Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 26 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
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heitliche aa» §atriaf«aK volksschatt ja togrftabca aak |s unterhalt«, fich fÄ dtt Folge nicht leb««fähi> erwir« Dean k*» Lehrziel wer manchen wohlhabend« Mtera za gering, trab sie schickten ihre Sinder lieber ta christlich« Privatschule« (mit Ausnahme de« Religionsunterricht«), und selbst manch« Unbemittelte, btt entfernt von der Schale »ohatm zumal al» dieselbe an« dem Innern der Stadt >a die Pirnaische Siegend »erlegt wurde, scheuten ziemliche Geldopfer nicht, um ihre Sinder christlichen Schulen zaprführrn. Wie denn iiberhanpt e« eine Lichtseite in de« Familienleben der Israeliten ist. für die Bildung nnd da« bürgerlich« Fortkommen der Ihren außerordentlich besorgt zu sein. — E« »ar eine« Morgen« im Mai 1838, al« der Oberrabbiner in die Gemetudeschule kam und die überraschend« Lunde brachte, daß in 4 Wochen die feierlich« Srnudftttnlegnng für den Synagogenbau stattfinden solle, und daß e« aaßerordentlich erwünscht sei, dabei von Setten der Schulkinder und einiger jungen Leute «inen Festgesang znr «ussühruag bringen. Ich war über diese Mittheilung sehr frappirt, denn bi« dahin hatten die i«raelittschen Sinder überhauot noch nie in der Schule gesungen, und ob in der gegebenen kurzen Frist etwa« würde geleistet werden kSunen, mußte in Frage gestellt bleiben. Auf Aurathen de« Lautor« Meode am Friedrichstädt-r Seminar erbat ich mir lür die Singstunde ein Pianino, und e« begann am anderen Tage der Gesangsunterricht, dem täglich einige S'undeu oewidmet wurden. Zum Glück gab e« unter den KV größeren Schal, kinderu mehrere, die in Folg« de« schon länger« Zett genoffene» Privatunterricht« in Llovier oder Gesang leicht zugäng'ich waren und al« Stimmführer benutzt werden konnten. Und unter den jungen Leuten, welche al« Tenoristen und Bassisten aafjntreteu hatte«, gab r« nicht so viel Schwerfällige, al« r« erst geschienen hatte. So nahte der Festtag heran. Da kamen am Morgen zuvor in Begleitung de« Oberrabbiner« und de« Gemeindevorsteher« Dr. Beer die S^mmermusiker Sötte und Summer, sowie der Lhordirektor Fischer sen. in die Schul« und es fand eine mustkalilch« Hauptprobe statt, die den Beifall der augeruftu« Sritiker fand. Sie waren überrascht, aber damtt eirwefstand«, daß ich zwei der bekanntesten evangelischen Lhorile gewählt und College, der Borsänger und Oberlehrer Landau, dazu hebräischen Tert au« den Psalmen untergelegt hatte. Ein schöner Sommermorg« ging über dem Elbthale auf und verschölle den freiliegenden, von Gärten umgebenen Bauplatz, al« sich eine sehr zahlreiche und hochausehuliche Fest. Versammlung daselbst eirfand. um der i«raelttischeu Gemeinde an ihrem Ehrentage Theiluahme zu bezrageu. Unter vielen Mitgliedern beider Lämmern der Stäudeversammlung waren auch S.S.H. Prinz Johann, Oderhofprediger Dr. v. Ammon und Sup Dr. Großmaun erschienen, ferner der Sultu«- minister v Carlowitz und mehrere Mitglleder der Sta^tgristlichkeit, der Bürgermeister Dr. Hübler und andere hochgestellte Persönlichkeiten. Die i«raelltisch« Gemeiude versamwelle sich m Palai« am Zeughaus« und zog von da au« auter Borantritt der Schule zum Frstplatze. von den vielen Menschen, die ob der seltenen oder vielmehr bi« jetzt einzigen Frier fich auf dem Bauplatz«, onf der Promenade und im »Zen,Hofe" (jetzt .Zeughanöplatz') eingefauden hatten, sah ich nicht viel, denn mich hatte große Augst wegeu de« Gelingen« der Mufik ergriff«, und zum ersten Male hatte ich den Tattirstock zu führen. Doch e« «tag; und zwar waren nicht nur die Eltern der fingeudeu Sinder sehr erfreut über diese erstmalige musikickische Produktion derselben, sondern auch der ehrwürdige Oberhofprediger sprach seine Zufriedenheit au«, schließlich die Frag« aukoüpfeud, wer auf den Gedanken gekommen sei, zwei evangelisch« Choräle zar Festmufik zu beuatzeu? (E« waren uämlich btt Choräle I „Sei Lob nnd Ehr» dem höchsten Gat' and „Rna dicke» Alle Gott'). Daß, »Örcafe die israelitischen Sänger den hedrätschen Text sangen, Biete an« de» Pablikn». aauwalUch beim «chlaßlieb«. lich nicht beabsichtigt, eihöhtt aber den Effekt de« Monteate«. Großea Betfall erntete der Oberrabbiver, beim seine Sied« war ebenso geistreich, wie erheben» (über den Psalmtt^t: JBtttder Hirsch schreiet nach frische» Wasser, so verlangt ipoiwe Seele nach Dtt. Herr Zebaochk") Er knüpfte daran ^lzäibe Hanptsätze: „Un« be,eelt die Wonne de« Glaub««, aal beglückt da« Hochgefühl der Religion«frrihett. un« «tzüi!!t die ftohe Hoffuung der innigen Eintracht, un« erhebt da« Bild wahrer «euschealttbe, na« belebt die Fteade aa de» Vater lande". Reu »ar e« den Zuhörern, daß der geistlich« RGner jede« Citat au» d« hettige» Büche« erst tu hebräisch«- und daun in deatschrr Sprach« auführte. — Di« Syaag»,^ ist von G. Semper erbaut worden und ward« im nächst« Jahr« eingeweiht.") Da ich im galt 183S bereit« al« konstrintrter Lehrer au einer städtisch« Schule augeftellt wurde, wir ich bei den EtuwethungSfeierlichtttt« nicht mehr bethettigt. Räch . fei ewähut, daß e« in d« erst« Jahr« kettle Orgel in der Synagoge gab und dieselbe erst später durch ei« Bernächt- »iß de« Bankiei« Schtt gestiftet word« ist. Ki« yerrttches Mofchot vom A«§»ger Atts-id. Zu» Goche» » NdschutN „vbnbb»»". Ein „Moschol" vom „Dubuer" werd« dtt Leser de« „Familien »Blatt«' gewiß gerne auuehmru.— Dtt Vorschrift der „Par» aduma* wurde bekanntlich in Anschluß na da« Bibelwort: „ohok“ pKl ,l« „unerklärlich" erklärt. Dtt Asche der Para ackum», dtt d« Unrein« reia macht, wie kann fie wieder da« GegentheU bewirk«, und d« ilietarn, der fie berührt, unrein mach«? Und die att« Weis« bezieh« darauf den Salomonisch« ver«: „Schon glaubte ich, ich sei «eise, und steh« da, e« ist fera« von mtt' (Prediger 7,23). — Nun geben fich dtt alt« Hemeuealen große Mühe zu erklär«. wa«m Gott «»* d« Mublick ta dtt« ifteheimuiß versagt hat. Warum überhaupt Seheimuiffe? — Hör« wir den Dubnoer Maggid: Ein Parvenü, der e« zu groß« «eichthüme« zebracht hatte, wollte dem Glanze seiner Famtltt durch B«rh«t> ar^rag seiner Tochter mit dem Sohn« de« Rabbi'« nachhelf«. E« war wenig Au«ficht, denn der Parvenü hott« ett« ganz obs«r« Stammbaum, und der Rabbi war «trüftet, al« der Heirath«vermtttler die Idee der Berfchwägeruug ««sprach. — Doch der Vermittler war nicht blöd«; galt e« b»ch, ein Sunftstück fertig zu brttig« und ein große« Stück Geld zu verdien«. Wtt der Tropf« d« Stein auShihlt, so überwand «blich dtt unzählige Mal augesrtzte Ueberrediiugokrafr de« Bermittler« dtt Abneigung de« Rabbiner«, und >ta« de« Sohne de« Rabbi'« und der Tochter de« Parvenü wurde ein Paar. Dtt beid« Mitschwttger, der Rabbi und der 'Dornenü, die kamen aber in kein gewüthliche« Berhältniß, «td zwar war e« der Rabbi, der sehr reservtrt sich httlt. All« Annäherungsversuche de« Parvenü wie« er kalt zurück. »—Dieser beklagte fich «blich bei jede», der «4 hör« wollte: c« fei Unrecht von dem Rabbi mtt de« Schwiegervater seine« Sohne« fich ia kein« vertraute Unterhaltung ettznlaffeu; schicke fich die«? dürf« so nah« verwandte so freu» geg« einander sein? ». s. w Dtt Slag« kam« auch de» Rabbi Si Ohr«; doch er sagte: „Schtns,I baß ich »ich fr.-mdgeg« u. mein« Mitschwieger, halte» ist nicht zu ver wundern; daß er «rin Mttschwieger ift, daß ich «ein Sind in sein« Fmnilie heirath« ließ, — da« ist zu verwunde«!' — Dtt Aawendnug: der Himmel hat fich mtt der Erbe vettchwägrrt; die Erkeuntntß, ein HiwmelSvud, mtt de» Menjch«. dem Eedensohn«, fich vermählt. Run wandert fich dtt Erb«, w«u: der Himmel nicht ganz d« Schleier vo» feinem Antlitz löst und «in« ungehindert« Einblick in sein ganzes ttfrt Herz gestattet. Dir Parvenü-stolze Erbel Rtcht, wenn derHimmel i .j ■ t Da» iß »ich» »m, «caa>, ft mad» «ß am S. «at 1MO