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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 43 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
43 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zn Kckktzeid«,a «ttenuiz fir to iinMschr Jafflit. Aüdtfche» Ml#. «. *ah«er ta Rettete«. 1888. ■V+ixift D» IhMt Mac •«ritt. Cto* MMH* Eepbl»»t aal d« »oeHNtez«ch-a Zeit voa Arthur Wetßmaun. (Schluß.) — Dt» *^wUlKasiste^tt hi i»d^te^«ü^N»ch^kl»»MSutchte *ca 3«11 «chl»,«»t»»tt. — S»^t«tteÄl«ilter»l »am ~ ' u»d Mt|fdI0fsagtn. - - u -«- - - « » \ (UllfTlfiM MWWchUT mfVp|Ki| De,: «atbi v-r Gericht. «» htstortsch« «zUlu», ui h«r —r«tk»l«che« 8*« mk Arthur Set|maan. lEchteß.) UL Wir erst «nute bet Lreterichter, att oaf feta .Herein* et» stattlicher and geputzter Wann etutrat. Die fteübteen in Kalifen boten nnd bieten »och hente zn» paßen Th eil ebnen sehr erbärmliche» Anblick dar. Sie Verstehen >o«r«r ihre Landessprache, das Polnische oder Rn« theptsche, aoih ihre Staattsprache, da» Deutsche. Sie reden thran Gallinmtia« mit einer eigenthümliche» abstoßenden Accentnirnug. Lozn find sie in ihrer gesellschaftlichen Ausbildet», verwahrlost» linkisch, scheu »nb unbeholfen. Ls sind dies beinahe die Merkmale der «eisten Handhabte de» Tal- «nhO nnd der Träger der geistlichen Wurden in gar viele» Gemeinde» irnsrre« Lande«. Sie find von Ratet nicht so häßlich, ntchi so bornirt. aber sie setzen ihre» Rahm darin, ihre Sprache zn verstümmeln, ihre Steter z» verkrüppeln nnd in Weltbild«»- nnersahre» z» sein. Wenn «an diese Männer erdtickt, so muß man unwillkürlich ausrufen: .Da« find deine giiftltchrn Führer, o Israel?!* .Sie sind der Rabbiner?!* fragte daher der Krei«. richtet mit «teem Gemisch van Stanne» nnd Ungeduld. .Ich di» bloß Riffele, «eia vielvermögender und allgnädigster Herr I" .Nach immer nicht der Rabbiner, — nnd was »ünschen Sie?* .Wünsche»? Riffele und »ünschen! Ich würde »ich unterst enden hake», hier zn wünschen, »» ich »nr gekommen hin pr bitten, fiißfülligst z» bitte». Lerne» gnädigster Herr »nr, Riffele kenren .. .* .Ru», »a« bitte» Sie. Lasse» Sie hören.* .Ich stehe da nnd siehe für nnseru Rabbiner, der ei» heiliger nnd göttlicher Mann ist. Der »ielvermöpnde allergnädigste Herr möge daher Gnade für Recht ergehen lassen.* »Warn« kommt aber der Rabbiner nicht selbst?* ,Q Gnade, schonen Sie tzin. Je «Ätzer der Herr, desto huldreicher ist er k* sagte Riffele nnd fiel de« Manne de« Recht« zn Füßen, «ud küßte den Zipfel seine« Kleide«. ^SRetsi Lieder! hier ist Gnade nicht am Platze, der Rabbiner »,»ß persönlich erscheine».* .Wem, durchaus »nr die Strenge de« Gesetze« malten muß, so bfcte ich. sich an «eine Person zn halten; ich gebe mistig «nd freudig »min Leben für meteeu Rabbiner h».* <*k Opfermilligkett. so spaßt, sie anch «st. «fällt mir. Alle!» e» gebricht mir an Zeit, «ich mit Ihne» zn unterhalten Met» We, noch der Kreisstadt ist »eit. Ich sehe, daß «He »«» Rabdteer sehr pegetha», anch sonst dienstfertig find, trachten Sie daher, dich der Rabbiner unverzüglich hier «-schein«.' Martern Sie »« mir Alle« in der Welt, »nr de« Et« «cht. Lafstm Sie de, Rabbiner an« der Affaire, ich befchmüre «Pie bet Ihrer unendlichen Gnade.* .Set meiner Geduld — sollte» Sie sage». Und so erkläre ich bestimmt, daß »ena der Rabbiner nicht nnverzügllch hier erscheint, ich wider ihn mit aller Strenge vorgehe» »erde.* Mtt diesen lakonischen Worten kehrte der Lreterichter dem Riffele den Rücke», de« nicht« übrig blieb, al« zu gehe». Ader wie mar ihm z» Math? Er hatte nicht nur nicht« bewirkt, sondern sollte »och der Ueberdriuzer einer Hiobspost sei». Hat nicht der Richter mit .aller- -Strenge* »orznaehen gesagt? Dieser Mißerfolg hatte Riffele beinahe völlig gebrochen. Er konnte stch nicht von der Stelle bewege». Seine Füße waren wie bleiern geworden um» versagten ihm de» Dienst. Große Schweisjtrovfen drangen durch alle seine Pore« und bedeckte» seine Stirn. Al« er. um diese abzmotscheu «U der Hand über dieselbe fuhr, durchzuckte ihn ein Gedanke, der ib« wieder frischen Math einflößte. Dieser sttenge Richter war ja bei« Edelmann eingekehrt, und mtt diese» stand er ans dem freondschaftitchfte« Fuße- Wie, wenn er z« bicfcm ginge und seine Intervention ««flehen wollte? Gedacht, gethan. Er brauchte »nr an der zweiten Thür au- S klopfen; ja wenn nur der edle Schlachzig zu Hanse wäre. tffele pochte sehr vorfichtig und mit vttle« Respect. Der Schlachzig war zn Hause »ad war fichttich über da« Erscheine» Riffele'« erfreut. Er nahm ihn sehr leutselig auf. Riffele trng ihm sein Anliegen rührend, «nd ehrerdttttg vor. .Leider*, meinte der Schlachzig, .leider kan» ich hier nicht« helfe«. Der Herr Sreisrichcer ist al« unzugänglich bekannt. Er ist übrigen« ebenso honett als streng gerecht. Der Manu ist eine Zierde unsere« Richterstande«. Und ich »ürde «ich wohl hüten, ihn anch »vr im mindesten deeiufluffen z« wollen. Wenn der Rabbiner aber so gerecht und unschuldig ist, wie Sie'« mir schildern, kann ich mit Bestimmthett versichern, daß er von dieser Sette am wenigste» etwa« zu besorgen habe.* Riffele ging vom Edelmann ziemlich beruhigt, aber doch sehr besorgt. Und vtt solltt er da vor de« Rabbiner er. scheinen? Wie seine» Mißerfolg eingeftehe». Er schleppte sich, in Gedanke» oersnukeu, kaum fort, von der Ferne schon la« «au zn deutlich von seinem Gesichte da« Mißlinge» seine« Unternehmen«. Zudem überflügelte th« der Gerichtedterzer »nd schärfte de« Rabbiner ein, daß sofern er fich nicht an Ort nnd Stelle begeben werde, man fich veranlaßt setz« würde, ihn zwangsweise vorzusühre». .Man will mtt «eine Krone vom Haupte reiße»*, begann hierauf Me klagllundtge Rabbtnertu. Sie trat ans die Gaffe und klagte laut. .Jüdische Linder! man hat e« ans unsere Leone abgesehen, »an will sie uns vom Haupte reiße» und in de» Stand mälzen. Mißhandeln iverden ste ihn, ste die ewigen Indenfeind«, th» de» Besten unsere« Bolle«. Sie »erden ihre» Spott mtt ihm treiben; nackt werde» sie ih» stänpe, »nd öffentlich zu» Ergötze« der Töchter der Philister. Und ihr wollt da« ruhig «ttansehe»? Da« pflegte vor Zette» so nicht z» sei». Will Seiner mtt mir metee» Schmerz Heiken? Leteer?!*

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