Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 26 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492351-8722844-5956531--0900-5372913- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
b1' & 'sich'hu «ck U verschlißt, ist jnw fknraskni, sonder» sich der Hdnwtt Btfffnrt und sich der Srde venuähft — da» ist da« vimderl Nicht dt« Schranke» der Erkenutniß fi»d ei» W»»d«r, faudern die Erkeuntuiß. Dr. I. Goldschmidt-Bitteufeld. AlKrM für sie» AaMrarttfH- Die Gesundheit sie» jid. Stumme». Während de» Mittelalter» hat bekanntlich manche» Borurthell gegen die Jade» in dem Umstande seinen Grand gehabt, daß diese dei epidemische» Krankheiten verhältnißmäßig «ehr al» andere Völker verschont bliebe». Mau schrieb diese« ihre» freundschastlichen Verhältnisse »tt dem „Teufel" zu, «statt za bedenken, daß e» uar et« Felge der strengen B^dachtung der biblischen Sa»ität«gesetze »ar. E« schein', drß die Juden auch heute somohl in Bezug auf ihre Physische Beschaffenheit, al» auch ihre sonstigen Verhältnisse nicht weniger günstig gestellt sind. Sin neuerer Schriftsteller, welcher sich die Juden de» deutschen Reiche» r Studium gemacht hat, findet (nach einer Mtttheilung der „Medicinischen Presse"), daß in den Jahren 1822 bi» 1840 dir Juden in Preußen um 31/* */« mehr al« die übrige Bevölkerung zugenomme» haben. In Fürth (Bayern), wo dir durchschnittliche Lebensdauer bei den Christen 26 Jahre b-trug, «ar fie bei den Jude» 37 Jahre, und auch tu Frankfurt überstieg da» Durchschnittsalter bei den Jude« da» der Christen um 11 Jahre. Dasselbe war der Fall in Algier. Während der Eholero-Ipidemie in Südftanfteich starben von der großen jüdischen Bevölkerung, welche i» den inficirten Diftricteu wohnte, nur sieben Personen. Kniender Dieser«. Da» „Magazin für Pädagogik" bringt nach dem Februar- Heft der rvmiichen MoualSschrift „ Ephnmeride* Liturgie»«“ folgend« höchst wichtige Mitiherlung: „Eine französtiche astronomische Gesellschaft, welche Preise auf di« Reform de» Gregorianiiche» Lalruder» ausgeschrieben hatte, ertheilte den erste« Preis der Arbeit eine» gewisse« Armelin, der folgende Beretufachung de« Kalender« »orschlägt. Der Neujahrstag erhält eine besondere Stellung; er wird nicht gezählt. »eorr al» Monats- »och al» Wochentag. er ist hinlänglich bezeichnet al» Neusahrstag. Daun bleiben 364 Tage zu vertheile»; diese werden zuuiichst aus 4 Vierteljahre abgetheilt, jede« von 91 Tagen, welche 13 Wochen bilden, vou de» drei Monaten de» Vierteljahr» erhält der erste 31, die folgenden je 30 Tage. Der alle 4 Jahre eiuttrteud« Schalttag erhält eiue Sonderstellung wie der Neujahrstaa." Die genanute Zeitschrift bewerft, daß diese Reform bereu» 183V von Abbä Mastrosini vorg,schlagen, von Armrlin jetzt aber viel besser durchgeführt sei. Ur Kttkifn» in Galizien ist seit Jahrhunderten Sitz einer staraiten-Gemeind« gewesen, vor etwa 20 Jahre» verließe« sie de» Ott . nud verzogen nach der Stadt Halttscj. Der Grund davon -.war, weil riuer der Ihrige« zu» Kalholicisum» übergetrete» 'war, und sie schämten sich zu sehr vor ihren „rabdinischen" .Nachbar». Bon Zeit zu Zett konmeu sie, um an de» Gräbern ihrer Väter zu bete». Ihr Friedhof liegt au einem Berg-Abhang« und ist jetzt ganz verwahrlost. I, neuerer Zeit hat der Ott«Vorstand de» Pstng über eine» Thell desselben ziehen lassen, wobei viele G, deine der Berstorbeuen hernmgeschleudert wurden. Di« Karoite» »ollen bei der Regier» eg Klage führen, während bedauerlicherweise die Rabbanitea dieser Prosa»»«, ng de» kara Nischen Bearäbniß-Platze» mit einer gewissen Befriediauag zufeheu. Grabsteine find im Ganzen nicht «ehr al» 8 »och vorhaudra »ad die Inschrist derselben ist durch Alter ganz unleserlich. ALet»< jüsiistße K-««ütterrü-<. I. gbtarltyM. I» eine« polnischen Städtchen lebt unter viele» Glaubensgewrffea ei» reicher Jude völlig zurückgezvgen und »egen sei»«» üöeize» verhaßt. An «wem Feiettagabead ttifst da ei» verschmitzter jüdischer Schnorrer ein. Mchrere Kinder Israel» nehmen ihn beiseite und versprechen ihm eia reiche» Geschen!!. wenn er dem Geizhal», über dessen Bechältniff« st« ihu «nterttchteten, einm Schabernack spiele. Der Schabbe» wird inxfsea ausgemfe» und der „Bolbafis" geht gerade in die Synagoge. Der Schnorrer macht sich sogleich au ihn heran »md bittet ihn um eine Unterredung nach dem Feiertag; «? handle sich um ein Geschäft, bei dem beide die Hälfte gebe» sollten, uad da» ihm, dem Reichen, einen Gewi»» ron 20 000 Rubeln sichere. Rach kurzem Bedenke» fordert der Geizhal» den Alten, zu großer Genugthuuag der verschuürer auf, mit ihm i» die Synagoge zu gehen und dann sein Gast zu sein. — Endlich ist der SLabbe« zu Ende. »Ru« zu unserm Geschäft!" ruft der Gastgeber. — „Ich Hab' gesagt," weudtt sich der Schnorrer au ihn, „ich will die Hälfte gebe» — Sie sollen die Hälfte geben. Ich hab'a Sohn, liegt augenblicklich in Warschau im Spita^ wird aber wieder gesund. Sie habt« noch eine ledige Tochter — hat die erste mitgekttrgt 40 000 Rubel, wird dies« auch mitkttegen 40 000. Nimmt sie mein Sohn auch mit 20 000, haben Sie 20 000 verdient." Der Geprellte durchschaut di« Sache und verspricht dem alten Fuch» 20 Rubel, wenn er schwöre» würde, niemanden in der Stadt et» Wort zu erzählen. Der Schnorrer schwütt es bei Gott dem Allmächttgeu ilnd steckt vergnügt di« Rubel eia. Al» er herauskommt, bestürmen ihu die Anstifter: „Erzähle, erzähle!" — „Darf nicht, Hab' geschworen, niemanden in der Stadt davon was zu sagen," cntgegntte er den Drängende». Sie versprechm ihm mehr «nd immer mchr, da erftätt er mtt listigem Augenzwinkern : „hob' ich geschworen. Keinem was zu sagen in der Stadt, darf ich'» doch außerhalb." Man zieht mit ihm vor» Thor, er erzählt seinen Streich und z''eht reich belohnt von hinnen. 2. Vi« tinubiger Gehhal». Ein berüchtioter Geizhal», der von seinen Schätzen nie einem Bedürftigen da» Mindeste hatte zugute kommen lassen, ließ, al» er sich seinem Eadc nahe fühlte, einen Notar kommen, um seinen letzten Will« aufnehmen zu lassen. Der Justizmaan kam und der Alte sagte ihm: „Schreiben Sie, Herr Notar, urkundlich nieder, daß mein Geld im Betrage von 2 Millionen Thalern in sichern zin»ftagenden Staat». Papieren angelegt und bei der Bank von England hinterlegt und die Zinsen sttt» wieder zum Kapital geschlagen werden sollen." Der Notar nimmt hierüber da» Erforderlich« auf und fragt dann den Kranken, wa» nun aber weiter geschehe» solle, da eine eigentliche Verfügung nicht getroffen sei! E» könne doch nicht ewig so stehen bleiben? Darauf erwidette der Alle: „Glauben Sie an Auferstehung, Hwr Notar?" — „Ja" giebt dieser zurück. — „Nun denken Sie, daß ich al» Lump auferstehen will?^_ Wbg. 3. 61» y«nk«»t Noch eine kleine Geschichte von einem „Orech" und kleinen Fischen! Dieser Gast, dem ebenfall» die kleinsten Fische am Freitagabend vorgesetzt waren, griff ebenfalls nicht zu. sondern neigte sich über die Schüssel uad flüsterte leise vor sich hi». Auf die Frage de» Hiuoherru: „Gas flüstert Ihr den» da?" antwortete der Gast: „Herrleben, ich Hab einen Bruder gehabt, d.«r ist auf dem Wqze nach Amerika mit te» Schiffe uatergegangeu. Da habe ich nun jetzt die Fisch: gefragt, ob sie nnht» vo» meinem Bruder wisse»?" „Nun", fragte der Hausherr, ,.wa« haben die Fisch« gesagt?" „Sie habe« gesagt", aattvortete der Gefragte, „sie wären »och zu jr ug und zu klein, sie könnte»'» »icht wisse»; ich möchte doch einmal die großen Fische da oben aus der Tafel fragen I" S a « u e l-Bleicherode.