Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 27 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 2)
- Language
- German
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Erforschung da Natur und ihra Gesttze an da Spitze br» Erdlhül« steht, olle Vorzüge ihra Heimach bar die englische Königstochter hmeingepflaast tu uasa KLaig-hau»; via führten Laisa Friedrich uud seine Gattin auf »cn Höhen des Leben» ein« schlicht bürgerlichen Haushalt; jeda Aufwand galt nicht so sehr dem persönlichen Behagen al» da Förderung deutschen Kuustfleißes, da Entfall«,- neuer Blüthen am Baume deutschen Leben». Die Sinder schielt« diese« Fürstrnpaar. da» mit da königlichen Stellung auch die königlich« Gestnnuna verband, wie jeda dmtsche Bürger in die öffentlich« Schulen; dort lernte da jetzige deutsche »alsa in Reih' und Glied mit andern deutschen Jünglingen und gewann so an da Arbeit Anderer den Maßstab für die eigene Leistung. Bescheid« hielt sich Laisa Friedrich zurück, so lauge sei« Bat« seine» Amte» waltete: « gab alt da erst« Unterthan da» Beispiel de» Gchorsam« und reizte sich auch dadurch würdig für die einstige Herrschaft. Aba so oft a da« Wort ergr.ff, sprach a al« da Herold de» modaa« Geiste», al» da Baunerträga ahebeuda und «lösend« Gedanken, al» da Sendbote de» Lichte« und da Liebe. So war a dir Hoffnung all« Deutsch« geword«. Jeda erwartete von sein« Regiemag eia Z-italtn de« Friede»«, da Freiheit und da Wohlfahrt. Da Kaiser hot geholt«, »a» daKroupriuz dasprochm hatte. Die Hoffnung« de» Volke« sind deunoch getäuscht ward«. Aba in diesem entsetzlich« Kampf mit tödtlik^r Krankheit gab a da Welt ei» erstaunliche« Zeug- , ruß, wie ein stark« und hoha Geist selbst von d« schwerst« Lech« sich nicht unterjoch« läßt; und welch dehres Bild bot sich un« in da hingehend« Pflege da Gattin, dir so viel stt e« vermochte, jede Trübung von de« Krank« fernhielt, jedm Lichtstrahl auf cha lenkte uud trotz diosa unamüdlich« Sorgfalt da Gattin auch die Pflicht« da Fürstin nicht versäumte! da Kaisa lebte gleichsam vo« ihrer Gegenwart und llc war glücklich, indem sie die trüb« Wolkw seine« Dasein» goldig umsäumt«; und erst al« er todt war, brach die Frau, die Uedamrnschliche« geleistet hatte, zusammen. . . . Und dürfen wir deutschen Jsraelltru schweig« von de« Balust, dm wir noch besonda« «litt« Hab«? Wir brauch« doppelten Trost, weil wir doppelte« Weh erfahr«. Zwar hat Karser Friedlich niemals Juden irgendwie bowrzugt und in sein vertrau« »der in seine Nähe aezogm; aber io ihm lohte die königlichste Leidenschaft, die fl«mm«de Begristauvg für da« Recht; wa ihm auch sonst fern stand, so a chn ungaecht leid« sah, war a ihm da Nächste, für d« a ritterlich elvtrat al« em furchtlos« Helsa. Tief wahr sagt Deutschlands groß« Dicht«: .die höchste Tugend wie ein Heiligenschein »mgiebt de« Kaisa« Haupt, nur a allein vermag sie gültig auszuüdeu: Gerechtigkeit.* Au« diesem Heiligenschein da höchst« Tugend, da Gerechtigkeit, brach« vre Strahl« hervor, die so licht und friedlich auf Israel fiel«. Nur weil a gerecht wir, hat a es eine Schmach geraunt, hatte da sonst so Milde, d«u schärfst« Ausdruck da Berurtheiluug gewählt, al« iu Deutschland eine kleine, aba rührige Schaar den Gerecht« mit de« llugerrchten leiden ließ, uud weil es wohl einzeln« schlechte Zud« giebt, die Jud« im Allgemein« ,» die Acht akllftte. — „Tröstet, tröstet «ein Volk, spricht Euer Gott, redet zum Haz« Jerusalem'«.' Wir lesm in dem diegwöchentliche» Schriftwort: Al« Mose de» Tode nahe war, da betete a: „Sftp doch da Har, der Gott da Geist« iu all» Wes«, ein« Mau» üba die Bolksgemeiute setzen, da vor ihr heaieht, da sie hinaus, »ach jstueioführt, daß di« Gemeind« Botte» aichit wie eine Herde sei, die nicht dm chr gemäß« Hirt« hat', — uud Gott Wähl» d» Joiua, dm Jüvga da Mosch, uud sagt« zu dem GotteSmaiiu: Du »ich von dein« Hotzett auf ihn strahl«. — Drei Dinge valaugt Mosch vom Fürst«: a soll ein Borbild seinem Volke sei», ab« a soll such tt» sichal» Herrsch« za d-währ« durch Thalkraft, Eifa uulr »in« magischen Wollen, ,wmn di« Menge pudernd schweift','sie in bestimmte Bahn« führ«, und a soll seinem Bolke gemäß sein, er. soll den Geist sein« Zeit und seine« Volke« versteh«. Dürft» wir nun nicht zuversichtlich voraussetze», daß da junge Fürst, da jetzt auf dem Thron» Deutschland« waltet, dich hohm Vorzüge besitzt? Wie Josua iu da Schule de« Mose groß geword« und für sein« künftige» Beruf vorgebildet war, so hat uns« Kaisa an sei»«. Groß, vatn und seinem Bata die tresilichstm Lchrmrtsta gehabt für dir große Aufgabe dir sein« wartet: wir da Glanz de« Mosch auf Josua strahlte, so gcht all di« Lobe uud Verehrung, die Kaisa Friedrich und Kaisa Wilhelm zuthell geword« find, auf dm Sohn und dm Enkel über; jeda Deutsche traut dem Sprossen dies« Eslm da« reinste Woll» zu. da« vataland ,u beglück«, jeden einzeln« Bürger vor ' Unbill zu schützen. Und auch wir Israeliten sehm getrost in die Zukunft, vatraumd da Gerrchtigkett und Wrishett de« Für'teu, da jetzt da« Scepta führt. Wir bittm ja nicht um Güust, sondau um Recht, und da» wird kein Hohmzolla!iu» va» sage«. Hat doch Kaisa Friedrich dm Gnmbsatz religiösa Duldung al« ein« solch» bezeichnet, da fett Jahrhundert« dm Hohmzolla» heilig ist; «d da junge Kaisa hat, da» weiß Jedermann, hat Ehrfurcht vor dm llebnüiftnmge» seine» ruhmgeftöntm Hause». .Tröstet, ttöstrt mein Volk!' Gerecht ist unk«» Klage, aba ebenso gerecht uud gegründet ist uusa« Hoff« nag auf eint glückliche Zukunft unta dem Scepta Wilhelm» H. Allgernhta Gott! Du hast in Kaisa Friedrich tut» viel gegeben und uu» viel gmommm! Du hast iha hiugqtrllt zu« «haben« Zeuguiß tr« bi» -um Tode auszuharrm iu Pflicht und Baus, llavawelklicha Lorbeer hat seit Jahrzehnte» seine Stirn geschmückt, alle Blüthea da Wisseuschast. da Knust, der Regmtmweisheit Hab« dttseu Fürst« geziert; Du hast ihn hochbegvadel und chn dana aur um so tiefa gebeugt und geprüft. O gedenke ihm, groß« und gut« Gott all die Liebe, die er seinem Laude erwies« hat; rröae da» hohe Ziel de» Lebmde:>, der letzte Wuusch de» Siaveudm, daß Deutschland frei uud glücklich werde, sich erfüll«; möge sei« Sohn. Kaisa Wilhelm IL, lang und glücklich, gerecht uud ruhmreich walten! Gieb dein« Tuost all« dmm, die in Palästen uud Hütt« um d« Kais«: trauern, uud gieb ihm, dem schwergeprüfte« Dulder dein« Fried« l Am«! Mn «het i* der «Hille.*) Stau Geschichte tof Galizien. E» war ei» trüb«, regnerischer Sepkemberuu rgeu, uud ebmso trüb blickt« die Mtuua drei», die iu schwarz« Talareu, ohne recht» ober link» zu blick«, seufzend zu Mose« 8»wt Moobmglauz schlich« uub dort, mühsam wie es schien, die stelle, tauflc Treppe erklomm«. Er hatte sie »aufm, «, da» Licht, ba Frittumfte, Reichste uub Wotzlhätigft« i» ba Gemeiube. Wie sollt« sie nicht komm«? mm» st« gleich uuge« ihr Hau» verließ« «ad sich de» Tageslicht aassetzt«. -üblich »am sie alle beisamm«, die Anserles««, Abel Meschorrer. Jakob Löwe» stein, Mojsesch Kohutcz uub wie sie »och hieße», uub saß« tu de« klettä» .Pmmer, i» be» eine ewige Dämmeruug he>rschte, «» 8ü»t Moub«. »lauz herum, da. stolz bald über sei»« agr«.ut« Bsrt, bald üba sei»« laug« Zobelpelz strich. „Eia schrecklich« Borfall', begauu « seufzend uub sich htuuud herwiegm», ,u»ch steht mir jede» Haar zu vage, mm» ich dam beule. Wo ist ba weift Mae», ba ch» uu« dmtet?' *) ,Ew« Cftabc t» ba äkactnk«.*