Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 29 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Acuter n Iuspeetor Bräfig, in welchem jenn übn et» vorkommmß i» ciuer po«i«rsch» Kreisstadt die Attficht kt» Onkel Bräfig (tfwfcert. Mt eiut,eu Mt^ovca lautet der Brief sie .... ,J» etuer ftrettfUbt lebt et» (Mn Israelit. Der Staat beschließt, de» gagc seine« Heraus .. zu folg» u»d tu der schwer« Rath der Zeit »der i» der Zeit dn schwer» Roth ei» Uebriges zu thun uud sich seiun — bald litte ich Mitchrist» geschrieben — leidende» MitmeMck» M erbanueu. «r überlegt fich Alles »»hl. »ie das fein» 8MM bedächtig« Art ist. er fragt sei, Herz, n fragt sei, Geschäft, beide nickte, mit de« Kopfe uud sagte»: I» Gattes Käme»! Thn's! — «r thut's i — Sr geht » seine» Seldkast». er halt hundert Thaler preußisch Louraut heruar uud giebt sie zu einer SuppeuaustMt für di« Arme» btt Stadt. — — Haiti Herr Iuspector, Sie »alle» sage», »as Sie wahrscheinlich schau oft gesagt habe»: .Jude iß Jude, « hat feinen Bortheil dabei." Die Sache ist dach et»as anders — Der Mau» denkt: „Soweit mir'« gut. aber die prenßtscheu Thaler, und »enn sie auch i» ganz kleine Pfennige »nwechselt werten, können die arme» Teufel nicht freffe», fic müffe» Suppe dafür habe»; aber m diese Suppe koch»? — Ich habe da zwei Lüche», ich »ill str hergebeu diese beide» Lokale, ick »ill mir di« Last auf de» Hals lade» uud di« Gefahr, daß man bei Gelegenheit mir die stlberueu Löffel stiehlt." -.. Der «ohlwetse Magistrat versammelt sich auf de« Rathhause, mau zieht »ach de» Supniuteudeut und de» Stadtverordneteu-Vorsteher hinzu.... Große Freude — bald hätte ich geschrieben: tu Israel! — Große Freude in der christlichen Versammlung I „Habe» Sie'« schon gehört? der «,.— ^)a. ja! weiß es schon. Hat hundert Thaler gezeichnet. Ausgezeichnet l" — »»Ja, er hat auch seine Küche» zu diesem wohlthätig» Z»ecke «geboten I"' (Allgemeine Freude uud Anerkennung.) Da erhebt sich dn drei«»: t» Fe»n des Glaube»« uud dn Lieb« geläuterte... Supniuteudeut uud spricht: .Meine Herren, Auuehmeu «dn Ablehueu? das ist die Frage. Ich stimme für Ablehueu 1 Ri« werde ich als christlicher Superintendent zngebeu. daß christlich« Arme aus einer Judeuküche gespeist werden." — ..Ich auch nichtl"' ruft dn Stadtverordneten»Vorsteher uud fügt energisch hinzu: „Rte nicht! nie nicht! nie nicht!" Beide erscheinen zum Staunen dn An»eseudeu tu eine» Heiligenschein. Tratzdem heftiger Widerspruch vau »in Mitgliedern des Somttö's, »«swegeu dieselben iu de» Bndacht d.s heimlichen Mosaismus gnatheu. Dieselben gehe» ab uud zürnen inwendig. Indizirte Judenverfolgung. Run fragen mir bet Ihrn laugen velterfahruug au. liebet Freund: 1. Ob bei «tun Suppeuaustatt ein Superiuteudeut durchaus uothwendig? 2. Ob ei» christlicher Bettler nicht eben s» vollständig aus «tun Judeuküche gesättigt »ird, als aus nun christliche», oorans^esetzt, daß n gleiche Portionen erhält? und 3. Ob Gefahr für das lkhrtsteuthum vorhanden, wenn etun seiun Bekntun aus eiun Jude» küche ißt? Belieben Sie, theurn Freund, auf vorliegende Frage» tu Ihrn leicht faßlichen Darstetluugswetse uud Ihre» praktische, Tafte zu autworte». Bräfig «utwortete mtu aus Hannerwie», wa n bet» Grafe» i» »lteuthell fitzt, a» 27. Januar 18öS. Sr Halle fich zuvor bei» Herrn Pastor Rath. Ba» diese» hat n fich zn setnn UnterhMtn», für den liebe» la»ge» Starr nach »ob nach die (mecklenburgischen) Staatskalendn va» 1818 bis 1817 ^bn^. Dies »«rausgeschickt, lassen wir de» ersten auf jene Frage» antwortend» Theil des Briefes falge»: .Lieber Herr Göu»er! Kvuuue» Sie »ich so mit Frage» und Supperdeute» und mit axbere» Verfänglichkeit». de»» »»ff ich Sie um» sEgen. es giebt ■ hftcheutuug va» eine» Sprüchwortr^ »elches Iwsagt: .Sin Star kann »ehr frage», als 7 Waise»' beantworte» kbrureu." Dieses wollte ich nun gnade nicht sage», »ihmlich, daß Sie ein Rarr!üud uud M, 'ue Waise, da» wv» auch meine beiderseitige» Eltern sch«, ange da» find »ul, mir eins«» als daznnralig» «irtlffchbftn z» Tribdelsttz zurüilließeur s» rechnet man vor grvdhMch dir Leute i» die stebztgn Jahre» nicht z» dir Wfise» — ich wollt blr-s sagen, »ft Bnfänglichkrttr, sollte» Sie »ich »ich u»tn die Augen gt^en, denn worum? Uns' gnedigfie» Herrschaften sünd un wiedn hier nn» ich köuute »Ich selbst ba 'ne Supoenaustalt «iubrackeu. zn di« ein langer Löffel gehört. Jebennoch indessen! Ich bü» zn unfern Herr» Pastur» gewesen und habe «ich von ihm den neuen Siaatskalender »au 1817 geleihnt und ihm dabet Ihre gütigai d,ei Stück Snftageil »argelegt iu Berückfichtiguug meiner eigenen geistliche» Dummheit. Uns' Herr Pastur is noch einer von die Allen, immer richtig dt, sehr von Bernünstigkett in dn Predigt uud vor die Begreiflichkett derselben auch »or die Annuih, uud Var sieben Schläge tu dn Wirthschast mit reine Brache. Bar die Stallfütterung und die vielen Betstunden is er »ich sehr aber vor den frischen Klewn und Weidegaug tu dn liebe» Natur. Die neumodischen Bockschifrreie» hat n t» de» Magen, viel lieber will er. sagt er, rauhe hall«, sie süud dauSarer. Als Oekouomikn is er richtig, n» Ms Pastur ein Meuscheufteund. Ra uns' Herr Pastur sagte Ms« zu mir: »Grüßen Sie ihm uud sagen Sie ihm, die erste Fragestellung wäre eine unrichtige Ottagrafvirh: Suitperd-nt >mb Tuppenanstalt hätte ei« große Aehulichkrit in dn richtige» Schreibart, iulxffeu hätte 'ue große Patschon rn '« schöne Redlichkeit mit Zwiebeln, Burre (Porree) Priteßillwörteln (Petnfilienwurzel«) uu Sellerth un was sonst uock zu 'un «ppetitlichkeit gehört, «ehr mit 'un Supp zu thuu, as ei» Supperdeut. Iu Anbetracht der zweiten Frag« wäre er dn Meinung, daß die Israeliten odn mosaischen Gl«nbeng»«ffe» — denn Juden wollten sie nicht gerne heißen, «eil daß dies «iu schlechtn Rebeubegriff sei — im Ganzen geuonvueu millgäwernn (mildthätiger) wären als die Shrtf«». und daß ihre Kocherei sehr reudlich mit .Milcher," u» „Fleischern" wäre, auch das Sfleu behilflich, wie er dies au seiner eigenen körpnlichen Beschaffenheit erfahr» habe, da n lauge Jahre als Ginrnast auf hohe Schul» bet so eine» »osoisch» Samaritn 's Dtiddwocheus Frettisch gehabt habe, wo n fich, mit Respeft zu vermeld», das Leib recht nödltch vast geschlagen habe, »h« wesentlich» Schab» an seine» Shrsstewthum zu leid». Und »«mit wäre denn auch die letzte Frage erledigt. Ru frage ich Ihn» abn: Hat dieser Supperbent was geg» diese 100 Thlr. pr»sch« Kraut dieses »osatsch» Glaubeusgenoff» gehabt, »dn hat n diese for probat erklärt? Diese« wir, wie »ns Herr Passttr sagt, eine, exemplarisch« veitraguug «u die MorMität van's IS. Jahri hundert."... 't So wett Fritz Reuter uud OMrl Bräfig. In Treptow au dn Tolleusr und sonstwo i» b» Kreise» Greiffeuberg- Kauauiu werb» fich alte Leute vielleicht »och im» 18S5 n« - inner,, baß irgendwo i» ei»n psmmnsch» Kreisstadt der Herr Superint»dent Bedenk» geg» die verpfleg»»« christ- .3 lichn Ar»» «ns etnn jüdisch» Suppenanstalt oasgefprßch» > hat.' Denn Fritz Renrer, dn bozumM Stadt oerotawttr t» z Treptow und liberaler Wahl»«»» für d» Mt» Graf» Schwert» wi», hat die Geschichte flchn nicht ga» ans der j 8aft mtlffu. atMl tfl Hcher tm». Uhrk fcfe ■> Utmtu r> jtwr Zeit rau er 8e»te», Me ctMf Mf sich gab», *nr »nmizMt vor. - Die Mischehe» fa» Pre«-««. j Bei dn letzt» Volkszählung vom 1. Dteencker ISSü ^Sf find zu» erst» Male Dal» über co»frfstou«ll«?W Mischehe« «ch das Religtoasbckuutnch d«i aws