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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 33 (1888) · p. Seite 129

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
33 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 129 (sequence 3)
Language
German
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Iratrt Rhodas Mt Hetmal «tM *kr|{«ab«4 zu fete scheint. So hat nma «ir von ri»em Wrti«K« Jaden erzählt. kr, als er fich den 0*rt atatftaen ließ, s» Nsr^leteu «gesetzt Mt, daß er schließlich *mb Islam übertrat, lakre Uekrtretnngen hatten Mac« mkrea •ruafc. ME» Schatzamtes tetm ka .btzsen Slickkaatzt man ta Rhodns VfMcabUttcr (aita aeaat fir ,ste»pre biM'X Mc tau ia Wohnungen tmb foo«r ta 8ika »afhängt. la takrea Ort tu kl Orient« nimmt «an za diese» Z»«ck Knodkanch oder «ampfrrzwrige. verschteka« »ranihettea mrka ktzaaklt durch absolate mehrtägig« Abschlteßnng. Maa fleht »krall .bilse Seist er', die maa darch verrückte Sittra im kttnra kalt. Ich maß htazafü^u, Jif dt« aakra Gemeinden der Iasel ta kaselbea Ideen befaugeu sind. dach, wie ich t* bereits erwähnt gUbt es ia Rhodns einzeln« hervorragend« . Persklichketteu. die eine Aasuohme bilden. - Ins Varsteheade« laaa man sich «iaea Setzriff von kr Intelligenz aad der Moral dieser Bevdlkeruu, machen. Das materiell« Leben ist eia sa elendes, daß die Sorge am de« nächsten Tag laam aeaaeaswerth ist. - Mit Rusaahate einer kleinen Anzahl van Kausteuten aad Wechslern stad die andern Juden Händler, es befinden ' sich krnater einige Schahflicker, Blechschläger. Schiffer. Dank den anhalteadea vemühangen einiger aufgeklärten Männer ist es gelun«n, in Rhodas eine kleine Schale za Süden. di« vielen WechselfSlleu ausgesetzt war wegen des drrstandes eine» Theiles der Bevölkerung und des Mangels . an Mitteln, trvtzde» wird diese Anstalt von allen vehdrden - and Aufgeklärten hoch geschätzt. 8. S. Lima! Sry, früherer . Gouverneur von Rhodas, hatte der Schule einen »»rzügltchen Lehrer der türkischen Sprach« verschafft, der noch im Amt« ist und vom Staate bezahlt. Der heutige Direktor ist ein früherer Schüler der Alltanceschule in Dardanellen. Sr ist thättg, besitzt genügenk Bildung und eine gute Methode; er lchrt mit Erfolg dir meisten pädagogischen Fächer und wir» binnen kurzem in Smyrna oder Konstarttiuopel seine Prüfnng oblegen. Der hebräische Lehrer ist rin junger an« Smyrna stammender Mann, der gut nach nenn, Methoden uuterrichtet. Das Lokal ist nicht sehr groß, genügt aber für di« heutige Anzahl der Schüler. Dieselben betragen zur Zeit «einer Anwesenheit in Rhodus 55 und wurden in 3 Klassen getheilt: 9 ia kr 1., IS bt der 2. und 31 in der 3. Unter diesen Schillern im Alter von 7 bis 18 Jadren, 8 Mohamedauer, 1 Grieche and 8 junge Mädchen. Ich war befriedigt von de» oberflächlichen Examen. welchem ich einige Schüler unterzogen: sie sehen sämmtltch intelligent und begabt, aus. Infolge der bei einige« Eltern gemachten Schritte wird dt« Zahl der Schüler von jetzt ab 80 bettagen. Leider dettägt das Schulgeld lächerlich weutg. Die Woylhabeudsten zahlen 21 Frrs., dt« meisten 10 Frcs. k0 Stn. jährlich. Da« Somit«« verstchert, daß. wenn dieser Preis erhvht würde viele Schüler «egbleibeu würden. Rach eine« bedenlenden Erdbeben, »elches im Jahre 1884 dt« Insel heimgesncht hatte, sandten der verstordrne Baron James von Rothschild und der Gras Abrah. von Eamouto namhafte Unterstützung«». die durch den verstorbenen Moses Mraasct« vertheilt »nrden. An« dem Ueberreste dieser Gaben ließ dieser letzter« ein« Talmud-Thora unk einen Setsal bauen, »te den Rameu der Geber tragen: Bet Jacob und Strkat Abraham. Gs ist unnütz, von der Talnmd-Lhora von Rhodus zu sprechen. Ueberall dieselben Fehler, dieselbe Unordnung. Hier ist die Talmud-Thora nicht von kr Gemeinde abhängig. Jeder Sater trifft ein Abkommen mtt irgend einem der zahlreichen Rabbtuen, die als Pädagogen fungtren. Ich hak mit Vergnügen bemerkt, daß man in Rhodos in der Bibel zienlltch tat dewaudert ib, daß die Jntelli^nz entwickelt ist and kr Gottesdienst mit «ehr Andacht abgrhalten wird, als in den meisten Gemeinden Anatoliens. Das Anden kru der Uuruku. »elche tm Iahe« 1840 ta Rhodas ftottgefuuden, ist bet den Eiugeboreaeu noch lebhaft. Es war der Rückschlag der ttaurigeu Eeeigniffe von Damascns. Eia Greis von 80 Johrru. Mose« Alhadef, hat mir den Vorgang folgendermaßen erzählt: Ein englischer Kaufmann «ns Smyrna hatte einen jüdischen Agenteu, Namens Elias Salomittt. nach Rhodus geschickt, um dort Schwämme auzukaufen, ein Arttkel, der damals tm Archipel in Blüte stand. Di« Griechen der Insel, dt« diese« Handel Magen, sahen in Lalomiti einen gefährlichen Eovcurreuteu und faßten einen tiefgehenden Haß gegen seine Raffe. Es war gegen Purim des Jahres 8800. Sa wie die Nachricht der Vorgänge in Damaskus bekannt wurk, sahen dt« Griechen darin ein« Gelegenheit zur Rache. Ein atmer halbverrückter Händler. Lliakt« k Leon Stambult wurk «naeklagt, «tu griechisches Sind entwendet zu haben, und tu» Gefängntß ,efteckt. Auf das versprechen hin, daß man ihm eine »ortheilhaste Anstellung geben »ürk, erklärte Eliastm. daß er das Lind gestohlen Hab« und es dem Notablen David Mizraki an vertrant hak. Auf Grund dieser Erklärung eines Verrückten stürzte sich ein« ganze Abthelluug G«ud«merte am Tage vor Purim in das jüdisch« viertel; während eine« fetelltcheu Mahles wurden zehn Notablen, darunter der oerstorbene Oberrabbiuer Jacob Israel, Vater des heutigen Oberrabbiuer«. festgruommeu; sie wurden tu Etuzelzellea gesteckt und furchtbaren Folterqualen unterworfen. Rabbi Jacob mußte seinem Serkrrmeifter seinen Ring schenken, um besten Eifer zu mäßigen. Inzwischen begab stch die Gemeinde tu di« Synagoge, n« das himmlisch« Erbarmen zu erbitten. Da« Entsetzen war groß, kein Jude durste das Viertel verlassen. K"ffuf Pascha und sämmtliche Sonsularageuten hatten der sinnlosen Austage Glauben geschenkt, um so mehr, als ste noch von zwei Renegaten bestätigt wurde. Ja den tsrael. Häusern mm, ohne Erfolg, Haussuchungen gehalten. Mt großer Müh« gelang es km Rabbiner Abraham Armada, die Stadt Su verlassen, um in Smyrna die Klagen der Gemeiuk Ihodu« auzubringen. Nach zweiwächrntlicher Haft und zahllosen Aengsten wurden dt« 10 Notablen ftei gegeben, und es kgab fich alsbald ein« Deputatton von 8 Personen nach Soastanttuopel. Das verschwunden« Kind fand fich iu Syra wieder. Der Gouoerueur Kaffuf Pascha wurde abgesetzt. Der Zufall wollte, daß gerade am Purim-Feste des darauf falgeuku Jahres der kaiserlich« Firman, welcher iu Folge der Schritte von Stemieux und Momestore erlangt wurde, iu Rhodus verdffeutlicht wurde. Es wurden öffentliche Feste gefeiert, auf offener Straße und beim Rabbiner wurk au großen Tafeln gespeist. Heute noch wird in den Familien der Notablen, die zur Zeft gefoltert wurden, am Abend des »Purimfeftes ein Lobgesaug augestimmt, wovon ich Ihnen eine Abschrift beilege. Außerdem verschaffte mau mir zwei Briefe, in hebräischer und türkischer Sprache gedruckt, die von den Ober» rabbtuen von London, Salomon Hirsch und David Mildola am 20. Sivan 5600 au Sir Moses Moatefiore 'gerichtet wurden. Die Schreiber stützen stch auf verschiedene rabbiuische Autoritäten, um feierlich zu bestätigen, daß' die gegen die Juden vorgebracht« Anllage eine veilänmderische ist. _ (Schluß folgt.) Der Kaiser Friedrich als Freimaurer. Ich ging, erzählt Veithold Auerbach in eine« Briefe aus Sonn vom 30. Oktober 1867, mit meine» Schwager iu die Freimaurer-Log«. Wo ich vorgestelU wurk, war herzliche Handreichung und Freude. Wir saßen tu kr Loge» wo alles feierlich, da hieß es. daß kr Kronprinz erst in einer halben Siuadk kommen kduue» und daß er nur kurz bleik. Er kam von ttuem offiziellen Esten und mußte nach der Log« noch in das MtÜttlr. Kasino, wo ihm ein Fest gegeb»

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