Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 40 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 1CB w Ik ih» mit Acht«« «ck Ehr«bkt>»tz ,kt« erste» Ratzbiuer ktiltr|l* *nmt mk ihm allezeit ei» ehr»»»!«« Ge- *A4*>tf iKM^rai ktrt. 9» Um» »icht »eim Vafiiokc sei», eine «nsftchrliche mtd erschlpfeude Schilderung sekir« Lebe»« p lleser», nm> fnvoittcr, «U ich, sei» jüugfter Sohn, «m unselig« Zi|t seiner Vergift«,, erst Vier Jahre zählte: ich »er»« jekoch, K»f kt« (ickiratftcn UrkttlKseruustbi sriaer Aamlilie a»k ker Leitgotofst» mich stützend «nk sei« Leben und Wirte« »ach Möglich?, tt an« seine» Schriften erläuternd n»d mit kea» selb«, w »gleichend, ei« Eharafterdilk ke« verrwigttn p» liefern bemüht sei». voll sei; — »nk köua« omiooio clolotto, nratetM ma- Undis, somotii oorrifAndi* jam Vkbrstf ■Ktk«.* In dieser nach ke» damrligm Anscheuuugm «holten«, »ach «nsere» lluficht» et»»« weitlüustgm amtliche» strttik ist bmuoch bck» Wort z» »Kl gesogt. Al« Beleg dafür «Dg« etnzttur Stell« »< dies« Predigte» di««. (S«ns. GadKchth-Pl««derei 1»» Mocheuabschultt v«Melütd. De», geknkftm Mittheilung« »eine« -liest« Bender«, g«g«»-rti» Akvocat i, Samkor, zufolge *),'ward« »braha» tüi d» *Hkn 1806 M HUuiu in »Unn geboren. In Le roi «t wort, rire le roi . . . . am »Simcha« Thorawurde der letzte«ochenabschuitt der Thora, her»« mochten, »erstosi« seine Jngendtage. In frühester Ingmd sch« von seiner Mutter zum Slabbtnerstand«, de« Ideale, welche« heutzutage »och «öl« fronunglänbig« Ink« vor» schwebt, kestimnt. widmete er sich mit seltene» Eifer de« Sinkt«» der lebräischr», in« besondere der talwndischm Lttterat»', so daß er, kaum 12 Jahre «l^ sein« Hanslehrer schon «i strmttmifs« übertraf «ud behns« weiterer erfolgreicher Lnsdtkdrag in dk Fern« ziehen mußte. Dort wandte er sich nsttverdappelttm Fleiß seine« künftig« Berns«stndien a, kan» die uothwendtgst« Nachinch« sich gvuuend; insgeheim Ufg er noch «dendretn philosophisch« Stndi« «d, der« Einfluß auf sein« zukünftig« Eedankeugang nnverkenudar ist. Da kam ihm nnverhvfst eine stnude, die tief erschütternd ans ihn »irfte. die stnnde von dem plötzlich« Tode der heißgeliebt» Mutter, der einzig« vertrant« aller seiner Mine und Hoffnungen. Ader der zukünftige Reformator »er I»d «gemeinde tu Lemberg gehbrt« nicht z» Deuftnig«, dk fich durch Schicksal«schläge brechen last« and fich dBMpf«, Hinbriit« über Verluste, di« «nersetzÜch find, hingeh«. Mt verdoppeltem Eifer w«dk er sich sein« »eiwrm Sindi« zu und hatte bald kk Senugthnung, die Stzmimf alprüfniß« in P t s«k mit glänzende« Erfolg« destand« zu habe», wonach er sei?« philosophischen EtudKn in Pra,z beendigte, und durch Stuudengebm sek« Exifknzmittel ftmd, mn seinem «ndemtttelt« Vater nicht zur Last .zu falle«. In, Jahr« 1880 trat er zu» erst« Male >l« Redner ans gelegäillich der Einweihung einer kein« Synagoge; hier mwitfrstirtr er fich nicht «mr als Mann des religiös« Fortschritt«, sonde« auch ab» Friedensapostel im edelst« Sinne tes Solle«, «ud die erste Rede Abraham stöhn« «m ,e»«iht«m Ort« veranlaßle die Versöhnnug zweier notorisch« Feind«, et» gewiß sehr anerknoenlwirther »ud rühmliche«- Erfolg. Drei Iechre später, i« Jahre 1883, scheu wir ihn schon als Rabbiner der fortschrittlich« israelilisch« Gemeinde »ach H ehrnem« berns«, wo für ihn ei» nener wirknngs- Irei« degttmt. Wie er denselb« anfpfaßt hat, das rrkemwn wir am best« an« d« gedruckt vorliegend« »Sechs Predigt«, geholt« in der Synagoge zu Hohenems vom Raddineic Ldrahm» stchp.-**) D» damalige Bücherciusvr der hebräisch« Bücher und Schriften in Prag, starl Fischer, äußert sich über besagte Predigt» «eiaes Vater« folgeadermaß«: »Dies« von dem bieder», philos,p^sch deukrnd« Rabbiner Rdraho« stöhn zu Hohenems'in der dortig« Synagoge geballrneri sechs Prekigt« handeln: dt« erste vom göttlichea >«»»: — di« zweite vom «Debet«; — dk dritte »ou der straft It« Glaubens; — dk tricttc vou der wtchtigkrtt und Urdmwlng de« Sabbath«; — dk fünfte »ou der Wohlthätigket; — VK sechste, daß sZsrael «in vou Sott erwähltt« gattb «ch». Lebe« tu» «ick» KbraMn «chm M, Michael st. Pvremb«. P\ . Lens mR.} Laude». Lemberg. Thora- und nicht om „Wochenfestr-, au dem di« Offeubcmrng am Sinai stattfand? — Bekanntlich hat der Midrasch schon dies« Frage aufgeworfen und mit einem reizmd« Gleichniß vou erner stöntostochter, die kein« Freier fand, beantwortet. Ich will von emer vielgetadett« jüdisch« Unart: eine Frag« mit einer andern zu beantwort«, Gebrauch mach«, um ein« neue Antwort auf diese alte Frag« zu gebe«. Ich frage: ww konnte da« Fest der Grsetzes-Frende mit der Trauer um den Tod Mose» zusammenwllen? Der letz« Thora- Abschnitt erzählt bekanntlich dm Tod Mose«, in des »SimchaS-Thora--Liturgie tteff« auch dk z»«i Berse zusammm: mSTO TTtöOT OT .. . ND' u? 2 nv .IBS iTTlfl »Moses starb, wer wird nicht stnbm . . . freut euch wonnig der Freude der Thora- ... ist da« »icht «n Widerstreit der Stimmung«?-Mich hat diese iZraae zu einer Ansicht gebracht, di« zu heg« ich ohne dies« Frag« gezsttett hätte: Der Tod Mose« ist die Freude der Th oral Die Autorität de« Mose« war eine schlimme Loncurrentin für dk Au'orität der Thora. Die Thora wurde erst eine Thora, eine unabhäagtg« Lehre mit dem Tode de« groß« Lehrer«. Im Judntthum gilt ebm nur dk Lehre, nur dk Wahrheit, nur der Geist alle«, und der Mmsch, und wäre er, der groß« Lehrer Moses, gar »icht«. Mose» ist (>estorb« und ist »icht Sieder fürs Lrdenlebm . . . ,anfer« tandm-, das ist echtes Judenthum. Mose« war dec Man« s e i n er Zeit. „Skta ® nge war uichtettoschm, sei« Waage nicht «drgefallm,- und doch mußk er bckau«: »ich kau» nicht mehr ein- und ausgeh« vor rach-. Er war derselbe geblirb«. aber die Generation war eine andere geworden. Schon für diese nächste Generation paßk Mose« näht mebr, sondern sein natürlich^ viel kleinere» Schüler I o s« a. San« Hand freilich hatte Moset auf dies« gelegt .... so ist es «it dm Männe« jeder Zeit: ihre Weihe «mpsnng« sie von Mose« und nur von Mose«, aber... ,dk lthora, dk uns Mose« gebot, ist eia Erbgut der Gemeinde Jakob«-. Wess« Eig«thum ist aber ein Erbgut: de« Erb« lasser» odcr de« Erbm? Wer hat darüber zu schilt«, »er «» für seiue Verhältnisse zu verwalt« und zu vmoeud«? Doch nicht der Erblaffer? Der ist todt-»der Lebend« hat Recht-. So dacht« uuser«. alten Weise«; fie ikllt« dm Gruudsatz Mf: 7N1NN sv 121 MV2N 12 N2V »die Weis« Hab« dk straft »ud dk Besugutß, eine Vorschrift d»r Thora zu eutwurzelal- Uasere alte» Weisen habe» auch die Lehre Mose« immer zettgemüß rrgäuzt »ud de« Uuzettgemäßeu entkleidet. SK Hab« ganz s »uver,in geschaltet: di« in dk heiligst« verhältntffe de« Eheleben« hinein. Sie stad vor Nicht« zu« rückgeschrÄ: fie Mk» sich als dteHerreu de« Erdgute«. ®fe ist nicht im Himmel- — ries RaM Iosua ««««über einer sich etunfisch«d« .Himmrlsstimme-. R« «tue« hgb« sie vtcht gethas: bk Thor» selber habe« fie »icht verfülscht, ihre «meruW» >»d Adschasftmg« Hab« fie nicht 1, di« Thora htuet,gestellt, Licht ,l»