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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 40 (1888) · p. Seite 154

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
40 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 154 (sequence 2)
Language
German
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fecrfiftn* fffMrtene, Wort Johame« Haß' ist doch »«hl eine «atzrhett: „O heilig Einfalt I" Der Wnnberrabbi II. hl«« f;ln* tt<n«e Zeiteinthellung gewiffenhaft ein. tobet, «tnbinm, gaveilieuleben, Knbtaace mb Nein, etMtiergtaa, »btt Ansfahrttn folgten eimucker regelmäßig In sein« »Scher«, btt nett seltenen DenOm der Gemara, der Mischinch, brr Mibraschtm nnb ubcrnn biblischen mb nachbibttschen Schriften »nt versehen war. brütete er rngestört nnb beglückt von der Weilheft be« Hille! mb ber höheren Erleuchtmg be» „Fürsten', be» „Heiligen", be« „Rabbi", »ocjugsmise be« Simeon «en Jochat. Ohne Srnnwiß dcr Fortschritte in be, Zett, ohne Lust, bieselben kennen zu lernen, ja denselben seinblich gegen Überstehen», chielt er bloß ben Rambam, di« Werke be« 1204 gestorbenen Maimonibe«, füt 'bfe.tfte nnb rechte QndU alle« menschlichen Wissen«, «r ewpfttigtosMntt mtb^gemtchroe «-tosen mit «rt nnb Miene eine« Fürsten: in beiden Füllen war er' ber «erpflichtenbe. ber Beglückende. Wo sein Urtheü. sein Rath verlangt ward, machte er ben Stnbrnck be« Seher« nnb Propheten. Mt h«lb geschloffenen Lngen, fast starre« toficht«an»bruck, ba« Haupt etwa« vornüber gebengt, hörte er be» vortto^nben zn, bann eine Lrnftpmse, und endlich bi« leise, in fingenbem Ton« ertheilte Antwort. Die Anbienz war aufgehoben. Wie unbedingt ber Glaube de« orthodoxen Juden an da« Prophetenthnw nnb die Wunderthätigkeü der Wunberrobbi'« ist. mögen folgende Mer Fülle beweisen, die man stch in ber Bukowttta, wir wissen nicht mehr, von welche« Wnnberrabbi. erzählte und vielleicht heute noch erzählt. Flnanzwächter drangeu in ber Rächt in einige Hinser ber Jnbengaffe, saifirteu hier ein« Quantität geschwärzter Woaren nnb die Gericht« oernrtheilten daraufhin bi« Schmuggler M empfindlichen Strafen. Niemand al« ein Gemeinbemitglieb konnte den Angeber gemacht habe« und e« gelang den Leuten auch, den Namen de« Dennncianlen zu erfahren. Darob heftige Aufregung im Orte; «an trat zu einer Lerathmg zusammen undda« Argebniß derselben war, dem Wnnberrabbi den Fall vorzntragen nnb besten Ansicht über da», was zu geschehen Hab«, zu erbitten. Eine Deputation von drei Männern ttat in die Zimmer de« Hochgefeierten, der an einem Tische fitzend über eine« fteinen Büchlein brütete. Die Männer »arteten 10 bi« 20 Minuten, fi« warteten «ine halbe Stunde, die Scene änderte stch nicht: ber Rabbi fitzt ganz versunken in dem Buche, da« vor ihm liegt, al« ob er ullein wäre. Wa« thuu? Den heiligen Mann in seiner Leclüre stören, geht burchau« nicht an, da, al« die L erlegenheit ber drei Abgesandten bereit« «ine sehr groß« war, erhebt fich ber Wundermann von seine« Sitz«, legt ein Lesezeichen in da« Buch, Kappt diese« zu und entfernt fich au« dem Zimmer, ohne «inen Blick auf die Besucher zu werfen. Erstaunt blickten fich die Zurückgebliebenen au, bann greift einer derselben nach de« Buch«, schlügt baöselbe beim Lesezeichen auf und „hier steht es", ruft er «tt schallender Stimme. Ja, hier staub e«: »Wer seinen Bruder oelrüth, tft de« Tobe« schuldig", stand in dem Buche, da, wo da« Lesezeichen lag. Der Angeber wurde bald darauf vermißt mb sein« Familie schlug Lärm. Da« Gericht nah» bi« Sach« tu bi« Hand und ein Pottaschenbrenner erklärte, vermummte Männer hätten ihn nächtlich beim brennenben Ofen überfallen» ge« knebelt und Augen und Ohren fest verbanden; so sei er vielleicht zwei Stunden am Boden gelegen, dann wäre er seiner Bande entledigt worben, einer der Bermnmmten habe chm zehn Gulden in Silber gereicht mb eine Minute darauf sei er wieder allein gewesen. Da« Feuer im Ofen war »nt mterhalten, aber er Hab« Knochen darin gefunden, die er mit de« Schüreisen heroorgeholl und verscharrt hätte. Die Knochen erwiesen fich al« von einem Mau« herrührend. Die Untersuchung dauerte Monate lang; fast die ganze Gemeind« wnrve wttbertzolten Berhörrn unterworfen. e« kam nicht« an den Tag, zum Borsehetu. der »ermißt« kam «fc »icbcr Der »wette Fall ist der: Bor de« Rabbi stcht «in wetthin al« reich beimeuter Mann. Ucher hundert Mtllgn Weg« hat er im Wagen zurückgelegt, n» Iwi dem heiliget» Marne Hilfe in ünßersttr Roch zu finden: sein einzige« östick, ein Mädchen von füufzehn Jahren» liegt seit Monaten schwer krank darnieder, kein Arzt kam helfen, f« möge dem der Rabbi den Namen de« Kinde« in sein Gebet ei »schließen mb Gott wirb helfen. Der Fremde hat «inen Beutel mtt neu geprägten Imperial« auf den Tisch gestellt mb der Rabbi sagt: „Kommt morgen nm bttselß« Stunde wieder." Genau nm bü gleich« Strnhr. stehen de« «nbern Tage« dt« Kinde« gesegnet; geht nun. gefaßter Seel« heim, tm immer Hilfe." Der »ater findet sein Töchterchen auf bei' Bahr«; settw Trauer ist tief; aber er sagt: .Der hettige Mann kämet« den Ausgang, darum sagt« er ttöstend: ,L« Gott ist immer Hilfe." Smberrabbt II. ist mm auch den Weg alle« Fleische« gegaugen und besten Sohn ist regierender Wunderrewbi HI. geworben. Er weiß kaum bester al« sein Erzener r« wußte, welcher Entwicklung der menschliehe Geist fichig ist: und mtt wie gewaltig« Finger der Fortschritt selbst an di« Thüren der armseligen Bukuwinaer Jndenl»änser pocht, fc glaubt heute noch, baß di« Erd« der Mttelpnutt ber Schöpfuag ist, und fest auf unverrückbaren Säulen stehe. „Unk sie bt*g, »egt sich doch!" Sein Sohn »vird kan« mehr regierender Bierter werden. Mm Opfer de» Kmmatt»mm». <kt»e bivgraphtsche Skizze »ou S. Kohu. Mtt Geunathunng blickt da« Geschlecht ber Mitkämpfer für Licht und Geesteäfreihett aus die Errungenschaften de« Jahre« 1848, mtt Bewunderung und Ehrerbietung blickt da« Geschlecht der Epigonen auf sein« hehren Vorfahren. Aber während die Namen Derjenigen, die den groß« Heerbann ber Aufklärung zu« Kampfe gegen bi« Finsterntß mb Ber» gewaltignng de« Geiste» führttn, während die Nrimen Derjenigen. die kämpfend für btt heiligsten Rechtt der Menschhett in den vordersten Rethen standen und fiel«, hell erglänzen im Strahle ber alle« verklärenden Dichtkunst, wer ftagt hart» zutage nach de« vereinsamten Borpisten, der expmttrt auf abgelegener Strafe mnlhig und unerschüttert an »harrt, e« komme wa« wolle, ber, unterstützt einzig und <»klein vorn, Bewußtsein de« Rechte«, mannhaft und unentwegt den Kampf aufnimmt mit einer Legion heimtückischer Feind,! mb am' Ende in diesem ungleichen Kampfe durch Meuchler Hand er» lttgt? Sein Leben, seine Thaten, sein Ende erft»ettten dem späteren Geschlechtt fast al« Mythe, und so konutr t§ kommen, daß ein oielgeleseue« Wiener matt da« ganze Leben, Wirken und Sude de« Rabbiner« mb Prediger« Abraham Kohn in Lemberg für eine Mythe erklärte. Am 7. September de« Jahre« 1888 waren e» 40 Jahr« fett dem Tag«, an welche« Abraham Lohn, von Meuchler- Hand um» 8'ben gebracht, da« Zeitliche gesegnet hat. Mtt seinen Söhnen, von denen Schreiber dieser Zetten der jüngste ist, stirbt sein Geschlecht tm M amesst amme an«; aber sein Gebächtntß wirb nicht anösterben, da« Gedächtnt? eine« Borkämpfer« für Licht und Auftlärnng, eine« Märtyrer« der Cfcfc## ^jKTt Die religiösen mb religiös philosophischen Schriften Abraham Lohn«, seiner Zett sehr geschätzt und gesucht, go»’ hören jetzt zu den größten litterarftchen Kelten tzettru, -Mb kaum be« Namen nach bekannt; aber hense; nach 40 '

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