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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 34 (1888) · p. Seite 133

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
34 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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'4anrtnifFen au«gerüstete» junge, Man« fand. I«, noch »ehr, unser Aryrud erwarb sich auch dir Liebe Euuuy'«, .Her anmuthigr» Tochter M Hause« und unter »oller Zusttunuuug der Setnigen be»arb er fich um ihre Haud, die ihm Bergmau» selbstredeud nicht »rrsagte. Emmy war keiue sageuanute klasfische Schönheit. aber sie war ei» geistig wie körperlich harmouisch gebildete«, liebe»« »erthe« Menschenkind »»« etwa IS Jahren, van frischer, .rofiger Gefichl«farbe «ud riuem schalkhafte» Zug um Mund »ud luge«. Sie re» präsrntftt« »eit einer gewiffeu Grazie «ud Würde da« Hei« ihre« »on ihr tuutg geliebten Vater«, der Wtttwer war, «ud «tue iw Häuft fast täglich verkehrende ältere uahe verwandte «ttterstützte fie zu Zeit«» i» ihren Bemühungen. In-seine« Glück vergaß tudeß Roth keiueSweg» seine« alten Freuude«krrise» «ud leistete« fast au«aahm«lo» die Mt- Glieder desselben de» au fie ergaugene» Einladungen zu seiner Hochzeit«feier. die sehr schön verlief, Folge. Daß tu der heiter». Festlauue bei der Tafel iu Wort, Schrift «ud Lftd der eigemhümlicheu Umstände gedacht wurde, dft diese« ftohe Fest herbeiführea geholfen, ist wohl selbst' Verständlich. Manch' finniger wie auch humorvoller Trink- >' fpruch »»ürzte da« Mahl und die Gläser klaugen hell zusammen. Besonderen Jubel erregte e« aber, al« der Hochzetttvater fich erhob und verkündete, daß er iw Einverftändniß mit seinem Sociu« am heutigen Tage Herrn Carl Roth, seioen Schwiegersohn, zum Disponenten und Prokuristen der Firma ernenne. Die Glückwünsche nahmen kein End«. Heute aber ist Roth Theilhaber der «eügeachteten Firma Werner, Bergmann u. Co. * Uud dft Moral von der Geschichte? Die wird fich wohl Jeder selbst darau« ziehen. rie A-raelite» vo» RhoduA. (Schlug) verschftdene Documeute weisen darauf hin, daß die ^Niederlassung der Judeu in Rhodu« vor sehr vielen Jahren " stattgefauden hat. Unter anderem erzählt man fich die Legende von dem .Juden de« VII. Jahrhundert«, der dft Ueberbleibsel de« berühmten Kolosse« ankaufte, welch« seit dem Jahre 222 v>r Ghristu« de» Boden bedeckten. Man nennt Emeffu« in . Syrien al« die Heimat de« Juden; doch mußte er wohl r. Rdodn« bewohne», deun eia Fremder hätte ein so große« Uuteroehmen nicht gewagt, da vvv Kamele kaum genügt hätten zum Trao«port de« Kupfer« am Koloß. Der Gotte«acker ist sehr groß uud ohne Uwzäumung. Eine große Anzahl der Grabstätten scheint sehr alt, wenn fie auch ohne Inschrift find. Die Grabstein« find viereckig uud ungefähr SV Ceutimeler hoch. Mitunter findet fich ein kleine« weiße« Stück Marmor auf der Außenseite eingelegt, , Worauf dft Inschrift etngegrabeu steht; dft älteste, die ich [; fiuden kouute, war vom Jahre 184V. Da« bedeuteude Werk: L'ile de RhodeS von Eduard cBtliottt uud dem Abbä Lottret (Lompiegne, 1881) enthält tzOefte SSV folgende Stell«: Dft Sage erzählt, daß 200 i«rae- ^Attsche voloutafto, zumeist Waffenschmied«, fich bet der Berthe-diguag der italienischen Bastion, die ihr viertel schützte,; uül Ruh» bedeckten, »ud daß ihr Oberhaupt eineu ruhmreiche» Tod geftulden, indem er fich i» dft Bresche stürzte, ' die der türkisch« Offizier sei« Fahne aufgepflauzt hatte, dft Ritter ihm zu Hilfe eilte», hatte er de» letzten i, und hielt iu der etueu Haud dft Fahne, der andern fttum Degen, der »och von dem Blute der Dftft Thwtsacht beweist. daß dft Jckrarltftu Rhodu« ' - Eroberuug Suleymau« (1523) dewahuft», daß "" Or^uisatto, hatte» Mb sich g» kp theidigeu wußft". Ich neig« sogar zu der Ueberzeuguug, daß fie bereit« zur Zeit der Saraecuen, »or der Occupatio« der Insel durch dft Ritter »»« J»ha»»i«ordeu (1309) dm Gemeinde bildeten. Diese umßteu den Judeu nicht besonder« hold sdu und mögen den An»gewftsmeu au« Spanien 1492 kaum die Arm« geöffnet haben. Dft mußten bd ihrer Aukuust iu der Insel eine jüdisch« Gemdnde vorfiadeu, die ihr vertrauen zu gewiunen wußte, uud von denen dm Anzahl da» Waffeuschmiedhaudwerk auSübten. Später kam da« spanisch-jüdische Element hinzu, daß überall seine Sprache und Sitten etnführtr. Man kennt auch die Legende jere« a->deren Judeu, der durch verrath deu Türke» die Eroberung von Rhodu« erldchtert hätte. Da« oben genannte Werk (Leite 327) behauptet, e« sei du ftemder israelitischer Arzt gewesen, dessen Nameu unbekannt geblieben. Mau überraschte ihn, al« er du«» Bdcf in da« türkische Lager warf. Er wurde hingerichtet. Aber Suleymann hatte viel wichtigere Verbündete iu der Festung, so deu Mtter von Amaral. Einige glaubten auch, er sei du jüdische Arzt im Dienste von Rhodu« gewesen, du um ko größerer Jrrthum, al« Amaral die Judeu haßte uud jede Gdegeuheit benutzte, um ihnen sduen Haß zu zeigen. Andere Schriftsftller sageu, daß dieser Berräther eia Renegat war, Namen» Liberia« Lamento. Alle Apostel find ähnlicher Handlungen fähig, aber e» ist ganz wahrschdnlich, daß der freu,de Arzt Amar il und Lomento nur dn und dieselbe Person find, und daß die Anklage auf Amaral allein zarückfalleu muß, dessen Rolle nicht contestirt worden ist. Man darf nicht vergeffen, daß man damal« zur Gewohnhdt hatte, deu J«raelit«n alle Miffethaten zuzuschceibeu. die die dgeneu Feinde begangen hatte». «Ach ei« Le»te«ari«m. Hundert Jahre waren e« am letzten Douaerstag, den . 18. dies. Mt«., seit Shakespeare'» .Kaufmann von venedigzum ersten Mal auf der Hofbühue in Berlin io Scene ging. Al« Entftehuoggjuhr de« .hohen «ftde« der Freundschaft-, wft man da« Drama bezeichnd hat, gilt 1594. Rach Hau«lowe« Aufzeichnungen wurde .die vcuetianische LomUdft" am 25. August 1594 auf dem Theater in Newington al« neue« Stück gegeben. In zwd Eiuzelautgoben erschien daun 16VÜ .Dft ausgezeichnete Geschichte de« Kaufmann« von Venedig, mir der allergrößten Grausamkeit Shylock«, de« Juden, gegen genaunten Kaufmann, da er ihm ein volle« Pfund seine« Fleische» herau«schnddeu wollte, lind die Gewtnoua, Porzia'« durch dft Wahl der drei Kästchen.- Eine der AuSgadea vermerkt auch »och, daß da« Stück durch die Truppe de« Lord Kamwerherro, ea« ist »ftjenige, welcher Shakespeare angehörte, öfter« aufgeführt wordeu sei. Nach Teutschlaud brachte» die englischen Eomüdianteu da« Drama; doch ist e« mehr al« ftagltch, ob r« fich zunächst um da« Stück vou Shakespeare handelte. 1811 wohnte Landgraf Philipp von Butzbach in Halle duer Aufführung der Deutsche» Lomödia der Jud vou Berndig au« de« engrlis>t,eubd. In Dre«deu wurde 1828 dne .«omödia von Joseph» Jude» vou Beuedigkgegebeu. Ende de« 17. Jahrhundert« unternahm man iu Wie» eine Zusammevschmelzung von Shakespeare'« Drama mit Marlow'« .Juden vou Malta-; da« Manuskript hat R. Geuäe tu seiner.Geschichte der Shakesprare'scheu Dramen iu Deutschlandau»zug«wetsr veröffentlicht. Mft de« Dichter« Name» kam der .Kaufmann vvu Beurdigam 7. November 1777 durch Schröder tu H a m b u rg z« Aufführung; dersdbe war bd uu» auch der erste Darsteller de« Shylock. Bd der erste» Aufführung tu Berlin am 18. August 1788 hatte Fftck al« Einletttmg de« Stücke« eiuea vom Direktor Proftffor Ramler verfaßte» Prolog zu spreche», der jede» verdacht einer beabsichtigten Kräirknug der Jude» abwetse» fallt«; »ft holprig» H«tza»et«r lomtetru: .«mr, da» klug« «eckt» »«« glla»be»>g»>wst»» W weile» «e»dtl«soh» tz»d« »» schdtz» «st»« «d wie b», dtese«

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