Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 42 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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de, Xii vir »erde, ntf »icht «ehr sehe», so laßt L»ch vte»er erheb sich et» la«te« vettre». E« »er s« aufrichtig, ke« v«, He^m «»b war so heiß «ub ^tttzooll, dee« de« Himmel, »ca» er ve» Sr, wtn, gm ®4«*‘tta Hütte btiafcn müssen. .Rein!- riese» dt» Beherztm .der Rabbi soll lebe», »ird lebe»; der Rabbi soll lebe», darf sich eicht so leicht «siebe», »och ist »ich«« zu set»er Rettung »utem-mmm »ordea.- .wie oft ich de« Sch'»« Isrosl geles« und so »ft ich-, «widerte der begeistert, Rabbi. .Da sollst de» Ewige», Detuea Sott, vo» ganzem Herze» liebe», mit Deiner ganze» Seele »ad mit Deine« ganzen vermöge» hinzngefügt, de dachte ich wie der heilig Märtyrer Rabbi >ktba, »an» wird Dir dir Gelegenheit geboten, diese« Gebot zu bethättgm, and mm, da e« mir zu Hände» gekommen, soll ich mich darob betrübe», soll ich e« z» vereitela suchen? Rein, tausendmal net»I- .Lr ist ein heiliger Man», ein würdige« Opfer, für de» Ruhm Gotte« zu sterben-, raunte« fich viele zu, .voll von jener Bewunderung und Srg'iffenheit, welch« Mürthrer gewöhnlich erwecke». Die Rabbivrri» aber batte de« Gürtel al« Pfand in ihrer Hand. .Rein!- rief auch sie. .auf diese Weise sterbe». Peß« eioe» Selbstmord begeben. Ist den» da« verhängniß »oabweudbar? Man hat ja »och gar nicht« »ersucht. Darin besteht Euer« Liebe u,d Treue, daß Ihr Euer» Rabbi schon lebendig beweint. Oder was habt Ihr z»r Lebmsrettmrg Euere« unvergleichlich«» Rabbiner« uuternommeu? Baron steht Ihr so uuthätig, so kraftlo« da?- .Recht hat die Rabbiueriu-, ertönte e» an« de« äußern End« de« Zimmer« und ei» Mauu drängte fich in den Vordergrund .Recht hat die Rabbiueriu-, wiederholte dieser Mann mit Nachdruck, »vir dürfen nicht ruhig zusehen. wir dürfen mcht zugebe», daß eia so heiliger, so göttlicher Mann de« Tode, ohne eine» versuch zu seiner Rettung gen»cht zu haben, prei«gegrbev werde. Ich will seine Rettung versuchen. Riffele hat schon viele Jude» au« großen Rüthen oeholfe«. Laßt und hoffen, daß auch diesmal meine versuche nicht fehlschlagen werde». Laßt Riffel« allem handeln und Ihr, meine Brüder, flehet zu Gott, daß «ein Unternehmen vo» Ersolg gekrönt werden möchte.- Riffele Stadion, so war der Rame de« entschloffenen Manne«, war der Mann, der Bertrauen einflößen konnte. Al« er daher erklärt hatte, daß er die Sach« in die Hand rühmen «olle, ließ fich der Rabbiner wieder in seinen Stuhl nieder und vnfrel in die frühere Apathie. vir thun sehr unrecht, wen» wir Männer, di« in ihrer Begeisterung einen Anfiug zum Himmel nehmen, au da« Ir. bische, da» ihren ouhaftet, mahnen. Sir erheben sich nicht so bald wieder, wenigsten« nicht mit demselben Schwung. Mochen wir de» lieben Leser auch mir Riffele Stadion, eiven st.hend«n Thpu« in Ga'izien, bekannt. Riffele zeichnete sich schon durch sei» Aeußere» »on seinen Glaubensgenossen an». Er war gewachsen wie eine Leder und stark wie em« Eiche. Er hotte vierzehn Jahre al« Soldat gedient und war al« Fähnrich enllaffen. Auch jetzt «kannte man iu seiner strammen Haltung de» ausgrdüute» Soldaten. Er trug dev Kopf hoch. Manueöwuch und Entschlossenheit sprachen au« allen seine» Mimen. Seine Kleidung war makellos und sein Kaftan war chm genau angepaßt und mg -anliegend, so daß sein« riefigm Form« »ortheilhast hervortratm. Sei» Haar war wohl gepflegt und seine Schläfenvüschel gebauscht. Sein« Kopstmeedrug saß immer einseitig nach dem linkm Ohr hi» gmeigt. Auch sein« Stiesel mußtm stets spiegelblank geputzt sei». Beim Militair hatte er das Handeln verlernt, dafür aber dm Umgang mit dm Groß« erlernt. Seine Beschäftigung nach dem Austritte aus de» Heerriverbaad« war daher aurschließlich der vermittelnd« Berkehr bei Edellmtm, Offizierru »Bb griftlichm Würdmträger» den Nmgogmb. Da «r im HeSMschm DD» Destwfi " hatte «ch ba,» »och btc Stznagoae sehr veruachlUstgtr. u»tz nur »fit Richijude» t» Bezirhuua staid. sah »ra» in der Gemeinde auf ih« wie ans rttwn Halbjstd» herab. Es sollte doch bald ander«, kam mm. Es »a an einem Srstndoangrstag. Ei« feierlich» Pnqrffioumtt »«rehttligm vllder» bavegte sich au« der Kirche »ach der tmiern Stadl. Ed, Jude kam dmselbm « dm Weg. ohne »ach MGW ober Link« auSweichm zu könne». Er wurde aufges ordert, fei» Haupt zu mtblößm. er glaubte es nicht thun zu dürsm and «iderstand standhaft. Di« Eiferer bei der Prozession «uintt» es als begbfichtt'te Geringschätzung ihrer Heilig lhümer auf» fast» und dm Jode» dafür züchiigm zu dürfe,,. 0» de- . yumm uuu die unbarmherzigsten Prügel auf de» Eiudm herab» zumgum. Die Judm zogm sich schlmnigft tu ihre Häuser »»rück, »elche sie verrammelte» «m der mtfeffell« Volks wuttz >rdm Beweggrund zu nehmen, auch über sie herzusallm und überließe» da« Opfer seinem Schicksale. Nicht so Riffele. Er schritt festm Schritte« zu den vüthmdstm hi» und ohne sei» Haupt zu entblöße» sprach er diese mannhaft nn: „Glaubt Ihr wirklich dadurch Euere Heiligthüwer zu ttam, wen» Ihr 'inen Wehrlos« morde». Der Jude hat rrac sein Haupt deSweg» nicht mtdlößt, «eil ihm seine Religion e« verbietet, fremdm Göttembzeichm göttliche vrrehmng z« erweisen. Hat er dies« beleidigt, so solltm diese doch soviel Allmacht besitzen, den Schuldigen zn tttffra und Euere« Arm« rntbehre» können." Diese emfache Aigumeutation hatte soviel Kraft, die Bolkswuth zu mtwafftrm und dm Judm vo« sicher» Tod« zu retten. Durch diese manhaft« That stieg Riffel« bei srinm Glaube«, genoffm in Achtung. Aber auch sin Much hok> sich. Und da« ist die Frucht der gutm That, daß sie stet« zu veum Gutthat« auregt. Boa jenem Tage an sprangRiffele sein» Glaubmkgmoflm in krittschm Mimmt« bei. trat für st« bet seinen christlichen Gönnern ein, uud erwarb sich so dm rhrmdm Ramm eh,«» Stadion (Vermittler, Annehmer). Und so sehm wir auch dieimal R-ffeie sich aubrrtt», da» drohrude Gewitter vom Haupte de« Rabdtnn» abzulettm. Man nahm sein Anerbieten freudig an. Rabbiner Joseph Mosch« warf ihm eine» dankbarm Blick zu, die Rabbiueriu segaete ihn lau». Die Ander» flelptr« dm Htmuel an, daß er Riffele Gunst in dm Augen de« sttmgm Stichler« ver-. leihe« möge. Der Alp von dm .'Herzen Aller rrxrr gewichm, man fühlte sich durch da« Einiretm de« erprodtm Mannes erleichtert, und versprach si<d den bestm Eefola. — _ («-cht»b folgt) «i» Opfer de» S«sati»M«4. lktve biographische «ttzze v«a ». Kehn. (Schlub.) Ich laffe zur vervollstSuttguug dieser tiographtfche» Skizze t» Anlzügeu dm in der .Deboruh" vm 1878 ge» drncktm Bericht meiner Schwester Angelika Kohr, verehelicht« Hoftzeimrr. sowie dm noch derzett nngebrnckteii, an «einen Oheim gerichtete» Brief inenrer mm t» Gottt rühmte» Mittler Magdalena Kotz« folgm. Meine Schwester schreibt*): .Etve fanatische Partei, dt« der sogmaaut» Cdasftdim, tzte ei»m Mau« ihres Gelichter«, ein» gemiff» Ornstei«, a» seiner Stelle als Kretsrabbtuee zu setze» »gaschte», bezahlt« mehrere Sckurken, tzte geg« ihn falsch schm«« und gegm ihn die alderastm Klage» vor Ger icht brachte». So wurde er »»geklagt. baß er falsch« Matrtkri bücher führe» trefah esse, am Gabbath ei» Taschentuch t» der Tasche trag« stricht um dm Leib, wie dies« Frßwuüer) l. f. w. Als Joel Scharr, et» Famtlimvater, für diese „«met»» vehekltgnngm «Gesperrt wrrrde. »erwmdett fich lldrahm« Kvh» persönlich für »eff» Freilaffmrg. -) Iu der»Dedoratz", Vetblalr-Lnpplemmt zu» »ddraeide-. O» eitnuti, bat 94. Oktober 1OT8, «r 18. I ■|