Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 26 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6492351-8722844-5956531--0901-5372914- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
A« dir ftfrffferest*« •UnkMffnwfeii. Von aibcr* Nosentan» in Saffti. E nicht imwift« dich dein Geist 1 in jeutn Stunden, an mttN«chtal»alück! ich preist, Die einst auch du gefunden? Di« Thora war mir Laub geschmückt, Die Augen strahlte» wieder tn he lHer Are ulst, und entzückt angt ihr die Psalmenlieder. Und heut? «o ist da-': süße Glück, Da einst dn hast genosten? SkichtLhr', uichtGold bringt«« zurück E« ist verweht. — zerflossen. DeinHerz ist krank, leer wie daäGrab Du kannst dir'» nicht verhehlen, 8a» dir dein Iudenthu« «inst »ab. Ersehen nicht Juwelen. Wie du di« Wund« auch verhüllst. Dein Herz kann nicht genesen. Ob du'» mit tansend Freuden füllst, E» klingt hindurch: — Gewesen l Und weißt du. welche» Hochgefühl Neujahre»nach« dir bracht«? Wir schon vorher, trotz Kinderspiel, Dein Geist ker Elter» dachte? Sie du in deinen Glückwunsch schriebst: Sollst solgsa« sein und streben, Daß dn die guten Eltern liebst Und betest für ihr Leben? Und wenn de» Schofar» Ton erklang Am andern Tag beim Beten, Weißt du noch, wie'» in'» Herz dir Al» hörtest Gott du reden? s drang, Nu» gar, wenn an dem ernsten Tag, Wo Alle sich vergeben. Man jene Tchauerwone sprach: .Wer sterbe» soll, «er leben." Weißt du noch, wie de« Bater» Lug' Dann schwamm in heißen Zähren, Und sein Gebet wie llÄferrauch Stieg aus in lichtere Sphären? Wie ernst gestimmt war Inn« ».AU Dann am Jom Kippur wieder, Wie drang in'» Herz mit Allgewallt Der Klang der alten Liederl Du weißt vomEltrrnhau», wohl gar Au» deiner frühsten Jugend. Daß e» ein wahrer Tempel war Der Frömmigkeit und Tugend. Und wen, gestiert war der Tag. Der Manchem schwer erschienen, Welch'stolz« Freu«'u. Wonne sprach Dann au» de« Beter« Mieuen l Weißt du «och, wie znr Peßachzeit Am Sedertisch ihr saßet Und Lieder fangt in Heller Freud' Und bitt're Kräuter aßet? Und heut? Wo ist di« Seligstit, Di« einst du Haft genossen? Del» Her, ist ,«r der Luft geweiht. Der hell'gen Lehr verschlösse» I Welch' reiche Fülle von Gemüth Lag doch in solcher Feierl Wie ha» der Dank in euch geglüht Für J»ra«l» Befreier! Du schlägst dir an dein Herzeuäthor Di« eig'nen falschen Thesen, shervor: Doch schauervoll klingt» Vrau» Vorbei, vorbell — Gewesen! Weißt du noch, wie I« Blumenflor Am Osftnbarnng»s«ste Da» Gotte»hau» sich «hat hervor Geziert von Euch auf» Beste? Weißt du noch, w>« zur Sukkothzeit Ihr In der Hütte welltet. Und mit dem Feftstra nß vollerFreud' Zu« Gottethaus« eiltet? Vc dann am Thorasreudentag An« alle« Augen, sprühend, Di« reinste Herzenbfreud« sprach, Für Gotte» Wort erglühen»? Weißt du noch, wa» an Freitaguacht «n die Elter» pflegten? dir, segnend, liebentsacht, Anf» Hanpt Me Hände legte»? Wie Vater» Herz, ob froh, ob wund. Dann grvß're» Glück «ich kannte? Dabei der Kuß von Mutter» Mund Dir aus der Lippe brannte? Und hent? Wenn nun dein eigne» Kind — Wie leicht kan» dir'» begegue» — An dich oerantritt, fromm gesinnt, Und bitte» e» zu segnen? E» drückt und schmiegt fich scheu an »ich« Da» Herz dir z« bewegen: .Mein Bater, segne doch auch mich l Blieb dir für «ich kein Segen?" Da» Wort durchsllhrt dich hart und mild, Und hochauf siehst du rage» Da» jüdisch himmlisch st^ue Bild Au« deiner Kindheit Tagen! Du stehst etschrrckt, verle en auch Bor deine» Kinde» Bitte, Verstehst nicht «ehr der Ellern Brauch, Der Väter fromm« Sill«. Wa« thuu? wa« sage»? Ogewiß. Du hilfst schon deine« Kinde, Doch da erscheint die Nemrfi« Für deine lang« Sünde — Nimmst ein Gebetbuch rasch zur Hand Doch —kannst den Spruch nicht l «se a! Und weinend rufst du, abaewaudt: Vorbei! vorbeil — Gewesen! SjriUf* der Alle* Metrisch Überlingen von L. Cohen. Wer sich selbst zum Narren macht» Wird al» solcher autgelacht. '-W-Jl, Wo« man borget von de« Freund«, Zahlt man «ft zurück de» Feind«. « . » Sei noch s» stark de» Niese» Kraft. Oft ha, ',« Fliege sie erschlafft. » » Durch di« Feder rinnt, Wa» da» Herz ersinnt. » _ Wer hienieden froh will leben, llldtß de« Schicksal fich ergeben. Den Nctth de» Thoren nimmer höre Und bau« aus, spricht er: „Zerstöre!" „Frei von Tadel" Höchster Adel. «ehr al, «old und «nt Halt' die Zung' in Hut! JUt» fern Spr«tß schätz fcc» fftfiix*. Poetisch übertragen von Maz Weinberg. Erst freien und dann studire», Heißt «'««« Mühlstein ml« fich führen. » » Al» Lehrer sei von Dir verehrt Ein Jeder der Dein Wiffen mehrt. » » «u zänkisch Weib ist äraer Pla» AI» Negengnß de» ganzen Tag. « » Wer fich «in tenflisch Weib gefreit. Hat diestrft» schon sein Höllenleid. | IcQl» I, A-träisch« ffofeftffH. Bon I Kauf«»nn»Efsen. Mit 1 »mglebt «, «ach und Flnß Und Teich «ud See und Meer; «ft « gefüllt ist'» zum «enuß. Zuweilen doch auch leer. Wie ich'» auch dreh' und weud', Mit 1 bin ich am End'. II. pnüsch« M.rträt-sek. von J. K. in Esten. Der größt« Mann in J»rael Ging «inst au» mir hervor: Vertausch«« Du di« Laut« schnell Kling' ander» ich dem Ohr. Zurrst wird «in« Dam« Al» Dichterin bekannt, Sodann «in kleine» Zahlwort Al« Räthsel Dir genannt. EU. £»dftnr«4i%t* A»«»»,«. Von C. in N a Hebräisch ist'» ein nützlich Thier, Da» gern i gern im Häuft wir» gehalten;!, bringt Sen»' deutsch geschrieben, oringt e» Dir Labung in viele» Gestalten. A«ßös»»I »er Pöthfet in »m. K». l. Branttzrauz. II. Mette». Hl. (Wunder), rfaf (tauftnd). Vrrantwortlicher Nedartrur vr. Nähmet, Magdeburg. Druck von D. L. M » l f f, Magdeburg, «erlag von Robert Art: