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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 29 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
29 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M LS. iSüdisches 1888. . E>^ro»tqrg<dn> vov I>r. M. N>h»«r ta ItogM«, Ju jbdnttUni «. Kttktzri», fit Me ineewfche |mie. -^r- Die Stab« bet Hohenpriester». Zur Ertnaerung eut bU Z-chörung gtraftlral. — Onkel Bräst. unb ponmutfAe Aatisrmitea. — cftlhflll• Di« «HM^n in Beruhen. — Der Hevi »0» «anale. — Klein« jüdisch, «harakterzügc. — Jahrmit. «oa «orttz Scherbel. . ^biunen. — Räthsel Ausgat«» und «ichsck-Lösrn^n. —_ (tt»fcf«ttet Rachdruck wrtct»|t) Dir Kinder de» Hohenpriester*. 8 3« Eriuueruug au die ZerftöruAß Jerusale«-. Der «abre seufzet lei«: Darf sich entweihen Des Hohenpriester» Sohn au» Ahron'» Stamme, Der vor bem Ew'gen zündet' an bi« Flamm« — Wie darf bet Priester eine Sklavin freien? Zu Enb« war der lang« Kampf, «» waren Zerschmettert all' bi« stolze» Aestunglmauern, Die Ktnder Zion» HSnderiugend trauern. Doch jubelub ziehe» «in die röm'schen Echaaren. Run eilen fie »u ihre« wilden Raub« Die Gier rasch stillend an de» Heilgen Schätzen, Geplündert warb, geroürget zu« Ergötzen — So würgt der HaÜcht die gefangen« Taub«. Dieweil t» Schwerz Jerusalem fich windet. In stiller Rächt vor Gott «mieht di« Klag«, Da hat zur Fackel für sein Lustgelaa« Der freche Feind de» Stapel angezundel. Durch all« Strahe» jagt dl« wllde Meute, Ruht kennt der Sieger menschliche« Erbarmen, Man reiht da« Kind der Mutter au« »eu «rweu, Man häuft »it kalte« Hohn die Menschenbeute. Für «ine» Knaben JUda'« wird ein Becher De» Weine« voll «I» schnöder Pret» gesetzt. Um I >da'» Dichter, die da« Aug' ergötzt, Wirft frech den Würfel Rom» berauschter Zechet. Wie vor de« Rauithier fliehet di« Gazelle, So Juda'« Tochter vor de» gier'ge, Sproffe Der röm'schea Wölfin, doch aus seine« Roff«. Ereilt der Räuber sie mit Windeäfchnell«. Ei, reicher Römer halt' an fich gerifie» Da« schönste Kleinod au« de» Prachtaeschmeid« Der Tochter giou», di« im Sklavenlleu« Roch ßeruhell strahlt au« Rach« und Finsternissen. Ei» Andrer hatte in dem Krieg gefangen 'neu Jüngling kühn, die Zierde »er Genossen, Lo» Jugeudreiz und Heldeakraft umflossen. Der Sonne glech in ihrem Mmagäpreuge». 'ne Braut nach« war«, wo Klagen nur und Weinen Au« tiefer Brust i» Saale hallt« wieder, Anstatt Musik und ftoher Lochzeiislieder, Und statt der Fackeln — trüber Sterne Scheinen. Die Rächt verging, di« Ster»« langsam schwinden, Ein Purperstreif erglänzt am Himmeläsaum«, Di« Welt erwacht au» ihrem dumpfen Traume, Und tausend Kläng' de« Tage« Rahen künden. Bei» Taoe«llcht st« jetzt einander sehen Wa» fahr Entsetzen sie, warum versagen Di« Pulst den Dienst und hören aus zu schlagen, Dah Beide gleich erstarrten Säulen stehen? Doch nur 'nen Augenblick — und heftig zitternd Sie stürzen dann einander in di« Arme, In Glück und Qual, in Wann' uvd bittrem Harme Und JBtttberr — .Schwesterl" tönt e« markerschütternd. Wie wenn der Künstler hoch di« Galt' aufziehet, Dah tönend sie in höchster Lust erklinget. Und bald im jauchzenden Akkord zerspringet, Da noch der sähe Klang im Herzen glühet — So hielten fi« in einem Athembeben, In einem Kuff« lange sich umschlungen, Jadeh die Hewenösait' schon war gesprungen Sud sanft entfloh'» au« ihrer Brust da» Leben. Bon keiner Sklavenfessel mehr beschweret, Bom Zwange frei, vereint für ew'ge Zeiten Jetzt ihr« Lecken auf zu« Urquell gleiten, Und eine Seisterstimm« wird gehöret: .vergesst ich, Zion, Dich in Deinem Leid« Dann soll vergeffen «erden meine Rechte, Bi« ich erlöst vom Druck« «eine Knechte Und führe fie zurück zu Glück und Freude." «»»», tK M» M». «KKflll Klftftl. Äbn Krieg zu Ende, kehrten Beide zurück mit de» gefang'nen «Sklaven, Wo fie al» Rachbarn bald zusammen trafen Und von de» Kriegöglück sprachen voller Freud«. Der Ei»' erzählt: Mir ward im Krieg zur Beut« Ein Jüngling, der der Mittagssonne gleichet. — — Und mir «in Mädchen schön, vor dem erbleichet Der Vollmond selbst — so prte« sei» Glück der Zweit«. Und beide Herren hatte» bald beschlrffen, Di« Maid al» Weib dem Jüngling bei,«gebe«, llud hofften, dah au» solche« Ehe leben De« Sternen gleichen »erden dann di« Sprossen. Kaum folgt di« Rach« am Himmel«d>m» de« Tage Wie» Jen« ma, in «ine Hochzetiakamvwr; Doch statt der Freud' beginnt ihr tiefer Jammer, Und statt der «»st,bricht an« die bittre Klag«. Ja einer Ecke de« Gemach«» kauert Die Maid und ringt i, tiefe« Schmerz di« Hände, Dieweil der Jüngling an de« andern End« Zur Erd« htugestreckt fich härmt und trauert. Da« Mädcheu spricht: Sie darf di« Sprosfin Jmhebed'«, deren Sohn «inst angezündet Da» Licht der Welt und ihr da» Heil verkündet — Wie darf de« Knecht ich werde» zur Genossin 7 v»kel vrästm»d pommersche Antisemiten Fritz Reuter ging im Jahre 1855, all er nach tu Treptow au der Tolleuse wohnte uud seiuc Bücher im Gäbst, oerlag hrrausgab, «uter die Zeituugsuuteruehmer. Born 1. AplU 1855 g^ er eine jeden Sonntag erscheinende Wochenschrift .Unterhaltungsblatt für beide Mecklenburg uud Pommeru" Hera««. Ein Jahr laug gelang e« ihm, fast ohne Mitarbeiter da» Blatt durchzufühie»; daun ging der Reudruudenburger Verleger obue Rechnung«. Ablage nach Amerika durch. I» diesem Uuterhaltuug«blatt erschienen Briese d«< dis dahin nubefannten vormaligeu („immerititten“) Juspeetor» BrSsig au den Herausgebrr und dessen Autworteu. Srstere meist im plattdeutsch« Hochdeutsch »der Mesfiogsche». Dieselben find im 14. Baude der sämmtliche» Werke Reuter'« (Wismar, Hiustorffsche Hofbuchhaudluug 1874) »der dem ersten Theile der von Adolf Wilbraudt herausgegebeueu nachgelassenen Schriften wieder abgedruckt. Dari» - befindet sich uun ein Brief de» Herausgeber«

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