und alle wälzte» sie sich dahin. >u Ort und Stell« an gelaugt, blieben jedoch nur Wenige, die sich , bi» an die Thür de» Preisrichter» heraudritegte». Hier begannen sie furchtsam zu lispeln, aber anzuklopfr» wagte Keiner. Der Kreisrichtrr hatte jedoch da» Gesumme vernommen, er öffnete di« Thür und Alle träte» sie erschreckt und leichenblaß zurück. .Welcher vou Euch ist der Radbte»?" fragte der Mau» che» Recht» di« Erschreckten. »Gnade!" riese« sie Alle, indem sie sich za Bode» bückten. »Gnade mit dem Rabbiner! Wir All« bürgen für seine Unschuld." »Wo aber ist der Rabbiner? Will er «och immer nicht erscheinen?" .Er ist za Hause und wartet da» Ergebaiß ab." .Ihr scheint e» auf «ein« Geduld, auf meine Nachsicht abgesehen zu habe», oder Ihr wollt mich dazu zwinge», den Rabbiner, de» ihr ehrt, mit Schande vorführe» zu lasse»." »Wir vertraue» auf Ihre un «übliche Güte, Gnade, Großmuth und Hochherzigkeit, und ich selbst »erde den Rabbiner hierherbringen". sagte N-ffele beherzt, in» Unvermeidliche sich fügend. .Sie find ei» Man» vou Einficht «ud hätte» da» schon früher thuu sollen", entcegnete der strenge Richter. E» währte nicht lange und Rabbiner Josef Mosch« »aaste, gestützt auf Riffele Stadion, der Gerichtsftnbe zu. U» der Thür augelanat, mußte Riffele seine ganze Kraft aufwendeu, um den Manu aufrecht zu haste», der vor wenige» Augenblicken den Math z» habe» behauptete, de« grausame» Tod« beherzt tu» Gesicht z« sehen. Endlich trat der Rabbiner, noch immer auf de» Stadlou gestützt, beglettet vou den drei Vorstehern der Jadeugemeind«, vor deu Kreisrichter, ohne sich z» verbeuge» oder auch unr «inen Gruß zu stammeln. Er zitterte aber sichtlich wie Espenlaub. .Welcher ist der Rabbiner?" fragte der Richter, der trotz seiner Streng« r» geduldet, daß so viele Leute att eingrtreteu waren. Und man bezeichnest ihn de», der an» seiner verlegenhest sich gar nicht erhole» konnte. .Sie find der Rabbiner?" wendet« sich der Richter direkt au deu Rabbiner. ^Riffele. was ftägt er?" ftagte dieser. .Er ftägt, ob Sie der Rabbiner find I" .Sie heißt? Roch weißt er e» nicht?" .Wie heißen Sir?" ftagte der Richter abermals direct de« fromm«, Manu. .Riffele, was ftägt er?" .Er ftägt wie Sie heißen." .Er Hot ja selbst »ach mft geschickt, so mnß er'» doch missen", sagte der Rabbiner, indem er »ft dem Danme», staunend in dstHyst stieß. Diese« Gegenfragen wiederholte sich bet jeder Frage. .Darum antwortet mft nicht der Rabbiner unniittrlbar?" fragte der Richter, diese» Spiel» müde, de» Vorstand und de» Dolmetsch Riffele. .Der Rabbiner ist sehr gelehrt, darnm kan» er weiter nicht» reden", gaben sie Me, als hätte» sie sich dag» nev- »>» «bredetv zur AutmartMlSst »wlltr» htrrmtt anchgtzeOckt ’ habe», der Rabbiner i» ansschlirßltch nnr im Talmad gelehrt und hat für alle» «der« sonst fein Verständnis.) Ru» degauu da» «tgenttich« «erhör. .Ist Ihne«, Herr Rabbiner, Relsttchdbekannt, o» Zotte Sopher dahier oerheirathet war?" .Eine Schaastch! Heißt «in« Schaatah (eine ffiragchk Ob ei» fronnuer Iüd' hat ei» Weib?" .Haben Sie ch» vstlsticht selbst getränt?' »Mosche I" wendete sich der Rabbteer z» eimm der. . Vorstände, »Du wirst Dich noch erinnern, wie wir I«mal» dir gauj»e Rächt plauzt Er hat geheftathet die Hol>e» R. Jtzig»-" .Haben St« ihn selbst getränt, frage ich?" safte der Richter ungeduldig. .Wie heißt! Wer den«, wenn nicht ich?" .Schon gut. Ich bitte" — sagte er z»m Grricht«» schreiber — .zu fertigen." Da» verhör war z» End«. .Sie find entlasse»", sagst der Richter mst «teer «er» B bengung, zum Zeichen, daß sie schon gehr» könnten: «wer dst Least blieben starr vox Erstaune» und rührst» fih nicht von der Stelle. »Früher habe« Sie nicht komme» wolle» vnb jetzt wollen Sst wieder nicht gehen?" fragst der Richter feiste« seit» verwundert. Sie gaben sich all« brdeutsame Blicke. Endlich fuhr der Borsteher heran» mit der Sprache. »Dst Sach« kommt uns geradezu räthselhaft vor. Was für et» Inter«ff« mag da» Gericht daran habe», •& Tobte Sopher gehrtrathat, wer ihn getraut n. dgl." .Ja, meine Lieben, da» ist und bleibt vor der Hand Amtsgeheimnis". antwortest der Richter nnd »erbeogst sich nochmal« zum Zeichen der Eutlaffung. Erst al« eiihnen deu Rücke» gekehrt, verließe« sie dst ^Gerichtsstube. Als fie mit dem Rabbi»« unversehrt de» Heimweg an» traten, brache» dst Harrende» in wahre» Jubel aut. Und als man sich vor dem Hanse de» Rabbiner» mit l*n an* der Synagoge und jene» vom Frtedhoft Kommenden begegnet«, löste fich Alst» in bachautische Lustigkett ans. Man sang, tanzte »nd sprang auf der Gaffe di» in di« spät« Abendstunde hinein. B Während man hier ater so übermäßig lustig war, wurde - Tobte Sopher, der Kalligraph, für dessen heilige Artistl ' * Tephiltu, Mezuzoth u. s. ». man thrures Geld zahlst, fest, genommen und »ach der Kreisstadt geführt. Der Schelm hatte, al» er dst Höbe» R. Itzt»» freite, schon im Uugartende et, Weib mtt Kinder» fitz« lasse». Ru» wurde er wegen Btgamst ftrafgerichütch verfolgt und, wie wst sehe», in Hast genommen. Der Rabbiner Joses Mosch« aber »nd sein« Kinder feiern »och hentt jenen Tag al» Festtag für dst wunderbar« Errettung, die ihm an diesem Tage ft» Theil »nrte. - Lte KchWilieWßefte be» i«vrsche» Aach einem vrrichst vo» Smll Schlag tatmrit.") (Rach diesem berühmten Reffende» beziffert sich bst Anzahl der t» Indien wohnende» Jude» (Venr-Jsrael) ans! 2000; in der Präsidentschaft Bombay allein «ohne» lOOOO (genau i 9023), an der Malabarküsst in de» Staate» Kotsäste mch Travanka 1870, in der Reichs Hauptstadt Lastutta 96». Rach alte, lstberliesrnwae» sollen sich te Lbe» Nachkomme» bn vo» Darin» Hystaspe» (620) an» Aegypten nach Hebschaä sortgrführst» Jude» seßhaft gemacht haben. Als dst Himjariten vo» dem abbeffiuifchen SSnig Ali» van verlrilli» «ck dst Jude» vo« ihm verfolgt mnrben, wonderten dst f Ostindien an». Soviel über dm Urfprmrg der tedij