Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 27 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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n M 27. ALdisches 1888. LMllikL Z/-// H«cai«zig'be» »o» Dr. M. Ratzmer in Megbebmg. ***** Zu gxtrrtulini l Selrtznms str die israelitische Fa»ilie. ^s- Inhalt vo, Victor Holl>»d«r»Marieaiad. — »cd« bei» XnusergotteSMeiift für Kaiser griedrtch. * — «t, Lhet in der Ktzillr. — «i, vorfchla« — Klei»« jüdische (lhmmterzüge. — Rüthsel-A^gabe» und Rltthsch-Äsm^eu. — * (U«des»gtcr »achdnuk mtnlagt)- ,^8ee»e leide«, (läge micht." Grosser Dotter, gingst hie »irden In der Väter tzeil'ae« Tliro». Rnhe «»»mehr sanft in Friede«. Idealer Erdensotz«! Destsche» Volk, still' Deine Zähre». Höre, wa» Dein Kaiser spricht. Wen« anch lang die Schmerze» währe«: Lerne leide», klage nicht! D» hast für Dein Volk ,«litte«. Für Del» Volk Haft D» gelebt, Haft «it Rnh« im Fett zestritteu, Haft »ach Ehre stet» gestrebt. Haft Dei» Leide» stamm erttage». Sahst de« Tob käh» in» Gesicht, Bi» Dei, Ständlein hat geschlagen — Lerntest leide», klagtest »tcht. Und Dei» tteneS Volk an» weinet U»d »ergeht vor lauft« Schmerz Dast de» Kaiser e» verloren, Diese» hohe, edle Herz. — D'rn« beherzigt. De»tsch« Brüder. Ie»eS Wort, da» z» S»«t, spricht. Allerorten tö»' es wieder: Ler»e leide», klage nicht! Victor Holländer-Merten»«» . Rede dei« rrsmergOtteOdiemst Nir Seriser Friedrich. «ctzaltt» ,« 24. S»rt 1088.«) M. A.I »Tröstet, tröstct mein Polh so spricht euer (Sott* *. Diese» Schlußwort der eben vernommene» Kunde ist in der helligea Schrift der Anfang einer herrlichen Trostrede, die einstmatt Jesaja« au J»raä noch »wnsachem Sturz gerichtet HM. Auch die Roth, die durch den Heimgang de» edelste» de» menschlichste» Fürste» über an« gekommen, trifft gerade dir Deutschen israelitischen Bekenntnisse» zweifach, wir beklagen ihn al» Deutsche, aber auch att Israeliten seufzen wir, daß der mächtige und beredte Anwalt nnserr» Rechte« au» der Reih« der Lebenden geschieden ist; tröstet, tröstet «ein Volk, doppelten Tröste» find wir bedürftig. Rede» wir zuvörderst von dem Verluste, der uns i» Moment am tiefstenschmerzt, vor: der Trauer, die durch de» Tod de» herrlichen Manne« über da» ganz« Vaterland »<n» «bitten de« Kitter« triftet mein voch so 1 Zuerst hereingebrochen ist. Ja, über da« ganze Vaterland: de»» er vor Allem hat die Kluft überbrückt. die Nord und Süd unserer schönen deutschen HeimMh Anfang« politisch, dann abrr anch nach der staatlichen Einigung in chrem (bnpfiadm so lange getrennt hielt. De» Süden» Stämme konnten sich lange an de» Norden» straffe und streng« Art nicht gewöhnen; de» Norden« arbeitthart« Söhne, die sich bewußt waren, Jahrzehnte hindurch allein der Schirm und der Sckild Deutschland» gewesen zu sein, konnten sich so leicht nicht fiuden in de» Süden» gemächlichere und behaglichere Lebensanschamuig. Da ist der Sieger von Weißenburg und Wörth in dm Riß getreten und hat chn geheilt und aufgehoben; er war erzogm in dem strengen Pflichtgefühl de» Hvheuzollcr» und de» Preußen, aber ihm hatte die Sattheit den ftöhlichm Sinn gegeben, daß er auch da» Ernste in eine leichte und aumuchige Form zu lleiden verstand; sein heitere» und nngezwungme» Wort belebte den Soldatm in der Feldschlacht, am Künstler in seiner Werkstatt, dm Handwerker in seinem llrbeittraum; wie kein Fürst vor ihm war er in die Tiefm de» dentschm Geiste» ein gedrungen; das fühlten alle Deutsch« heran» vom Meere bi» zu dm Alp». daß er in sich da» mge Stawmrsbewußtsein überwunden hatte, „daß er deutsch war vom Scheitel bi« zur Sohle, darum schlugen ihm auch alle deutschen Herzen entgegen, und jedesmal wenn er eine Reise durch den deutschen Süden vollendet hatte, war gleichsam ei» neuer Pftiler eingerammt in dir Brücke, welche die einst getrennt» Stämme jchl verbindet. Kaiser Fnedrich war Jahrzehnt-: hindurch uuser Stolz und unsere Hoffnung War er et nicht grwesm, der aus dm böhmischen Gefilden die Entscheidung gebracht und dadurch dm preußisch» Waffenruhen auf's Glänzendste erneut hatte? Wer bat den Bann gebrochen, wrr un» von dem Drucke befreit, der im Sommer de» Jahre» 187V auf allm Gemüthem lag, al» all« Augm hassend und zagmd auf Frankreich» Grmze gerichtet waren? Der deutsch« Kronprinz ist e» gewesen, der dm außrrordmtlichm Siegeszug eiugeleitet hat, sein« Tapferkest und seine überlegene Krieg-kunst haben die erst« Lorbeeren errungen und dem Feinde die schwerste Rtederlagc bereitet, indmr sie chm da» verträum erschütteren in di« eigme Kraft. Er hat in Krieg und Frieden in vorderster Reihe mitgearbriret am Aufbau de» deutschm Reiche»; er hat nicht nur durch die blutigen Werke der Schlachten, sondern anch durch Sanftmuth und Milde sich eingezeichnet in da» Buch unsterblichen Ruhme» att Gründer der deutschm Einheit. Und dieser große »ad weise Mann, wie waltete er in semem Hause. Der Deutsche könnt« eine« Helden nicht recht fnch werden, der nicht neben den Tugmdm de» Krieger» und de» Staatsmannes auch häusliche Tugend pflegt und chrt. Da« Familienleben Kaiser Friedrichwar ein Vorbild für da» ganze Volk. Alle Vorzüge de» tüchtigm stammverwandt» Jnselvolke», dat im Wettstreite der Rationen um bürgerliche Freiheit, um materielles Wohlfahrt, um »