Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 42 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Mit. r* i Jüdische» 1888. ntiUri-Ilf// ffl Honi>I,i,lBn> Mo Br. SL -O-IOM <o nogMaxg. " -^-> Air Kelntzew, t -eich«, fit Mt ieuMscht fmUit. * , fSnirn tnb volle«. — Der tzkodbi vor »«eicht. Ei»« hifivrlsch» Crpttlu,, -«» »er vorm»t^Ich-n Zeie »o« « et hur 8 SblDfllt! (ftortfrjinta.) — Ci« Opfer d«S jfanctt»««». CI»e biomadhlsche Skizze l», ». Kotz«. (Schluß.) — Sabdath-«> 'iWwnabschvÜt „Ueh-boU“ - «ihsel-Avsstbe» tmb MtifeUBf««gtn. (Q«Vf«tttT «achdnNk I t so« Arthur Weiß»«»». laaderel zn« ntttfi|i) LSmee« «wd Welle«. Al» nach der Slutfluth di« Menschheit sich Mit Macht begann zu «ehren, Sprach »ott, »er Herr: Je» bangt e» «ich. Wie sich, di« Mensche«, solle» nähren. Hinfort kommt Alle» darauf an, Daß sie einander nützen, Und Jeder, der'» bedarf, sich kann Aus Andrer Hilf« stützen. Daß st« nun gegenseitig sich. Vene» noth ihm, httfen sollen, Sei ihnen jetzt verlieh» dnrch «ich Da» Köaren und da» vollen. Da» klang de« Satan gar nicht recht, Cr sprach lecher mit Eile: Crlaabr, Herr, daß ich, Dein Knecht, Di« Gaben nun vertheil«. C» sei, sprach »ott. So geh' denn hin Mst diesen Säcken beiden; i eine« stetst da» vollen drin, >» Klanen in de« zweiten. Art» beiden, die» ist «ein »«bat. Streu' au» «it vollen Sünden; Sie reichen hi», u« alle «oth Der Menschen abzuwende». Schnell «ns war Satan huckepack Di« Erde it durchwandern, »ab aber De» an» diese« Sack, Und Jene« an» dem andern. - Cu find die Menschen nun beftellt, Um all« »oth »» stillen, Aehli eigentlich «» auf der velt An '»acht nicht und an Villen. »ein; nur da», da» ist der Uebelstand Und »rund von vielem Leide: Sie liegen in verschied'«er Hand Und nicht beisammen beide. Sechst Du nun Hilf — » leere» Stroh Und «ntzenlose» Trollen l Di« da wollen» könne« nicht, und wo Mar, kann, da fehlt da» vollen. » Der Rabbi vor Gericht. Cd» bisto rische Erzähl eng an» der »ormä rzl iche« ged von Arthur vetßmana. (Fortsetzung.) n. Et» Knilgerichthrath Mt »ach Z. gek,««r» »»d forderte de» Rtbdioer Josef Mosch« vor sich, «odbt Joses Misch« Mt data Krtt«richt«rl ®«t »er«og bas E»tsetzltche, »«Ich«« t» Mefcr leidig«« Thatsache entdaltrn ist. z» soff«». Dich« groß« Sicht der Lalmndgelchrsatnkeit, dieser Mm» der »ich»«, Herzen«eiufalr tmd echten Ardnonigkrtt, der keim tat* atltialt, Mat Flieg« beleidigt — er soll t» et« IpttRtch«. »»geirgentzeit «notckelt Mrde» sei,» «egt hier nicht ein vorwandlichtr verdacht, eia« bväwMig« Verleumdung vor? Wie lbtrd sich dieser, jeder Sebengerfahrung bare Man» au« dieser Affair«, au« den Schlingen, di« mau ihm gelegt, ziehen lluneu? Siegt hier nicht vielleicht gar ein vorbedächtiger Borwand, in diesem Manne die ganze Gemeinde, ja di« ganz« Judeuheit zu treffen? Und wer mag tu Wahrheit die Tragweite, die di« Sache haben kann, berechnen, oder gar die Folg«» voraus sehen? Daher die allgemeine Unruhe, Verzweiflung und Rathlostgkeit. Nor noch wellige Minuten und es ist acht Uhr, die Stund«, zu wdcher der Rabbiner vor dem Strafrichter erscheinen sollte. Zu der Verzweiflung gesellte sich die Spannung, und beide haben den Gipfelpunkt erreicht. Da« Hau« de« Rabbiner« war fdrmlich belagert. Alle Gememde» ulieder haben sich dort zusawwengetha«. Wa« hinein konnte, drängte flch ein, die Urbrigeu blieben bi« weit vor de» Hans« flehen und sperrten so die Gaffe ab. Ille fühlte» stch al« Leidtragend«. E« herrschte lantlose Stille, aber voller Pein und Angst, wie vor de« Ausbruch eine« fürchterliche» Gewitter«. I» banger Erwartung de« Kommende«,! de« Uovermeidl'chen stand man mit verschränkten Arme«. Mit einem Male vernahm mau einen Angstrus. Mau wußte nicht, «»her er kam. aber er pflanzte flch mit 8litze«schurlle fort, die Brust Aller war schwer belade». Run entrang sich dir Augst ihrer Brust und erdröhnte die Luft. von der Ferne sah man die naliebsame Gestalt de« Gerichtsdieuer«, der sein« Schritte nach de« Hause de« Rabbiner« lenkt«. »Man kommt schon, de« heilgeu Man» un« zu entreißen I" weint«, klagt« und heulte man durcheinander, ab» stand t» fest «,d wäre e« beschlossen, daß «8 stch darum handelte, den vielgeliebten Rabbi an« der Reih« der Sebende» zu streiche». Diese« lmtte Geheul schien kein End« nehme» zu wollen, »l« jedoch der Gericht«die»er beim Rabbi eintrat. kehrt« die peinliche Still« wie auf Lommimd« zurück. „Der Herr Krei«richter hat fie aufforder» laffeu, tut« gezögert vor ihm z» erscheinen; die acht« Stund« ist überschritten." Mir diesen Worten forderte der Grrichl«bot, de, Rabbi vor Gericht. Kaum hatte flch der Bote de« Gericht« entfernt, als Rabbi Joses Mosche flch erhob, «it einer Fassung und Entschlossenhett, die All« in Berwundernug setzte. „Rrbbezin gieb mir de» Gürtel her', sprach er z» seiner Fra» in eine» Tone, al« gelt, e« zum Gebet z» gehen, «der z» einer Beschneid»»-, oder Hochzett. Dan» »endet« er sich z» den viele» Anwesenden. „Meine thener», Men Freund« I" sprach er sie an, „ich »che, «ein Leben hinzngebe» für de» Rohm seine« herrliche» Ritmeu«. für de» Gott Jürael«, gepriesen sei er! Ich »erde gefaßt, mit E.zediutg und ohne Mnrreu, wie die verfolgte Unschuld, zu sterben wissen. Mein Herz war stet« re«, «ei« Hände undchleckt n»d um» Sin»«, tut» Denken tontet. S« hat aber dem heiligen Gott i» seinem weise» und n»- ersmschlich« Rathschluß gefalle», wich al« Opfer seiner treue» Gemeind« «»»nersrheu, nnn. so gch, ich freudig i»