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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 29 (1888) · p. Seite 113

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
29 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 113 (sequence 3)
Language
German
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oüftamwbg Jtiubct ermittelt votbra. Die Zeitschrift Wi (MgL statffttschm Bureau'» bringt nun hierüber eine auf Preußen bezügSch« Abhandlung de« Fächern, von Firck«, der nöchstehinde Angaben entnommen stid: »I« gmqrr Stent, wurden nm L. Dermber 1885 4,796.510 vachttrathete Kranen gezählt; diese Zahl bezeichnt« also die Meng« d»r stehenden Ehen, unter welchen sich 287.079 cousrsstonelr' Mischehen kttund» haben. E« wurden also unter je 1000 im preußischen Staate vorhan. denen Ehen durchschnittlich 49.0 Mischehen gezählt. Ans die Ä Bekenntnisse verthetlen sich diese Mischehen sehr u. und e« zeigt sich, wenn man die Geschlechter anseinauderhält. daß evangelische Männer in weit geringerer Zahl als «nangelische Fronen Mischehen eingrben, während andererseit« römisch, katholische, disfidmtisch« und consession»- los« Männer sehr viel häufiger öl« ssranen, welche diesen Bekenntnissen an, etlören. Mischehen schließen. E« lebten näwltch in Mischehe 107,204 evangelisch« Männer und 129,784 evangelische Frauen, dagegen 126,416 römischkatholisch« Minner und 105,476 römisch katholische Frauen. Da» die anderen Tonkrssionen betrifft, so wurde» al« tu Mischehe lebend gezählt bei den „anderen" <ßtotcftantra 830 Männer nud 1257 Fronen, bei den griechrschen Katholiken 89 Männer und 58 Frauen, bei den Disfidmt» rc. 2024 Mäuner und'889 Krauen, bei den Juden 1100 Männer und 1011 Frauen und bei den Lonsesstonsloseu 866 Männer und 19 Frauen. Ein Bergleich mit der allgemeinen Be» vglleruugHiffer ergiebt daß von 1000 Personen de« betr. Bekenntnisse« und Geschlechts io Mischehe lrbien bei den Evangelischen 12.01 Männer und 18.98 Frauen, bei deo Nimisch-Katholischen 26.64 Männer und 21.83 Frauen, bei den Dissident» 160.09 Männer und 3/.8S Frauen nad bei den Inden 6.10 Männer und 5.43 Fronen. Wa« unu ferner da« Bekmntniß der den Mischehen rntsproffenen Kinder benisft, so stieß hier die statistisch« Erhebung ans große Schwierig!« iten. Man hat sich dabei entschlossen. nnr diejenigen noch nicht 16 Jahre alten Linder zu zählen, welche in den Haushaltungen der Eltern lebten. E« falle» also an« die « Anstalten rc. uvtrrgebrachdn Kinder, di« vor Erretchnag de« sechszehnten Jahre« an* dem Eltern Hause fortgegaugea und diejenige», welche kein Elternhan« mehr haben. Diese an stch jedmsall« nicht erheblich» Ungmauigktttm unberücksichtigt gelassen, ergtebt sich, daß stch die Kinder au« Mischehen ihre» Religion«bekenntniß nach wesentlich ander« verthetlen, al« die Ettern. E» befanden sich in 171,474 Mischehen 487,503 Kinder, von denen 838,866 evangelisch, 195,288 röwischckatholisch, 1200 disflbentisch, 677 jüdisch x. waren. Während sich bei den Eltern in diesen Mischehen 49.81 Pttteent Evangelische befanden, waren unter den Mndern 54.60 Procent in diese» Bekenntniß getauft, wogegen 48L3 Procent der Eltern, aber nur 44.64 Procent der Kinder römisch-katholisch warm; auch bei dm anderm E»nsesstonm bleibt di« vrrhältnißzahl der Kinder hinter der der Eltern zurück: so betrug bei dm Disstdmtm letztere 0.27, erste« 0.48, bei dm Inden erste« 013, letzte« 0.89 Proemt. Bon 1000 un« Mischehm stammendm und in der Hans- Haltung der Ellern lebend», unter 16 Jahr« altm Kinder wurd» dmchfchnrttlnh zngesührt der Religion de« Batrr« 515, der der Mutter 483. War der Baker evangelisch, so kam» von 1000 Kinde» 570 ans sein Bekmntniß; war dir Mutter evangelisch, so »arm 529 in ibw« Bekenntniß geteuft; bei rgutffch-kathoUsch» Vätern kämm 475, bei römisch, kachodsch» Mätttm 484 Kinder unter 1000 aus da« detresftnd« Bekmatuiß, bei jüdischen 290 brzw. 288, bet bisst» dmtischm 285 brzw. 159. I« «cuqm gehörten 225,888 Kitewr de« Religiousbetenntniß de« Vater«, 211,533 dm» der Mrftter» nnd 089 anderm Bekmntntßgnqwen an. Unter letzter» befand» sich » Kinder (nm Mädchen), welch« von christlich» big». eo>qrsfi»n«los» Ellern de« Jndenthe» zu- ■nnn V9W9CS IWISw Der Hrrzwg 9g» «w««le ist nicht nnr Prinz von Geblüt, sondern auch Akademiker und vor Allem ttn Mann von Geschmack nnd Bildung. Er sieht somit Bornrtheilm fremd gegenüber, welche tn gewiffm Kreisen noch nicht ansgehürt haben eine Rolle zu spielen. Ein kleine« Borkomnmiß. welche« der Wim« „Presse" an« Brüffel gemeldet wird, illusirirt am best» den Unterschich der Anffaffnngm. In der vergangen» Woche hatte di« Herzogin von A — „ eine der höchstaristokratischm Damm der belgisch» Hocharistokraii«. einm Ball angekündigt, dm man schon mit gmßer Spannung erwartete. Madame 2..., die in sehr nahm veztehnngm zu dm Fanülim gewisser großer Finanzbarone steht, htett diese Gelegenheit für günsdg, um dm Beweis zu führ», daß jmer gewisse Ostracismn«, der di« Juden an« den Kreis» der Hocharistokratie verbannt, kein« Btttnng habe für Jene, die außer dem Glaub» an die Wunder Mose«' auch noch ein« ob« die andrrr Million besitzen. Sie ließ demgemäß di« Herzogin nm eine Einladungskarte ersuch». Aber der Morgen vor dem für da« Fest bestimmt» Tage brach heran, ohne daß die brüsftler Post die ersehnte Antwort gebracht hätte. Tödtlich verletzt eilt Madame 2 .... zum Herzog von Anwate, der in Pari« im Hans« de« obenerwähnt» Finanzbaron« viel verkehrt hatte nad fett jmer Zeit mit Madame 2 .... befreundet war. Der Herzog bürt die Klage seiner Frmdin an und beeitt sich, an die Herzogin von A.... «tn Schreiben zu richten, in welchem er eine Einladung für seine Schutz«- fohlme erbittet. Ein Stund« daraus trifft die Antwort der Herzogin ein, die in solgmdrm lakonischen Billete enthalten ist: Monseigneur! Dt« Wünsche Eurer königlich» Hoheit sind Befehle. Anbei folgt die Einladung, mit denn Fordemng Eure königliche Hohett mich beehrt hat. Geruh» Sie, Monseigneur, die Versicherung meiner unterthänigen Ergebmhett entgegen zn uehmm rc. Herzogin von L .... P. 8. Fast hätte ich vergessen, Eure königliche Hohett zu benachrichtig», daß — in Folge eine« unvorhergesehenen Hindernisse« — mein morgiger Ball auf unbestimmte Zett verschob» wordm ist. — Acht Tage spätcr hatte Monsrignmr Gelegenheit, ans folgende Weise gcg» dies» Vergeh» zu demonstrtt». Der Herzog von Lnmale gab ein Diner, bei dem stch sowohl die Herzogin von A .... wie Madame 2.. .. bttheiligt». Btt diese« Diner erhittt nun Madame 2.. ., die Verwandte de« Fmanzbaron«, dm Platz znr Rechten de« Gastgeber« angewiesen. rin Platz, der nach den Gesetz» der Rangordnung nnzwttftlhast der Herzogin von A.... gebührt hätte. D«s« Letzte« aber wnad« zur Linken de« Fürsten placirt. I« Fanbourg St. Gerwain herrschte Helle Empörung über dies», dm Ahn» der Herzogin von A .... anatthanm Affront. Urd man kann gar nicht genug stcurnm, daß die Wtt» dies» Anlaß zn« Zusammenstürzen, wir er wohl tn gleicher Bortrrfflichkttt so bald picht Wiederkehr» wird, nicht bmützt hat. jUttae jüdisch« --«aüter-üge. Sn 9b- Ur. te St. 86. Eine „srnmme llmme". Zwtt Ehaßidi«, von dm» der eine schon längere Zett in Landau gelebt nnd etwa« englisch gelernt hatte, saß» in eine« Gasthaus nebm einig» Ehttstm, tn der» englische» Gespräch wer ein rttigtsse« Thema oft da« wart ^ttös» vorkam. Da fragte der de« Englischen nnkmcktge Lhaßtd dm andern, was da« Wort heiße. E« heißt „freum", antwortete dieser. (Das englische pioaa, lateinisch vdw ■■ stonun, wird bekanntlich vptiM" gesprochen.) Wa« fite ein« „snunwe ldnme" (srowwe Ration; ptunn« hebr. nmnuh) stick dach di« Engliticker,- »einte jener, rährmd naiv; wenn ff« .srnn»' sag» (bezttchum) walken, dmkm fie gttoiß au dte Weteg (laug» Haarldckch«) der Ehaßidi»; schau dies«

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